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Ameisen im Rasen großflächig bekämpfen
gennaio 17, 2026 Patricia Titz

Ameisen im Rasen großflächig bekämpfen

Ein gepflegter, sattgrüner Rasen ist der Stolz vieler Gartenbesitzer. Doch kaum steigen die Temperaturen im Frühjahr, zeigen sich oft ungebetene Gäste: Kleine Erdhügel durchziehen das Grün, kahle Stellen entstehen, und beim Barfußlaufen riskiert man unangenehme Begegnungen. Ameisen im Rasen sind zwar ein Zeichen für ein aktives Bodenleben, können aber bei massenhaftem Auftreten – insbesondere bei einer großflächigen Besiedlung – zu einem echten Ärgernis werden. Während einzelne Nester oft toleriert werden können, stellt ein von Ameisenstraßen und Nesthügeln durchzogener Garten eine Herausforderung dar, die strategisches Handeln erfordert. Dabei geht es nicht um die wahllose Vernichtung, sondern um die Regulation und, wenn nötig, die gezielte Bekämpfung, um die Nutzbarkeit der Rasenfläche wiederherzustellen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ameisen im Rasen effektiv, nachhaltig und unter Berücksichtigung des Ökosystems in den Griff bekommen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Artenbestimmung ist essenziell: Nicht jede Ameise ist ein Schädling. Die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) ist oft für Erdhügel verantwortlich, während die Rote Gartenameise (Myrmica rubra) schmerzhaft stechen kann.
  • Ökologischer Nutzen: Ameisen lockern den Boden und setzen Biomasse um. Eine Bekämpfung sollte nur bei Überpopulation erfolgen.
  • Nematoden als biologische Waffe: Fadenwürmer sind eine effektive, natürliche Methode zur großflächigen Bekämpfung ohne Chemie.
  • Vorsicht bei Invasiven Arten: Eingeschleppte Arten wie die Invasive Gartenameise können Superkolonien bilden, die schwer zu bekämpfen sind.
  • Rechtlicher Rahmen: Bestimmte Waldameisenarten stehen unter strengem Naturschutz und dürfen nicht bekämpft werden.

Warum sind so viele Ameisen in meinem Rasen?

Um Ameisen im Rasen erfolgreich zu regulieren, muss man verstehen, warum sie sich dort überhaupt ansiedeln. Ameisen gehören zu den erfolgreichsten terrestrischen Tiergruppen überhaupt und leben in streng organisierten, eusozialen Kolonieverbänden[1]. Der Rasen bietet ihnen oft ideale Bedingungen: Einen gut durchlüfteten Boden, Schutz durch die Grasnarbe und – was oft übersehen wird – direkten Zugang zu Nahrung.

Ein Hauptgrund für massiven Ameisenbefall im Rasen ist das Vorhandensein von Wurzelläusen oder Blattläusen auf den Gräsern und umliegenden Pflanzen. Ameisen betreiben eine sogenannte Trophobiose: Sie „melken“ die Läuse, um an deren zuckerhaltige Ausscheidungen, den Honigtau, zu gelangen[2]. Diese Kohlenhydratquelle ist der Treibstoff für die Arbeiterinnen. Finden Ameisen also viele Läuse in Ihrem Rasen, werden sie ihre Nester in unmittelbarer Nähe bauen, um die Wege kurz zu halten. Besonders die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) lebt fast ausschließlich unterirdisch und ernährt sich vom Honigtau der Wurzelläuse, die sie an den Graswurzeln betreut[3].

Die häufigsten Ameisenarten im Rasen erkennen

Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, sollten Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben. In Mitteleuropa kommen etwa 160 Ameisenarten vor, doch im Hausgarten dominieren meist nur wenige Spezies[1].

Die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus)

Diese Art ist der „Baumeister“ unter den Rasenameisen. Sie ist bernsteingelb und lebt sehr versteckt. Gartenbesitzer bemerken sie oft erst durch die charakteristischen Erdhügel, die sie im Rasen aufwerfen. Diese Hügel dienen der Klimaregulation des Nestes und werden oft von Pflanzen überwachsen, was sie mechanisch sehr stabil macht[3]. Ein einzelnes Volk kann bis zu 100.000 Arbeiterinnen umfassen. Ökologisch gesehen sind sie nützlich, da sie enorme Mengen Boden umschichten – ihre Leistung wird hierbei nur von Regenwürmern übertroffen[1].

Die Schwarzgraue Wegameise (Lasius niger)

Dies ist die wohl bekannteste Ameise, die oft Wege unterhöhlt und Terrassenplatten destabilisiert. Im Rasen selbst baut sie weniger auffällige Hügel als Lasius flavus, legt aber weitverzweigte Gangsysteme an. Sie ist ein sehr anpassungsfähiger Kulturfolger und ernährt sich vielseitig, wobei auch hier die Blattlauszucht eine zentrale Rolle spielt[3].

Die Rote Gartenameise (Myrmica rubra)

Diese Art, auch Rotgelbe Knotenameise genannt, ist für Barfußläufer besonders unangenehm. Im Gegensatz zu den Wegameisen besitzt sie einen funktionsfähigen Giftstachel. Ihre Stiche sind schmerzhaft und können bei Allergikern Reaktionen auslösen[4]. Sie bevorzugt eher feuchte Böden und baut ihre Nester oft im Gras oder unter Moospolstern. Myrmica rubra ist aggressiv und verteidigt ihr Revier vehement.

⚠️ Achtung: Geschützte Arten!

Nicht alle Ameisen dürfen bekämpft werden. Die hügelbauenden Waldameisen der Gattung Formica stehen unter strengem Naturschutz. Sie dürfen weder getötet noch dürfen ihre Nester zerstört werden. Sollten Sie große Haufen aus Nadeln und Pflanzenmaterial in Waldnähe in Ihrem Garten finden, wenden Sie sich bitte an die Deutsche Ameisenschutzwarte e.V. für eine Beratung oder professionelle Umsiedlung[5].

Strategien zur großflächigen Bekämpfung

Ist der Leidensdruck zu hoch, weil der Rasen durch Erdhaufen uneben wird oder die Nutzung durch aggressive Arten eingeschränkt ist, gibt es verschiedene Strategien. Die Bekämpfung ist jedoch bei sozial lebenden Insekten komplex: Es reicht nicht, die Arbeiterinnen zu töten. Das Ziel muss immer die Königin sein, da nur sie für Nachwuchs sorgt[1].

1. Nematoden: Die biologische Lösung

Für eine großflächige Anwendung auf dem Rasen sind Nematoden (Fadenwürmer) der Art Steinernema feltiae die wohl eleganteste und umweltfreundlichste Lösung. Diese mikroskopisch kleinen Würmer dringen in die Ameisenlarven und adulten Tiere ein und töten diese ab oder vertreiben sie durch ihre bloße Anwesenheit. Da es sich um ein rein biologisches Verfahren handelt, besteht keine Gefahr für Haustiere, Kinder oder das Grundwasser.

Die Anwendung erfolgt im Gießverfahren: Das Pulver mit den Nematoden wird in Wasser aufgelöst und direkt in die Nester oder großflächig über die betroffenen Rasenstellen gegossen. Die Nematoden suchen aktiv nach den Insekten. Diese Methode gilt als „natürliches Ameisenmittel“ und ist rechtlich als solches abgesichert, im Gegensatz zu vielen Hausmitteln[6]. Besonders effektiv ist dies bei Nestern, die tief im Wurzelwerk liegen und mechanisch schwer erreichbar sind.

2. Gießmittel und Granulate

Klassische Insektizide auf Basis von Pyrethrum oder anderen Wirkstoffen sind als Gießmittel erhältlich. Diese Kontaktgifte wirken schnell und stark. Bei der Anwendung im Rasen ist jedoch Vorsicht geboten, da diese Mittel auch andere nützliche Bodenorganismen schädigen können. Granulate, die Zucker enthalten, werden von den Ameisen oft in den Bau getragen. Dies nutzt den Effekt der Trophallaxis (Futterweitergabe): Die Arbeiterinnen füttern die Larven und die Königin mit dem vergifteten Köder[2].

Ein Problem bei der Anwendung auf dem Rasen ist jedoch die Konkurrenz durch natürliche Nahrung. Wenn der Rasen voller Wurzelläuse ist, die frischen Honigtau produzieren, werden die Ameisen künstliche Köder oft ignorieren. Hier empfiehlt es sich, das Granulat in Wasser aufzulösen und als Gießmittel direkt in die Nesteingänge zu bringen[6].

3. Kieselgur (Diatomeenerde)

Ein rein physikalisches Mittel ist Kieselgur. Das feine Pulver aus fossilen Kieselalgen beschädigt die Wachsschicht (Kutikula) der Ameisen, wodurch diese austrocknen. Es wird trocken auf die Laufwege und Nester gestäubt. Der Vorteil: Es bildet sich keine Resistenz. Der Nachteil im Rasen: Sobald es regnet oder der Rasen gesprengt wird, verliert das Pulver seine Wirkung und muss neu ausgebracht werden[6].

Profi-Tipp: Die Kombination macht's

Bei sehr hartnäckigem Befall kann eine Kombination aus Nematoden (für den Untergrund) und Kieselgur (für die Oberflächenwege an trockenen Tagen) den Druck auf die Kolonie so stark erhöhen, dass diese entweder zugrunde geht oder abwandert[6].

Sanfte Methoden: Vergrämen und Umsiedeln

Wer auf das Töten verzichten möchte, kann versuchen, die Ameisen zu vergrämen. Ameisen orientieren sich stark über Duftstoffe (Pheromone). Starke Fremdgerüche können diese Kommunikation stören und die Ameisen dazu bewegen, ihr Nest zu verlegen. Bewährte Mittel sind Lavendelöl, Zimt, Gewürznelken oder Zitronenschalen, die auf den Nestern und Straßen ausgebracht werden[7]. Auch Jauchen aus Wermut oder Brennnessel können helfen. Allerdings erfordert diese Methode Geduld und regelmäßige Wiederholung.

Eine klassische Methode ist die Umsiedlung mittels Blumentopf. Füllen Sie einen Tontopf mit Holzwolle oder Stroh und stülpen Sie ihn über das Nest. Da Ameisen Wärme lieben und die Holzwolle gute Verstecke bietet, zieht das Volk oft mitsamt der Brut in den Topf um. Nach einigen Tagen können Sie den Topf mit einem Spaten aufnehmen und an einen entfernten Ort (mindestens 30 Meter weiter) bringen[5].

Sonderfall: Invasive Superkolonien

In den letzten Jahren breiten sich in Europa zunehmend invasive Ameisenarten aus, wie die Invasive Gartenameise (Lasius neglectus). Diese Arten stellen ein besonderes Problem dar, da sie sogenannte Superkolonien bilden. Dabei kooperieren verschiedene Nester miteinander, anstatt sich zu bekämpfen, was zu riesigen, vernetzten Populationen führt[8].

Bei diesen Arten ist besondere Vorsicht mit Insektiziden geboten. Der Einsatz der „chemischen Keule“ kann dazu führen, dass sich die Kolonie aufspaltet (Budding) und an mehreren Stellen neu formiert, was das Problem verschlimmert[8]. Bemerken Sie, dass Ameisen in extrem hoher Dichte auftreten und sich über große Flächen vernetzen, sollten Sie einen Schädlingsbekämpfer zu Rate ziehen, um die Art bestimmen zu lassen.

Prävention: Den Rasen unattraktiv machen

Die beste Bekämpfung ist die Vorbeugung. Da viele Rasenameisen, wie Lasius flavus, feuchte Bedingungen und Ruhe mögen, kann eine intensive Rasenpflege helfen. Regelmäßiges Mähen und Vertikutieren stört die Ruhe der Kolonie. Da Ameisen sandige Böden für den Nestbau bevorzugen, kann bei Neuanlagen oder Ausbesserungen im Garten (z.B. unter Plattenwegen) Splitt statt Sand verwendet werden, da dieser als Nistmaterial ungeeignet ist[7].

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bekämpfung von Blatt- und Wurzelläusen. Wenn Sie den Ameisen ihre primäre Zuckerquelle entziehen, wird der Standort für sie deutlich unattraktiver. Ein gesunder, vitaler Rasen ist zudem widerstandsfähiger gegen die Grabaktivitäten der Insekten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hilft Backpulver gegen Ameisen im Rasen?

Backpulver ist ein altes Hausmittel, das oft empfohlen wird. Die Ameisen fressen es und sterben qualvoll, da es in ihrem Magen aufquillt. Aus Tierschutzgründen und wegen der geringen Effizienz bei großen Völkern im Freiland ist davon abzuraten. Zudem verändert es den pH-Wert des Bodens, was dem Rasen schaden kann.

Kann ich kochendes Wasser verwenden?

Kochendes Wasser zerstört das Nest und tötet die Ameisen bei Kontakt sofort. Allerdings tötet es auch die Graswurzeln und alle anderen Bodenlebewesen an dieser Stelle ab[5]. Sie haben danach zwar keine Ameisen mehr an dieser Stelle, aber einen toten, braunen Fleck im Rasen. Für Fugen und gepflasterte Wege ist dies jedoch eine praktikable Methode.

Sind Ameisen im Rasen schädlich für den Boden?

Nein, im Gegenteil. Ameisen erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Sie belüften den Boden, fördern die Umschichtung von Nährstoffen und verbreiten Pflanzensamen (Myrmecochorie)[2][9]. Ein Schaden entsteht meist nur optisch durch die Hügel oder durch das Untergraben von Wurzeln, wodurch Gräser vertrocknen können.

Wann ist die beste Zeit zur Bekämpfung?

Die beste Zeit ist das Frühjahr, wenn die Kolonien nach der Winterruhe aktiv werden und beginnen, ihre Nester auszubauen und Brut aufzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Nahrungsbedarf hoch, und Köder werden besser angenommen. Zudem sind die Populationen noch nicht auf ihrem sommerlichen Maximum.

Fazit

Ameisen im Rasen sind ein natürliches Phänomen und zeugen von einem lebendigen Boden. Eine Bekämpfung ist meist nur dann notwendig, wenn die Nutzung des Gartens stark eingeschränkt ist oder Pflanzenschäden überhandnehmen. Bevor zur Chemiekeule gegriffen wird, sollten biologische Methoden wie Nematoden oder das Vergrämen durch Düfte ausprobiert werden. Bedenken Sie immer: Ein völlig ameisenfreier Garten ist weder natürlich noch erstrebenswert. Ein gesundes Gleichgewicht ist das Ziel.

Quellen und Referenzen

  1. M. Felke/G. Karg, Ameisen, Behr's Verlag, Hamburg (aus PDF: 1.6.1 Ameisen)
  2. Dietrich, C. & Steiner, E. (2009): Das Leben unserer Ameisen – ein Überblick. Denisia 25, S. 7-36.
  3. Bayerisches Landesamt für Umwelt (2013): Ameisen (UmweltWissen - Praxis).
  4. Dr. R. Pospischil (2011): Die Rote Rasenameise. DpS 2/2011.
  5. Bayerisches Landesamt für Umwelt, Ameisen im Haus und Garten, 2013.
  6. Übersicht: Welches Ameisenmittel passt zu deinem Fall? (aus PDF: Übersicht Ameisenmittel)
  7. Verbraucherzentrale Sachsen: Tipps zur umweltfreundlichen Vorbeugung und Vertreibung von Ameisen.
  8. Cremer, S. et al. (2008): Invasive Ameisen in Europa: Wie sie sich ausbreiten und die heimische Fauna verändern. Rundgespräche Forum Ökologie, Bd. 46.
  9. Grokipedia: Ameise - Ökologische Bedeutung und Lebensweise (Stand 2026).

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