Holzwurm bekämpfen: erst prüfen, ob der Befall aktiv ist
Löcher im Holz und feines Bohrmehl sind noch kein Beweis für einen aktiven Befall. Bohrmehl rieselt oft noch Jahre nach dem Ende eines Befalls aus alten Gängen. Bevor du ein Mittel einsetzt, solltest du klären, ob lebende Larven im Holz fressen und um welchen Schädling es sich handelt. Einen Überblick über die Möglichkeiten gibt der Ratgeber Mittel gegen Holzwurm.
Ursachen: Warum Holz befallen wird
Den Schaden machen die Larven, die sich über ein bis drei Jahre im Holz entwickeln. Der Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum), der im Alltag meist „Holzwurm“ heißt, bevorzugt Holz mit höherer Feuchte, etwa in kühlen Kellern, schlecht belüfteten Räumen und alten Möbeln. Trockenes Holz in beheizten Räumen ist deutlich weniger gefährdet. Wie die Tiere ins Haus gelangen, beschreibt der Beitrag Wie kommt der Holzwurm ins Haus?. Die Entwicklungsstadien erklärt der Artikel Holzwurm-Stadien, die Frage der Ausbreitung der Beitrag Holzwurm: Übertragung auf andere Möbel.
Aktiv oder alt? So erkennst du den Befall
- Frisches Bohrmehl: hell und locker unter den Löchern, oft als kleines Häufchen
- Helle Ränder an den Löchern: sprechen für neue Ausfluglöcher, dunkle Löcher ohne neues Mehl eher für einen alten Befall
- Kontrolle in der Flugzeit: Sauge die Stelle ab, markiere die Löcher oder verschließe sie mit etwas Wachs und achte von Ende Mai bis Juli auf neue Löcher
Weitere Anzeichen sammelt der Beitrag Holzwurm-Larven erkennen.
Holzwurm, Hausbock oder Doppelgänger?
Kreisrunde Löcher von 1 bis 2 mm sprechen für den Nagekäfer. Ovale Löcher von etwa 5 bis 10 mm in Nadelholz, vor allem im Dachstuhl, deuten auf den Hausbock (Hylotrupes bajulus). Er frisst im Splint von Nadelholz und kann tragende Teile schwächen. Sind Balken, Fachwerk oder Dachstuhl betroffen, behandle das Holz großflächig mit Holzschutzmittel und lass bei starkem Schaden die tragenden Bauteile statisch prüfen. Die Behandlung tragender Bauteile erfolgt nach DIN 68800. Ein Spray von außen erreicht die Larven tief im Balken nicht zuverlässig.
Bekämpfungsstrategie für Möbel und kleinere Holzteile
Spray oder Holzschutzmittel: welches Mittel wann?
- Auftragen auf rohes Holz: Das Holzwurm-Ex-Spray enthält 0,22 % Permethrin und ist für Holzwürmer, Hausbock und Splintholzkäfer vorgesehen. Laut Produktdaten trägst du je nach Befallsstärke 125 bis 250 g pro m² auf, wahlweise per Sprühen oder mit dem Pinsel, und wiederholst die Behandlung ein- bis zweimal. Vorher reinigst du das Holz von Staub und Insektenkot.
- Kontaktspray für Oberfläche und Ausfluglöcher: Das Holzwurm Spray enthält Pyrethrum-Extrakt, Geraniol und Zitroneneukalyptusöl. Es ist für Holzbock, Hausbock und Nagekäfer vorgesehen und eignet sich für Oberflächen, Ritzen und Ausfluglöcher.
Bei tragenden Teilen kombinierst du beide Produkte mit einer statischen Prüfung. Entferne vor dem Auftragen Farbe, Beize und Wachs, sonst dringt das Mittel nicht ein.
Kälte, Hitze und Hausmittel
Kleine Stücke lassen sich luftdicht verpackt in der Gefriertruhe behandeln, wertvolle Antiquitäten behandelst du mit Kälte und kontrollierst sie danach über mehrere Wochen. Hitze erreicht die Larven nur, wenn das Holz im Kern ausreichend erwärmt wird, das gelingt nur mit Temperaturmessung. Wie weit ein Föhn kommt, zeigt der Beitrag Holzwurm mit dem Föhn bekämpfen. Was Essig, Leinöl und andere Hausmittel leisten, beschreiben die Beiträge Hausmittel gegen Holzwurm und Leinöl gegen Holzwurm. Sie wirken meist nur an der Oberfläche, die Larven fressen im Inneren.
Möbel behandeln oder Balken prüfen
Antike Möbel, Rahmen und Schnitzereien behandelst du mit Kälte oder Holzschutzmittel und kontrollierst sie über mehrere Wochen, bei Dachbalken und Fachwerk lässt du zuerst prüfen, ob tragende Bauteile betroffen sind. Ein starker Befall, unklare Lochformen oder Löcher in tragenden Bauteilen sind dafür ein klares Signal. Für Gartenhaus, Terrasse oder Kaminholz gelten andere Regeln, weil dort Feuchte, Rinde und Außenluft eine Rolle spielen.
Vorbeugen und kontrollieren
- Holz trocken halten und kühle Räume lüften
- Möbel trocken lagern, nicht direkt an feuchten Außenwänden
- Befallene Stücke von anderen Möbeln trennen, bis die Behandlung abgeschlossen ist
- In den folgenden Jahren jeweils zur Flugzeit auf neue Löcher achten
- Kaminholz im Sommer draußen lagern, nicht im Wohnraum
Gartenhaus und Holzschuppen sind ein eigenes Thema, mehr dazu im Beitrag Holzwurm im Gartenhaus.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.