Stinkwanzen gehören zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Sie sind Pflanzensauger, die für ihren schildförmigen Körper und ihre namensgebende Fähigkeit bekannt sind, bei Gefahr ein übelriechendes Sekret aus speziellen Stinkdrüsen abzusondern.
Wie sehen Stinkwanzen aus?
Die Tiere haben einen charakteristischen, schildförmigen Körperbau und sechs Beine. In Deutschland begegnet man am häufigsten der grünen Stinkwanze (Palomena prasina) oder der braun marmorierten Baumwanze. Sie werden meist zwischen 12 und 17 mm groß.
Wie bekommt man Stinkwanzen am besten wieder los?
Zur aktiven Abwehr bieten wir wirksame Repellents und Barriere-Sprays an. Diese verhindern das Eindringen in die Wohnung. Einzelne Tiere sollten nicht zerquetscht, sondern vorsichtig mit einem Glas und Papier nach draußen befördert oder mit einem speziellen Insektenspray behandelt werden.
Was tötet Stinkwanzen sofort ab?
Für eine unmittelbare Wirkung eignen sich unsere SOS-Sprays auf Basis von Kontaktwirkstoffen wie Geraniol. Diese Sprays wirken direkt auf das Nervensystem oder die Atemwege der Insekten und stoppen sie innerhalb kürzester Zeit.
Beißen Stinkwanzen den Menschen?
Nein, Stinkwanzen beißen oder stechen keine Menschen oder Haustiere. Sie besitzen einen Rüssel, der rein zum Saugen von Pflanzensäften konzipiert ist. Sie sind für den Menschen physisch völlig harmlos.
Was lockt Stinkwanzen an?
Besonders im Herbst werden die Tiere von Lichtquellen und der Wärme von Hausfassaden angezogen. Auch bestimmte Wirtspflanzen im Garten, wie Beerensträucher oder Obstbäume, wirken anziehend.
Wo verstecken sich Stinkwanzen in der Wohnung?
Sobald sie im Haus sind, suchen sie dunkle, geschützte Orte für die Überwinterung. Häufig findet man sie in Fensterfalzen, hinter Vorhängen, in Dielenritzen oder hinter Schränken.
Was fressen Stinkwanzen und wovon ernähren sie sich?
Stinkwanzen ernähren sich rein vegetarisch von Pflanzensäften. Sie saugen an Blättern, Stängeln und Früchten von Obst- und Gemüsepflanzen sowie Ziersträuchern.
Wie lange leben Stinkwanzen?
Die Lebensdauer beträgt meist etwa ein Jahr. Die adulten Tiere schlüpfen im Frühsommer, pflanzen sich fort und suchen im späten Herbst ein Winterquartier, um im nächsten Frühjahr erneut Eier abzulegen.
Wie riechen Stinkwanzen?
Der Geruch wird oft als stechend, metallisch oder ähnlich wie extrem konzentrierter Koriander beschrieben. Das Sekret dient der Abschreckung von Fressfeinden und wird bei Stress oder Bedrohung freigesetzt.
Wo legen Stinkwanzen ihre Eier ab?
Die Weibchen legen ihre Eier meist in Gruppen von 20 bis 30 Stück auf den Unterseiten von Blättern ab. So sind die Larven nach dem Schlüpfen direkt an ihrer Nahrungsquelle geschützt.
Warum gibt es plötzlich so viele Stinkwanzen?
Milde Winter und heiße Sommer begünstigen die Vermehrung. Zudem breiten sich invasive Arten wie die Marmorierte Baumwanze aus, die in Europa kaum natürliche Feinde haben und sich deshalb massenhaft vermehren können.
Wie gefährlich ist die Stinkwanze?
Die Wanzen sind weder giftig noch übertragen sie Krankheiten auf Menschen. Der Schaden ist rein ästhetischer Natur (Geruch) oder betrifft die Landwirtschaft und den Gartenbau durch Fraßschäden an Früchten.
Wann ist die Zeit für Stinkwanzen?
Die Hauptsaison für Begegnungen im Haus ist der Spätsommer bis Spätherbst (September bis November), wenn die Tiere aktiv nach warmen Plätzen für die Überwinterung suchen.
Was sollte man bei Stinkwanzen auf keinen Fall tun?
Man sollte sie auf keinen Fall zerquetschen. Dabei wird schlagartig das gesamte Stinksekret freigesetzt, dessen Geruch sich hartnäckig in Textilien und auf Oberflächen hält und zudem weitere Wanzen anlocken kann.
Gemeinsam vereinen wir biologisches Fachwissen mit technischer Präzision. Patricia Titz ist geprüfte Expertin für Pflanzenschutz (§ 9 PflSchG) und verantwortet die wissenschaftlich fundierte Wirkstoff-Entwicklung bei Silberkraft. Philipp Silbernagel bringt als TÜV-zertifizierter Sachverständiger für Schimmelpilzschäden und Ingenieur die nötige bauliche Expertise ein, um Ursachen ganzheitlich zu bekämpfen. Unser gemeinsames Ziel: Produkte zu entwickeln, die keine Kompromisse bei der Wirksamkeit machen, aber Mensch, Tier und Umwelt stets verantwortungsbewusst im Blick behalten.
Stinkwanzen: Biologische Hintergründe und wissenschaftlich fundierte Abwehrstrategien
Stinkwanzen, biologisch als Pentatomidae bezeichnet, gehören zur Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera) und sind weltweit mit tausenden Arten vertreten. Während die heimische Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) seit jeher Teil unseres Ökosystems ist, sorgt vor allem die invasive Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) seit einigen Jahren für massive Probleme in Landwirtschaft und Privathaushalten. Ihr markantes Merkmal ist der schildförmige Körper mit einem auffälligen, dreieckigen Rückenschild (Scutellum).
Das Phänomen der „Home Invasion“: Warum Wanzen Gebäude aufsuchen
Das massenhafte Auftreten von Stinkwanzen an Hauswänden und in Wohnräumen ist kein Zufall, sondern ein biologisch gesteuertes Verhalten zur Überlebenssicherung. Wissenschaftliche Untersuchungen zum Invasionsverhalten zeigen, dass die Tiere im Herbst gezielt nach geschützten Orten für ihre Überwinterung (Diapause) suchen.
Thermische Attraktivität: Stinkwanzen bevorzugen für ihre Ansammlungen sonnenexponierte Fassaden, die Wärme speichern.
Phototaxis und Lichtquellen: Die Tiere reagieren stark auf Lichtreize. In den Abendstunden fungieren beleuchtete Fenster als Orientierungspunkte, die den Weg ins Innere ebnen.
Aggregation durch Pheromone: Haben die ersten „Kundschafter“ einen geeigneten Platz in Fensterfalzen oder Mauerritzen gefunden, setzen sie Aggregationspheromone frei. Diese chemischen Signale locken weitere Artgenossen an, was zu den typischen Massenansammlungen führt.
Ökologische Komplexität: Die Wanze als „Wegbereiter“
Ein oft übersehener Aspekt der Stinkwanzen-Biologie ist ihr Einfluss auf andere Insekten. Aktuelle Studien belegen, dass die Marmorierte Baumwanze als eine Art ökologischer „Türöffner“ fungiert. Durch ihre spezialisierten Mundwerkzeuge durchstechen sie die Oberflächen von Pflanzen und Früchten, um an das nahrhafte Phloem (Pflanzensaft) zu gelangen.
Wissenschaftler konnten beobachten, dass diese Einstichstellen wertvolle Exsudate (Pflanzensäfte) freisetzen, die wiederum anderen Insekten wie europäischen Wespen und Ameisen als leicht zugängliche Nahrungsquelle dienen. Ein Befall mit Stinkwanzen im Garten kann somit indirekt die Aktivität von Wespen an Deinen Pflanzen erhöhen.
Die Wissenschaft der Abwehr: Repellents statt Gift
Bei der Bekämpfung von Stinkwanzen ist ein strategisches Vorgehen entscheidend, da das einfache Zerquetschen der Tiere aufgrund ihrer chemischen Verteidigungsstrategie kontraproduktiv ist. In ihren Stinkdrüsen produzieren sie flüchtige Sekrete (Aldehyde), die nicht nur extrem unangenehm riechen, sondern bei Artgenossen als Alarm-Pheromon wirken können.
Die Wirksamkeit ätherischer Öle
Forschungsergebnisse zur räumlichen Abwehr zeigen, dass bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe als hocheffektive Repellents fungieren können. In Tests erwiesen sich verschiedene ätherische Öle als besonders wirksam, um die Ansiedlung von Halyomorpha halys zu verhindern:
Geraniol und Nelkenöl: Diese Wirkstoffe stören die chemischen Rezeptoren der Wanzen und erzeugen eine Meide-Reaktion auf den behandelten Oberflächen.
Duftbarrieren: Im Gegensatz zu Kontaktgiften setzen moderne Silberkraft-Lösungen auf dieses Prinzip der Fernhaltung. Durch das Behandeln von Eintrittspforten wie Fensterrahmen mit entsprechenden Repellents wird das Haus für die Insekten „unattraktiv“, ohne den Naturhaushalt unnötig zu belasten.
Management und Prävention im Haushalt
Um eine Invasion im Herbst erfolgreich abzuwehren, empfiehlt sich ein mehrstufiges, rechtskonformes System:
Mechanische Barrieren: Fliegengitter sind die erste Verteidigungslinie. Da Baumwanzen jedoch sehr flach sind und sich durch kleinste Spalten in Fensterrahmen drücken können, sollten diese zusätzlich mit Barriere-Sprays geschützt werden.
Umgang mit Einzeltieren: Sollten Tiere ins Haus gelangt sein, ist das vorsichtige Absammeln oder der Einsatz von speziellen SOS-Sprays auf Basis von Kontaktwirkstoffen wie Geraniol ratsam. Dies unterbindet die Freisetzung der Stinksekrete effektiver als mechanische Reize.
Lichtmanagement: Durch das Reduzieren von Außenbeleuchtung während der Haupt-Invasionsphase im September und Oktober kann die Anziehungskraft des Gebäudes auf die Insekten deutlich gemindert werden.