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Ameisen Biss: Symptome und Behandlung
gennaio 10, 2026 Patricia Titz

Ameisen Biss: Symptome und Behandlung

Ein entspannter Nachmittag im Garten, ein Picknick auf der Wiese oder das Unkrautjäten im Blumenbeet – und plötzlich spüren Sie einen stechenden, brennenden Schmerz am Bein. Der erste Reflex ist meist ein hektisches Abklopfen, gefolgt von der Entdeckung kleiner, krabbelnder Verursacher: Ameisen. Doch was genau ist gerade passiert? Haben die Ameisen gebissen oder gestochen? Während wir im Volksmund meist pauschal vom "Ameisenbiss" sprechen, ist die biologische Realität oft komplexer und unterscheidet sich je nach Ameisenart erheblich. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Symptome, die richtige Behandlung und wie Sie den Unterschied zwischen einem harmlosen Säureangriff und einem echten Giftstachel erkennen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Biss oder Stich: Nicht alle Ameisen beißen nur. Arten wie die Rote Gartenameise (*Myrmica rubra*) besitzen einen funktionstüchtigen Giftstachel.
  • Symptome: Typisch sind Rötungen, Juckreiz, Brennen und bei manchen Arten die Bildung kleiner Pusteln.
  • Ameisensäure: Schuppenameisen (z. B. Waldameisen) beißen eine Wunde und sprühen anschließend Ameisensäure hinein, was stark brennt.
  • Behandlung: Kühlen, Desinfizieren und bei Bedarf juckreizstillende Gele helfen meist sofort. Hitzebehandlung kann bei bestimmten Giftarten Linderung verschaffen.
  • Allergien: In seltenen Fällen können Ameisengifte allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auslösen.
  • Prävention: Festes Schuhwerk und das Vermeiden von Nestern sind der beste Schutz.

Biologische Hintergründe: Beißen oder Stechen?

Um die Symptome und die Schmerzintensität zu verstehen, muss man zunächst wissen, wie Ameisen sich verteidigen. Ameisen gehören zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera), genau wie Wespen und Bienen[1]. Evolutionär betrachtet besaßen die Vorfahren der heutigen Ameisen einen Legebohrer, der sich im Laufe der Zeit bei vielen Arten zu einem Wehrstachel umgebildet hat. Doch nicht alle heute lebenden Ameisen haben diesen Stachel behalten.

Die Knotenameisen (Myrmicinae) – Die echten "Stecher"

In Mitteleuropa und weltweit gibt es eine große Gruppe von Ameisen, die sogenannten Knotenameisen (Myrmicinae). Zu ihnen gehören bekannte Arten wie die Rote Gartenameise (Myrmica rubra) oder die Rasenameisen (Tetramorium). Diese Arten verfügen über einen voll funktionsfähigen Giftstachel am Hinterleib[2]. Der Angriff erfolgt in zwei Phasen: Zuerst verbeißt sich die Ameise mit ihren kräftigen Kieferzangen (Mandibeln) in der Haut des Opfers, um Halt zu finden. Anschließend krümmt sie ihren Hinterleib nach vorne und sticht mit dem Stachel zu, wobei sie ein Gift injiziert[3]. Das Gift dieser Arten ist oft proteinbasiert und verursacht Schmerzen, die denen eines Brennnesselkontakts ähneln, aber deutlich länger anhalten können.

Die Schuppenameisen (Formicinae) – Die Säuresprüher

Im Gegensatz dazu haben die Schuppenameisen, zu denen die bekannten Waldameisen (Formica) und die im Haus oft lästige Schwarze Wegameise (Lasius niger) gehören, ihren Stachel im Laufe der Evolution weitgehend zurückgebildet[4]. Sie können physisch nicht stechen. Stattdessen verfügen sie über eine Giftdrüse, die hochkonzentrierte Ameisensäure produziert (bei Waldameisen bis zu 70% Konzentration)[5]. Ihr Angriffsmodus unterscheidet sich deutlich: Sie beißen mit ihren Mandibeln eine kleine Wunde in die Haut und biegen dann ihren Hinterleib nach vorne, um die Säure direkt in den Riss zu spritzen. Dies verursacht das typische, sofort einsetzende Brennen.

Wussten Sie schon?

Die weit verbreitete Schwarze Wegameise (Lasius niger), die oft auf Terrassen und in Küchen zu finden ist, kann die menschliche Haut mit ihren Kiefern meist gar nicht durchdringen. Ein "Biss" ist hier oft nur ein leichtes Zwicken ohne Folgen, es sei denn, die Haut ist an dieser Stelle besonders dünn oder bereits verletzt[6].

Symptome nach Ameisenkontakt

Die Symptome variieren stark, abhängig von der Ameisenart und der individuellen Empfindlichkeit des Betroffenen. Während die meisten heimischen Arten nur kurzzeitige Irritationen auslösen, können invasive Arten oder eine Vielzahl von Stichen zu stärkeren Reaktionen führen.

1. Der Schmerz

Bei einem Säureangriff (z.B. durch Waldameisen) tritt der Schmerz sofort ein, lässt aber meist nach wenigen Minuten nach, sobald die Säure verdünnt oder abgewaschen ist. Der Stich einer Knotenameise wie Myrmica rubra hingegen wird oft als brennend und langanhaltender beschrieben. In den USA wird der Stich der importierten Roten Feuerameise (Solenopsis invicta) oft mit dem Gefühl verglichen, als würde man mit einem brennenden Streichholz berührt werden[7].

2. Hautreaktionen

  • Rötung (Erythem): Fast immer bildet sich um die Einstich- oder Bissstelle eine rote Zone (Quaddel), die auch als "Flare" bezeichnet wird.
  • Schwellung (Ödem): Lokale Schwellungen sind normal und können einige Stunden bis Tage anhalten.
  • Pustelbildung: Besonders bei Stichen durch Knotenameisen (und extrem bei Feuerameisen) kann sich nach 24 Stunden eine kleine, mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllte Pustel bilden. Dies ist eine Reaktion auf die im Gift enthaltenen Alkaloide oder Proteine[8].
  • Juckreiz: Dies ist oft das lästigste Symptom, das noch Tage nach dem eigentlichen Stich auftreten kann.

3. Systemische Reaktionen (Allergie)

Obwohl seltener als bei Bienen oder Wespen, können auch Ameisengifte Allergien auslösen. Das Gift enthält verschiedene Proteine, die bei sensibilisierten Personen zu einer Anaphylaxie führen können. Symptome hierfür sind Atemnot, Schwindel, Kreislaufprobleme oder Schwellungen weit außerhalb der Stichstelle (z.B. im Gesicht). In solchen Fällen ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig[9].

Die "Übeltäter": Welche Ameisen stechen in Deutschland?

Es ist hilfreich zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Hier sind die häufigsten Verursacher von schmerzhaften Begegnungen in Deutschland:

Die Rote Gartenameise (Myrmica rubra)

Diese Art ist weit verbreitet in Gärten, Wiesen und Parks. Sie ist aggressiv und zögert nicht, ihren Stachel einzusetzen, wenn ihr Nest gestört wird. Ihre Kolonien befinden sich oft unter Steinen, im Moos oder im Gras. Der Stich ist deutlich spürbar und kann bei Kindern oder empfindlichen Personen zu tagelangem Juckreiz führen[10].

Die Rote Waldameise (Formica rufa)

Sie ist bekannt für ihre großen Hügelbauten aus Nadeln und Zweigen. Sie besitzt keinen Stachel, kann aber Ameisensäure über Distanzen verspritzen. Wenn sie beißt, ist das mechanisch spürbar, aber der eigentliche Schmerz entsteht durch die Säure in der Wunde. Waldameisen stehen unter Naturschutz und sind nützliche Schädlingsbekämpfer[11].

Invasive Arten

Durch den globalen Handel gelangen immer wieder invasive Arten nach Europa. Ein Beispiel ist die Lasius neglectus (Invasive Gartenameise), die zwar keine aggressiven Stiche wie Feuerameisen verteilt, aber durch ihre riesigen Superkolonien und schiere Masse Probleme bereitet. Die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta), die für ihre extrem schmerzhaften Stiche und allergischen Reaktionen bekannt ist, ist in Deutschland noch nicht flächendeckend etabliert, wird aber in Südeuropa bereits bekämpft[12].

Erste Hilfe und Behandlung

Haben die Ameisen zugeschlagen, ist schnelles Handeln gefragt, um Schmerz und Schwellung zu minimieren.

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Entfernen: Wischen Sie die Ameisen sofort von der Haut. Da sich viele Arten erst festbeißen, bevor sie stechen, kann schnelles Abstreifen den Stich verhindern.
  2. Reinigen: Waschen Sie die betroffene Stelle mit Wasser und Seife. Dies entfernt Ameisensäure und reduziert die Infektionsgefahr.
  3. Desinfizieren: Nutzen Sie ein handelsübliches Desinfektionsspray, besonders wenn gekratzt wurde.
  4. Kühlen: Ein Kühlpack oder kaltes Wasser lindert den Schmerz und reduziert die Schwellung.
  5. Hitze (Optional): Bei Stichen durch giftige Arten kann ein elektronischer Stichheiler helfen, wenn er sofort angewendet wird. Die Hitze kann bestimmte Proteine im Gift zersetzen.

Hausmittel und Medikamente

Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika-Gele aus der Apotheke. Auch Cremes mit Hydrocortison können bei stärkeren Entzündungsreaktionen lindernd wirken. Als Hausmittel hat sich der Saft einer Zwiebel oder Essigumschläge bewährt, da diese kühlend und leicht desinfizierend wirken. Wichtig: Kratzen Sie die Pusteln nicht auf, da dies zu Sekundärinfektionen durch Bakterien führen kann.

Gesundheitsrisiken durch Hygiene-Schädlinge

Neben dem direkten Schmerz durch Bisse und Stiche gibt es ein weiteres Gesundheitsrisiko, das oft unterschätzt wird: die Übertragung von Krankheitserregern. Dies betrifft vor allem die Pharaoameise (Monomorium pharaonis). Diese winzige, bernsteingelbe Ameise nistet sich gerne in Gebäuden, Krankenhäusern und Großküchen ein[13].

Da Pharaoameisen sowohl Abfälle und Wundsekrete als auch sterile medizinische Geräte oder Lebensmittel anlaufen, können sie gefährliche Keime wie Salmonellen, Streptokokken oder Pseudomonas aeruginosa übertragen. In Krankenhäusern stellen sie daher ein ernsthaftes Hygienerisiko dar. Ein Biss ist bei diesen winzigen Tieren (ca. 2mm) für den Menschen kaum spürbar, aber die Kontamination von Lebensmitteln oder Wunden wiegt schwerer[14].

Warnung bei Pharaoameisen

Bekämpfen Sie Pharaoameisen niemals mit herkömmlichen Sprays! Dies führt oft dazu, dass die Kolonie "ersatzweise" neue Königinnen produziert und sich das Nest aufspaltet (Zweignestbildung), was den Befall im ganzen Haus verteilt. Hier sind spezielle Fraßköder notwendig[15].

Prävention: Ameisenbisse vermeiden

Die beste Behandlung ist, gar nicht erst gebissen zu werden. Besonders im Garten oder beim Wandern lassen sich Konflikte oft vermeiden.

  • Achtsamkeit: Achten Sie darauf, wo Sie sich hinsetzen oder hinstellen. Ameisenstraßen und Nester (kleine Erdhügel im Rasen oder unter Platten) sollten gemieden werden.
  • Kleidung: Geschlossene Schuhe und lange Hosen bieten Schutz, besonders in hohem Gras.
  • Nahrungsmittel abdecken: Süße Speisen und Getränke locken Ameisen an. Verschlossene Behälter verhindern, dass Sie beim Essen versehentlich eine Ameise in den Mund bekommen.
  • Duftbarrieren: Ameisen orientieren sich stark an Gerüchen. Bestimmte ätherische Öle wie Lavendel, Eukalyptus oder Zitrone können Ameisen vertreiben oder fernhalten, ohne sie zu töten[16].

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Ameisenbisse in Deutschland gefährlich?

Für gesunde Menschen sind sie in der Regel ungefährlich und heilen von selbst ab. Gefahr besteht primär für Allergiker, die auf das Gift reagieren, oder bei massenhaften Stichen bei Kleinkindern.

Warum juckt der Stich so lange?

Das injizierte Gift (bei Knotenameisen) oder die Säure (bei Schuppenameisen) verursacht eine lokale Gewebereizung und Entzündung. Der Körper schüttet Histamine aus, was den Juckreiz verursacht. Bei manchen Arten kann dies mehrere Tage anhalten.

Kann ich Ameisenbisse mit Hausmitteln behandeln?

Ja, Kühlen ist das effektivste Mittel. Auch eine aufgeschnittene Zwiebel oder ein Umschlag mit Essigwasser (neutralisiert bei Säureangriffen bedingt, desinfiziert und kühlt) können Linderung verschaffen.

Was ist die gefährlichste Ameise der Welt?

Oft wird die 24-Stunden-Ameise (Paraponera clavata) aus Südamerika genannt. Ihr Stich verursacht extremste Schmerzen, die 24 Stunden anhalten. In Europa müssen wir uns darüber jedoch keine Sorgen machen[17].

Fazit

Ameisen sind faszinierende und nützliche Lebewesen, die für unser Ökosystem unverzichtbar sind – sei es als Bodenverbesserer, Samenverbreiter oder Gesundheitspolizei im Wald. Dennoch können Begegnungen mit ihnen schmerzhaft sein. Das Wissen darüber, ob es sich um einen Säureangriff oder einen Giftstich handelt, hilft bei der Einordnung des Schmerzes, ändert aber wenig an der Erstversorgung: Kühlen, Reinigen und nicht Kratzen. Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich die meisten schmerzhaften Zusammentreffen vermeiden, sodass Mensch und Ameise friedlich koexistieren können.

Quellen und Referenzen

  1. Grokipedia, "Ameise - Taxonomie und Systematik", 2025
  2. Behr's Verlag, Schädlingsbekämpfung: "Die Rote Rasenameise (Myrmica rubra)", Dr. R. Pospischil, DpS 2/2011
  3. Dietrich & Steiner, "Das Leben unserer Ameisen – ein Überblick", Biologiezentrum Linz, 2009
  4. Wikipedia, "Ameisen - Merkmale und Verteidigung", Abruf 2025
  5. Grokipedia, "Ameise - Defense Strategies", 2025
  6. Behr's Verlag, "Steckbriefe der wichtigsten Ameisenarten: Schwarzgraue Wegameise", 2021
  7. SWR2 Wissen: Aula, "Ameisen – Welteroberer und Wunderwesen", Interview mit Susanne Foitzik, 2021
  8. Grokipedia, "Ameise - As Pests and Agricultural Impacts", 2025
  9. Behr's Verlag, "Pharaoameise - Schädlichkeit", 2021
  10. Behr's Verlag, "Die Rote Rasenameise - Lebensweise", Dr. R. Pospischil, 2011
  11. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), "Ameisen - UmweltWissen Praxis", 2013
  12. Cremer, Sylvia, "Invasive Ameisen in Europa", Rundgespräche Forum Ökologie, 2017
  13. Behr's Verlag, "Monitoring bei Ameisen", W. Heeschen
  14. Behr's Verlag, "Pharaoameise - Krankheitsüberträger", 2021
  15. Behr's Verlag, "Bekämpfung von Pharaoameisen", 2021
  16. Bayerisches Landesamt für Umwelt, "Ameisen im Garten - Vergrämen", 2013
  17. Grokipedia, "Ameise - In Science and Technology (Venoms)", 2025

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