Trompetenblume âCampsis radicans
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Taxonomische Klassifikation
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Lamiales (Lamiales)
Familie
Bignoniaceae
Gattung
Campsis
Art
Campsis radicans
Wissenschaftlicher Name:
Campsis radicans (L.) Bureau
Akzeptierter Name
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Einleitung
Die **Trompetenblume** (*Campsis radicans*) ist eine laubabwerfende, verholzende Kletterpflanze aus der Familie der TrompetenbaumgewĂ€chse (Bignoniaceae), deren natĂŒrliches Verbreitungsgebiet das östliche Nordamerika umfasst.[1] Sie klettert mithilfe von Luftwurzeln und bildet auffĂ€llige, röhrenförmige BlĂŒten, die primĂ€r an die BestĂ€ubung durch Kolibris angepasst sind. Aufgrund ihres schnellen Wachstums und der starken AuslĂ€uferbildung wird die Art in einigen Gebieten als invasiv eingestuft, obwohl sie hĂ€ufig als Zierpflanze kultiviert wird.[2][3] Der Kontakt mit dem Pflanzensaft kann eine Dermatitis auslösen, weshalb sie im englischen Sprachraum auch als âCow-itch vineâ bezeichnet wird.[1][4]
Fakten (kompakt)
- Die unpaarig gefiederten LaubblĂ€tter setzen sich spezifisch aus 7 bis 11 elliptischen bis lĂ€nglichen FiederblĂ€ttchen zusammen.[10] - Die BlĂŒtenstĂ€nde bilden Cluster aus 4 bis 12 EinzelblĂŒten, die jeweils eine LĂ€nge von 1 bis 3 Zoll (ca. 2,5 bis 7,5 cm) erreichen.[10] - Die Gattung *Campsis* umfasst weltweit nur zwei Arten: *C. radicans* und die in Ostasien beheimatete *Campsis grandiflora*. - Historisch wurde die Art von der Gattung *Bignonia* abgegrenzt, da *Bignonia*-Spezies Blattranken nutzen, wĂ€hrend *Campsis* Luftwurzeln einsetzt.[10] - Eine gelb blĂŒhende Form wurde 1926 taxonomisch als *Campsis radicans* f. *flava* (Bosse) Rehder beschrieben. - FĂŒr die generative Vermehrung benötigen die Samen eine Phase der Kaltstratifikation. - Die Kultivierung der Art ist ĂŒber ein breites Klimaspektrum in den USDA-WinterhĂ€rtezonen 4a bis 10b möglich. - Taxonomisch wird die Art der Ordnung der LippenblĂŒtlerartigen (Lamiales) und dem Phylum Streptophyta zugeordnet.[10]
Name & Einordnung
Der heute akzeptierte wissenschaftliche Name *Campsis radicans* (L.) Seem. ex Bureau wurde 1864 durch Ădouard Bureau in seiner Monographie ĂŒber die Bignoniaceae etabliert. Dieser basiert auf dem Basionym *Bignonia radicans*, welches Carl von LinnĂ© 1753 in *Species Plantarum* anhand von Exemplaren aus Virginia beschrieb. Augustin Pyramus de Candolle ordnete die Art 1845 vorĂŒbergehend der Gattung *Tecoma* als *Tecoma radicans* (L.) DC. zu, bevor sie aufgrund morphologischer Unterschiede separiert wurde. Zu den weiteren Synonymen zĂ€hlen *Gelsemium radicans* (L.) Kuntze sowie *Tecoma radicans var. major* Paul.[5] Der Gattungsname *Campsis* entstammt dem griechischen Wort *kampsis* (Biegung) und bezieht sich auf die gekrĂŒmmten StaubblĂ€tter der BlĂŒten. Das Artepitheton *radicans* kommt aus dem Lateinischen (âwurzelndâ) und beschreibt die FĂ€higkeit der Pflanze, mittels Luftwurzeln zu klettern. Im englischen Sprachraum sind Trivialnamen wie âTrumpet vineâ oder âTrumpet creeperâ verbreitet, die auf die BlĂŒtenform anspielen. Regionale Bezeichnungen wie âCow-itch vineâ verweisen auf Hautreizungen durch den Pflanzensaft, wĂ€hrend âDevil's shoestringâ das aggressive, strickartige Wachstum umschreibt.[1] Eine 1926 beschriebene gelbblĂŒhende Form, *Campsis radicans* f. *flava*, wird in der aktuellen Taxonomie als Synonym der Art behandelt.[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
*Campsis radicans* ist eine sommergrĂŒne, verholzende Kletterpflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 12 Metern erreicht und dichte BestĂ€nde bildet.[1][3] Die dicken StĂ€mme besitzen eine im Alter hellbraune, schuppig abblĂ€tternde Rinde, wĂ€hrend junge Triebe rötlich gefĂ€rbt sind.[6][2] An den Knotenpunkten der Zweige befinden sich charakteristische, U-förmige Blattnarben.[6] Die Pflanze klettert mithilfe von Luftwurzeln, die entlang der StĂ€mme gebildet werden, an BĂ€umen oder Strukturen empor.[1][2] Die gegenstĂ€ndig angeordneten LaubblĂ€tter sind unpaarig gefiedert und erreichen eine GesamtlĂ€nge von 15 bis 35 cm.[1][6] Jedes Blatt besteht aus 7 bis 11 (selten bis 13) eiförmigen bis elliptischen FiederblĂ€ttchen mit grob gesĂ€gten RĂ€ndern.[1] Die BlĂ€ttchen sind 5 bis 10 cm lang, oberseits dunkelgrĂŒn glĂ€nzend und unterseits heller sowie meist kahl oder leicht behaart.[6][1] Die trompetenförmigen BlĂŒten stehen in endstĂ€ndigen BĂŒscheln von 2 bis 10 Exemplaren zusammen.[1][2] Die 6 bis 10 cm lange BlĂŒtenkrone ist auĂen orangerot und weist im Inneren gelbliche Streifen oder Leisten auf.[1][6] Die StaubblĂ€tter befinden sich innerhalb der Kronröhre, und der Kelch besitzt 5 bis 8 mm lange, linear-lanzettliche Zipfel. Als FrĂŒchte werden 10 bis 15 cm lange, bohnenartige Kapseln gebildet, die bei Reife in zwei Klappen aufspringen. Diese enthalten zahlreiche, etwa 15 mm lange Samen, die mit zwei membranartigen FlĂŒgeln fĂŒr die Windausbreitung ausgestattet sind.[1]
Bedeutung, SchÀden & PrÀvention
Die ökologische und ökonomische Bedeutung von *Campsis radicans* ist ambivalent, da die Art sowohl als wertvolle Zierpflanze fĂŒr BestĂ€uber als auch als potenzieller LĂ€stling oder invasive Spezies auftritt.[1][6] Im nativen Verbreitungsgebiet fungiert sie als wichtige Nahrungsquelle fĂŒr Kolibris und Bienen sowie als Wirtspflanze fĂŒr die Larven des SchwĂ€rmers *Paratrea plebeja*.[2][7] Ein erhebliches Schadpotenzial ergibt sich jedoch aus dem aggressiven Wuchs und den Haftwurzeln, die Mauerwerk, ZĂ€une und GebĂ€udestrukturen beschĂ€digen können.[1][2] In nicht-heimischen Regionen oder bei fehlendem Management bildet die Liane dichte Dickichte, die heimische Vegetation verdrĂ€ngen und die Regeneration von Gehölzen unterdrĂŒcken.[2][5] Medizinisch ist die Pflanze relevant, da der Pflanzensaft hautreizende Verbindungen wie Iridoids und Phenole enthĂ€lt, die bei BerĂŒhrung eine Kontaktdermatitis (Rötung, Schwellung, Juckreiz) auslösen können, weshalb sie regional als âCow-itch vineâ bekannt ist.[4][9] Der Verzehr von Pflanzenteilen (auĂer der Frucht) kann bei SĂ€ugetieren zudem leichte gastrointestinale Beschwerden wie Ăbelkeit und Erbrechen verursachen.[1] Zur PrĂ€vention von BauschĂ€den wird ein ausreichender Pflanzabstand zu GebĂ€uden sowie die Nutzung stabiler Rankhilfen anstelle direkten Wandkontakts empfohlen.[2] Ein effektives Management umfasst die Pflanzung weniger wuchsstarker oder steriler Kultivare, um die unkontrollierte Ausbreitung durch Samen zu minimieren.[3] Die BekĂ€mpfung etablierter BestĂ€nde erfordert oft integrierte MaĂnahmen, bei denen mechanisches Entfernen wie regelmĂ€Ăiges ZurĂŒckschneiden und Ausgraben der WurzelauslĂ€ufer zentral sind.[2][6] Da die Art viguros aus unterirdischen AuslĂ€ufern regeneriert, mĂŒssen mechanische Eingriffe wĂ€hrend der Vegetationsperiode wiederholt werden, um die Energiereserven der Pflanze zu erschöpfen.[5] ErgĂ€nzend wird bei hartnĂ€ckigem Befall die Applikation von Herbiziden auf den Neuaustrieb als wirksame MaĂnahme beschrieben.[1] Aufgrund ihres invasiven Verhaltens wird *Campsis radicans* in einigen US-Bundesstaaten wie Connecticut und Ohio als problematische Art gelistet, was spezifische Kontrollstrategien erforderlich macht.[6][5]
Trompetenblume Bilder und Fotos von echten Sichtungen
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Biologie & Lebenszyklus
Campsis radicans ist eine laubabwerfende, verholzende Kletterpflanze, die sich durch Luftwurzeln an Substraten verankert und dichte, vielstĂ€mmige BestĂ€nde bildet. Die BlĂŒtezeit erstreckt sich von Juni bis September, wobei die einzelnen BlĂŒtenstĂ€nde ĂŒber einen Zeitraum von bis zu drei Monaten blĂŒhen können.[1] Die Art weist ein ornithophiles BestĂ€ubungssyndrom auf, gekennzeichnet durch röhrenförmige, orange-rote BlĂŒten, die reichhaltigen Nektar mit einer Saccharosekonzentration von 24 bis 35 % produzieren. Als HauptbestĂ€uber fungiert der Rubinkehlkolibri (*Archilochus colubris*), der beim Nektartrinken Pollen auf die reproduktiven Organe ĂŒbertrĂ€gt. Da die Pflanze selbstinkompatibel ist, ist sie fĂŒr einen erfolgreichen Fruchtansatz zwingend auf FremdbestĂ€ubung angewiesen. Nektarraub durch Vögel wie den Gartentrupial (*Icterus spurius*), der die BlĂŒtenbasis durchsticht, kann die BestĂ€ubungseffizienz signifikant verringern.[6] Nach der Befruchtung entwickeln sich 10 bis 15 cm lange, bohnenartige Kapseln, die im SpĂ€tsommer oder Herbst der LĂ€nge nach aufplatzen.[1][3] Eine einzelne Pflanze kann zwischen 20 und 40 Kapseln produzieren, wobei jede Frucht etwa 700 flache Samen enthĂ€lt.[1][2] Die Samen sind mit zwei papierartigen FlĂŒgeln ausgestattet, die eine Verbreitung durch den Wind (Anemochorie) sowie sekundĂ€r ĂŒber GewĂ€sser ermöglichen.[1][3] Physiologisch weisen die Samen eine Dormanz auf und benötigen zur Keimung eine KĂ€ltebehandlung (Stratifikation) bei etwa 5 °C. Unter optimalen Bedingungen mit fluktuierenden Temperaturen zwischen 20 und 30 °C und Lichteinwirkung erreichen die Keimraten bis zu 74 %.[2] Neben der sexuellen Fortpflanzung vermehrt sich *Campsis radicans* aggressiv vegetativ durch unterirdische WurzelauslĂ€ufer und bewurzelnde StĂ€ngel. In kĂ€lteren Klimazonen (USDA-Zonen 4 und 5) frieren die oberirdischen Triebe im Winter oft zurĂŒck, treiben jedoch im FrĂŒhjahr vital aus dem Wurzelstock neu aus. Ăkologisch dient die Pflanze als Wirt fĂŒr die Larven des SchwĂ€rmers *Paratrea plebeja*. Zur Abwehr von Herbivoren enthĂ€lt der Pflanzensaft irritierende Verbindungen, die bei BerĂŒhrung Dermatitis auslösen können und die BlĂ€tter fĂŒr Weidevieh ungenieĂbar machen.[1]
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Vorkommen & Lebensraum
Das natĂŒrliche Verbreitungsgebiet von *Campsis radicans* umfasst das östliche Nordamerika und reicht von SĂŒd-Ontario in Kanada ĂŒber die östlichen Vereinigten Staaten bis nach Florida und Texas.[1][2] Die westliche Grenze des nativen Areals verlĂ€uft durch Iowa.[1] In diesen Regionen besiedelt die Art primĂ€r feuchte Habitate wie Flussufer, AuenwĂ€lder und Sumpfgebiete.[3][2] DarĂŒber hinaus ist die Pflanze an gestörten Standorten weit verbreitet, wozu WaldrĂ€nder, Dickichte und alte Felder zĂ€hlen.[3] Als Haftwurzelkletterer nutzt *Campsis radicans* BĂ€ume oder Felsstrukturen, um in dichter Vegetation Zugang zu Sonnenlicht zu erlangen.[6] Die EinfĂŒhrung nach Europa erfolgte im frĂŒhen 17. Jahrhundert als Zierpflanze, wobei erste Kultivierungsnachweise aus England um 1640 datieren.[6][2] Heute ist die Art weltweit in Teilen Europas, Asiens sowie in SĂŒd- und Lateinamerika eingebĂŒrgert. AuĂerhalb des ursprĂŒnglichen Areals hat sich die Kletterpflanze auch im Westen der USA und in Neuengland etabliert, wo sie teils invasive Tendenzen zeigt.[6] Das Vorkommen erstreckt sich ĂŒber gemĂ€Ăigte bis subtropische Klimazonen, entsprechend den USDA-WinterhĂ€rtezonen 4 bis 10. *Campsis radicans* toleriert ein breites Spektrum an Bodenbedingungen von sandigen bis lehmigen Substraten und pH-Werten zwischen 3,7 und 7,2.[1] In Siedlungsbereichen und anthropogen ĂŒberformten Landschaften bewĂ€chst sie hĂ€ufig ZĂ€une, Mauern sowie BahndĂ€mme.[2] Historische Herbarienbelege dokumentieren die PrĂ€senz in Auenlandschaften bereits seit dem frĂŒhen 18. Jahrhundert.[2]
SaisonalitÀt und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex â unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale AktivitÀt
Entwicklung ĂŒber die Jahre
SaisonalitÀt & AktivitÀt
Campsis radicans ist eine laubabwerfende Liane, deren Vegetationszyklus im FrĂŒhjahr mit dem Neuaustrieb beginnt und im Herbst mit der GelbfĂ€rbung sowie dem Abwurf des Laubes endet. In nördlichen Grenzbereichen der Verbreitung (USDA-Zone 4) können oberirdische Triebe im Winter zurĂŒckfrieren, woraufhin die Pflanze im FrĂŒhling krĂ€ftig aus dem Wurzelhals regeneriert.[1] Die HauptaktivitĂ€t der adulten Pflanzen konzentriert sich auf die BlĂŒtezeit, die sich primĂ€r von Juni bis September erstreckt.[2] Diese phĂ€nologische Phase ist zeitlich eng mit der Migration und Brutzeit des Rubinkehlkolibris (*Archilochus colubris*) synchronisiert, der als primĂ€rer BestĂ€uber fungiert. Ăkologisch dient die Pflanze wĂ€hrend der Wachstumsperiode zudem als Raupenfutterpflanze fĂŒr den SchwĂ€rmer *Paratrea plebeja*.[1] Ab dem SpĂ€tsommer reifen die kapselförmigen FrĂŒchte heran, die im Herbst aufplatzen und zahlreiche geflĂŒgelte Samen freigeben. Diese Samen weisen eine physiologische Dormanz auf und benötigen eine KĂ€lteperiode (Stratifikation), um im folgenden FrĂŒhjahr bei fluktuierenden Temperaturen zwischen 20 und 30 °C optimal zu keimen. PflegemaĂnahmen wie der RĂŒckschnitt werden saisonal angepasst und idealerweise im spĂ€ten Winter oder zeitigen FrĂŒhjahr vor dem Knospenaufbruch durchgefĂŒhrt. Das öffentliche Interesse an der Art spiegelt diesen biologischen Rhythmus wider und erreicht in den blĂŒtenreichen Monaten Juli und August seinen jĂ€hrlichen Höchststand.[2]
Quellen & Referenzen
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/campsis-radicans/
- https://www.wildflower.org/plants/result.php?id_plant=cara2
- https://resjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/een.12947
- https://www.salisburypost.com/2020/06/21/darrell-blackwelder-column-cow-itch-vine/
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:30332621-2
- https://dendro.cnre.vt.edu/dendrology/syllabus/factsheet.cfm?ID=333
- https://anps.org/2022/09/17/know-your-natives-trumpet-vine/
- https://crossworks.holycross.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1011&context=bio_fac_scholarship
- https://cdn-uat.mdedge.com/files/s3fs-public/Document/September-2017/083040177.pdf
- Literaturzusammenfassung: Campsis radicans