Salbei –Salvia rutilans
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Taxonomische Klassifikation
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Lamiales (Lamiales)
Familie
Lamiaceae
Gattung
Salvia
Art
Salvia rutilans
Wissenschaftlicher Name:
Salvia rutilans Carrière
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Einleitung
*Salvia rutilans* ist ein heute nicht mehr akzeptiertes Synonym für *Salvia elegans*, einen ausdauernden Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).[1][2] Die im Deutschen oft als Ananas-Salbei bezeichnete Art ist in den montanen Kiefern-Eichen-Wäldern Mexikos und Guatemalas heimisch.[3][1] Charakteristisch sind die scharlachroten Röhrenblüten und der intensive Ananasduft der Blätter, weshalb die Pflanze weltweit als Ziergewächs sowie für kulinarische Zwecke kultiviert wird.[3][4]
Fakten (kompakt)
- Die Blütenstände sind als endständige Ähren ausgebildet, die eine Länge von bis zu 20 Zentimetern erreichen und lockere Quirle tragen. - Neben *Salvia rutilans* umfassen die historischen Synonyme Bezeichnungen wie *Salvia camertonii*, *Salvia incarnata*, *Salvia longiflora*, *Salvia microcalyx*, *Salvia punicea* und *Salvia sonorensis*. - In der gärtnerischen Praxis wird die Winterhärte der Pflanze den USDA-Klimazonen 8 bis 11 zugeordnet. - Die vegetative Vermehrung erfolgt unkompliziert über Kopfstecklinge, alternativ ist eine Anzucht aus Samen möglich. - Kulinarisch finden nicht nur die Blätter Verwendung, sondern auch die essbaren Blüten, die roh als Garnitur in Salaten verzehrt werden. - Das Laub wird über Getränke hinaus spezifisch zur Aromatisierung von Gelees sowie in Potpourris genutzt. - Taxonomisch wird die Art innerhalb der Familie der Lippenblütler der Tribus Mentheae zugeordnet. - Der Kultivar 'Tangerine' (Tangerine Sage) unterscheidet sich durch einen kompakteren Wuchs von 60 bis 90 Zentimetern von der Wildform.[10]
Name & Einordnung
Der heute akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Salvia elegans*, wobei die Erstbeschreibung im Jahr 1804 durch den dänischen Botaniker Martin Vahl auf Basis mexikanischer Exemplare erfolgte.[2][3] Historisch war die Pflanze lange unter dem Synonym *Salvia rutilans* bekannt, ein Name, der auf die rötliche Färbung der Stängel und Blüten anspielte. Diese Bezeichnung fand besonders nach der Wiedereinführung der Art in den Gartenbau um 1870 Verbreitung, bevor die korrekte Zuordnung zu Vahls früherer Beschreibung durchgesetzt wurde. Weitere dokumentierte Synonyme sind unter anderem *Salvia incarnata*, *Salvia longiflora*, *Salvia punicea* und *Salvia sonorensis*, die frühere taxonomische Variationen widerspiegeln.[3] Systematisch wird die Art der umfangreichen Gattung *Salvia* (Salbei) innerhalb der Familie der Lamiaceae (Lippenblütler) zugeordnet und gehört dort zur Tribus Mentheae.[1] Im englischen Sprachraum ist die Trivialbezeichnung "Pineapple sage" etabliert, was sich auf den charakteristischen Ananasduft der zerriebenen Blätter bezieht.[3] Spezifische Zuchtformen wie 'Tangerine' werden aufgrund ihres abweichenden Aromas auch als "Tangerine sage" bezeichnet.[1] Das Artepitheton *elegans* verweist auf die elegante Erscheinung der Pflanze, während der Synonym-Name *rutilans* (rötlich leuchtend) die visuellen Merkmale der vegetativen Teile hervorhob.[3]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Salvia elegans wächst als aufrechter, horstbildender Halbstrauch, der typischerweise Wuchshöhen von 1 bis 1,5 Metern und Breiten von 0,9 bis 1,2 Metern erreicht.[3][1] Die aufrechten Stängel sind im Querschnitt quadratisch – ein charakteristisches Merkmal der Familie der Lippenblütler – und verzweigen sich oft zu einer offenen Struktur.[1] Historisch unter dem Synonym *Salvia rutilans* bekannt, weist die Pflanze oft rötliche Stängel auf, die in ihrem natürlichen Habitat an der Basis verholzen.[2][1] Die gegenständig angeordneten Laubblätter besitzen eine eiförmige Gestalt mit gesägten Rändern. Sie messen 5 bis 8 cm in der Länge sowie 2,5 bis 7,6 cm in der Breite und weisen eine behaarte Oberfläche auf, die ihnen eine samtige Textur verleiht.[1] Das hell- bis sattgrüne Laub verströmt beim Zerreiben einen markanten Ananas-Duft, der durch flüchtige ätherische Öle verursacht wird.[1][3] Der Blütenstand besteht aus endständigen Trauben oder Ähren von bis zu 20 cm Länge, an denen die Blüten in lockeren Quirlen zu je vier bis sechs stehen.[1][4] Die scharlachroten, röhrenförmigen Blüten sind 2,5 bis 3 cm lang und besitzen eine zweilippige Krone mit einer gewölbten Oberlippe und einer ausgebreiteten Unterlippe.[1] Diese Blütenmorphologie ist spezifisch an die Bestäubung durch Kolibris angepasst.[6] Nach der Bestäubung entwickeln sich kleine Spaltfrüchte, die in vier dunkelbraune, ellipsoid geformte Nüsschen von etwa 2 bis 3 mm Länge zerfallen.[1] Das Wurzelsystem ist faserig und bildet unterirdische Ausläufer, über die sich die Art vegetativ ausbreiten kann.[1][4] Kultivierte Sorten zeigen morphologische Abweichungen; so zeichnet sich 'Golden Delicious' durch gold-gelbgrünes Laub aus, das später vergrünt.[5] Die Sorte 'Tangerine' hingegen unterscheidet sich durch hellgrüne Blätter mit Zitrusduft und dunklere rote Blüten vom Wildtyp.[1]
Bedeutung, Schäden & Prävention
*Salvia elegans* (syn. *Salvia rutilans*) wird primär als Nützling eingestuft, da die Pflanze eine wertvolle Nektarquelle für Bestäuber wie Kolibris und Schmetterlinge darstellt.[3][1] Aufgrund der in den Blättern enthaltenen flüchtigen Öle ist die Art weitgehend resistent gegen den Fraß durch Rehe und Kaninchen.[4] Obwohl die Pflanze im Freiland als pflegeleicht gilt, können insbesondere in geschützten Umgebungen Schädlinge wie Blattläuse, Wollläuse oder Spinnmilben auftreten.[3] Blattläuse befallen dabei bevorzugt die frischen Triebspitzen. Ein bedeutendes physiologisches Schadbild stellt Wurzelfäule dar, die durch schlecht drainierte oder staunasse Böden verursacht wird. Zur Prävention von Pilzerkrankungen ist eine gute Bodendrainage sowie die Vermeidung von übermäßiger Bewässerung essenziell. Im Rahmen physikalischer Bekämpfungsmaßnahmen lassen sich Blattläuse oft bereits durch einen harten Wasserstrahl von den Pflanzen entfernen. Bei stärkerem Befall können im ökologischen Pflanzenschutz insektizide Seifensprays eingesetzt werden. Gute Hygiene im Gartenbau minimiert zudem das Risiko für Spinnmilben und Weiße Fliegen, was besonders bei der Überwinterung in Innenräumen relevant ist.[1] Medizinisch ist die Art von Bedeutung, da Extrakte in Studien angstlösende und antidepressive Wirkungen zeigten, die auf Inhaltsstoffe wie Rosmarinsäure zurückgeführt werden.[9][3] Für den menschlichen Verzehr gelten Blätter und Blüten als essbar, jedoch wird Schwangeren aufgrund fehlender Sicherheitsdaten vom Konsum abgeraten. Zudem ist bei der medizinischen Nutzung Vorsicht geboten, da potenzielle Wechselwirkungen mit Sedativa bestehen können.[3]
Salbei Bilder und Fotos von echten Sichtungen
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Biologie & Lebenszyklus
*Salvia rutilans* (botanisch heute meist als *Salvia elegans* geführt) wächst als ausdauernder Halbstrauch mit aufrechtem, horstbildendem Habitus und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 1,5 Metern.[3] Die Pflanze breitet sich über ein faseriges Wurzelsystem sowie unterirdische Ausläufer aus, wodurch sie in geeigneten Habitaten Kolonien bildet.[1] Als Kurztagspflanze beginnt die Blütezeit typischerweise im Spätsommer und erstreckt sich über den Herbst bis in den frühen Winter.[4] Die scharlachroten, röhrenförmigen Blüten sind ornithophil und dienen in den heimischen Bergregionen als primäre Nektarquelle für Kolibris.[2][1] Zur Förderung der Fremdbestäubung zeigt die Art eine unvollständige Protandrie, bei der der Pollen an den ersten zwei Tagen lebensfähig ist, während die Narbe erst an den Tagen drei und vier empfängnisbereit wird. Zusätzlich begünstigt eine Annäherungs-Herkogamie, bei der die Narbe über den Staubbeuteln positioniert ist, den Pollentransfer durch Vögel. Jede Blüte produziert etwa 2,4 bis 5,3 µl Nektar mit einer Zuckerkonzentration von rund 33 %, der an der Basis der langen Kronröhre zugänglich ist.[6] Nach erfolgreicher Bestäubung entwickelt sich der Fruchtknoten zu einer Klausenfrucht (Schizokarp), die in vier dunkelbraune, ellipsoide Nüsschen von 2 bis 3 mm Länge zerfällt. Die Ausbreitung der Samen erfolgt primär durch Barochorie, indem die Nüsschen aus dem beständigen Kelch in die Nähe der Mutterpflanze fallen. Unter geeigneten Bedingungen sind die Samen keimfähig und keimen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen.[3] Physiologisch toleriert die Art Fröste bis etwa -5 °C, wobei die oberirdischen Teile absterben und die Pflanze in milden Klimazonen aus dem Wurzelstock regeneriert.[1] In kühleren Regionen (unterhalb USDA-Zone 8) verhält sie sich wie eine Einjährige oder muss frostfrei überwintert werden.[3][7] Während das aromatische Laub die Pflanze weitgehend resistent gegen Pflanzenfresser wie Hirsche macht, können Insekten wie Blattläuse und Schmierläuse auftreten. In geschützten Umgebungen oder bei Zimmerkultur zählen zudem Spinnmilben und Weiße Fliegen zu den potenziellen Schädlingen.[1] Ökologisch ist die späte Blütezeit von hoher Relevanz, da sie migrierenden Kolibris und lokalen Populationen Nahrung bietet, wenn andere Ressourcen schwinden.[1][5]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Salvia rutilans* (botanisch heute meist als *Salvia elegans* geführt) erstreckt sich über die Gebirgsregionen Mexikos und Guatemalas.[2][3] In Mexiko umfasst das Areal diverse Bundesstaaten, wobei Vorkommen von Chiapas im Südosten bis nach Durango im Nordwesten dokumentiert sind. Die Art besiedelt primär montane Ökosysteme, insbesondere die Kiefern-Eichen-Wälder der Sierra Madre sowie angrenzende Nebelwälder. Die vertikale Verbreitung konzentriert sich dabei auf Höhenlagen zwischen 1.800 und 2.800 Metern.[5] Innerhalb dieser Wälder bevorzugt die Pflanze Waldränder, offene Hänge und Lichtungen, wo sie durch unterirdische Ausläufer oft größere Kolonien bildet.[2][3] *Salvia rutilans* gedeiht vorwiegend auf gut durchlässigen, humusreichen Lehmböden vulkanischen Ursprungs. Zu den typischen Begleitbäumen am Naturstandort zählen verschiedene Eichenarten (*Quercus* spp.) sowie Kiefern wie die Montezuma-Kiefer (*Pinus montezumae*). Das Klima im natürlichen Habitat ist gemäßigt bis subhumid mit saisonalen Niederschlägen zwischen 800 und 1.600 mm.[2] Außerhalb des natürlichen Areals wurde die Art weltweit als Zierpflanze eingeführt, wobei die gärtnerische Nutzung etwa um das Jahr 1870 begann.[1] In subtropischen Klimazonen (USDA-Zonen 8–11) wächst sie ausdauernd im Freiland, während sie in kühleren Regionen als einjährige Pflanze kultiviert wird.[4] In Mitteleuropa und Deutschland ist die Pflanze nicht winterhart und kommt fast ausschließlich in Gärten oder als Kübelpflanze in Siedlungsbereichen vor.[5] Die Art toleriert kurzzeitig Temperaturen bis etwa -5 °C, stirbt jedoch bei stärkeren Frösten oberirdisch ab.[2] In den heimischen Wäldern stellt die Pflanze eine wichtige Nektarquelle für Kolibris dar, die als primäre Bestäuber fungieren.[3][6] Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit kann *Salvia rutilans* auch in gestörten Bereichen wie Waldrändern erfolgreich verwildern.[2]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Saisonalität & Aktivität
Als Kurztagspflanze ist die Phänologie von *Salvia rutilans* (akzeptiert als *Salvia elegans*) durch eine späte Blütezeit geprägt, die sich typischerweise vom Spätsommer bis in den Herbst und frühen Winter erstreckt.[3][1] In den nativen Bergwäldern Mexikos korreliert diese Periode mit der intensiven Aktivität von Kolibris, die als primäre Bestäuber fungieren und auf die Nektarressourcen angewiesen sind.[1][5] Die Blütenbiologie zeigt eine zeitliche Trennung der Geschlechter in Form einer unvollständigen Protandrie, bei der der Pollen an den ersten zwei Tagen lebensfähig ist, während die Narben erst an den Tagen drei bis vier empfängnisbereit werden.[6] Klimatisch ist das Wachstum im natürlichen Verbreitungsgebiet an saisonale Regenfälle gebunden, die dort vorwiegend als Sommermonsun auftreten.[3] Bezüglich der Temperaturabhängigkeit toleriert die Art leichte Fröste bis etwa -5 °C, verhält sich jedoch in kühleren Klimazonen wie eine krautige Pflanze, die oberirdisch abstirbt und im Frühjahr aus der Basis neu austreibt.[1][4] In Regionen unterhalb der USDA-Klimazonen 8 bis 11 wird sie daher oft einjährig kultiviert oder muss frostfrei in Innenräumen überwintern.[7] Bestimmte Zuchtformen weichen von diesem Muster ab, wie etwa die Sorte 'Honey Melon', die bereits im Sommer blüht.[1] Ergänzend zeigt das allgemeine öffentliche Suchinteresse für Salbei saisonale Spitzen im Mai und Juni, was jedoch zeitlich vor der spezifischen Hauptblüte dieser Art liegt.[8]
Quellen & Referenzen
- https://www.gbif.org/species/3888626
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:456162-1
- https://tropical.theferns.info/viewtropical.php?id=Salvia+elegans
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/salvia-elegans/
- https://digitalcommons.usf.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=2093&context=ornitologia_neotropical
- https://bsapubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.3732/ajb.91.7.1115
- https://www.uaex.uada.edu/yard-garden/resource-library/plant-week/Salvia-elegans-Pineapple-Sage-10-16-2015.aspx
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
- https://doi.org/10.1016/j.jep.2006.02.003
- Literaturzusammenfassung: Salvia elegans