Salta il contenuto

Lebensmittelmotten Pyralidae

Lebensmittelmotten
Ungefährlich Nützling

Taxonomische Klassifikation

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie Pyralidae
Art Pyralidae
Wissenschaftlicher Name: Pyralidae
Akzeptierter Name
Mehr auf GBIF.org

Einleitung

Die *Pyralidae* (im Deutschen Zünsler) sind eine artenreiche Familie der Schmetterlinge (*Lepidoptera*) innerhalb der Überfamilie *Pyraloidea*, die weltweit verbreitet ist.[1][2] Während viele Vertreter wichtige ökologische Funktionen als Bestäuber oder Beutetiere erfüllen, verursachen Vorratsschädlinge wie die Dörrobstmotte (*Plodia interpunctella*) als sogenannte Lebensmittelmotten wirtschaftliche Schäden.[2][3] Von der eng verwandten Schwestergruppe *Crambidae* lassen sich die *Pyralidae* morphologisch durch abweichende Flügeladerungen und die Struktur der Tympanalorgane unterscheiden.[3][1]

Name & Einordnung

Die Familie *Pyralidae* wurde im Jahr 1809 durch den französischen Entomologen Pierre André Latreille wissenschaftlich aufgestellt, wobei *Pyralis farinalis* (Linnaeus, 1758) als Typusart fungiert.[1] Im deutschsprachigen Raum wird die Gruppe allgemein als "Zünsler" bezeichnet[1], während für vorratsschädliche Vertreter häufig der Trivialname "Lebensmittelmotten" Verwendung findet.[3] International sind die Falter aufgrund ihrer charakteristisch verlängerten Labialpalpen als "snout moths" (Schnauzenmotten) oder historisch als "grass moths" bekannt. Die taxonomische Einordnung unterlag im Laufe der Zeit signifikanten Änderungen; ursprünglich fasste die Familie auch Taxa, die heute der Schwestergruppe *Crambidae* zugeordnet sind.[1] Eine systematische Trennung dieser Linien begann Mitte des 19. Jahrhunderts, als Herrich-Schäffer 1849 die Flügeladerung als Unterscheidungsmerkmal etablierte.[1] Spätere Revisionen im 20. Jahrhundert, insbesondere durch Eugene Munroe, festigten die Abgrenzung unter Einbeziehung morphologischer Merkmale wie der Tympanalorgane. Historisch wurden fälschlicherweise auch Gruppen wie die *Hyblaeidae* und *Thyrididae* den *Pyraloidea* zugerechnet, was durch moderne phylogenetische Analysen korrigiert wurde. Heute gliedert sich die Familie in die fünf Unterfamilien *Chrysauginae*, *Epipaschiinae*, *Galleriinae*, *Phycitinae* und *Pyralinae*. Die Gattungszuordnung bleibt in Einzelfällen komplex, wie das Beispiel der Gattung *Acentropus* zeigt, die aufgrund molekularer Evidenz von den *Pyralidae* zu den *Crambidae* transferiert wurde.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die adulten Falter der *Pyralidae* sind klein bis mittelgroß und erreichen typischerweise eine Flügelspannweite von 9 bis 40 mm. Ein charakteristisches Merkmal sind die verlängerten Labialpalpen, die gerade nach vorne ragen und dem Kopf ein schnauzenartiges Aussehen verleihen. Die Antennen sind bei beiden Geschlechtern fadenförmig und weisen keine keulenartigen Verdickungen an den Spitzen auf. In der Ruhehaltung werden die dreieckigen Vorderflügel meist flach oder dachartig über das Abdomen gelegt, wodurch die schmaleren, abgerundeten Hinterflügel verdeckt bleiben. Die Grundfärbung ist oft unscheinbar in Braun-, Grau- oder Ockertönen zur Tarnung, wobei einige Arten metallische Schuppen oder Muster aufweisen.[2] Diagnostisch relevant für das Flügelgeäder ist die Verschmelzung oder Stielung der Vorderflügelader R5 mit R3+4 sowie das Vorhandensein von drei Analadern auf den Hinterflügeln.[2][1] Zur Abgrenzung von den verwandten *Crambidae* dient das Fehlen einer ovalen Sklerotisierung an der Basis der Vorderflügelader A1+2 sowie der Bau der Tympanalorgane, die bei *Pyralidae* ein geschlossenes Gehäuse aufweisen. Für die Artbestimmung sind oft die Genitalien entscheidend; Männchen zeigen variierende Uncus-Formen, während Weibchen spezifische Sklerotisierungen in der Corpus bursae besitzen.[1] Die Larven erscheinen als längliche, zylindrische Raupen mit glattem bis leicht gekörntem Integument und einer stark sklerotisierten Kopfkapsel. Bauchbeine finden sich an den Abdominalsegmenten 3 bis 6 und 10, wobei die Hakenkränze (Crochets) kreis- oder ellipsenförmig angeordnet sind. Die Puppen sind kompakt, rotbraun bis glänzend gefärbt, messen etwa 10 bis 25 mm und besitzen eine deutliche Rüsselscheide.[2] Die Eiablage erfolgt in Clustern von 50 bis 300 Stück, wobei die kleinen, abgeflachten Eier eine weiße Färbung aufweisen.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Familie der *Pyralidae* umfasst sowohl bedeutende Agrar- und Vorratsschädlinge als auch ökologisch nützliche Arten.[2] Insbesondere Vertreter der Unterfamilie Phycitinae, wie die Dörrobstmotte (*Plodia interpunctella*) und *Amyelois transitella*, verursachen durch den Fraß an Getreide, Nüssen und Trockenfrüchten massive ökonomische Schäden und Verunreinigungen.[3][1] Ein spezifisches Schadbild zeigt die Große Wachsmotte (*Galleria mellonella*), deren Larven Bienenstöcke befallen und dort Wachswaben sowie Pollenvorräte zerstören.[1] Demgegenüber stehen nützliche Aspekte, etwa die Bestäubungsleistung durch *Upiga virescens* oder die kommerzielle Nutzung von Wachsmottenlarven als Futterinsekten und Angelköder.[4][5] In der Forschung dienen diese Larven zudem als Modellorganismen für den biologischen Abbau von Polyethylen-Kunststoffen.[2] Das Management von schädlichen *Pyralidae* erfolgt vorwiegend durch Integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM), die Monitoring und biologische Verfahren kombiniert. Zur Befallsüberwachung werden Pheromonfallen oder Lockstoffzusammensetzungen auf Basis von Phenylacetaldehyd und Salicylaldehyd eingesetzt. Als biologische Bekämpfungsmaßnahme hat sich der Einsatz von Schlupfwespen bewährt, die die Eier der Motten parasitieren und so die Populationsdichte senken. Ergänzend werden mikrobielle Pestizide auf Basis von *Bacillus thuringiensis* oder dem Pilz *Lecanicillium muscarium* entwickelt, die spezifisch auf Larven wirken. Neuere Ansätze untersuchen zudem botanische Pestizide aus Extrakten von *Stemona*-Knollen und *Sophora* als umweltfreundliche Alternativen zu synthetischen Mitteln. In der Landwirtschaft kommen ferner Verfahren zur Paarungsstörung (Mating Disruption) zum Einsatz, um die Kommunikation der Falter zu unterbinden.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Vertreter der *Pyralidae* durchlaufen eine holometabole Metamorphose, die die Entwicklungsstadien Ei, Larve, Puppe und Imago umfasst. Weibchen legen ihre Eier in Clustern von 50 bis 300 Stück direkt auf Wirtspflanzen oder geeignete Substrate ab, wobei die Larven unter optimalen Bedingungen (25–30 °C) nach 4 bis 8 Tagen schlüpfen. Die Larvenphase stellt das primäre Wachstumsstadium dar, dauert je nach Temperatur und Nahrungsverfügbarkeit 2 bis 6 Wochen und umfasst meist fünf, variierend jedoch 3 bis 7 Larvenstadien.[2] Diese oft weißlichen Raupen besitzen eine sklerotisierte Kopfkapsel und leben häufig versteckt, indem sie Gespinste anlegen, Blätter minieren oder sich als Bohrer in Stängel und Früchte fressen.[1] Die Verpuppung erfolgt in einem seidenen Kokon, in den oft Pflanzenteile oder Detritus zur Tarnung eingearbeitet werden, und dauert bei warmen Temperaturen etwa 7 bis 14 Tage. Adulte Falter haben eine vergleichsweise kurze Lebensdauer von 1 bis 4 Wochen, die primär der Fortpflanzung dient. Der gesamte Lebenszyklus kann in tropischen Regionen in 3 bis 8 Wochen abgeschlossen sein, während Arten in gemäßigten Zonen oft saisonale Zyklen mit 1 bis 4 Generationen pro Jahr zeigen. Zur Überwinterung können Larven bei verkürzter Photoperiode oder niedrigen Temperaturen in eine physiologische Diapause eintreten.[2] Das Nahrungsspektrum der Larven ist breit gefächert und reicht von lebendem Pflanzengewebe bis zu gelagerten Vorräten. Spezialisierte Arten wie die Große Wachsmotte (*Galleria mellonella*) verwerten Bienenwachs und Pollen, während Vorratsschädlinge wie *Plodia interpunctella* Getreide und Trockenfrüchte befallen. Adulte Tiere nehmen häufig Nektar über einen funktionalen Rüssel auf, wobei bei einigen Arten die Mundwerkzeuge reduziert sind und keine Nahrungsaufnahme mehr erfolgt. Eine bemerkenswerte ökologische Assoziation zeigt *Cryptoses choloepi*, deren Larven sich im Fell von Faultieren koprophag entwickeln. Mutualistische Beziehungen existieren ebenfalls, etwa bei *Upiga virescens*, die den Senita-Kaktus (*Lophocereus schottii*) bestäubt.[1] Zu den natürlichen Feinden und Mortalitätsfaktoren zählen parasitoide Wespen, die Eier parasitieren, sowie entomopathogene Pilze wie *Lecanicillium muscarium*. Zudem sind die Larven empfindlich gegenüber bakteriellen Toxinen von *Bacillus thuringiensis*, die spezifisch gegen Lepidoptera wirken und biotechnologisch genutzt werden.[3]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Niedersachsen, Deutschland

    17.01.2026

  • Niedersachsen, Deutschland

    17.01.2026

  • Schlüttsiel/Anleger - Ockholm, 25842 Ockholm, Deutschland

    13.01.2026

  • Übach-Palenberg

    12.01.2026

  • Deutschland

    09.01.2026

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Die Familie *Pyralidae* ist kosmopolitisch verbreitet und besiedelt alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt in den tropischen Regionen, wobei insbesondere die Neotropis als Diversitätszentrum für Unterfamilien wie die Chrysauginae gilt.[2] In Nordamerika nördlich von Mexiko kommen 681 Arten vor, während die Paläarktis eine signifikante Diversität der Unterfamilie Pyralinae aufweist.[2][1] Auf isolierten ozeanischen Inseln ist ein hoher Grad an Endemismus zu beobachten, wie etwa auf Réunion, wo rund 21 % der dortigen Arten endemisch sind. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich vom Meeresspiegel bis in hochalpine Lagen, wobei Vorkommen in den Anden bis auf etwa 3.400 Meter Höhe dokumentiert sind.[1] Zu den natürlichen Lebensräumen zählen Grasländer, Wälder sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Innerhalb dieser Habitate besetzen die Larven diverse ökologische Nischen, die von minierenden Tätigkeiten in Blättern bis zum Bohren in Stängeln und Früchten reichen.[2] Eine hochspezialisierte Anpassung zeigt die Art *Cryptoses choloepi*, deren Larven im Fell von Faultieren in den Baumkronen neotropischer Wälder leben.[1] Neben natürlichen Biotopen besiedeln bestimmte Vertreter als Kulturfolger weltweit menschliche Siedlungsbereiche und Gebäude. Durch den internationalen Handel wurden Vorratsschädlinge wie die Dörrobstmotte (*Plodia interpunctella*) global verschleppt und sind heute in Vorratskammern und Lebensmittellagern allgegenwärtig.[3] Ebenso hat die Große Wachsmotte (*Galleria mellonella*) durch den Transport von Imkereibedarf eine weltweite Verbreitung erreicht und etabliert sich überall dort, wo Honigbienen gehalten werden.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Entwicklungsdauer und Aktivität der *Pyralidae* ist stark temperaturabhängig, wobei der vollständige Lebenszyklus unter optimalen tropischen Bedingungen drei bis acht Wochen umfasst. In gemäßigten Klimazonen variiert die Anzahl der Generationen erheblich und reicht von einer bis zu vier Generationen pro Jahr (Voltinismus). Um kältere Perioden zu überdauern, treten viele Arten in eine larvale Diapause ein, die durch verkürzte Photoperioden oder sinkende Temperaturen ausgelöst wird. Die adulten Falter sind überwiegend nachtaktiv und besitzen eine kurze Lebensspanne von einer bis vier Wochen, die primär der Fortpflanzung dient.[2] Die Larven durchlaufen meist fünf Stadien und eine aktive Fressphase von zwei bis sechs Wochen, bevor sie sich zur Verpuppung in einen Seidenkokon einspinnen.[1] Das Puppenstadium selbst dauert bei wärmeren Temperaturen etwa 7 bis 14 Tage, kann sich aber je nach Umweltbedingungen verlängern.[2] Ein spezifisches Beispiel für temperaturabhängige Entwicklung ist die Große Wachsmotte (*Galleria mellonella*), die ihre Metamorphose bei 28 bis 33°C in sechs bis acht Wochen abschließt.[1] Aggregierte Daten zum Suchinteresse in Deutschland bestätigen eine saisonale Häufung der Wahrnehmung im Spätsommer, insbesondere in den Monaten August und September. Im Gegensatz dazu ist die Aktivität und das öffentliche Interesse in den Wintermonaten Februar und März deutlich reduziert, was mit den biologischen Ruhephasen korrespondiert.[2]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-109566671-A Biological Unbekannt

Pestizid aus chinesischen Heilkräutern für Nutzpflanzen sowie dessen Herstellungsverfahren und Anwendung

Henan Institute of Science & Technology (2018)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Es wird ein botanisches Pestizid vorgestellt, das aus Extrakten traditioneller chinesischer Heilkräuter wie Stemona-Knollen und Sophora (Kuh-seng) besteht. Die Herstellung erfolgt durch Ethanol-Extraktion und Abkochen. Das Mittel ist kostengünstig, umweltfreundlich und zeigt gute Wirksamkeit gegen Pyralidae (Zünsler) ohne toxische Nebenwirkungen für die Nutzpflanzen.

CN-106417378-B Biological Erteilt

Ein biologisches Pestizid aus einem stäbchenförmigen Breitbandvirus zur Vorbeugung und Behandlung von Zünslermottenlarven

(2016)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Dieses biologische Pestizid kombiniert eine Virussuspension mit Chitin-Synthese-Hemmern und weiteren Zusätzen. Es zielt spezifisch auf die Larven von Pyralidae (Zünslermotten) ab. Die Kombination erhöht die insektizide Wirkung gegen landwirtschaftlich schwer bekämpfbare Schädlinge wie den Maiszünsler.

GB-2492272-A Monitoring Unbekannt

Motten-Lockstoffzusammensetzung

University of Greenwich (2012)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt eine Lockstoffzusammensetzung basierend auf Phenylacetaldehyd und Salicylaldehyd zum Fangen von Motten. Die Mischung kann durch weitere pflanzliche Öle wie Pfefferminze oder Vanille ergänzt werden. Sie dient spezifisch dem Monitoring und der Kontrolle von Motten der Familien Pyralidae und Noctuidae in Nutzpflanzenkulturen. Die Methode ermöglicht eine gezielte Überwachung des Schädlingsbefalls.

US-8535932-B2 Biological Erteilt

Lecanicillium muscarium Stamm V-5, Schädlingsbekämpfungsverfahren unter Verwendung desselben und mikrobielles Pestizid

Araki Satoshi, Ogawa Munekazu, Kashima Takayuki, Ishihara Sangyo Kaisha (2009)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent schützt einen spezifischen Pilzstamm (Lecanicillium muscarium V-5) als mikrobielles Pestizid. Es wird als Spray gegen Eier und Larven verschiedener Schädlinge, einschließlich Pyralidae, eingesetzt. Die Lösung ist umweltverträglich und zeichnet sich durch eine schnelle insektizide Wirkung aus.

US-7888471-B2 Biological Erteilt

Bacillus thuringiensis Stämme und deren insektizide Proteine

Bayer Bioscience NV (2008)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Es werden vier neue Bacillus thuringiensis Stämme vorgestellt, die spezielle Kristallproteine produzieren. Diese sind hochtoxisch für Lepidoptera, insbesondere für Pyralidae wie Ostrinia nubilalis. Die Gene können zur Herstellung transgener, resistenter Pflanzen oder direkt als insektizide Zusammensetzung verwendet werden.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/5336
  2. https://genent.cals.ncsu.edu/insect-identification/order-lepidoptera/family-pyralidae/
  3. https://agsci.colostate.edu/agbio/ipm-pests/indian-meal-moth-2/
  4. https://esajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1890/0012-9658%25281999%2529080%255B2074%253AMIBUVP%255D2.0.CO%253B2
  5. https://insectsasfood.russell.wisc.edu/wp-content/uploads/sites/246/2012/09/Manuscript.pdf