Fakten (kompakt)
- Archäologische Analysen von Rückständen an Töpferwaren in Indien belegen die Nutzung der Pflanze seit etwa 2500 v. Chr., was auf eine über 4000-jährige Verwendungsgeschichte hindeutet.[4] - In alten Sanskrit-Texten wird die Art als fester Bestandteil früher ayurvedischer Praktiken dokumentiert, wobei sie sich um 500 v. Chr. als Schlüsselelement etablierte. - Historische Handelsbeziehungen führten zur Ausweitung der Kultivierung bis nach China und Afrika. - Die Laubblätter weisen spezifische Dimensionen von 30 bis 45 cm Länge und 8 bis 12 cm Breite auf, wobei die Oberseite dunkelgrün und die Unterseite blasser gefärbt ist. - Der Blütenstand bildet eine bis zu 15 cm lange Ähre, die direkt aus dem Rhizom entspringt und von hellgrünen, rosa gespitzten Hochblättern (Brakteen) umschlossen wird. - Die eigentlichen Röhrenblüten der Infloreszenz sind gelb-weiß gefärbt und zeichnen sich durch violette Spitzen aus. - Neuere Forschungen untersuchen das Potenzial von Curcumin als Adjuvans bei Augenerkrankungen wie dem Grauen Star (Katarakt) und der altersbedingten Makuladegeneration. - Studien deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe der Pflanze zur Stabilisierung des Tränenfilms bei der Krankheit des trockenen Auges beitragen können. - Präklinische Untersuchungen zeigten *in vitro* eine Hemmung der Kataraktbildung durch die antioxidativen Eigenschaften der Pflanze.[4]
Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Curcuma longa* L., wobei sie taxonomisch zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse) zählt.[1][2] Der Gattungsname leitet sich vom arabischen Wort „kurkum“ für Safran ab, was auf die farbliche Ähnlichkeit des Rhizoms mit dem Gewürz anspielt. Das Art-Epitheton *longa* entstammt dem Lateinischen und bedeutet „lang“, was die längliche Form der unterirdischen Rhizome beschreibt. Im englischen Sprachraum und internationalen Handel ist die Bezeichnung „Turmeric“ geläufig, die ihren Ursprung im lateinischen „terra merita“ („verdienstvolle Erde“) hat und auf das erdige, mineralische Aussehen der gemahlenen Wurzel verweist. Lokal ist die Pflanze unter zahlreichen Namen bekannt, darunter „Haldi“ im Hindi, „Manjal“ im Tamil sowie „Jianghuang“ im Chinesischen. Historische Sanskrit-Texte wie die *Charaka Samhita* führen die Pflanze unter dem Namen „Haridra“ und belegen eine Nutzung seit über 4.000 Jahren.[1] Phylogenetische Untersuchungen zeigen, dass sich die Gattung *Curcuma* vor etwa 16 Millionen Jahren von verwandten Gattungen wie *Zingiber* (Ingwer) abspaltete. Botanisch handelt es sich bei *Curcuma longa* um eine triploide Art mit einem Chromosomensatz von 2n=63, was ihre Sterilität und die primäre Abhängigkeit von vegetativer Vermehrung bedingt. Von verwandten Arten wie *Curcuma aromatica* lässt sie sich durch molekulare Marker und die spezifische Zusammensetzung der Rhizome unterscheiden.[3]
Curcuma longa ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die durch einen aufrechten Wuchs Höhen von 1 bis 1,2 Metern erreicht.[5][1] Charakteristisch für die Art sind die dicken, verzweigten Rhizome, die als primäre Speicher- und Vermehrungsorgane dienen. Diese unterirdischen Sprossachsen sind oval bis zylindrisch geformt, weisen einen Durchmesser von 2 bis 5 cm auf und besitzen ein leuchtend orangefarbenes Inneres. Äußerlich erscheinen die Rhizome knorrig und beringt, was auf die Ansätze alter Blätter zurückzuführen ist. Oberirdisch bildet die Pflanze sogenannte Pseudostämme, die aus überlappenden Blattscheiden bestehen und eine Blattrosette tragen.[1] Die lanzettlichen bis länglichen Blätter sind zweizeilig angeordnet und messen 30 bis 45 cm in der Länge sowie 8 bis 12 cm in der Breite. Sie zeichnen sich durch eine dunkelgrüne Oberseite und eine blasser grüne Unterseite aus.[6] Der zapfenartige Blütenstand wächst als zentrale, bis zu 15 cm lange Ähre direkt aus dem Rhizom und wird von kahnförmigen Tragblättern umschlossen.[7] Diese Tragblätter sind blassgrün mit rosafarbenen Spitzen, während die darin sitzenden kleinen, röhrenförmigen Blüten gelb-weiß mit violetten Spitzen gefärbt sind.[7][1] Die Blütezeit liegt typischerweise in den Sommermonaten, wobei die generative Vermehrung aufgrund der Sterilität der triploiden Pflanze (2n=63) eine untergeordnete Rolle spielt. Zur Abgrenzung von verwandten Arten wie *Curcuma aromatica* werden neben morphologischen Merkmalen auch molekulare Marker herangezogen, da sich die Rhizomzusammensetzung unterscheidet.[3] In Ruhephasen sterben die oberirdischen Teile ab, sodass die Bestimmung in dieser Zeit ausschließlich über die im Boden verbleibenden Rhizome erfolgt.[1]
Curcuma longa ist eine global bedeutende Nutzpflanze, wobei Indien mit über 75 % der Weltproduktion den Markt dominiert.[1] Im landwirtschaftlichen Anbau gilt die Art nicht als Schädling, sondern ist selbst anfällig für diverse biotische Stressfaktoren. Zu den primären Schädlingen zählen der Triebbohrer (*Dichocrocis punctiferalis*), Schildläuse am Rhizom sowie parasitische Nematoden. Pilzliche Erreger verursachen Schadbilder wie Rhizomfäule und Blattfleckenkrankheit, welche die Ernteerträge signifikant reduzieren können.[7] Zur Prävention setzt das integrierte Schädlingsmanagement (IPM) auf Verfahren wie die Heißwasserbehandlung von Saatgut vor der Ausbringung.[1] In der Lagerhaltung kommen chemische Keimhemmungsmittel zum Einsatz, um Qualitätsverluste durch vorzeitiges Austreiben der Rhizome zu verhindern.[7] Medizinisch ist die Pflanze hochrelevant, da klinische Studien entzündungshemmende Effekte bei Osteoarthritis und metabolischem Syndrom belegen.[5] Das enthaltene Curcumin zeigt zudem Potenzial als Adjuvans in der Augenheilkunde, etwa bei trockenen Augen oder Makuladegeneration.[3] Dennoch bestehen gesundheitliche Risiken, weshalb die Anwendung bei Gallenerkrankungen und während der Schwangerschaft kontraindiziert ist. Hochdosierte Supplemente können in seltenen Fällen Leberschädigungen hervorrufen oder die Wirkung von Chemotherapeutika beeinträchtigen. Pharmakologisch bedeutsam ist die Interaktion mit Antikoagulanzien, was ein Monitoring der Blutgerinnungswerte bei gleichzeitiger Medikation erfordert.[1] Interessanterweise fungiert *Curcuma longa* auch als Nützling im veterinärmedizinischen Bereich. Patentierte Anwendungen nutzen Kurkuma-Extrakte zur biologischen Bekämpfung der Nosemose bei Honigbienen, da diese den Erreger effektiv abtöten.[7]