Fakten (kompakt)
- Phylogenetisch wird die Art einer monophyletischen Gruppe innerhalb der Untergattung *Impatiens* zugeordnet, die durch vier-colpate Pollen und fünf Fruchtblätter charakterisiert ist[6]
- Analysen des Chloroplasten-Genoms bestätigen eine enge Verwandtschaft zu *Impatiens balsamina* und eine klare Abgrenzung zur Schwestergattung *Hydrocera*[6]
- Die Laubblätter erreichen eine Länge von bis zu 7,5 cm (3 Zoll) und können neben Grüntönen auch bronzefarbene Färbungen aufweisen[6]
- Die Blüten weisen einen Durchmesser von etwa 2,5 bis 5,7 cm auf und kommen in Farbvarianten wie Flieder, Orange oder zweifarbigen Mustern vor, die im vorherigen Text nicht spezifiziert wurden[6]
- Als Reaktion auf die Anfälligkeit für Falschen Mehltau wurden spezifische resistente Zuchtlinien wie 'Beacon' und 'Imara XDR' entwickelt[6]
- Im Gegensatz zu vielen anderen Zierpflanzen treten kaum Insektenschäden auf, jedoch stellen Nacktschnecken ein relevantes Schädlingsproblem dar[6]
- Gärtnerische Pflegemaßnahmen umfassen oft das Entspitzen (Pinching) der Triebe, um einen dichteren, buschigeren Wuchs zu fördern[6]
- Die taxonomische Einordnung erfolgt in die Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales) innerhalb der Klasse der Magnoliopsida[6]
Der akzeptierte wissenschaftliche Name lautet *Impatiens walleriana*, wobei die Erstbeschreibung im Jahr 1868 durch den Botaniker Joseph Dalton Hooker im Werk *Flora of Tropical Africa* veröffentlicht wurde. Das Art-Epitheton *walleriana* ehrt den britischen Missionar und Pflanzensammler Horace Waller (1833–1896), der das Typusexemplar im August 1864 nahe Morrumbala in Mosambik sammelte.[2] Der Gattungsname *Impatiens* leitet sich vom lateinischen Wort für „ungeduldig“ ab und bezieht sich auf die reifen Samenkapseln, die bei Berührung explosionsartig aufspringen. Historisch existieren mehrere heterotypische Synonyme, darunter *Impatiens sultani* Hook.f. (1881), das ursprünglich anhand von Pflanzen aus Sansibar beschrieben wurde.[2] Weitere Synonyme, die aufgrund morphologischer Übereinstimmungen heute zu *Impatiens walleriana* gestellt werden, sind *Impatiens holstii* Engl. & Warb. (1895) sowie *Impatiens petersiana* Gilg ex Grignan (1906).[2] Im deutschsprachigen Raum ist die Art vor allem unter dem Trivialnamen Fleißiges Lieschen bekannt.[1] Im englischen Sprachraum sind Bezeichnungen wie „Busy Lizzie“ oder „Sultana“ (in Anlehnung an das Synonym *I. sultani*) geläufig. Systematisch wird die Art der Familie der Springkrautgewächse (Balsaminaceae) zugeordnet und gehört phylogenetisch zur Kern-Klade der Gattung *Impatiens*.[1] Analysen des Chloroplasten-Genoms zeigen eine enge Verwandtschaft zu anderen Arten wie *Impatiens balsamina*, wobei sie sich deutlich von der Schwestergattung *Hydrocera* abgrenzt.[2]
Impatiens walleriana wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 cm erreicht und buschige, ausgebreitete Bestände bildet.[2][1] Die Stängel sind halbsukkulent, weich, saftig und im Querschnitt rund, wobei sie meist kahl oder selten an den Spitzen behaart sind. Ihre Färbung variiert von hellgrün bis rötlich überhaucht, und an den unteren Knoten bilden sich unter feuchten Bedingungen oft Wurzeln. Die Laubblätter sind überwiegend wechselständig in einer Spirale angeordnet, können jedoch nahe der Stängelspitzen gegenständig oder quirlständig erscheinen. Die Blattspreite ist lanzettlich bis eiförmig oder elliptisch geformt, misst 3 bis 12 cm in der Länge sowie 2 bis 5 cm in der Breite und besitzt einen gesägten oder gekerbt-gezähnten Rand. Die Blätter sind fleischig, oberseits dunkelgrün und kahl, während die Unterseite gelegentlich rötlich oder bronzefarben getönt ist. Sie sitzen an 1 bis 8 cm langen Blattstielen, die mit gestielten Drüsen besetzt sind, und weisen 5 bis 12 Paare fiederförmiger Seitennerven auf. Die zwittrigen, zygomorphen Blüten stehen einzeln oder in kleinen achselständigen Trauben von bis zu fünf Exemplaren.[2] Sie erreichen einen Durchmesser von 2 bis 5 cm und bestehen aus fünf überlappenden Kronblättern in Farben wie Rosa, Rot, Weiß, Orange oder Violett.[2][1] Charakteristisch ist der 2 bis 5 cm lange, schlanke Sporn, der vom unteren, weißlichen Kelchblatt ausgeht. Das dorsale Kronblatt ist oft gekielt, während die seitlichen Kronblätter miteinander verwachsen sind. Die Früchte sind längliche, spindelförmige oder zylindrische Kapseln von 1,5 bis 2 cm Länge und 4 bis 6 mm Breite. Diese grünen, glatten und gerippten Kapseln besitzen eine geschwollene Mitte und springen bei Reife oder Berührung explosiv auf. Die darin enthaltenen Samen sind zahlreich, dunkel gefärbt, birnenförmig und etwa 1,5 bis 1,75 mm groß. Die Samenoberfläche ist mit kurzen, dicken Haaren bedeckt.[2]
Obwohl *Impatiens walleriana* primär als Zierpflanze geschätzt wird, gilt sie in tropischen Regionen wie Hawaii, den Galápagos-Inseln und Teilen Australiens als invasives Unkraut, das einheimische Vegetation verdrängt.[1][3] In diesen Gebieten bildet die Art dichte Monokulturen in schattigen Feuchtgebieten und Uferzonen, was die Biodiversität reduziert und die Bodenfeuchtigkeit durch dichten Bewuchs verändert.[3] Die größte wirtschaftliche Bedrohung für die Kultur selbst stellt der Falsche Mehltau (*Plasmopara obducens*) dar, der seit den frühen 2010er Jahren weltweit zu massiven Bestandsverlusten führte.[4][1] Befallssymptome beginnen oft subtil mit hellgrünen Sprenkeln auf den unteren Blättern, gefolgt von weißem Sporenbelag auf den Blattunterseiten bei kühlem, feuchtem Wetter. Die Krankheit führt rasch zu vollständigem Blattabwurf und dem Absterben der Pflanze, was eine Früherkennung essenziell macht.[4] Neben Pilzerkrankungen können Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliegen sowie Nacktschnecken auftreten.[4][1] Präventive Maßnahmen im Gartenbau umfassen die Verbesserung der Luftzirkulation und das Vermeiden von Überkopfbewässerung, um die Blattfeuchte zu minimieren.[4][3] Infizierte Pflanzen müssen umgehend entfernt und entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung der Sporen zu verhindern.[3] Gegen Insektenbefall werden unter anderem insektizide Seifen oder Neemöl eingesetzt.[4] Ein zentraler Bestandteil des integrierten Pflanzenschutzes ist die Züchtung resistenter Hybriden, etwa durch Kreuzung mit der Wildart *Impatiens gordonii*, um den Fungizideinsatz zu verringern.[3] Neuere Sortenserien wie 'Beacon' oder 'Imara XDR' weisen eine hohe Toleranz gegenüber *Plasmopara obducens* auf und ermöglichen den Anbau in befallsgefährdeten Lagen.[4][1] Zur Eindämmung der invasiven Ausbreitung in Naturschutzgebieten liegt der Fokus auf der Verhinderung von Samentransport durch Wasserläufe und der korrekten Entsorgung von Gartenabfällen, da die explosiven Samenkapseln eine rasche Kolonisierung begünstigen.[3]