Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über den Dunklen Pelzkäfer (*Attagenus smirnovi*): - *Attagenus smirnovi* ist ein synanthroper Schädling, der organische Materialien in Gebäuden befällt. - Die [Käfer](/pages/lexikon/kafer) sind oval und 2–6 mm lang. - Kopf und Thorax sind dunkelrotbraun bis schwarz. - Die Elytren sind hellbraun bis rötlich-gelb und mit kurzen Haaren bedeckt. - Die Larven sind torpedoförmig und bis zu 10 mm lang. - Die Oberseite der Larven ist bronzebraun, die Unterseite gelblich-braun. - Die Larven haben goldgelbe Haare, einschließlich pinselartiger Büschel am Hinterende.[2] - Ursprünglich stammt *A. smirnovi* aus Ostafrika. - Die Art wurde 1961 erstmals in Russland nachgewiesen. - Die Ausbreitung in Europa erfolgte durch menschliche Aktivitäten. - Die Lebensdauer beträgt typischerweise 6–18 Monate, abhängig von den Umweltbedingungen. - Weibchen legen 50–60 Eier in Ritzen oder auf geeignete Substrate. - Die Larven durchlaufen bis zu 12 Häutungen. - Adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) sind tagaktiv und werden vom Licht angezogen. - Die Larven fressen keratinreiche Substanzen wie Wolle, Fell und Federn. - Mehrere Generationen pro Jahr sind bei günstigen Bedingungen möglich.[2] - *A. smirnovi* stellt eine Bedrohung für Museen und Sammlungen dar, da die Larven organische Materialien konsumieren. - Die Art ist in mehr als 16 europäischen Ländern nördlich der Alpen verbreitet. - Die Bekämpfung umfasst gründliche Reinigung, Staubsaugen und gezielte Fallen. - Die Art wurde 1973 von dem russischen Entomologen Rustem Devletovich Zhantiev formell beschrieben.[2] - Der Artname "smirnovi" ehrt den sowjetischen Entomologen E. Smirnov. - Im Vereinigten Königreich ist er umgangssprachlich als "Vodka-[Käfer](/pages/lexikon/kafer)" bekannt. - Die Larven ähneln denen von *[Attagenus pellio](/pages/lexikon/gefleckter-pelzkaefer)*.[2] - *A. smirnovi* wurde erstmals 1961 in Moskau in Europa nachgewiesen. - Die Art ist in städtischen und Innenräumen in weiten Teilen Europas nördlich der Alpen etabliert. - Die Larven vermeiden Licht und stellen sich tot, wenn sie gestört werden. - Die Larven können unter ungünstigen Bedingungen in eine Diapause eintreten. - Die Larven verursachen den Hauptschaden, indem sie sich von keratinreichen Materialien ernähren.[2] - Die Anzeichen für einen Befall sind u. a. Larvenhäute, Kotkrümel und Seidenkokons. - Das Management von *Attagenus smirnovi* basiert auf integrierten Schädlingsbekämpfungsstrategien (IPM). - Regelmäßige Inspektionen helfen, frühe Befälle zu erkennen. - Nicht-chemische physikalische Methoden werden bevorzugt, um Kulturgüter zu erhalten.[2]
Der Dunkle Pelzkäfer (*Attagenus smirnovi*) wurde im Jahr 1973 durch den russischen Entomologen Rustem Devletovich Zhantiev wissenschaftlich erstbeschrieben. Die Art zählt zur Familie der [Speckkäfer](/pages/lexikon/gemeiner-speckkaefer) ([Dermestidae](/pages/lexikon/speckkafer)) und wird dort der Gattung *Attagenus* zugeordnet.[2] Das Artepitheton *smirnovi* ehrt den sowjetischen Entomologen E. Smirnov, welcher die Spezies 1961 erstmals in Europa nachwies. Im englischen Sprachraum, insbesondere in Großbritannien, existiert aufgrund der phonetischen Ähnlichkeit der Trivialname „vodka beetle“. Synonyme sind für diese Art bislang nicht dokumentiert.[3]
Der adulte *Attagenus smirnovi* ist ein kleiner, länglich ovaler [Käfer](/pages/lexikon/kafer) mit einer Körperlänge von 3,0 bis 5,5 Millimetern und einer Breite von 2,0 bis 2,5 Millimetern.[1] Kopf und Halsschild sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt, während die Flügeldecken (Elytren) hellbraun bis rotgelb erscheinen und eine dichte, feine Behaarung aufweisen. Die Fühler bestehen aus elf Gliedern und enden in einer dreigliedrigen Keule, die rötlich bis gelb gefärbt ist.[1][3] Ein deutlicher Sexualdimorphismus zeigt sich an den Antennen, deren letztes Glied bei den Männchen säbelartig geformt und extrem verlängert ist.[1] Die Larven erreichen eine Länge von bis zu 10 Millimetern und weisen einen torpedoförmigen, nach hinten verjüngten Körperbau auf.[1][3] Ihre Oberseite ist bronzebraun und die Unterseite gelbbraun gefärbt, wobei die Behaarung ein gebändertes Erscheinungsbild erzeugt. Am Körperende besitzen die Larven charakteristische, pinselartige Haarbüschel, die etwa die Länge von drei Abdominalsegmenten haben. Im Gegensatz zum Gefleckten Pelzkäfer (*[Attagenus pellio](/pages/lexikon/gefleckter-pelzkaefer)*) fehlen *Attagenus smirnovi* weiße Flecken auf den Flügeldecken; stattdessen ist die Behaarung einheitlich. Von den Larven des *Attagenus unicolor* unterscheiden sie sich durch die weichen Haarbüschel am Hinterleib anstelle eines steifen Borstenschwanzes.[3]
Der Dunkle Pelzkäfer (*Attagenus smirnovi*) ist ein relevanter Materialschädling, der primär in beheizten Innenräumen wie Wohnungen, Lagern und Museen auftritt. Die Zerstörung von Materialien erfolgt ausschließlich durch die Larven, während sich die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) in der Natur von Pollen und Nektar ernähren oder im Innenbereich kaum Nahrung aufnehmen. Zum Nahrungsspektrum der Larven gehören keratinhaltige Stoffe wie Wolle, Pelze, Felle, Leder, Federn sowie Insektensammlungen.[1][3] Ein Befall zeigt sich typischerweise durch unregelmäßige Fraßlöcher, kahle Stellen in Geweben sowie Ansammlungen von Larvenhäuten und Kotpellets.[3] Untersuchungen belegen das Schadpotenzial, wonach 30 Larven unter günstigen Bedingungen innerhalb von drei Monaten etwa 169 mg Wolle verzehren können.[2] Eine Übertragung von Krankheiten durch die Art ist nicht bekannt.[1] Präventionsstrategien basieren auf gründlicher Hygiene, um organische Rückstände wie Haare, Wollstaub oder Vogelnester zu entfernen, sowie dem Abdichten von Gebäudezugängen.[3][7] Für das Monitoring werden Klebefallen oder Pheromonköder eingesetzt, um einen Befall frühzeitig zu detektieren.[3] Zur Bekämpfung an befallenen Objekten haben sich physikalische Methoden bewährt, insbesondere das Einfrieren bei -20 °C über mehrere Tage, was alle Entwicklungsstadien abtötet.[3][7] Alternativ werden Sauerstoffentzug (Anoxie) oder Diatomeenerde genutzt, während chemische Begasungen aufgrund von Gesundheits- und Umweltaspekten nur zurückhaltend eingesetzt werden.[3][2]