Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über die Deutsche Wespe (*Vespula germanica*): - *Vespula germanica*, auch bekannt als Deutsche Wespe, ist eine eusoziale Wespenart aus der Familie der [Vespidae](/pages/lexikon/wespen). - Die Deutsche Wespe ist heimisch in Europa, Nordafrika und Teilen Asiens bis nach Ostsibirien. - Arbeiterinnen sind etwa 12–13 mm lang, während Königinnen bis zu 18 mm erreichen können. - Die Art hat eine auffällige schwarz-gelbe Färbung mit einer spatenförmigen schwarzen Markierung auf dem ersten Abdominaltergum.[1] - *V. germanica* baut Nester aus einem papierartigen Material, das aus zerkauten Holzfasern und Speichel besteht. - Die Nester befinden sich typischerweise in geschützten Hohlräumen wie Wandspalten, Dachböden oder unterirdisch. Bodennester sind in den ursprünglichen europäischen Lebensräumen häufiger. - Die Kolonien sind einjährig und werden im Frühjahr von überwinternden Königinnen gegründet. - Im Spätsommer können die Nester Tausende von Individuen beherbergen und einen Durchmesser von bis zu 60 cm erreichen.[1] - *V. germanica* ist räuberisch und ernährt sich von [Insekten](/pages/lexikon/insekten), Aas und menschlichen Nahrungsquellen. - Die Deutsche Wespe gilt als invasive Art und hat sich weltweit verbreitet, unter anderem in Nordamerika, Südamerika, Australien und Neuseeland.[1] - Arbeiterinnen von *V. germanica* können wiederholt stechen, ohne ihren Stachel zu verlieren, was eine Gefahr für Menschen darstellt. - Die Art gehört zur Unterfamilie Vespinae, die sich vor etwa 42 Millionen Jahren von der nahe verwandten Unterfamilie Polistinae getrennt hat. - Die Arbeiterinnen sind sterile Weibchen, die eine Länge von 12–17 mm erreichen und gelbe Markierungen auf verschiedenen Körperteilen aufweisen. - Die Königinnen paaren sich typischerweise mit mehreren Männchen, was die genetische Vielfalt innerhalb der Kolonie erhöht.[1]
Die Deutsche Wespe trägt den wissenschaftlichen Namen *Vespula germanica* und wird innerhalb der Familie der [Vespidae](/pages/lexikon/wespen) (Faltenwespen) zur Unterfamilie Vespinae gezählt.[1] Ursprünglich beschrieb Johan Christian Fabricius die Art im Jahr 1793 unter dem Basionym *Vespa germanica*, bevor sie später taxonomisch in die Gattung *Vespula* gestellt wurde.[1][2] In einigen Klassifikationen wird sie zudem dem Untergenus *Paravespula* zugeordnet, was jedoch nicht universell etabliert ist.[2]
Die Deutsche Wespe (*Vespula germanica*) zeichnet sich durch eine für Vespinen typische schwarz-gelbe Warnfärbung aus, wobei der Hinterleib abwechselnde schwarze und gelbe Bänder aufweist.[3] Ein zentrales Merkmal auf dem ersten Abdominaltergit ist eine rauten- oder pfeilförmige schwarze Zeichnung.[2] Zur Unterscheidung von ähnlichen Arten dient primär der Kopfschild (Clypeus), der bei *V. germanica* meist drei kleine schwarze Punkte auf gelbem Grund zeigt. Dies grenzt sie von der Gemeinen Wespe (*[Vespula vulgaris](/pages/lexikon/gemeine-wespe)*) ab, deren Kopfschildzeichnung typischerweise ankerförmig ist. Zudem sind die gelben Ringe um die Augen bei der Deutschen Wespe oft unterbrochen, während sie bei der Westlichen Gelbwespe (*Vespula pensylvanica*) vollständig sind.[4] Die Körpergröße variiert stark zwischen den Kasten: Königinnen erreichen bis zu 20 mm Länge, während Arbeiterinnen etwa 12 bis 17 mm messen. Männliche Drohnen sind 13 bis 15 mm lang und unterscheiden sich durch 13 Antennensegmente von den Weibchen, die nur 12 Segmente besitzen. Auch die Anzahl der sichtbaren Hinterleibssegmente differiert mit sieben bei Männchen gegenüber sechs bei Weibchen.[2] Farblich wird das Gelb der Art oft als leuchtendes „Schulbus-Gelb“ beschrieben, was im Kontrast zum blasseren Zitronengelb verwandter Arten steht.[4] Im Feld kann auch das Nest zur Bestimmung beitragen, da es aus verwittertem Holz gefertigt wird und dadurch grau erscheint.[3][4]
Die Deutsche Wespe (*Vespula germanica*) ist als Hygiene- und Materialschädling von erheblicher Bedeutung, da sie menschliche Nahrungsmittel kontaminiert und durch ihre aggressive Nestverteidigung ein Gesundheitsrisiko darstellt.[1] Stiche können schmerzhaft sein und bei etwa 0,4 bis 3 % der Bevölkerung allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie auslösen.[2] In der Landwirtschaft verursacht die Art signifikante Schäden, indem sie reifende Früchte wie Trauben und Steinobst anfrisst, um zuckerhaltige Säfte aufzunehmen. Dies führt zu direkten Ertragsverlusten von 10–15 % und begünstigt Sekundärinfektionen durch Fäulniserreger, welche die Ernte unverkäuflich machen. Auch in der Imkerei tritt *Vespula germanica* als Räuber auf, der [Honigbienen](/pages/lexikon/honigbiene) erbeutet und Bienenstöcke ausraubt, was zur Schwächung ganzer Völker führen kann. Die ökonomischen Auswirkungen sind beträchtlich; in Neuseeland wurden die jährlichen Kosten für Schäden und Bekämpfungsmaßnahmen im Jahr 2015 auf rund 133 Millionen NZ-Dollar beziffert. Zur Bestandsregulierung haben sich toxische Köder als effektiv erwiesen, wobei in Feldversuchen in Argentinien durch den Einsatz von Fipronil in Proteinködern eine Reduktion der Wespenabundanz um 65 % erreicht wurde.[1] Die direkte Bekämpfung zugänglicher Nester erfolgt häufig durch das Einblasen insektizider Stäube (z. B. Carbaryl) in den Nesteingang, wodurch die Kolonie eliminiert wird. Bei versteckten Nestern in Gebäudestrukturen wird eine professionelle Entfernung empfohlen, um Bauschäden zu vermeiden.[3] Biologische Bekämpfungsansätze, etwa mit dem Parasitoiden *Sphecophaga vesparum*, zeigten in invasiven Verbreitungsgebieten bisher nur begrenzten Erfolg.[6] Integrierte Managementstrategien kombinieren daher zunehmend Überwachungsmethoden mit gezielten chemischen Maßnahmen.[1]