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Giardien Hund Behandlung
gennaio 25, 2026 Patricia Titz

Giardien Hund Behandlung

Die Diagnose "Giardien" löst bei den meisten Hundehaltern erst einmal einen Schreckmoment aus – und das völlig zu Recht. Wer schon einmal mit wiederkehrenden Durchfällen, schleimigem Kot und einem sichtlich geschwächten Vierbeiner zu kämpfen hatte, weiß, wie hartnäckig diese einzelligen Parasiten sein können. Es ist nicht nur eine medizinische Herausforderung, sondern oft auch eine Geduldsprobe für den Besitzer. Doch keine Panik: Mit der richtigen Strategie, bestehend aus medikamentöser Behandlung, strikter Hygiene und einer angepassten Ernährung, lassen sich Giardien erfolgreich bekämpfen. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, damit Ihr Hund schnell wieder gesund wird und – noch wichtiger – es auch bleibt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hartnäckigkeit: Giardien sind Einzeller, die sich im Dünndarm festsetzen und extrem widerstandsfähige Zysten ausscheiden, die in der Umwelt monatelang überleben.
  • Behandlungssäulen: Eine erfolgreiche Therapie basiert immer auf drei Säulen: Medikamente (vom Tierarzt), strenge Hygiene (Umgebung) und kohlenhydratarme Ernährung.
  • Reinfektionsgefahr: Die größte Hürde ist nicht das Abtöten der Parasiten im Hund, sondern die Verhinderung der sofortigen Neuansteckung durch die eigene Umgebung.
  • Sammelkotprobe: Für eine sichere Diagnose ist Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen notwendig, da Giardien nicht bei jedem Stuhlgang ausgeschieden werden.
  • Zoonose: Eine Übertragung auf den Menschen ist möglich, wenn auch seltener als oft angenommen. Hygiene ist dennoch Eigenschutz.
  • Darmsanierung: Nach der Chemiekeule ist der Aufbau der Darmflora essenziell, um das Immunsystem langfristig zu stärken.

Was sind Giardien und warum sind sie so problematisch?

Giardien (Giardia duodenalis oder Giardia intestinalis) sind mikroskopisch kleine Dünndarm-Parasiten. Anders als Würmer sind sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Sie gehören weltweit zu den häufigsten Magen-Darm-Parasiten bei Hunden und Katzen. Das Tückische an Giardien ist ihr Lebenszyklus, der sie zu wahren Überlebenskünstlern macht. [1]

Der Lebenszyklus: Trophozoiten und Zysten

Um die Behandlung zu verstehen, muss man den Feind kennen. Giardien kommen in zwei Formen vor:

  • Trophozoiten: Dies ist die aktive Form, die im Darm des Hundes lebt. Sie heften sich an die Darmwand, vermehren sich durch Teilung und schädigen die Schleimhaut. Dies führt zu Nährstoffmangel und Durchfall.
  • Zysten: Sobald die Trophozoiten in Richtung Dickdarm wandern, kapseln sie sich ein und werden zu Zysten. Diese werden mit dem Kot ausgeschieden. Das Problem: Zysten sind extrem widerstandsfähig. Sie überleben in feuchter Umgebung, im Boden oder im Wasser über Monate hinweg und sind gegen viele herkömmliche Desinfektionsmittel resistent.

Ein infizierter Hund kann bis zu 10 Millionen Zysten pro Gramm Kot ausscheiden. Um einen neuen Wirt (oder sich selbst erneut) zu infizieren, reichen jedoch bereits 10 bis 100 Zysten aus. Das erklärt die extrem hohe Ansteckungsrate in Hundeschulen, Zwingern oder auf beliebten Gassistrecken. [2]

Symptome und Diagnose: Wann zum Tierarzt?

Nicht jeder Hund, der Giardien in sich trägt, wird krank. Viele erwachsene Hunde mit einem starken Immunsystem sind symptomlose Ausscheider. Sie leiden nicht selbst, verteilen die Zysten aber in der Umgebung und gefährden Welpen, Senioren oder immungeschwächte Tiere.

Typische Symptome einer Giardiose

Wenn Symptome auftreten, sind diese meist klassisch für Magen-Darm-Erkrankungen, weisen aber spezifische Merkmale auf:

  • Wiederkehrender Durchfall: Oft schleimig, manchmal fettig glänzend oder schaumig. Die Farbe kann von gelblich bis grünlich variieren.
  • Blutbeimengungen: Durch die Reizung der Darmwand kann frisches Blut im Kot sichtbar sein.
  • Erbrechen: Tritt seltener auf als Durchfall, ist aber möglich.
  • Gewichtsverlust: Trotz gutem Appetit nimmt der Hund ab, da die Nährstoffe im Dünndarm nicht mehr richtig aufgenommen werden können (Malabsorption).
  • Stumpfes Fell und Lethargie: Als Folge des Nährstoffmangels.

Achtung bei Welpen!

Für Welpen und Junghunde sind Giardien besonders gefährlich. Ihr Immunsystem ist noch nicht voll ausgebildet, und der massive Flüssigkeitsverlust durch Durchfall kann schnell lebensbedrohlich werden. Bei Welpen sollte schon bei leichtem Durchfall sofort ein Test erfolgen.

Die richtige Diagnose: Sammelkotprobe ist Pflicht

Ein häufiger Fehler in der Diagnostik ist die Untersuchung von nur einem einzigen Kothaufen. Da Giardien-Zysten intermittierend (also nicht bei jedem Stuhlgang) ausgeschieden werden, kann eine einzelne Probe "falsch negativ" sein.

Der Goldstandard: Sammeln Sie Kotproben von drei aufeinanderfolgenden Tagen. Diese werden vom Tierarzt mittels ELISA-Test (Antigen-Nachweis) oder Flotationsverfahren untersucht. Der ELISA-Test gilt als sehr zuverlässig und erkennt Proteine der Giardien, selbst wenn gerade keine Zysten gefunden werden. [3]

Medizinische Behandlung: Der erste Schritt

Ist die Diagnose gestellt, wird der Tierarzt Medikamente verschreiben. Es gibt zwei Hauptwirkstoffe, die gegen Giardien beim Hund eingesetzt werden. Wichtig ist, dass alle Tiere im Haushalt (auch Katzen oder symptomfreie Zweithunde) mitbehandelt werden, um einen "Ping-Pong-Effekt" zu vermeiden.

Fenbendazol (z.B. Panacur)

Dies ist oft das Mittel der ersten Wahl. Es ist eigentlich ein Entwurmungsmittel, wirkt aber auch gegen Giardien.

  • Anwendung: Meist als Tabletten oder Paste.
  • Schema: Ein gängiges Schema ist 5 Tage Gabe, 3 bis 5 Tage Pause, 5 Tage Gabe. Dieses Intervall ist wichtig, um verschiedene Entwicklungsstadien zu erwischen.
  • Verträglichkeit: Gilt als gut verträglich, auch für Welpen und trächtige Hündinnen.

Metronidazol

Ein Antibiotikum, das auch gegen Protozoen (Einzeller) wirkt. Es wird oft eingesetzt, wenn Fenbendazol nicht wirkt oder der Befall sehr stark ist.

  • Anwendung: Tabletten.
  • Nachteile: Es schmeckt extrem bitter (schwierige Eingabe) und kann stärkere Nebenwirkungen haben, darunter neurologische Störungen bei Überdosierung oder langer Gabe. Zudem greift es als Antibiotikum die ohnehin schon geschädigte Darmflora massiv an.

Wichtig: Brechen Sie die Behandlung niemals vorzeitig ab, auch wenn der Durchfall aufhört. Ein Nachtest ca. 5–7 Tage nach Ende der letzten Medikamentengabe ist essenziell, um den Erfolg zu bestätigen.

Der Hygieneplan: Der Schlüssel zum Erfolg

Hier scheitern die meisten Behandlungen. Sie können dem Hund noch so viele Medikamente geben – wenn er sich zu Hause an seinem eigenen Kissen oder Spielzeug wieder ansteckt (Reinfektion), beginnt der Kreislauf von vorne. Giardien-Zysten lieben feucht-kühle Umgebungen und sterben erst bei Temperaturen über 60°C oder durch spezielle Desinfektionsmittel ab.

Profi-Tipp: Dampfreiniger

Ein Dampfreiniger ist im Kampf gegen Giardien Gold wert. Der heiße Dampf (direkt an der Düse oft über 100°C) tötet Zysten auf Teppichen, Sofas und in Ritzen zuverlässig ab, wo chemische Reiniger oft versagen oder nicht hinkommen.

Täglicher Hygiene-Fahrplan

Während der akuten Behandlungsphase (und einige Tage danach) sollten Sie folgende Maßnahmen strikt einhalten:

  1. Kot sofort entfernen: Sammeln Sie jeden Kothaufen sofort ein und entsorgen Sie ihn im geschlossenen Müllbeutel über den Hausmüll (nicht Kompost!).
  2. Analhygiene: Nach jedem Kotabsatz sollte der After des Hundes gereinigt werden. Nutzen Sie dazu Feuchttücher (ohne Alkohol) oder waschen Sie den Bereich mit einem milden Shampoo. Langes Fell am After sollte gekürzt werden, damit keine Kotreste hängen bleiben.
  3. Näpfe: Futter- und Wassernäpfe müssen täglich mit kochendem Wasser übergossen und gereinigt werden. Trocknen Sie diese danach vollständig ab.
  4. Liegeplätze: Decken und Kissen sollten bei mindestens 60°C gewaschen werden. Was nicht so heiß gewaschen werden kann, ist während der Behandlungszeit tabu. Decken Sie Sofas oder Hundebetten mit alten Laken ab, die Sie täglich bei 90°C kochen können (Kochwäsche).
  5. Spielzeug: Plüschtiere waschen (60°C) oder wegwerfen/wegpacken. Gummispielzeug mit kochendem Wasser übergießen.
  6. Böden und Oberflächen: Normale Haushaltsreiniger töten Giardien nicht. Verwenden Sie Dampfreiniger oder spezielle Desinfektionsmittel, die gegen Giardien wirksam sind (z.B. auf Basis von Chloramin-T). Achten Sie auf die Einwirkzeit! [4]
  7. Hund baden: Zu Beginn und am Ende der Behandlung sollte der Hund shampooniert werden (spezielles Hundeshampoo, z.B. mit Chlorhexidin), um Zysten aus dem Fell zu waschen.

Ernährung bei Giardien: Aushungern statt Füttern

Die Ernährung spielt eine oft unterschätzte Rolle. Giardien ernähren sich im Darm vorwiegend von Kohlenhydraten (Zucker). Eine kohlenhydratreiche Ernährung ist also wie "Kraftfutter" für die Parasiten.

Die "Anti-Giardien-Diät"

Um den Parasiten die Nahrungsgrundlage zu entziehen, sollten Sie während der Behandlung (und idealerweise 2-4 Wochen darüber hinaus) auf Kohlenhydrate weitgehend verzichten.

  • Verzichten Sie auf: Trockenfutter (enthält meist viel Stärke/Getreide als Bindemittel), Nudeln, Reis, Kartoffeln, Getreideflocken, Bananen und zuckerhaltige Leckerlis.
  • Füttern Sie stattdessen: Hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil oder Barf (Rohfütterung) ohne Kohlenhydratbeilage. Gekochtes Huhn oder Pute mit Karotten (Morosche Karottensuppe) ist oft gut verträglich.

Unterstützende Hausmittel

Neben der Diät gibt es natürliche Helfer, die das Milieu im Darm für Giardien ungemütlich machen:

  • Kräuterbuttermilch: Ein beliebtes Hausmittel. Die Milchsäurebakterien in der Buttermilch unterstützen die Darmflora, während Kräuter wie Oregano, Thymian und Majoran natürliche antiparasitäre Eigenschaften haben.
    Rezept: 500ml Buttermilch mit je 1 EL getrocknetem Oregano, Thymian und Majoran mischen. Über Nacht ziehen lassen. Pro 10kg Körpergewicht ca. 1-2 EL täglich über das Futter geben.
  • Kokosöl: Enthält Laurinsäure, die antimikrobiell wirken kann. Es ersetzt keine Wurmkur, kann aber unterstützend gegeben werden.
  • Morosche Karottensuppe: Durch das lange Kochen von Karotten (mind. 1 Stunde) entstehen Oligogalakturonide. Diese zuckerähnlichen Moleküle besetzen die Rezeptoren an der Darmwand, sodass die Giardien keinen Halt mehr finden und ausgeschieden werden.

Nach der Behandlung: Darmaufbau

Nach der erfolgreichen Bekämpfung der Giardien ist der Darm oft ein "Schlachtfeld". Die Parasiten haben die Darmzotten geschädigt, und Medikamente wie Antibiotika haben auch die guten Darmbakterien dezimiert. Ein geschädigter Darm ist anfällig für neue Infektionen.

Eine Darmsanierung ist daher Pflicht. Nutzen Sie hierfür Präbiotika (Nahrung für gute Bakterien) und Probiotika (lebende Bakterienstämme), die speziell für Hunde entwickelt wurden. Dieser Prozess kann 4 bis 12 Wochen dauern. Geduld zahlt sich hier aus: Ein starkes Mikrobiom ist der beste Schutz gegen einen erneuten Befall.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Giardien auf den Menschen übertragbar?

Ja, Giardien sind eine Zoonose. Allerdings sind die Genotypen, die Hunde befallen (Typ C und D), für Menschen oft weniger ansteckend als die humanen Typen (A und B). Dennoch ist Vorsicht geboten, besonders bei Kleinkindern und immungeschwächten Personen. Händewaschen nach dem Hundekontakt ist Pflicht. [5]

Warum kommen die Giardien immer wieder?

Meist liegt es an einer Reinfektion aus der eigenen Umgebung (nicht ausreichend gereinigte Liegeplätze, Auto, Garten) oder an einem geschwächten Immunsystem, das die verbliebenen Parasiten nicht in Schach halten kann. Auch eine zu kohlenhydratreiche Ernährung kann das Wachstum begünstigen.

Kann ich Giardien ohne Chemie behandeln?

Bei einem massiven Befall mit Symptomen raten Experten dringend zur medikamentösen Behandlung. Hausmittel wie Kräuterbuttermilch können unterstützend wirken oder bei sehr leichtem Befall helfen, reichen bei einer akuten Giardiose aber oft nicht aus, um die Erreger vollständig zu eliminieren.

Wie lange überleben Giardien im Garten?

In feuchtem Boden und kühlem Wasser können Zysten mehrere Monate überleben. Im Sommer bei Trockenheit und direkter UV-Strahlung sterben sie schneller ab. Es empfiehlt sich, Kot im Garten großzügig mit Erde auszustechen und zu entsorgen.

Darf mein Hund während der Behandlung Kontakt zu anderen Hunden haben?

Nein. Da die Ansteckungsgefahr extrem hoch ist, sollten Sie Hundewiesen und direkten Kontakt zu Artgenossen meiden, bis der Nachtest negativ ist.

Fazit

Giardien sind lästige und hartnäckige Gegner, aber sie sind besiegbar. Der Erfolg der Behandlung hängt maßgeblich von Ihrer Konsequenz ab. Medikamente allein reichen oft nicht aus – erst die Kombination aus Therapie, strikter Hygiene (Dampfreiniger, 60°C Wäsche) und kohlenhydratarmer Ernährung bringt den Durchbruch.

Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen. Manchmal ist eine zweite Behandlungsrunde notwendig. Wichtig ist, dass Sie nach der Akutphase den Darm Ihres Hundes gezielt aufbauen, um ihn gegen zukünftige Parasitenattacken zu wappnen. Bleiben Sie dran – für die Gesundheit und Lebensfreude Ihres Hundes lohnt sich der Aufwand!

Quellen und Referenzen

  1. ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites), "Bekämpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und Katzen", Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 6, 2017.
  2. R. W. Nelson, C. G. Couto, "Innere Medizin der Kleintiere", Elsevier, Urban & Fischer, 2010.
  3. Barutzki D et al., "Infektionen mit Giardia bei Hunden und Katzen: Verbreitung, Diagnostik, Therapie und Prophylaxe", Kleintierpraxis 53, 2008.
  4. Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG), "Desinfektionsmittelliste für die Tierhaltung", aktuelle Fassung.
  5. Robert Koch-Institut (RKI), "Giardiasis - RKI-Ratgeber", Stand: 2018.

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