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Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Hydrangea macrophylla wächst als sommergrüner, verholzender Strauch mit einem rundlichen bis ausladenden Habitus und erreicht typischerweise Wuchshöhen und -breiten von 1 bis 3 Metern.[3][2] Die Pflanze bildet eine grobe Textur mit vieltriebigen, direkt aus dem Boden entspringenden Sprossen, deren Rinde an älteren Ästen hellbraun bis lohfarben ist und oft abblättert. Junge Triebe sind pubeszent behaart, was zum texturierten Erscheinungsbild während des aktiven Wachstums beiträgt.[2] Die gegenständigen, einfachen Laubblätter sind eiförmig bis elliptisch, messen 10 bis 20 cm in der Länge und besitzen einen gesägten Blattrand sowie eine zugespitzte Blattspitze.[3][2] Die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün und dickfleischig, während die Unterseite kahl oder leicht filzig behaart ist. Das Wurzelsystem ist faserig und flachgründig ausgebildet, um Feuchtigkeit aus den oberen Bodenschichten aufzunehmen.[2] Die endständigen Blütenstände erscheinen als Schirmrispen (Corymbs) mit einem Durchmesser von 10 bis 20 cm.[5] Man unterscheidet zwei Hauptformen: „Mophead“ mit halbkugeligen Clustern aus meist sterilen Blüten und „Lacecap“ mit flachen Schirmen aus fertilen zentralen Blüten, umgeben von sterilen Randblüten.[3][5] Die fertilen Blüten sind klein (4–6 mm), aktinomorph und besitzen fünf Petalen sowie acht bis zehn Staubblätter. Die auffälligen sterilen Blüten weisen vier vergrößerte, blütenblattartige Kelchblätter auf, die 2 bis 5 cm breit sind.[5] Die Färbung der Kelchblätter variiert je nach Boden-pH-Wert zwischen Rosa, Blau und Purpur, bedingt durch das Pigment Delphinidin.[2] Nach der Bestäubung entwickeln sich 6 bis 8 mm lange, trockene Kapselfrüchte. Diese enthalten zahlreiche winzige, staubartige Samen, die spindelförmig und längs gestreift sind.[5] Eine Verwechslungsgefahr besteht primär mit der nah verwandten *Hydrangea serrata*, die genetisch ähnlich ist, aber oft zierlicher wächst.[2]
Hydrangea macrophylla ist ein sommergrüner, verholzender Strauch, der sich durch einen rundlichen bis ausladenden Wuchs auszeichnet und in seinem natürlichen Habitat Wuchshöhen und Breiten von 1 bis 3 Metern erreicht.[1][2] Die Art bildet eine massige Struktur mit mehrstämmigen Trieben, die direkt aus der Basis entspringen und nur begrenzt verzweigen, wobei ältere Äste eine hellbraune, abblätternde Rinde aufweisen.[2] In ihrem endemischen Verbreitungsgebiet in Japan, insbesondere in den küstennahen Wäldern und an Waldrändern von Honshu und den Izu-Inseln, besiedelt die Pflanze feuchte, schattige Standorte bis zu einer Höhe von etwa 1000 Metern über dem Meeresspiegel.[1] Ein charakteristisches Merkmal ist das flache, faserige Wurzelsystem, das sich weit ausbreitet, um effizient Feuchtigkeit aus den oberen Bodenschichten aufzunehmen, was die hohe Empfindlichkeit der Art gegenüber Trockenstress erklärt.[3] Die großen, gegenständigen Blätter sind dickfleischig, glänzend dunkelgrün und besitzen einen gesägten Rand sowie eine akuminate Spitze, wobei sie im Herbst oft vergilben, bevor sie abgeworfen werden.[2] Anatomisch ist die Pflanze durch die Fähigkeit ausgezeichnet, Aluminiumionen in den Vakuolen der Kelchblattzellen anzureichern, was in Verbindung mit dem Farbstoff Delphinidin die bekannte Blaufärbung in sauren Böden ermöglicht.[3] Die Infloreszenzen treten als endständige Schirmrispen (Corymbs) auf, die typischerweise 10 bis 20 Zentimeter messen und eine Dimorphie der Blüten zeigen.[1] Dabei unterscheidet man zwischen der Wildform (Lacecap), bei der zentrale fertile Blüten von einem Ring steriler Schau-Blüten umgeben sind, und der kultivierten Mophead-Form, die fast ausschließlich aus sterilen Blüten besteht und eine ballförmige Gestalt annimmt.[2] Die fertilen Blüten sind klein (4–6 mm), aktinomorph und besitzen fünf Petalen sowie acht bis zehn Staubblätter, während die sterilen Randblüten durch vergrößerte, petaloide Sepalen die optische Attraktivität für Bestäuber erhöhen. Nach der Bestäubung entwickeln sich trockene, aufspringende Kapseln von etwa 6 bis 8 Millimetern Länge, die zahlreiche winzige, staubartige Samen enthalten. Diese Samen sind spindelförmig bis ellipsoid und längs gestreift, wobei die Verbreitung im Herbst durch den Wind erfolgt, sobald sich die Kapseln öffnen. Im Gegensatz zu tierischen Organismen durchläuft die Pflanze keine Larvenstadien, sondern entwickelt sich vom Keimling über vegetative Phasen bis zur Geschlechtsreife, wobei die sexuelle Reproduktion in natürlichen Populationen vorherrscht.[1] Taxonomisch wird Hydrangea macrophylla oft in die Nähe von Hydrangea serrata gestellt, mit der sie genetische Ähnlichkeiten und den ostasiatischen Ursprung teilt.[2] Die Erstbeschreibung erfolgte 1784 durch Carl Peter Thunberg unter dem Namen Viburnum macrophyllum, bevor die Art 1830 von Nicolas Charles Seringe in die Gattung Hydrangea überführt wurde.[1] Historisch ist zudem die frühe Nutzung in Japan dokumentiert, wo die Art lange vor ihrer Einführung in Europa im späten 18. Jahrhundert kultiviert wurde.[1]
Sistematica
Name & Einordnung
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Hydrangea macrophylla* (Thunb.) Ser.[1] Die Erstbeschreibung veröffentlichte Carl Peter Thunberg im Jahr 1784 ursprünglich unter dem Basionym *Viburnum macrophyllum*, bevor Nicolas Charles Seringe die Art 1830 in die Gattung *Hydrangea* überführte.[1][2] Der Gattungsname *Hydrangea* wurde 1753 von Carl von Linné geprägt und setzt sich aus den altgriechischen Begriffen *hydōr* (Wasser) und *angos* (Gefäß) zusammen, was die becherförmige Struktur der Samenkapseln beschreibt. Das Art-Epitheton *macrophylla* leitet sich von *makros* (groß) und *phyllon* (Blatt) ab und verweist auf das charakteristische große Laub der Spezies.[2] Ein historisch bedeutendes, heute jedoch veraltetes Synonym ist *Hydrangea hortensis*, das 1792 von James Edward Smith vorgeschlagen wurde.[1] Der Trivialname „Hortensie“ etablierte sich im Europa des 18. Jahrhunderts, nachdem Antoine Laurent de Jussieu die Pflanze 1789 zunächst der Gattung *Hortensia* zuordnete. Diese Benennung ehrt möglicherweise die Französin Hortense oder leitet sich vom lateinischen *hortus* (Garten) ab. Zu den internationalen Trivialnamen zählen „Bigleaf hydrangea“, „French hydrangea“ und „Mophead hydrangea“. Systematisch wird *Hydrangea macrophylla* der Familie Hydrangeaceae und der Ordnung Cornales zugerechnet. Phylogenetische Untersuchungen platzieren die Art in die Sektion Macrophyllae, wobei der Ursprung der Tribus Hydrangeeae in Asien vor etwa 30 Millionen Jahren vermutet wird.[2] Innerhalb der Art wird taxonomisch oft zwischen den „Mophead“-Formen (*var. macrophylla*) und den „Lacecap“-Formen (*var. normalis*) unterschieden, basierend auf der Architektur der Blütenstände.[2]