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Kauf-Ratgeber Raubmilben

Raubmilben kaufen: Welche Raubmilbe hilft gegen welchen Schädling?

Raubmilben sind winzige Jäger, die gezielt andere kleine Tiere fressen – je nach Art Spinnmilben, Thripse, die Brut der Weißen Fliege, Trauermückenlarven oder Rote Vogelmilben. Entscheidend ist, die passende Art zu wählen und sie bei den richtigen Bedingungen auszubringen. Hier findest du die Schnellwahl nach Schädling, alle Arten im Vergleich und einen 5-Schritte-Plan. Weitere Helfer findest du bei den Nützlingen.

Zum Nützlings-Ratgeber →

Schnellwahl: Welcher Schädling macht dir zu schaffen?

Feine Gespinste und helle Sprenkel an Zimmer- oder Gewächshauspflanzen

Spinnmilben: Phytoseiulus persimilis

Phytoseiulus persimilis frisst ausschließlich Spinnmilben – Eier, Larven und erwachsene Tiere, bis zu fünf Spinnmilben oder 20 Eier am Tag. Sie arbeitet am besten bei 18–25 °C und 60–85 % Luftfeuchte. Eine Einheit mit rund 500 Raubmilben reicht für etwa 5 m² Pflanzenfläche. Alles zu Ursachen und weiteren Mitteln: Spinnmilben bekämpfen.

Spinnmilben an einzelnen Zimmerpflanzen – oder du willst vorbeugen

Amblyseius californicus in der Tüte

Die Tüte an einer Ecke anreißen und an eine schattige, trockene Stelle in die Pflanze hängen – sie muss die Blätter berühren. Bei leichtem Befall reicht eine Tüte für eine Pflanze (etwa 3 m²), vorbeugend für bis zu drei Pflanzen, wenn sich die Pflanzen berühren.

Silbrige Flecken und schwarze Kotpünktchen auf den Blättern

Thripse: Neoseiulus cucumeris

Neoseiulus cucumeris sucht die Pflanze ab und frisst die jungen Thripslarven. Eine Tüte mit rund 1.000 Raubmilben reicht bei akutem Befall für eine Pflanze bzw. 3 m², vorbeugend für bis zu drei sich berührende Pflanzen. Hast du Thripse und Spinnmilben zugleich, passt die Mischung mit Amblyseius californicus. Mehr dazu: Thripse bekämpfen.

Rote Vogelmilben im Hühnerstall oder Taubenschlag

Erst ausmisten, dann Raubmilben

Miste gründlich aus und kratze Kotbretter, Ritzen und Sitzstangen sauber. Danach das Trägermaterial an mehreren Stellen nahe Nestern, Sitzstangen und Ritzen verteilen – eine Röhre reicht für etwa 5 m² Stallfläche. Bei starkem Befall nach zwei bis drei Wochen nachlegen. Geht es den Tieren schlecht, frag deine Tierärztin oder deinen Tierarzt. Mehr dazu: Milben bei Hühnern und Vögeln.

Raubmilben oder andere Methoden?

Raubmilben wirken langsamer als ein Spritzmittel, erwischen aber auch Tiere in Verstecken und vermehren sich, solange sie Beute finden. Das passt vor allem bei beginnendem Befall und dort, wo du auf Spritzmittel verzichten möchtest.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Raubmilben Jagen ihre Beute auf den Blättern oder in der Erde und saugen sie aus. Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliege, Trauermücken, Rote Vogelmilbe – je nach Art Passende Art wählen, auf Temperatur und Luftfeuchte achten. Mindestens 6 Wochen vor und nach dem Einsatz keine chemischen Pflanzenschutzmittel.
Florfliegenlarven Räuberische Larven fressen Blattläuse und andere kleine Tiere. Blattläuse, auch gemischter Befall mit Thripsen oder Spinnmilben Allrounder, aber weniger gezielt als Raubmilben. Draußen erst ab etwa 15 °C am Tag.
Encarsia-Schlupfwespen Legen ihre Eier in die Larven der Weißen Fliege. Weiße Fliege im Gewächshaus und Wintergarten Ab 18 °C. Lässt sich mit Raubmilben kombinieren; keine Gelbtafeln gleichzeitig aufhängen.
SF-Nematoden Winzige Fadenwürmer dringen in die Larven im Boden ein. Trauermückenlarven in der Blumenerde Mit dem Gießwasser ausbringen, Erde feucht halten. Alternative zu den Bodenraubmilben.
Zugelassene Pflanzenschutzmittel Wirken bei direktem Kontakt auf die getroffenen Tiere. Starker Befall, wenn Nützlinge nicht infrage kommen Nur in den auf dem Etikett genannten Kulturen und Bereichen anwenden. Töten auch Raubmilben – nicht zusammen einsetzen.
Gelbtafeln Gelbe Leimtafeln fangen fliegende Insekten. Kontrolle von Trauermücken, Weißen Fliegen und geflügelten Thripsen Zeigen den Befall an, ersetzen aber keine Bekämpfung. Fangen auch fliegende Nützlinge wie Encarsia – dann abhängen.

So arbeiten Raubmilben

Drei Bilder: orangerote Raubmilbe jagt Spinnmilben auf einer Blattunterseite, angerissene Raubmilbentüte hängt in einer Zimmerpflanze, Bodenraubmilben in der obersten Erdschicht bei Mückenlarven
Drei Bilder: orangerote Raubmilbe jagt Spinnmilben auf einer Blattunterseite, angerissene Raubmilbentüte hängt in einer Zimmerpflanze, Bodenraubmilben in der obersten Erdschicht bei Mückenlarven

Raubmilben sind Spinnentiere mit acht Beinen und meist nur rund einen halben Millimeter groß. Je nach Art jagen sie auf den Blättern oder in der Erde.

  • Jäger auf dem Blatt: Phytoseiulus persimilis, Amblyseius californicus, Neoseiulus cucumeris und Amblyseius swirskii laufen über die Blätter, packen ihre Beute und saugen sie aus. Damit sie von Pflanze zu Pflanze wandern können, sollten sich die Blätter berühren.
  • Jäger im Boden: Stratiolaelaps scimitus lebt in der obersten Erdschicht, in Ritzen und Einstreu. Dort frisst sie Trauermückenlarven – und im Hühnerstall die Roten Vogelmilben in ihren Tagesverstecken.
  • Spezialist oder Allrounder: Phytoseiulus frisst nur Spinnmilben und verschwindet, wenn alle gefressen sind. Amblyseius swirskii frisst dagegen auch Pollen und Pilzsporen und kann sich deshalb schon vor einem starken Befall in der Pflanze halten.
  • Klima entscheidet: Spinnmilben vermehren sich in warmer, trockener Heizungsluft besonders stark, die meisten Raubmilben mögen es dagegen eher feucht. Etwas mehr Luftfeuchte, etwa durch Besprühen der Pflanzen oder eine Wasserschale, hilft den Nützlingen.

Daraus folgt: Erst den Schädling bestimmen, dann die passende Raubmilbe wählen und früh einsetzen. Mindestens sechs Wochen vor und nach dem Einsatz keine chemischen Mittel verwenden. Mehr zu den Arten im Lexikon-Steckbrief Spinnmilbenraubmilbe.

Welche Raubmilbe passt?

Fünf Arten, fünf Aufgaben: Diese Raubmilben führen wir – und dafür setzt du sie ein.

Spinnmilbenraubmilbe

Phytoseiulus persimilis

Größe
ca. 0,5 mm, orangerot
Beute
Nur Spinnmilben – Eier, Larven und erwachsene Tiere
Einsatzort
Zimmer, Wintergarten, Gewächshaus; 18–25 °C, 60–85 % Luftfeuchte

Tipp: Bei starkem Befall nach zwei Wochen nachlegen.

Steckbrief im Lexikon →

Amblyseius californicus

Neoseiulus californicus

Größe
ca. 0,5 mm
Beute
Spinnmilben, auch zum Vorbeugen
Einsatzort
Zimmer-, Balkon- und Gewächshauspflanzen; Tüte mit Blattkontakt in die Pflanze hängen

Tipp: Eine Tüte je befallener Pflanze, vorbeugend für bis zu drei Pflanzen.

Steckbrief im Lexikon →

Thripsraubmilbe

Neoseiulus cucumeris

Größe
ca. 0,5 mm
Beute
Junge Thripslarven
Einsatzort
Zimmerpflanzen, Wintergarten, Gewächshaus

Tipp: Bei Thripsen und Spinnmilben zugleich die Mischung wählen.

Steckbrief im Lexikon →

Amblyseius swirskii

Amblyseius swirskii

Größe
ca. 0,5 mm
Beute
Eier und junge Larven der Weißen Fliege, junge Thripse
Einsatzort
Warme Bereiche: 20–32 °C, 75–80 % Luftfeuchte

Tipp: Je nach Befall nach drei bis fünf Wochen wiederholen.

Steckbrief im Lexikon →

Bodenraubmilbe

Stratiolaelaps scimitus (früher Hypoaspis miles)

Größe
knapp 1 mm
Beute
Trauermückenlarven; im Stall Rote Vogelmilben
Einsatzort
Oberste Erdschicht von Topfpflanzen; Ritzen und Einstreu im Hühnerstall

Tipp: Sofort nach Erhalt ausbringen, eine Lagerung ist nicht möglich.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten Raubmilben richtig einsetzen

  1. Schritt 1: Schädling bestimmen

    Gespinste und helle Sprenkel sprechen für Spinnmilben, silbrige Flecken mit schwarzen Pünktchen für Thripse, weiße Fliegen an der Blattunterseite für die Weiße Fliege, Mücken über der Erde für Trauermücken. Danach richtet sich die Raubmilben-Art.

  2. Schritt 2: Spritzmittel-Pause einplanen

    Mindestens sechs Wochen vor und nach dem Einsatz keine chemischen Pflanzenschutzmittel oder Insektizide verwenden – sie treffen auch die Raubmilben.

  3. Schritt 3: Bedingungen prüfen

    Die meisten Raubmilben arbeiten bei Zimmertemperatur und eher feuchter Luft am besten. Pflanzen nicht direkt über die Heizung stellen und so stellen, dass sich die Blätter berühren.

  4. Schritt 4: Ausbringen

    Möglichst am Liefertag, abends oder früh morgens ohne direkte Sonne. Tüten anreißen und schattig in die Pflanze hängen oder das Trägermaterial auf Blätter bzw. Erde streuen – je nach Gebrauchsanleitung.

  5. Schritt 5: Kontrollieren und nachlegen

    Nach zwei bis drei Wochen prüfen, bei Amblyseius swirskii nach drei bis fünf Wochen. Ist der Befall noch stark, eine weitere Packung ausbringen.

Merksätze

  • Jede Raubmilbe hat ihre Beute: erst den Schädling bestimmen, dann die Art wählen.
  • Früh einsetzen – Raubmilben brauchen Zeit, um einen Befall einzuholen.
  • Sechs Wochen vor und nach dem Einsatz keine chemischen Mittel.
  • Eher feuchte Luft und sich berührende Pflanzen helfen den Raubmilben.
  • Lebende Tiere: möglichst am Liefertag ausbringen.

Häufige Fragen zu Raubmilben

Welche Raubmilben helfen gegen Thripse?

Gegen Thripse setzt du Neoseiulus cucumeris ein. Sie frisst die jungen Thripslarven auf den Blättern. Eine Tüte mit rund 1.000 Raubmilben reicht bei akutem Befall für eine Pflanze bzw. etwa 3 m². Amblyseius swirskii frisst ebenfalls junge Thripse, braucht aber mehr Wärme. Bei Thripsen und Spinnmilben zugleich passt die Raubmilben-Mischung.

Wie viele Raubmilben brauche ich?

Das hängt von der Art ab: Phytoseiulus persimilis rund 500 Tiere für 5 m², Amblyseius californicus und Neoseiulus cucumeris eine Tüte je befallener Pflanze bzw. etwa 3 m², Amblyseius swirskii eine Tüte pro 4 m², Bodenraubmilben gegen Trauermücken eine Tüte für etwa 10 m² und gegen Rote Vogelmilben eine Röhre für etwa 5 m² Stallfläche. Bei starkem Befall nachlegen.

Helfen Raubmilben gegen Wollläuse oder Schildläuse?

Unsere Raubmilben sind dafür nicht gedacht – sie fressen Spinnmilben, Thripse, die Brut der Weißen Fliege, Trauermückenlarven oder Rote Vogelmilben. Gegen Woll- und Schildläuse helfen andere Maßnahmen, zum Beispiel Florfliegenlarven gegen junge Läuse oder dafür zugelassene Sprays. Mehr dazu: Wollläuse bekämpfen.

Kann ich Raubmilben und Neemöl gleichzeitig einsetzen?

Besser nicht. Spritzmittel – auch solche mit Neem oder Öl – treffen auch die Raubmilben. Wenn du Raubmilben einsetzt, verzichte mindestens sechs Wochen vor und nach dem Ausbringen auf Spritzmittel. Andere Nützlinge wie Florfliegenlarven oder Encarsia-Schlupfwespen kannst du dagegen kombinieren.

Wie werde ich die Rote Vogelmilbe mit Raubmilben los?

Erst den Stall gründlich ausmisten und Kotbretter, Ritzen und Sitzstangen mechanisch reinigen. Danach die Bodenraubmilben (Stratiolaelaps scimitus) an mehreren Stellen nahe Nestern, Sitzstangen und Ritzen ausstreuen – eine Röhre für etwa 5 m² Stallfläche. Sie jagen die Vogelmilben in ihren Tagesverstecken. Bei starkem Befall nach zwei bis drei Wochen nachlegen und sechs Wochen lang keine chemischen Mittel verwenden.

Ab welcher Temperatur arbeiten Raubmilben?

Phytoseiulus persimilis mag 18–25 °C und 60–85 % Luftfeuchte, Amblyseius swirskii braucht 20–32 °C und 75–80 % Luftfeuchte. In normal beheizten Wohnräumen kommen die Raubmilben für Zimmerpflanzen zurecht, solange die Luft nicht zu trocken ist. Draußen setzt du sie erst ein, wenn es dauerhaft warm ist.

Was passiert mit den Raubmilben, wenn die Schädlinge weg sind?

Spezialisten wie Phytoseiulus persimilis finden dann keine Nahrung mehr und verschwinden von selbst. Amblyseius swirskii kann sich eine Zeit lang auch von Pollen ernähren. Menschen und Haustiere gehören nicht zu ihrer Beute.

Wie lange kann ich Raubmilben nach der Lieferung lagern?

Am besten gar nicht – es sind lebende Tiere. Bring sie möglichst am Liefertag aus. Amblyseius swirskii verträgt höchstens ein bis zwei Tage kühl bei 8–15 °C, dunkel und gut belüftet. Bodenraubmilben müssen sofort ausgebracht werden.

Raubmilben sind lebende Tiere: möglichst am Liefertag ausbringen, nach der Gebrauchsanleitung verwenden und mindestens sechs Wochen vor und nach dem Einsatz keine chemischen Pflanzenschutzmittel oder Insektizide verwenden.

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