Fakten (kompakt)
- Das Genom der Sächsischen Wespe umfasst 221,8 Megabasen und ist auf 26 chromosomale Pseudomoleküle verteilt, was früheren Karyotyp-Analysen entspricht. - Genetische Analysen identifizierten insgesamt 10.856 proteinkodierende Gene sowie ein mitochondriales Genom mit einer Länge von 18,97 Kilobasen.[1] - Die Art wird spezifisch von der Falschen Kuckuckswespe (*Dolichovespula adulterina*) parasitiert, deren Weibchen in das Nest eindringen.[9] - Zur Unterscheidung von der ähnlichen Falschen Kuckuckswespe dient der Kopfschild, der bei *D. adulterina* an den unteren Ecken in zwei Spitzen ausgezogen ist. - Männliche Tiere (Drohnen) lassen sich von anderen Langkopfwespen oft nur durch eine mikroskopische Genitaluntersuchung zweifelsfrei abgrenzen.[9] - Im Gegensatz zur verwandten Norwegischen Wespe (*Dolichovespula norwegica*) fehlen der Sächsischen Wespe die roten Zeichnungen auf dem zweiten Hinterleibssegment (Tergit). - Die Art nutzt chemische Pheromonspuren am Boden zur Orientierung und Nahrungssuche. - Soziogenetische Studien zeigen eine niedrige effektive Vaterschaftszahl, aber eine vergleichsweise hohe Rate an direkter Reproduktion durch Arbeiterinnen.[1] - An Nistplätzen wie Dachböden finden sich häufig zahlreiche kleine, verlassene Anfangsnester, die Zeugen fehlgeschlagener Gründungsversuche sind.[9]
Die Sächsische Wespe (*Dolichovespula saxonica*) wurde im Jahr 1793 von dem Entomologen Johann Christian Fabricius wissenschaftlich erstbeschrieben. Systematisch wird die Art der Gattung der Langkopfwespen (*Dolichovespula*) innerhalb der Familie der Faltenwespen (Vespidae) zugeordnet.[3][1] Im englischsprachigen Raum ist der Trivialname „Saxon Wasp“ etabliert. Phylogenetisch besteht eine enge Verwandtschaft zur Norwegischen Wespe (*Dolichovespula norwegica*), der sie im Erscheinungsbild stark ähnelt. Neuere wissenschaftliche Arbeiten, einschließlich der vollständigen Sequenzierung des Genoms, bestätigen ihre taxonomische Position innerhalb der Unterfamilie der Echten Wespen (Vespinae).[1]
Die Sächsische Wespe ist eine mittelgroße soziale Faltenwespe, deren Gesamtkörperlänge zwischen 11 und 18 Millimetern variiert.[3][1] Dabei erreichen die Königinnen eine Größe von 15 bis 18 Millimetern, während Arbeiterinnen 11 bis 14 Millimeter und die männlichen Drohnen 13 bis 15 Millimeter messen. Die Zeichnungsmuster auf dem Kopfschild (Clypeus) und dem Hinterleib sind variabel, wobei der Kopfschild meist eine nach oben erweiterte schwarze Zeichnung trägt. Ein charakteristisches Merkmal im Kopfbereich ist die Augenbucht, die lediglich auf der Unterseite einen schmalen gelben Streifen aufweist. Zusätzlich befinden sich auf den Schläfen oben und unten je ein kleiner gelber Fleck.[3] Von der sehr ähnlichen Art *Dolichovespula norwegica* unterscheidet sich *Dolichovespula saxonica* durch hellbraune statt schwarze Haare an den Thoraxseiten sowie das Fehlen roter Markierungen auf dem zweiten Hinterleibssegment (Tergit).[1] Im Vergleich zur Waldwespe (*Dolichovespula sylvestris*) ist die Art anhand der ausgedehnteren schwarzen Zeichnung des Kopfschildes identifizierbar. Eine Abgrenzung zur Falschen Kuckuckswespe (*Dolichovespula adulterina*) erfolgt über die Form des Kopfschildes, der bei dieser zwar ähnlich gemustert, an den unteren Ecken jedoch in zwei Spitzen ausgezogen ist. Die Männchen der Sächsischen Wespe lassen sich von den übrigen Langkopfwespen zweifelsfrei nur durch eine Untersuchung der Genitalien unterscheiden.[3]
Die Sächsische Wespe (*Dolichovespula saxonica*) ist eine mittelgroße, eusoziale Art aus der Familie der Faltenwespen (Vespidae).[1] Sie ist im gesamten paläarktischen Raum von Nord- und Mitteleuropa bis nach Japan verbreitet und besiedelt als Kulturfolger häufig menschliche Siedlungsgebiete sowie offene Biotope.[1][3] Im natürlichen Lebensraum ähnelt das Erscheinungsbild stark der Norwegischen Wespe (*Dolichovespula norwegica*), mit der sie eng verwandt ist. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist jedoch die Behaarung an den Thoraxseiten, die bei *Dolichovespula saxonica* hellbraun und nicht schwarz gefärbt ist.[1] Zudem fehlt ihr typischerweise die bei *D. norwegica* oft vorhandene rote Zeichnung auf dem zweiten Hinterleibssegment (Tergit).[1] Die Königinnen erreichen eine Körperlänge von 15 bis 18 Millimetern, während Arbeiterinnen und Drohnen mit 11 bis 15 Millimetern etwas kleiner bleiben. Auf dem Kopfschild (Clypeus) zeigt die Art meist eine nach oben erweiterte schwarze Zeichnung, die sie von der Waldwespe (*Dolichovespula sylvestris*) unterscheidet. Weitere Kopfmerkmale sind ein schmaler gelber Streifen lediglich an der Unterseite der Augenbucht sowie kleine gelbe Flecken an den Schläfen. Die Männchen der Art sind morphologisch schwer von anderen Langkopfwespen zu trennen, sodass oft nur eine mikroskopische Genitaluntersuchung Sicherheit bietet.[3][2] Ökologisch tritt die Sächsische Wespe als generalistischer Räuber auf, ernährt sich aber auch von Nektar verschiedener Pflanzen wie Heidelbeere, Wald-Engelwurz oder Wiesen-Bärenklau.[1] Ihr Verhalten gilt als auffällig friedfertig; sie wird nicht von süßen Lebensmitteln angezogen und verteidigt ihr Nest weniger aggressiv als andere Arten.[3][2] Die Nester werden aus verwittertem Holz errichtet, was ihnen eine graue Farbe verleiht, und hängen frei an geschützten Orten wie Dachböden oder in Sträuchern.[1][3][2] Diese Papiernester besitzen eine glatte Oberfläche ohne Lufttaschen und können bei großen Völkern eine längliche Form annehmen. Ein Nest umfasst meist drei bis sechs Wabenränder und beherbergt maximal etwa 1.000 Individuen.[3][2] Genetisch ist die Art gut untersucht; so wurde das Genom anhand eines haploiden Männchens vollständig sequenziert.[1]
Die Sächsische Wespe (*Dolichovespula saxonica*) ist eine eusoziale Art, die Kolonien mit bis zu rund 1.800 Individuen bildet.[7] Im Gegensatz zu vielen anderen Wespenarten wird sie nicht von süßen Lebensmitteln des Menschen angezogen und verhält sich auch im unmittelbaren Nestbereich äußerst friedfertig.[6] Als generalistischer Räuber nutzt sie ein breites Spektrum an Beutetieren, ernährt sich jedoch auch vom Nektar verschiedener Blüten. Königinnen besuchen im Frühjahr beispielsweise Heidelbeerblüten, während Arbeiterinnen und Drohnen an Wald-Engelwurz, Pastinak und Wiesen-Bärenklau beobachtet wurden. Zur Orientierung und Nahrungssuche ist die Art in der Lage, Pheromonspuren zu legen. Innerhalb der Koloniestruktur zeigt *Dolichovespula saxonica* eine geringe effektive Vaterschaft sowie eine relativ hohe Rate an Reproduktion durch die Arbeiterinnen.[7]
Die Sächsische Wespe (*Dolichovespula saxonica*) besiedelt ein breites Spektrum offener Habitate, darunter Heidelandschaften, lichte Wälder sowie urbane Umgebungen.[1] Die Nester werden freihängend an geschützten Orten wie Bäumen, Sträuchern oder an Gebäuden und Dachböden angelegt.[1][3] Als generalistischer Prädator erbeutet die Art eine große Vielfalt an Beutetieren, ernährt sich jedoch auch von Nektar verschiedener Blütenpflanzen. Königinnen besuchen im Frühjahr häufig Heidelbeeren, während Arbeiterinnen und Drohnen an Wilder Engelwurz, Pastinak und Bärenklau beobachtet werden.[1] Im Gegensatz zu anderen Wespenarten wird die Sächsische Wespe nicht von süßen Lebensmitteln des Menschen angezogen.[3] Für die Nahrungssuche und Orientierung nutzt die Art Pheromonspuren.[1] Ein bedeutender natürlicher Feind ist die Falsche Kuckuckswespe (*Dolichovespula adulterina*), welche als Sozialparasit die Nester der Sächsischen Wespe befällt. Die Völker entwickeln sich relativ rasch, wobei maximal etwa 1.000 Individuen ein Nest besiedeln.[3]
Die Sächsische Wespe (*Dolichovespula saxonica*) wird nicht als Schädling, sondern als ökologisch relevanter Nützling eingestuft, der sich durch ein äußerst friedfertiges Verhalten auszeichnet. Im Gegensatz zu vielen anderen Wespenarten werden die Tiere nicht von süßen Lebensmitteln angezogen, weshalb sie im direkten menschlichen Kontakt, etwa am Esstisch, nicht lästig werden.[5] Das Konfliktpotenzial ergibt sich primär aus der Nistplatzwahl, da die Art häufig menschliche Siedlungsgebiete besiedelt und ihre Nester an geschützten Orten wie Dachböden, in Häusern oder Schuppen anlegt. Die grau gefärbten Nester bestehen aus verwittertem Holz, erreichen einen Durchmesser von bis zu 25 Zentimetern und beherbergen Völker mit maximal etwa 1.000 Individuen. Oft werden diese Nester aus Unwissenheit und Furcht durch den Menschen zerstört, obwohl die Art auch im unmittelbaren Nestbereich als harmlos gilt.[5] Ökologisch fungiert *Dolichovespula saxonica* als generalistischer Prädator, der ein breites Spektrum an Beute jagt, und trägt durch den Besuch von Blüten wie Heidelbeere, Wald-Engelwurz und Wiesen-Bärenklau zur Bestäubung bei.[8] Da von den Tieren keine Aggression ausgeht, ist eine Bekämpfung in der Regel nicht notwendig; Präventionsmaßnahmen beschränken sich auf das bauliche Verschließen von Zugängen zu Dachböden, um eine unerwünschte Ansiedlung zu vermeiden.
Im Gegensatz zu einigen anderen Wespenarten gilt die Sächsische Wespe (*Dolichovespula saxonica*) nicht als Lästling oder Wirtschaftsschädling im Lebensmittelsektor, da sie nicht von süßen Lebensmitteln angezogen wird.[3] Aufgrund ihrer Lebensweise nistet die Art jedoch häufig im menschlichen Siedlungsbereich, insbesondere an Dachböden oder an Häusern.[3][1] Dies führt oft dazu, dass Nester aus Unwissenheit und Furcht durch den Menschen zerstört oder kostenpflichtig entfernt werden, obwohl die Tiere im Nestbereich als äußerst friedfertig gelten.[3] Neben Gebäuden werden auch Bienenstöcke als potenzielle Nistplätze genutzt. Ökologisch und damit indirekt wirtschaftlich relevant ist die Art als generalistischer Prädator, der ein breites Spektrum an Beutetieren jagt. Zudem fungieren die Tiere als Bestäuber, wobei Königinnen im Frühjahr beispielsweise Heidelbeerblüten besuchen. Arbeiterinnen und Drohnen ernähren sich ebenfalls von Nektar und fliegen unter anderem Wald-Engelwurz, Pastinak und Wiesen-Bärenklau an.[1] Es liegen keine Berichte über Materialschäden oder signifikante Verluste in der Land- und Forstwirtschaft vor.