Papierfischchen –Ctenolepisma longicaudata
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Taxonomische Klassifikation
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Fischchen (Zygentoma)
Familie
Lepismatidae
Gattung
Ctenolepisma
Art
Ctenolepisma longicaudatum
Wissenschaftlicher Name:
Ctenolepisma longicaudatum Escherich, 1905
Akzeptierter Name
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Einleitung
Das **Papierfischchen** (*Ctenolepisma longicaudatum*, historisch auch *Ctenolepisma longicaudata*) ist ein flügelloses Insekt aus der Ordnung der Fischchen (Zygentoma) und der Familie der Lepismatidae.[1] Diese synanthrope Art ist weltweit in menschlichen Behausungen verbreitet und gilt als Materialschädling, der sich vorwiegend von zellulosehaltigen Stoffen wie Papier, Karton und Tapetenkleister ernährt. Von dem ähnlichen [Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen) (*Lepisma saccharina*) unterscheidet es sich durch deutlich längere Schwanzanhänge, eine grau-braune statt silbrig glänzende Färbung sowie eine höhere Toleranz gegenüber trockenerer Raumluft.[2]
Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über das Papierfischchen (*Ctenolepisma longicaudatum*) als Bullet-Liste: - Das Papierfischchen (*Ctenolepisma longicaudatum*) ist eine flügellose Insektenart aus der Ordnung Zygentoma und der Familie Lepismatidae. - Es misst 10–18 mm Körperlänge, typischerweise 12 mm ohne Antennen und Cerci. - Die Färbung ist grau-braun gesprenkelt und mit Schuppen bedeckt, wodurch es weniger silbrig erscheint als verwandte Arten. - Zu den besonderen Merkmalen gehören drei lange Schwanzfäden, wobei der mittlere etwa so lang ist wie der Körper. - Der Kopf ist behaart mit einer "bartähnlichen" Struktur. - Die Borsten entlang der Abdominalkanten sind gesägt. - Die Art wurde erstmals 1905 von Karl Leopold Escherich anhand von Exemplaren aus Südafrika beschrieben.[2] - *C. longicaudatum* durchläuft eine ametabole Entwicklung, d. h. eine allmähliche Entwicklung ohne deutliche Larven- oder Puppenstadien. - Die Lebensdauer beträgt bis zu 3–7 Jahre. - Weibchen legen etwa 50 Eier pro Jahr. - Die Eier schlüpfen bei 20–22 °C in etwa 2 Monaten. - Die vollständige Entwicklung zum Erwachsenen dauert unter optimalen Bedingungen 1,5–3 Jahre. - Es ist nachtaktiv und lebt in Gruppen. - Es ist sehr tolerant gegenüber niedriger Luftfeuchtigkeit (bis zu 45–55 % relative Luftfeuchtigkeit) und Temperaturen bis zu 20 °C.[2] - Als synanthrope Art kommt *C. longicaudatum* ausschließlich in von Menschen geschaffenen Innenräumen vor. - Es hat sich durch passiven menschlichen Transport über Handelsgüter und Verpackungen kosmopolitisch verbreitet. - Es ernährt sich von stärke-, cellulose- und proteinreichen Materialien wie Papier, Stoffen, Büchern und organischen Abfällen.[2]
Namen & Einordnung (kurz)
Das Papierfischchen (*Ctenolepisma longicaudatum*) wurde ursprünglich 1905 von Karl Leopold Escherich anhand von Exemplaren aus Südafrika unter der Bezeichnung *Thermobia longicaudata* erstbeschrieben.[1][2] Aufgrund eines Beschlusses der International Commission on Zoological Nomenclature (ICZN) im Jahr 2018 wurde die lange gebräuchliche Schreibweise *Ctenolepisma longicaudata* zu *longicaudatum* korrigiert, um dem sächlichen Geschlecht der Gattung zu entsprechen. Die Art wird systematisch der Familie der Lepismatidae ([Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen)) zugeordnet.[1] Zu den dokumentierten Synonymen zählen unter anderem *Ctenolepisma urbana* und *Ctenolepisma dives*.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Adulte Exemplare von *Ctenolepisma longicaudatum* sind flügellose [Insekten](/pages/lexikon/insekten) mit einem abgeflachten, langgestreckten und tropfenförmigen Körper. Sie erreichen eine Körperlänge von 10 bis 18 mm (typischerweise 12 mm), wobei die Antennen und Schwanzanhänge nicht in dieses Maß einbezogen sind. Die Körperoberfläche ist mit dünnen, sich überlappenden Schuppen bedeckt, die eine gesprenkelte grau-braune Färbung erzeugen und weniger silbrig glänzen als bei verwandten Arten. Der Kopf trägt lange, fadenförmige Antennen, die bei Unversehrtheit bis zur Körperlänge reichen können, sowie kleine, seitlich sitzende Komplexaugen aus jeweils 12 Facetten. Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist der dicht behaarte Kopf mit einer bartartigen Struktur aus Makrosetae an den Rändern. Am Hinterleibsende befinden sich drei fadenförmige Anhänge (zwei laterale Cerci und ein medianes Terminalfilum), die etwa die Körperlänge erreichen oder diese übertreffen. Zur eindeutigen Identifikation dienen zudem drei Borstenkämme (zwei dorsale, ein lateraler) auf jeder Seite der Abdominalsegmente II bis VI. Im Vergleich zum Gewöhnlichen [Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen) (*Lepisma saccharina*) zeichnet sich *Ctenolepisma longicaudatum* durch deutlich längere Schwanzanhänge, eine dichtere Beborstung und eine eher rechteckige Körperkontur aus. Die Entwicklung verläuft ametabol ohne Puppenstadium, wobei die Nymphen den Adulten morphologisch stark ähneln. Frühe Larvenstadien sind nach dem Schlupf 2 bis 3 mm groß, blass und schuppenlos; die charakteristische Beschuppung entwickelt sich erst ab dem vierten Stadium.[2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
*Ctenolepisma longicaudatum* gilt als bedeutender Materialschädling, der sich primär von zellulosehaltigen Stoffen wie Papier, Karton, Büchern und Tapetenkleister ernährt.[2] Durch die hohe Aktivität von Cellulase-Enzymen im Verdauungstrakt können die Tiere tief in Substrate eindringen und verursachen typische Schabefraßspuren sowie unregelmäßige Löcher mit ausgefransten Rändern.[2][1] Besonders in Museen, Archiven und Bibliotheken stellt dies eine Gefahr für Kulturgüter dar, da auch historische Dokumente und Kunstwerke irreversibel beschädigt werden können.[1] Ein Befall lässt sich oft durch kleine dunkle Kotpellets, abgeworfene Schuppen und zerriebene Fasern in der Nähe der Fraßstellen identifizieren. Die wirtschaftliche Relevanz zeigt sich unter anderem in Norwegen, wo der Anteil der Versicherungsfälle durch diese Art von 0 % im Jahr 2014 auf 43 % im Jahr 2019 anstieg, wobei vor allem moderne Gebäude betroffen waren. Zur Prävention ist die Modifikation der Umweltbedingungen entscheidend, da die Art für das Überleben eine relative Luftfeuchtigkeit von über 55 % benötigt. Auch Temperaturen unter 16 °C stoppen die Entwicklung der Tiere vollständig, während bauliche Maßnahmen wie das Abdichten von Fugen Rückzugsorte minimieren. Eine direkte Bekämpfung befallener Objekte kann evidenzbasiert durch Hitzebehandlung über 50 °C oder Einfrieren bei -20 °C über 12 Stunden erfolgen, wodurch alle Lebensstadien abgetötet werden. Für die chemische Kontrolle in Gebäuden haben sich Fraßköder mit Wirkstoffen wie Indoxacarb als effektiver erwiesen als Sprühbehandlungen, da sie eine gezielte Eliminierung ohne Dispersionseffekte ermöglichen. Sprays werden hingegen oft vermieden, da sie die [Insekten](/pages/lexikon/insekten) lediglich in unbehandelte Bereiche vertreiben können.[2]
Papierfischchen Bilder und Fotos von echten Sichtungen
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Biologie & Lebenszyklus
Das Papierfischchen (*Ctenolepisma longicaudata*) vollzieht eine ametabole Entwicklung, bei der die Nymphen den erwachsenen Tieren ähneln und ohne verpupptes Zwischenstadium heranwachsen.[2] Bis zur Geschlechtsreife durchlaufen die Tiere 8 bis 14 Nymphenstadien, wobei die sexuelle Entwicklung zwischen dem 8. und 13. Stadium stattfindet. Auch nach Erreichen der Adulthood häuten sich die Individuen lebenslang weiter, etwa drei- bis fünfmal pro Jahr, was unter anderem die Regeneration von Gliedmaßen ermöglicht. Die Gesamtlebensdauer beträgt unter günstigen Innenraumbedingungen zwei bis acht Jahre. Die Fortpflanzung erfolgt sexuell über eine indirekte Spermaübertragung, bei der das Männchen nach einem Paarungstanz eine Spermatophore ablegt, die vom Weibchen aufgenommen wird. Weibchen legen durchschnittlich 50 Eier pro Jahr, meist in Gelegen von etwa 10 Stück in geschützten Spalten ab. Die Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig; bei 20–22 °C schlüpfen die Larven nach etwa zwei Monaten, während das Wachstum unterhalb von 16 °C zum Erliegen kommt.[2] Die vollständige Entwicklung zum adulten Tier dauert unter optimalen Bedingungen (ca. 24 °C) 1,5 bis 3 Jahre.[2] Als generalistischer Detritivor ernährt sich die Art primär von zellulosehaltigen Materialien wie Papier, Karton, Tapetenkleister sowie Stärke und toten [Insekten](/pages/lexikon/insekten). Die Verdauung wird durch körpereigene Cellulasen im Vorderdarm sowie durch das Darmmikrobiom unterstützt, was den Abbau von Zellulose ermöglicht.[1] *Ctenolepisma longicaudata* ist äußerst widerstandsfähig und kann bei Verfügbarkeit von Wasser bis zu 300 Tage ohne Nahrung überleben.[2]
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Vorkommen & Lebensraum
Die ursprünglich aus tropischen oder subtropischen Regionen stammende Art gilt heute als kosmopolitisch und ist auf allen Kontinenten außer der Antarktis vertreten.[2][1] In Europa bestehen etablierte Populationen unter anderem in Norwegen, Großbritannien, Spanien sowie der Slowakei, wobei seit den 2000er Jahren eine rasche Ausbreitung nach Nordeuropa beobachtet wird.[2][4] Als synanthroper Organismus lebt *Ctenolepisma longicaudatum* fast ausschließlich in menschengemachten Innenräumen wie Wohnhäusern, Bibliotheken, Museen und Archiven. Innerhalb dieser Gebäude suchen die Tiere tagsüber Schutz in dunklen Spalten, Rissen oder hinter Tapeten und Fußleisten. Sie bevorzugen warme, stabile Raumklimata zwischen 20 und 26 °C und tolerieren eine geringere Luftfeuchtigkeit als das verwandte [Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen) (*Lepisma saccharina*). Besonders häufig treten Befälle in modernen, gut isolierten Gebäuden auf, wobei die Verbreitung passiv über Handelswaren wie Kartonverpackungen erfolgt.[2] Neben dem Vorkommen in Nordamerika und Ozeanien wurden auch Nachweise in asiatischen Regionen wie Indien dokumentiert.[1]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Saisonalität & Aktivität
Ctenolepisma longicaudatum ist primär nachtaktiv und an stabile mikroklimatische Bedingungen in Innenräumen angepasst, was eine ganzjährige Aktivität ermöglicht. Die Tiere suchen tagsüber Schutz in dunklen Spalten und bevorzugen Temperaturen zwischen 20 und 26 °C, während die Entwicklung unterhalb von 16 °C stark verlangsamt ist oder stagniert.[2] Daten zum öffentlichen Suchinteresse in Deutschland zeigen einen über die Jahre ansteigenden Trend, der die zunehmende Ausbreitung und Wahrnehmung der Art widerspiegelt. Im Jahresverlauf lassen sich dabei saisonale Spitzenwerte in den Spätsommermonaten August und September feststellen. Ein geringeres relatives Suchaufkommen wird hingegen im Frühjahr und Frühsommer, spezifisch in den Monaten April und Juni, verzeichnet.[3]
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