Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über den Maulwurf (*Talpa europaea*) in kompakter Form: - Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) ist ein kleines, grabendes Säugetier aus der Familie der Maulwürfe (Talpidae). - Er ist in weiten Teilen Europas von Großbritannien bis ins zentrale Russland und im südlichen Skandinavien beheimatet. - Maulwürfe haben einen stämmigen Körperbau, samtig schwarzes oder dunkelgraues Fell, winzige Augen und eine empfindliche, schweineartige Schnauze. - Erwachsene Tiere messen typischerweise 113–159 mm in der Körperlänge, mit einem Schwanz von 25–40 mm und wiegen 72–128 g, wobei die Männchen etwas größer sind als die Weibchen. - Das Fell liegt glatt in jeder Richtung, um die Bewegung durch den Boden zu erleichtern. - Die Art bewohnt eine Vielzahl von Landschaften mit tiefem, lockerem Boden, der sich zum Graben eignet, darunter Laubwälder, Grasland, Weiden, Ackerland, Wiesen und Gärten. - Der Europäische Maulwurf ist in erster Linie ein Insektenfresser, wobei Regenwürmer den Großteil seiner Nahrung ausmachen (bis zu 90 % im Winter und 50 % im Sommer). - Er lähmt Regenwürmer mit giftigem Speichel, um sie in Vorratskammern innerhalb seiner Baue zu lagern. - Europäische Maulwürfe sind Einzelgänger und verteidigen ihr Revier. - Sie sind das ganze Jahr über aktiv und folgen einem dreiphasigen Muster mit drei 4-Stunden-Aktivitätsperioden pro Tag. - Die Fortpflanzung erfolgt einmal jährlich von Februar bis Mai, mit einer Tragzeit von etwa 30 Tagen, die Würfe von 2–7 Jungen hervorbringt. - Die Jungen werden blind und ohne Haare in einer mit Gras ausgekleideten Geburtskammer geboren. - Obwohl sie oft als Schädlinge verfolgt werden, weil sie durch Maulwurfshügel und Tunnel Rasenflächen und Feldfrüchte beschädigen, bieten Europäische Maulwürfe ökologische Vorteile, indem sie den Boden belüften, Wirbellose Schädlinge kontrollieren und den Nährstoffkreislauf verbessern. - Die Art ist aufgrund ihrer weiten Verbreitung und des Fehlens größerer Bedrohungen als "nicht gefährdet" eingestuft.[1]
Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) wurde 1758 von Carl von Linné in der zehnten Auflage der *Systema Naturae* wissenschaftlich erstbeschrieben. Die Art wird der Familie der Talpidae (Maulwürfe) sowie der Ordnung Eulipotyphla zugeordnet, wobei der Gattungsname *Talpa* dem lateinischen Begriff für das Tier entspricht.[1] Während bis zu sieben Unterarten diskutiert werden, gelten vor allem die Nominatform *T. e. europaea* in Mitteleuropa und *T. e. cinerea* auf den Britischen Inseln als weitgehend anerkannt.[1] Phylogenetisch gehört die Spezies zur Unterfamilie Talpinae und spaltete sich im späten Miozän, vor etwa 5 bis 10 Millionen Jahren, von asiatischen Verwandten ab.[2]
Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) zeichnet sich durch einen walzenförmigen, stromlinienförmigen Körper mit einem kurzen, muskulösen Hals und einer Kopf-Rumpf-Länge von 113 bis 159 mm aus.[1] Der Schwanz misst zusätzlich 25 bis 40 mm, während das Körpergewicht adulter Tiere zwischen 72 und 128 g variiert, wobei Männchen durchschnittlich etwas größer und schwerer sind als Weibchen.[1][3] Das dichte, samtartige Fell ist typischerweise schwarz oder dunkelgrau gefärbt, wenngleich selten auch braune, hellgraue oder silbrige Farbvarianten auftreten.[1] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist der reversible Strich der Haare, der es dem Fell ermöglicht, in jede Richtung glatt anzuliegen und so die reibungsarme Fortbewegung in engen Erdtunneln zu erleichtern.[1][3] Die Vordergliedmaßen sind zu kräftigen Grabwerkzeugen umgebildet, permanent nach außen gedreht und mit fünf breiten Fingern sowie starken Krallen ausgestattet. Der Kopf weist einen breiten, unbehaarten Rüssel auf, der mit tausenden sensorischen Eimer’schen Organen besetzt ist und als hochsensibles Tastorgan fungiert.[3] Äußere Ohrmuscheln fehlen vollständig, und die winzigen, etwa 1 mm großen Augen sind im Fell verborgen, besitzen jedoch im Gegensatz zu einigen verwandten Arten ein offenes, wenn auch unauffälliges Lid.[1][2] Der Schädel ist keilförmig und flach konstruiert, um die Erdverdrängung zu unterstützen, und beherbergt ein Gebiss mit 44 Zähnen, darunter scharfe Schneidezähne zum Ergreifen von Wirbellosen. Neugeborene kommen blind und nackt mit einem Gewicht von etwa 3,5 g zur Welt, wobei sich das Fell erst nach circa 14 Tagen entwickelt.[3]
Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) erfüllt eine wichtige ökologische Funktion, indem er durch seine ausgedehnte Grabtätigkeit den Boden belüftet sowie die Wasserinfiltration und Nährstoffverteilung verbessert. Zudem fungiert die Art als natürlicher Schädlingsbekämpfer, da sie wirbellose Bodentiere wie Drahtwürmer (*Agriotes* spp.) und Schnakenlarven vertilgt, was Fraßschäden an Pflanzenwurzeln reduziert. Trotz dieser positiven Aspekte wird der Maulwurf in der Landwirtschaft und im Gartenbau häufig als Schädling betrachtet, da seine Erdhügel Weiden, Feldfrüchte und Rasenflächen beeinträchtigen. Diese Grabungen können die Grasnarbe beschädigen und die Ansiedlung von Unkraut auf Weideflächen begünstigen, was im Vereinigten Königreich zu jährlichen Bekämpfungskosten in Millionenhöhe führt.[1] Die Bestandsregulierung erfolgt überwiegend durch den Einsatz mechanischer Fallen, insbesondere während der Fortpflanzungszeit im Frühjahr. Chemische Bekämpfungsmethoden unterliegen strengen Regulierungen; so wurden strychninhaltige Gifte im Vereinigten Königreich aufgrund von Umwelt- und Tierschutzrisiken im Jahr 2006 verboten.[4] Technische Ansätze zur Vergrämung umfassen Vorrichtungen zur Einbringung von Duftstoffen in das Gangsystem oder den Einsatz akustischer Signale zur Störung der Sinneswahrnehmung.[3] Von einer Umsiedlung durch Lebendfang wird in der Regel abgeraten, da diese Maßnahmen für die Tiere mit hohem Stress und geringen Überlebenschancen verbunden sind. Als präventive Strategie im Sinne eines integrierten Schädlingsmanagements wird die Anlage von Pufferzonen oder Hecken empfohlen, um die Grabtätigkeit von sensiblen Nutzflächen abzulenken.[1]