Fakten (kompakt)
- Die Filzlaus (*Phthirus pubis*) ist ein obligater Ektoparasit des Menschen. - Sie gehört zur Ordnung Psocodea. - *Pthirus pubis* ernährt sich vom Blut des Menschen, vorzugsweise im Bereich der Schambehaarung und des Afters. - Adulte Filzläuse sind 1,1–1,8 mm lang und dorsoventral abgeflacht. - Der Körper der Filzlaus ist breiter als lang und von grauweisser Farbe.[1] - Die Entwicklung von *P. pubis* ist hemimetabol, d.h. sie umfasst die Stadien Ei (Nisse), Nymphe und Adultus. - Weibliche Filzläuse legen im Laufe ihres Lebens 20–30 Eier, die sie mit einer Kittsubstanz an den Haarschäften befestigen. - Die Eier (Nissen) schlüpfen nach 6–8 Tagen. - Die Nymphen durchlaufen drei Häutungen, um in etwa 9–10 Tagen das adulte Stadium zu erreichen. - Außerhalb des Wirts überleben Filzläuse nur 24–48 Stunden. - Hauptübertragungsweg ist enger, längerer Körperkontakt, meist sexueller Kontakt. - Juckreiz im Genitalbereich ist das Hauptsymptom eines Befalls. - Die Diagnose erfolgt durch Sichtung von [Läusen](/pages/lexikon/lause) oder Nissen. - Behandelt wird mit topischen Insektiziden wie Permethrin.[1]
Die Filzlaus (*Pthirus pubis*, in der Literatur oft auch *Phthirus pubis*) wurde 1758 von Carl von Linné unter dem Basionym *Pediculus pubis* wissenschaftlich erstbeschrieben.[1] Sie gehört zur Familie der Pthiridae und wird heute taxonomisch von den Menschenläusen der Gattung *Pediculus* abgegrenzt.[1][2] Die eigenständige Gattung *Pthirus*, die neben der Filzlaus nur noch die beim Gorilla parasitierende Art *Pthirus gorillae* umfasst, wurde 1815 von William Elford Leach aufgestellt.[1]
Die adulte *Phthirus pubis* ist ein kleiner Ektoparasit, wobei Weibchen eine Körperlänge von 1,5 bis 2,5 mm erreichen, während die Männchen mit ca. 1 mm etwas kleiner sind.[2] Der Körper ist dorsoventral abgeflacht und breit, oft als schild- oder trapezförmig beschrieben, was dem Insekt ein charakteristisches, krabbenartiges Aussehen verleiht.[2][1] Im nüchternen Zustand ist die Laus grau-weißlich gefärbt, nimmt jedoch nach der Blutaufnahme eine rot-braune Färbung an.[1] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal sind die sechs Beine, wobei das zweite und dritte Paar mit kräftigen, zangenartigen Klauen (Klammerbeinen) ausgestattet sind, die an das Festhalten an groben Haaren angepasst sind.[2][1] Diese spezifische Morphologie, insbesondere das breite Abdomen und die verkürzten Beine, grenzt *Phthirus pubis* deutlich von den länglicheren Kopf- und Kleiderläusen der Gattung *Pediculus* ab. Der Kopf trägt kurze Antennen und spezialisierte stechend-saugende Mundwerkzeuge, die zum Durchdringen der Haut für die Blutmahlzeit dienen.[1] Die Entwicklung verläuft hemimetabol, sodass die Larven (Nymphen) den erwachsenen Tieren morphologisch ähneln, jedoch kleiner und noch nicht geschlechtsreif sind. Die Eier, auch Nissen genannt, sind oval, etwa 0,5 bis 0,9 mm groß, weiß bis opalisierend und besitzen einen Deckel. Diese Eier werden einzeln mit einer manschettenartigen Substanz fest an den Haarschaft gekittet, meist nahe der Hautoberfläche.[2][1]
Die Filzlaus (*Phthirus pubis*) ist ein auf den Menschen spezialisierter Ektoparasit und wird als Gesundheitsschädling klassifiziert.[2] Sie besiedelt vorwiegend die Schambehaarung, kann jedoch auch in den Achseln, Wimpern oder im Barthaar auftreten. Ein Befall führt typischerweise zu starkem Juckreiz (Pruritus), Quaddelbildung und erythematösen Papeln, verursacht durch eine allergische Reaktion auf den Speichel der Laus.[2][1] Ein spezifisches Symptom sind die sogenannten Maculae ceruleae, bläuliche Flecken, die durch Hämosiderinablagerungen an den Bissstellen entstehen.[1] Durch das Aufkratzen der juckenden Hautareale können bakterielle Sekundärinfektionen wie Impetigo begünstigt werden.[2][1] Die Übertragung erfolgt primär durch engen körperlichen Kontakt, insbesondere Geschlechtsverkehr, seltener über kontaminierte Textilien wie Bettwäsche oder Handtücher. Zur Prävention einer Reinfestation müssen Textilien bei mindestens 54 °C (130 °F) gewaschen oder chemisch gereinigt werden, da die [Läuse](/pages/lexikon/lause) ohne Wirt nur 24 bis 48 Stunden überleben.[1] Die medikamentöse Bekämpfung erfolgt standardmäßig mit topischen Insektiziden wie Permethrin, wobei zunehmend Resistenzen beobachtet werden. In resistenten Fällen kommen alternative Wirkstoffe wie Ivermectin oder Formulierungen auf Basis von Fettsäureestern zum Einsatz.[1][4] Eine erfolgreiche Eradikation setzt die simultane Mitbehandlung aller Sexualpartner voraus.[1]