Taxus baccata ist eine diözische (zweihäusige) Nadelbaumart, bei der sich männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane auf getrennten Individuen befinden.[2] Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie), wobei die männlichen Zapfen im Frühjahr, typischerweise von Februar bis April, große Mengen Pollen freisetzen.[1] Nach der Befruchtung benötigt der Samen etwa 6 bis 9 Monate zur Reifung, bis er im Herbst oder frühen Winter von einem leuchtend roten, fleischigen Samenmantel, dem Arillus, umschlossen ist. Dieser Arillus dient der Zoochorie, indem er Vögel wie Drosseln (*Turdus* spp.) und Seidenschwänze (*Bombycilla* spp.) anlockt, die das Fruchtfleisch verzehren und den giftigen Samen unverdaut an neuen Standorten ausscheiden. Die Keimung der Samen verläuft verzögert und kann aufgrund einer natürlichen Dormanz 1 bis 2 Jahre in Anspruch nehmen.[2] In der Jugendphase wächst die Eibe langsam mit einem durchschnittlichen jährlichen Höhenzuwachs von etwa 17 cm und zeigt oft ein plagiotropes (horizontales) Wachstum, um das Licht im Unterholz effizient zu nutzen. Adulte Bäume wechseln zu einem orthotropen (aufrechten) Wuchs, erreichen Zuwachsraten von 20 bis 30 cm pro Jahr und können Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erlangen. *Taxus baccata* ist für ihre außergewöhnliche Langlebigkeit bekannt, mit verifizierten Altern von 1.500 Jahren und Schätzungen von über 2.000 bis 3.000 Jahren, begünstigt durch die Fähigkeit zur basalen Regeneration aus dem Wurzelhals oder Stamm.[5][1] Das Wurzelsystem bildet Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen, welche die Nährstoff- und Wasseraufnahme im Boden intensivieren. Physiologisch zeichnet sich die Art durch eine hohe Schattentoleranz und Frosthärte aus, reagiert jedoch empfindlich auf extreme Dürre und Staunässe.[1] Eine chemische Besonderheit ist die Anreicherung kardiotoxischer Taxin-Alkaloide in fast allen Pflanzenteilen, deren Konzentration in den Nadeln im Winter ihren Höhepunkt erreicht. Zu den natürlichen Mortalitätsfaktoren zählen Wurzelkrankheiten durch Oomyceten wie *Phytophthora cinnamomi* sowie der Hallimasch (*Armillaria* spp.), die Wurzelfäule auslösen können.[9] Zudem verhindert intensiver Verbiss durch Rehe (*Capreolus capreolus*) häufig die natürliche Verjüngung, da diese Tiere trotz der Toxizität Rinde und Nadeln fressen.[10]