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Voce del lessico

Trichothecium roseum Trichothecium roseum

Trichothecium roseum

Tassonomia

Regno Pilze (Fungi)
Phylum Ascomycota (Ascomycota)
Classe Sordariomycetes (Sordariomycetes)
Ordine Hypocreales (Hypocreales)
Famiglia Myrotheciomycetaceae
Genere Trichothecium
Specie Trichothecium roseum
Nome scientifico Trichothecium roseum (Pers.) Link
Nome accettato

Einleitung

*Trichothecium roseum* ist ein weltweit verbreiteter Pilz aus der Abteilung der Schlauchpilze (Ascomycota), der taxonomisch der Klasse der Sordariomycetes zugeordnet wird.[1][2] Die Art bildet charakteristische flache, körnige Kolonien, die zunächst weiß erscheinen und sich im Reifestadium hellrosa verfärben.[2] Als opportunistisches Pflanzenpathogen verursacht *T. roseum* die sogenannte Rosafäule an verschiedenen Früchten wie Äpfeln, Tomaten und Melonen, wobei er toxische Sekundärmetaboliten wie Trichothecene produziert. Neben seiner schädlichen Wirkung als Erreger von Lagerfäule wird der Pilz aufgrund seiner antagonistischen Eigenschaften gegenüber anderen Pathogenen auch als potenzielles biologisches Bekämpfungsmittel erforscht.[2]

Fakten (kompakt)

- Das Wirtsspektrum von *Trichothecium roseum* umfasst weltweit etwa 222 verschiedene Pflanzenarten. - Die zweizelligen Konidien weisen eine Größe von 15–20 × 7,5–10 μm auf, wobei die apikale Zelle größer ist als die gekrümmte Basalzelle.[17] - Neben seiner Rolle als Pflanzenpathogen agiert der Pilz als Mykoparasit, der das Stroma von *Dibotryon morbosum* (Erreger der Schwarzknotenkrankheit) sowie den Weizenmehltau *Blumeria graminis* f. sp. *tritici* parasitiert.[17][18] - Genomanalysen des Stammes ZM-Tr2021 identifizierten spezifische Lichtrezeptoren, darunter Blaulichtrezeptoren (CRY-DASH, PHOTOLYASE, ENVY) und Grünlichtrezeptoren (OPSIN 1 und 2), die unter Weißlicht hochreguliert werden.[18] - In der medizinischen Forschung zeigt der isolierte Sekundärmetabolit Trichothecinol A Potenzial als anti-metastatischer Wirkstoff, indem er die Migration von Krebszellen hemmt. - Ein weiterer Metabolit, Trichothecinol B, weist eine moderate antifungale Aktivität gegen *Cryptococcus albidus* und *Saccharomyces cerevisiae* auf. - Die Behandlung des Pilzes mit Colchicin führt zu einer Erhöhung der Anzahl der Zellkerne in den Konidien sowie zu gesteigerten biosynthetischen Aktivitäten.[17] - In Korea wurde *T. roseum* zusammen mit *Acremonium acutatum* als Ursache für weiße Flecken auf der Oberfläche von Trauben identifiziert, die jedoch nicht in das Gewebe eindringen.[17] - Biotechnologische Verfahren nutzen optimierte Fermentationsprozesse des Pilzes, um die Ausbeute an Trichothecenen um 200 % zu steigern und diese als Herbizid gegen breitblättrige Unkräuter einzusetzen. - Aus dem Stamm MLF 12 isolierte Sesquiterpen-Derivate vom Cyclonerodiol-Typ zeigen hemmende Wirkungen gegen Pflanzenpathogene wie *Valsa mali*.[19]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Spezies lautet *Trichothecium roseum* (Pers.) Link, wobei die Erstbeschreibung in dieser Kombination auf das Jahr 1809 datiert.[2] Das Basionym *Trichoderma roseum* wurde bereits 1794 von dem Mykologen Christiaan Hendrik Persoon etabliert. Im Laufe der taxonomischen Geschichte wurden diverse Synonyme beschrieben, darunter *Hyphelia rosea* (Pers.) Fr. (1825), *Puccinia rosea* (Pers.) Corda (1837) sowie *Cephalothecium roseum* (Pers.) Corda (1838).[2] Ein weiteres historisches Synonym ist *Dactylium roseum* Pers. aus dem Jahr 1841. Da *Trichothecium roseum* kein bekanntes sexuelles Stadium aufweist, wurde der Pilz historisch den *Fungi imperfecti* (Deuteromycetes) zugeordnet.[2] Im Jahr 1958 erweiterte Tubaki die Klassifikation der Boden-Hyphomyceten, um die Art aufgrund ihres einzigartigen Konidienapparats taxonomisch präziser einzugliedern.[4] Aktuell wird *Trichothecium roseum* der Klasse der Sordariomycetes innerhalb der Abteilung Ascomycota zugerechnet.[2][1] Die Gattung *Trichothecium* gilt als klein und heterogen, wobei *T. roseum* sich durch charakteristische, im Zickzack-Muster angeordnete Konidienketten von anderen Arten unterscheidet.[2] Im deutschsprachigen Raum wird der Pilz oft im Kontext der von ihm verursachten Pflanzenkrankheit als Erreger der „Rosafäule“ (englisch: pink rot) bezeichnet.[2][5]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Kolonien von *Trichothecium roseum* erscheinen flach, körnig und in ihrer Textur puderartig.[2][12] Während sie im Anfangsstadium weiß gefärbt sind, entwickeln sie im Laufe der Reifung eine charakteristische hellrosa bis pfirsichfarbene Tönung. Auf befallenen Wirtspflanzen manifestiert sich der Pilz oft als weißer, pudriger Schimmel, der sich später rosa verfärbt und als Rosafäule bekannt ist.[2] Der Pilz wächst relativ schnell und kann auf Malzextrakt-Agar bei 20 °C innerhalb von zehn Tagen einen Durchmesser von 9 cm erreichen.[6] Mikroskopisch zeichnet sich die Art durch aufrechte Konidiophoren aus, die eine Länge von 200 bis 300 μm erreichen.[13] Diese entstehen einzeln oder in lockeren Gruppen und sind in ihrer unteren Hälfte septiert.[12] Bis zur Bildung des ersten Konidiums sind die Konidiophoren morphologisch nicht von vegetativen Hyphen zu unterscheiden.[2] Ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal ist die Anordnung der Konidien in charakteristischen Zickzack-Ketten, was die Art von anderen Spezies der Gattung *Trichothecium* abgrenzt.[2][12] Die Konidien selbst sind glatt, keulenförmig (clavat) und messen etwa 15–20 × 7,5–10 μm.[13] Jedes Konidium ist zweizellig aufgebaut, wobei die apikale Zelle größer ist als die gekrümmte Basalzelle. Unter dem Mikroskop erscheinen einzelne Konidien hellrosa bis durchscheinend, während sie in der Masse eine gesättigtere rosa Farbe aufweisen.[2] Neuere Untersuchungen zeigen zudem, dass die Morphologie lichtabhängig variieren kann: Unter weißem Licht bildeten sich in vitro signifikant mehr Konidien, während die Kolonieexpansion im Vergleich zu Dunkelheit gehemmt war. In der Dunkelheit entstanden hingegen massive sichtbare Kolonien mit geringerer Sporenproduktion.[8]

Beschreibung

*Trichothecium roseum* ist ein weltweit verbreiteter Schimmelpilz aus der Abteilung der Ascomycota, der primär als Verursacher der Rosafäule an diversen Früchten und Gemüse bekannt ist.[2] Charakteristisch für diese Art ist die Bildung flacher, körniger Kolonien, die zunächst weiß erscheinen und sich im Laufe der Reifung hellrosa bis pfirsichfarben verfärben.[2][6] Diese markante Färbung ist namensgebend für die Art und resultiert aus der massenhaften Produktion von Konidien. Unter dem Mikroskop zeigt der Pilz sein wichtigstes Erkennungsmerkmal: die einzigartige Anordnung der Konidien in Zickzack-Ketten. Die Konidien entstehen an aufrechten, einfachen Konidiophoren, die etwa 200 bis 300 Mikrometer lang sind und als einfache Hyphen aus dem Myzel ragen. Die Sporenbildung erfolgt basipetal, wobei jede neue Spore seitlich unterhalb der vorherigen auswächst, was zur charakteristischen alternierenden Ausrichtung führt. Die einzelnen Konidien sind glatt, keulenförmig (clavat) und zweizellig, wobei die apikale Zelle typischerweise größer ist als die gekrümmte Basalzelle.[6] *Trichothecium roseum* vermehrt sich ausschließlich asexuell; ein sexuelles Stadium (Teleomorphe) ist bisher nicht bekannt, weshalb die Art historisch den Fungi imperfecti zugeordnet wurde.[2][6] Physiologische Studien zeigen, dass weißes Licht die Kolonieausbreitung hemmt, jedoch die Konidienbildung massiv stimuliert, was auf komplexe Lichtrezeptoren wie 'White Collar' und Cryptochrome hinweist.[2] Als Saprophyt besiedelt der Pilz abgestorbenes Pflanzenmaterial wie Laubstreu, tritt aber auch als opportunistischer Wundparasit auf, der oft erst nach einer Primärinfektion durch andere Erreger in das Wirtsgewebe eindringt.[2][14] Eine biochemische Besonderheit ist die Produktion zahlreicher Sekundärmetabolite, darunter Mykotoxine wie Trichothecene und Roseotoxine, die sowohl phytotoxisch wirken als auch industriell zur Herbizidherstellung genutzt werden können.[2][5] Innerhalb der Gattung *Trichothecium*, die über 70 Arten umfasst, unterscheidet sich *T. roseum* morphologisch deutlich durch die spezifische Konidienkettenbildung von anderen Vertretern.[2][6] Neben seiner Rolle als Pflanzenschädling zeigt der Pilz mycoparasitische Eigenschaften und kann antagonistisch gegen andere pathogene Pilze wie Mehltau wirken, wobei Lichtverhältnisse diese Aktivität modulieren.[2][14]

Verhalten

Das Verhalten von *Trichothecium roseum* wird maßgeblich durch Umweltfaktoren wie Licht beeinflusst, das physiologische und morphologische Prozesse steuert. Der Pilz verfügt über spezifische Photorezeptoren, darunter Blaulichtrezeptoren (CRY-DASH, PHOTOLYASE, ENVY) und Grünlichtrezeptoren (OPSIN 1 und 2), deren Gene unter Lichteinfluss hochreguliert werden. Während Dunkelheit das Wachstum massiver Kolonien und die mykoparasitäre Aktivität fördert, hemmt weißes Licht die Kolonieausbreitung und löst stattdessen eine verstärkte Konidienbildung (Sporulation) aus. In Interaktion mit anderen Organismen tritt *Trichothecium roseum* als Mykoparasit auf, der beispielsweise das Stroma von *Dibotryon morbosum* oder den Mehltaupilz *Blumeria graminis* aktiv parasitiert. Bei der Besiedlung von Pflanzen zeigt der Pilz ein opportunistisches Verhalten, indem er bevorzugt durch Läsionen eindringt, die von primären Pathogenen wie *Venturia inaequalis* (Apfelschorf) verursacht wurden. Zur chemischen Kommunikation und Abwehr von Konkurrenten produziert *Trichothecium roseum* sekundäre Metabolite wie Trichothecin, das antagonistisch gegen pathogene Pilze wie *Pyricularia oryzae* wirkt. Zudem reagiert der Pilz auf Verletzungen des Wirtsgewebes, wobei er in Dunkelheit schnell expandiert, während Licht diese Infektionsaktivität auf Früchten wie Tomaten unterdrückt.[2]

Ökologie

Trichothecium roseum ist weltweit verbreitet und besiedelt als Saprophyt diverse Habitate wie unkultivierte Böden, Kompost und die Laubstreu von Bäumen wie Birken, Kiefern, Tannen und Palmen.[17] Ökologisch fungiert der Pilz häufig als sekundärer und opportunistischer Krankheitserreger, der Wirtspflanzen bevorzugt über Läsionen infiziert, die durch primäre Pathogene oder mechanische Verletzungen entstanden sind. Das Wirtsspektrum ist breit und umfasst Früchte wie Äpfel, Tomaten und Melonen, bei denen er die charakteristische Rosafäule verursacht.[17][2] Neben der pflanzenpathogenen Lebensweise tritt T. roseum als Mykoparasit auf und parasitiert Pilzstrukturen, beispielsweise das Stroma von Dibotryon morbosum oder den Weizenmehltau Blumeria graminis.[17][2] Aufgrund dieser interspezifischen Wechselwirkungen agiert die Art als natürlicher Gegenspieler gegenüber verschiedenen pflanzenpathogenen Pilzen sowie Insekten wie Pauropsylla buxtoni. Abiotische Faktoren beeinflussen die ökologische Nische stark; so fördert weißes Licht zwar die Konidienbildung, hemmt jedoch die Kolonieausbreitung und die mykoparasitische Aktivität signifikant.[2] Das physiologische Wachstumsoptimum liegt bei 25 °C und einem pH-Wert von 6,0, wobei der Pilz Temperaturen zwischen 15 °C und 35 °C toleriert.[17] In der mikrobiellen Konkurrenz kann das Wachstum von T. roseum durch antagonistische Bakterien wie Bacillus cereus gehemmt werden.[5]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Trichothecium roseum besitzt eine ambivalente Bedeutung, da der Pilz sowohl als schädliches Pflanzenpathogen auftritt als auch industriell zur Gewinnung von Wirkstoffen genutzt wird. Als Schaderreger ist die Art unter anderem für die Rosafäule verantwortlich, wobei mikrobielle Bekämpfungsverfahren entwickelt wurden. Studien belegen, dass der Bakterienstamm *Bacillus cereus* SC2 eine signifikante Hemmwirkung gegen *Trichothecium roseum* aufweist und somit eine Option für den biologischen Pflanzenschutz darstellt. Jenseits seiner Schadwirkung fungiert der Organismus als Quelle für bioaktive Metaboliten mit pestizider Wirkung. Durch spezifische Fermentationsprozesse kann der Pilz zur Produktion von Trichothecen angeregt werden, dessen Ertrag sich technisch um bis zu 200 % steigern lässt. Die resultierende Fermentationsflüssigkeit wird als biologisches Herbizid eingesetzt, das spezifisch gegen breitblättrige Unkräuter wirkt. Zudem isoliert man aus Kulturen des Stammes MLF 12 Sesquiterpenderivate vom Cyclonerodiol-Typ. Diese vom Pilz produzierten Substanzen zeigen antagonistische Effekte gegen andere phytopathogene Pilze. Zu den gehemmten Zielorganismen zählen Erreger wie *Valsa mali* sowie *Rhizoctonia cerealis*. Damit liefert *Trichothecium roseum* wichtige chemische Leitstrukturen für die Entwicklung neuer Fungizide. Die Nutzung der Spezies erfordert folglich eine Differenzierung zwischen der direkten Bekämpfung im Anbau und der Kultivierung zur Wirkstoffgewinnung.[5]

Wirtschaftliche Bedeutung

Als Erreger der Rosafäule verursacht *Trichothecium roseum* weltweit signifikante ökonomische Schäden in der Landwirtschaft, wobei ein breites Spektrum an Wirtspflanzen wie Äpfel, Tomaten, Melonen und Trauben betroffen ist. Besonders im Lager und während des Transports führt der Pilz als Post-Harvest-Pathogen zum Verderb von Erntegütern und mindert deren Marktwert drastisch.[2] In der Weinwirtschaft beeinträchtigt der Befall die Traubenqualität erheblich, da produzierte Mykotoxine wie Trichothecin die alkoholische Gärung hemmen und zu schweren finanziellen Einbußen führen können.[18] Spezifisch beim Apfelanbau in China stellt die durch *T. roseum* verursachte Kernfäule ein ernsthaftes Problem dar, das neben direkten Ertragsverlusten auch zur Kontamination mit toxischen Trichothecenen wie dem T-2-Toxin führt.[18] Demgegenüber steht das wirtschaftliche Potenzial des Pilzes als biologisches Bekämpfungsmittel (BCA) gegen andere Pflanzenkrankheiten, darunter *Sclerotinia sclerotiorum* und Echter Mehltau bei Weizen (*Blumeria graminis*).[2] Industrielle Anwendungen nutzen Fermentationsprozesse des Pilzes zur Gewinnung von Herbiziden gegen breitblättrige Unkräuter.[5] Zudem dienen isolierte Sesquiterpen-Derivate aus *T. roseum* als Basis für die Entwicklung neuer fungizider Wirkstoffe.[5] Auch in der pharmazeutischen Forschung werden Sekundärmetabolite wie Trichothecinol A als potenzielle Wirkstoffe gegen Krebsmetastasen untersucht.[18]

Biologie & Lebenszyklus

Trichothecium roseum vermehrt sich ausschließlich asexuell durch die Bildung von Konidien, da kein sexuelles Stadium bekannt ist. Die Kolonien wachsen flach und körnig, erscheinen zunächst weiß und entwickeln im Reifestadium eine charakteristische hellrosa bis pfirsichfarbene Färbung. Die Konidienträger sind aufrechte, einfache Hyphen von 200 bis 300 μm Länge, die im unteren Bereich septiert sind und an der Spitze Cluster von Sporen tragen. Ein taxonomisches Unterscheidungsmerkmal der Art sind die Konidien, die in Zickzack-Ketten angeordnet sind. Diese Ketten entstehen basipetal, indem nach der Bildung der ersten Spore eine zweite direkt darunter auf der gegenüberliegenden Seite aus dem Konidienträger herauswächst. Die Konidien selbst sind zweizellig, glatt und keulenförmig (15–20 × 7,5–10 μm), wobei die apikale Zelle größer ist als die gekrümmte basale Zelle. Das physiologische Optimum für das Wachstum liegt bei 25 °C, wobei der Pilz einen Temperaturbereich von 15 °C bis 35 °C toleriert. Die Sporulation erfolgt schnell bei einem pH-Wert von 4,0 bis 6,5 und wird durch eine Kombination aus niedrigen Temperaturen und hoher Glukosekonzentration begünstigt.[15] Lichtfaktoren beeinflussen den Lebenszyklus maßgeblich: Während weißes Licht die Kolonieausbreitung hemmt, fördert es die Konidienbildung im Vergleich zur Dunkelheit signifikant. Auf Nährmedien bilden sich Kolonien bereits einen Tag nach der Inokulation, und die massive Konidienproduktion beginnt am zweiten Tag.[8] Ökologisch tritt *Trichothecium roseum* weltweit als Saprophyt in Böden und Laubstreu sowie als opportunistischer Pflanzenschädling auf. Als Wundparasit dringt er meist durch Läsionen in Wirtsfrüchte ein, die durch primäre Pathogene oder mechanische Verletzungen verursacht wurden.[15] Zudem agiert der Pilz als Mykoparasit, der andere Pilze wie *Blumeria graminis* (Echter Mehltau), *Sclerotinia sclerotiorum* und *Rhizoctonia solani* befällt.[8] Die mykoparasitische Aktivität und die Infektionsfähigkeit werden durch Lichtrezeptoren (u. a. für blaues und grünes Licht) reguliert und sind bei Dunkelheit oft stärker ausgeprägt als unter Lichteinfluss.[8] Als natürlicher Antagonist wurde unter anderem das Bakterium *Bacillus cereus* identifiziert, das eine deutliche Hemmwirkung gegen *T. roseum* zeigt.[16]

Vorkommen & Lebensraum

*Trichothecium roseum* ist weltweit verbreitet und als Saprophyt in einer Vielzahl von Habitaten anzutreffen. Nachweise der Art liegen aus zahlreichen Ländern verschiedener Kontinente vor, darunter Polen, Dänemark, Frankreich, Russland, Ägypten, Indien, China, Australien und Panama. Der Pilz besiedelt unkultivierte Böden, Waldböden unter Buchen oder Teakbäumen sowie kultivierte Flächen wie Zitrusplantagen. Auch in Heidelandschaften, Dünen, Salzwiesen und Gartenkompost kommt er vor. Häufig wird *Trichothecium roseum* aus der Laubstreu verschiedener Bäume wie Birken, Kiefern, Tannen und Palmen isoliert.[6] Neben dem Vorkommen in natürlichen Substraten befällt der Pilz als Erreger der Rosafäule diverse landwirtschaftliche Kulturen.[8] Zu den Wirtspflanzen zählen unter anderem Äpfel, Tomaten, Gurken, Melonen, Erdbeeren, Paprika und Mais.[8][10] Ein Befall von Weintrauben ist insbesondere in gemäßigten Klimazonen von Bedeutung.[11] Außerhalb des direkten Pflanzenbaus findet sich *Trichothecium roseum* auf gelagerten Lebensmitteln wie Weizen, Gerste, Nüssen (z. B. Haselnüsse, Pekannüsse), Fleischprodukten und Käse.[10] Zudem tritt die Art ökologisch als Mykoparasit auf und befällt andere Pilze wie *Blumeria graminis* oder *Sclerotinia sclerotiorum*.[8]

Saisonalität & Aktivität

Das Wachstum und die physiologische Aktivität von *Trichothecium roseum* sind stark temperaturabhängig, wobei das Optimum bei 25 °C liegt und Wachstumsgrenzen bei 15 °C beziehungsweise 35 °C bestehen.[6] In gemäßigten Klimazonen tritt der Pilz insbesondere an Trauben auf.[7] Die Aktivitätsmuster werden zudem maßgeblich durch Lichtverhältnisse reguliert: Während weißes Licht die asexuelle Fortpflanzung durch Konidienbildung stimuliert, begünstigt Dunkelheit die Expansion der Kolonien sowie die Infektion von Wirtsgewebe, wie etwa bei Tomaten oder Weizenmehltau.[8] Als Erreger der Rotfäule („Pink Rot“) ist *Trichothecium roseum* primär als Nachernte-Pathogen relevant und befällt gelagerte Früchte wie Äpfel, Melonen und Pfirsiche, was eine saisonale Häufung nach den Ernteperioden der jeweiligen Wirtspflanzen impliziert.[2] Ergänzend zeigen aggregierte Suchanfragedaten ein erhöhtes öffentliches Interesse im Mai.[9]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Bielefeld, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    09.11.2025

  • München-Sendling, Deutschland

    25.10.2025

  • Deutschland

    13.05.2025

  • Buch, 13 Berlin-Bezirk Pankow, Deutschland

    22.03.2025

  • Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnim-Hänge, Strausberg, Brandenburg, Deutschland

    29.11.2023

Daten: iNaturalist

Ricerca scientifica e brevetti

CN-112301070-B Biological Concesso

Verfahren für hohen Trichothecen-Ertrag aus Trichothecium roseum und Anwendung zur Herstellung von Herbiziden gegen breitblättrige Unkräuter

(2020)

Rilevanza: 6/10

Riepilogo

Die Erfindung beschreibt ein optimiertes Fermentationsverfahren für Trichothecium roseum, um die Produktion von Trichothecen (einem Toxin) um 200% zu steigern. Die resultierende Fermentationsflüssigkeit wird direkt als Herbizid gegen breitblättrige Unkräuter eingesetzt. Das Patent ist relevant für die industrielle Nutzung der Metaboliten des Pilzes, beschreibt jedoch keine Bekämpfung des Pilzes selbst, sondern dessen Nutzung als Bio-Herbizid.

CN-107814688-A Chemical Sconosciuto

Zwei Arten von Sesquiterpenderivaten des Cyclonerodiol-Typs sowie deren Herstellungsverfahren und Anwendung

University of Qingdao Agricultural (2017)

Rilevanza: 6/10

Riepilogo

Das Patent beschreibt die Isolierung und Nutzung von zwei Sesquiterpen-Derivaten aus Fermentationskulturen von Trichothecium roseum (Stamm MLF 12). Diese chemischen Verbindungen zeigen eine hemmende Wirkung gegen Pflanzenpathogene wie Valsa mali und Rhizoctonia cerealis. Hier wird der Pilz nicht bekämpft, sondern als Quelle (Produzent) für neue fungizide Wirkstoffe genutzt. Die Innovation liegt in der Bereitstellung neuer Leitstrukturen für Pestizide.

CN-106854631-B Biological Concesso

Mikrobielles Bekämpfungsverfahren für Pflanzenkrankheiten

(2016)

Rilevanza: 9/10

Riepilogo

Dieses Patent stellt eine biologische Bekämpfungsmethode unter Verwendung des Bakterienstammes Bacillus cereus SC2 vor. Es wird explizit hervorgehoben, dass dieser Stamm eine deutliche Hemmwirkung gegen Trichothecium roseum (oft Erreger der Rosafäule) sowie andere Pilze wie Fusarium aufweist. Dies ist hochrelevant, da es eine direkte biologische Kontrolle gegen den spezifischen Schädling bietet. Die Methode ist für den Pflanzenschutz anwendbar.

Fonti e riferimenti

  1. https://www.gbif.org/species/2561979
  2. Batt, C.A.; Tortorello, M (2014). Encyclopedia of food microbiology (2 ed.). London: Elsevier Ltd. p. 1014.
  3. Persoon, C.H. (1794). Neuer Versuch einer Eintheilung der Schwämme. Römer’s Neues Magazin für die Botanik 1: 63-128
  4. Barron, George L. (1968). The genera of Hyphomycetes from soil. Baltimore, MD: Williams & Wilkins. ISBN 9780882750040
  5. https://patents.google.com/patent/CN106854631B/en
  6. Domsch, K.H.; Gams, Walter; Andersen, Traute-Heidi (1980). Compendium of soil fungi (2nd ed.). London, UK: Academic Press. ISBN 9780122204029.
  7. Serra, R; Braga, A; Venâncio, A (2005). Mycotoxin-producing and other fungi isolated from grapes for wine production. Research in Microbiology. 156 (4): 515–521.
  8. Zhu, M. et al. (2025). White Light Orchestrates Mycoparasitic and Infection Activities by Regulating Expression of Effectors in Trichothecium roseum. Food Science & Nutrition, 13:e70396. https://doi.org/10.1002/fsn3.70396
  9. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), 2026.
  10. Pitt, J.I.; Hocking, A.D. (1999). Fungi and food spoilage (2nd ed.). Gaithersburg, Md.: Aspen Publications. ISBN 978-0834213067.
  11. Serra, R; Braga, A; Venâncio, A (2005). Mycotoxin-producing and other fungi isolated from grapes for wine production. Research in Microbiology. 156 (4): 515–521. doi:10.1016/j.resmic.2004.12.005
  12. Onions, A.H.S.; Allsopp, D.; Eggins, H.O.W. (1981). Smith's introduction to industrial mycology (7th ed.). London, UK: Arnold. ISBN 978-0-7131-2811-6
  13. Watanabe, Tsuneo (2009). Pictorial atlas of soil and seed fungi : morphologies of cultured fungi and key to species (3rd ed.). Boca Raton, Fla.: CRC. ISBN 978-1-4398-0419-3
  14. Freeman, G.G.; Morrison, R.I. (1949). Metabolic products of Trichothecium roseum Link. Biochemical Journal. 45 (2): 191–199
  15. Wikipedia OCR: Trichothecium roseum - Article/Morphology/Growth/Ecology
  16. Patent CN-106854631-B: Mikrobielles Bekämpfungsverfahren für Pflanzenkrankheiten
  17. Wikipedia OCR Page 4 (Habitat and ecology / Plant pathology)
  18. https://doi.org/10.1016/j.resmic.2004.12.005
  19. Patent CN-112301070-B (Verfahren für hohen Trichothecen-Ertrag)