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Voce del lessico

sorbo Sorbus aucuparia

sorbo

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Rosales (Rosales)
Famiglia Rosaceae
Genere Sorbus
Specie Sorbus aucuparia
Nome scientifico Sorbus aucuparia L.
Nome accettato

Einleitung

Die **Eberesche** (*Sorbus aucuparia*), auch **Vogelbeere** genannt, ist ein sommergrüner Baum oder Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der in weiten Teilen Europas und Westasiens heimisch ist.[1] Als anpassungsfähige Pionierart besiedelt sie bevorzugt kühle, feuchte Standorte in Wäldern und Gebirgsregionen bis zur Baumgrenze.[1][2] Der wissenschaftliche Artname *aucuparia* leitet sich von der historischen Verwendung der klebrigen Früchte für den Vogelfang ab.[3]

Analisi comunitaria

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Dati della community Silberkraft
Ultimo il 14.04.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Art bevorzugt saure bis neutrale Böden mit einem pH-Wert von 5,0 bis 7,0 und ist in den USDA-Klimazonen 3 bis 7 winterhart. - Die weißen Blüten verströmen einen unangenehmen (fötiden) Geruch. - Einzelblüten weisen einen Durchmesser von etwa 0,8 Zentimetern (ein Drittel Zoll) auf und stehen in bis zu 15 Zentimeter breiten Schirmrispen. - Die gefiederten Blätter erreichen eine Gesamtlänge von 12 bis 23 Zentimetern (5 bis 9 Zoll) und bestehen aus exakt 9 bis 15 gesägten, länglich-lanzettlichen Einzelblättchen. - Die Kronenbreite variiert typischerweise zwischen 2,5 und 7,5 Metern (8 bis 25 Fuß). - *Sorbus aucuparia* erreicht ein Lebensalter von 100 bis 200 Jahren. - Aufgrund des hohen Pektingehalts und des herben Geschmacks werden die Früchte für den menschlichen Verzehr zu Gelees, Säften, Tees oder Essig verarbeitet.[11] - Hybridisierungen mit Mehlbeeren (*Sorbus* subg. *Aria*) führen oft zu triploiden oder tetraploiden Linien, die sich klonal durch Apomixis vermehren. - Taxonomisch wird die Art der Tribus Maleae und der Ordnung Rosales zugeordnet. - Zu den weiteren historischen Synonymen zählen *Pyrenia aucuparia*, *Pyrus rossica*, *Sorbus altaica* und *Sorbus amurensis*.[11]

Name & Einordnung

Der heute anerkannte wissenschaftliche Name *Sorbus aucuparia* L. wurde 1753 von Carl von Linné erstbeschrieben.[1][4] Innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) wird die Art der Unterfamilie Amygdaloideae und dem Subgenus *Sorbus* zugeordnet, welches sich durch gefiederte Blätter und einen diploiden Chromosomensatz (2n = 34) auszeichnet. Historische taxonomische Umgruppierungen führten zu zahlreichen Synonymen, darunter *Pyrus aucuparia* (L.) Gaertn., *Mespilus aucuparia* (L.) Scop. und *Aucuparia sylvestris* Medik., die eine frühere Nähe zu Birnen oder Mispeln suggerierten. Der Gattungsname *Sorbus* leitet sich vom lateinischen *sorbere* („schlürfen“) ab und verweist auf die antike Nutzung der adstringierenden Früchte zur Getränkeherstellung. Das Art-Epitheton *aucuparia* kombiniert die lateinischen Begriffe *avis* (Vogel) und *capere* (fangen) und bezieht sich auf die historische Verwendung der klebrigen Beeren als Vogelleim.[1] Im deutschsprachigen Raum sind die Trivialnamen „Vogelbeere“ und „Eberesche“ gebräuchlich, wobei letzterer auch in dialektalen Varianten auftritt.[1][2] Internationale Bezeichnungen greifen oft ähnliche Motive auf, wie das französische *sorbier des oiseleurs* („Sorbus der Vogelfänger“) oder das englische „mountain-ash“, das auf die blattmorphologische Ähnlichkeit zur Esche anspielt. Paläobotanische Funde aus dem Pliozän der Türkei belegen, dass *aucuparia*-ähnliche Formen bereits vor etwa fünf Millionen Jahren in Westeurasien verbreitet waren.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Sorbus aucuparia* wächst als kleiner, sommergrüner Baum oder Strauch, der typischerweise Wuchshöhen von 5 bis 15 Metern, selten bis zu 20 Metern erreicht.[1] Die Krone entwickelt sich von einer aufrecht-ovalen oder pyramidalen Form in der Jugend zu einem offenen, rundlichen Habitus im Alter.[3] Der Stamm ist oft mehrstämmig, schlank und erreicht einen Brusthöhendurchmesser von bis zu 35 Zentimetern.[1] Die Rinde ist zunächst glatt, grau bis silbrig und durch weiße Lentizellen gekennzeichnet, während sie im Alter leicht rau oder schuppig wird.[1][3] Die wechselständigen, unpaarig gefiederten Laubblätter sind 13 bis 23 cm lang und bestehen meist aus 9 bis 15 länglich-lanzettlichen Fiederblättchen. Diese Blättchen sind 2 bis 6,5 cm lang, oberseits dunkelgrün und unterseits blasser oder frostig grün, wobei junge Blätter fein behaart sind und später verkahlen. Die Blattränder sind scharf gesägt, wobei das untere Drittel oft ganzrandig bleibt.[1] Im Herbst verfärbt sich das Laub in leuchtende Gelb-, Orange- und Rottöne.[3] Die zwittrigen Blüten messen 8 bis 10 mm im Durchmesser, besitzen fünf gelblich-weiße Kronblätter sowie 15 bis 20 Staubblätter und verströmen einen unangenehmen Geruch. Sie stehen in 5 bis 15 cm breiten, endständigen Schirmrispen zusammen, die 75 bis 250 Einzelblüten umfassen. Der Blütenkelch ist wollig behaart und weist fünf dreieckige Lappen auf.[2] Aus den Blüten entwickeln sich im Spätsommer erbsengroße, subglobose Apfelfrüchte mit einem Durchmesser von 6 bis 10 mm. Die Früchte reifen zwischen August und Oktober zu einer leuchtend orangeroten Farbe heran.[7] Im Inneren des fleischigen Fruchtfleisches befinden sich meist ein bis drei hellbraune, eiförmige Samen von etwa 2 bis 3 mm Länge. Das Wurzelsystem ist faserig ausgebildet.[1]

Beschreibung

Sorbus aucuparia ist ein sommergrüner, oft mehrstämmiger Baum oder Strauch aus der Familie der Rosengewächse (*Rosaceae*), der als Pioniergehölz eine hohe ökologische Bedeutung besitzt. Das typische Erscheinungsbild im natürlichen Habitat ist durch eine schlanke, aufrecht-ovale Wuchsform in der Jugend geprägt, die sich im Alter zu einer offenen, abgerundeten Krone weitet. Mit einer Wuchshöhe von meist 5 bis 15 Metern bleibt die Art vergleichsweise klein, zeigt jedoch ein rasches Jugendwachstum und erreicht ihre reproduktive Reife bereits nach 10 bis 20 Jahren. Eine wesentliche anatomische Anpassung ist die extreme Frosthärte, die es dem Baum ermöglicht, Temperaturen bis -30 °C zu tolerieren und Höhenlagen bis zu 2.400 Metern zu besiedeln. Das Wurzelsystem ist faserig und weitstreichend, was nicht nur die Nährstoffaufnahme auf sauren, nährstoffarmen Böden sichert, sondern auch zur Stabilisierung von Hängen beiträgt. Im Gegensatz zu vielen anderen *Sorbus*-Arten ist *Sorbus aucuparia* diploid (2n = 34) und vermehrt sich fast ausschließlich sexuell durch Fremdbestäubung, da physiologische Barrieren eine Selbstbefruchtung verhindern. Die Rinde ist in jungen Jahren glatt und silbergrau mit deutlichen Lentizellen für den Gasaustausch, entwickelt jedoch im hohen Alter eine leichte Borke. Ein spezifisches Merkmal ist der unangenehme, fischartige Geruch der Blüten, der durch Trimethylamin verursacht wird und gezielt Käfer sowie Fliegen zur Bestäubung anlockt.[8] Die Art dient als Wirt für spezifische Insektenlarven; so nutzen Larven der Ebereschenmotte (*Argyresthia conjugella*) chemische Signale wie 2-Phenylethanol, um die Wirtspflanze zu finden.[2] Ebenso treten die Larven der Blattwespe *Pristiphora geniculata* gesellig auf und können durch intensiven Blattfraß das Erscheinungsbild des Baumes temporär verändern. Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné beschrieben, wobei der Artname *aucuparia* auf die frühere Verwendung der klebrigen Früchte als Lockmittel für den Vogelfang hindeutet. Phylogenetisch nimmt sie eine basale Position in der Gattung ein und fungiert oft als Elternart bei der Hybridisierung mit Mehlbeeren, was zu komplexen polyploiden Formen führt. Im Vergleich zum nahe verwandten Speierling (*Sorbus domestica*) besitzt die Eberesche deutlich kleinere, weichere Früchte und eine höhere Kältetoleranz. Die Verbreitung der Samen erfolgt endozoochor, wobei die Passage durch den Verdauungstrakt von Vögeln die Keimruhe der hartschaligen Samen bricht.[8]

Verhalten

*Sorbus aucuparia* nutzt eine entomophile Fortpflanzungsstrategie, bei der Blüten durch Nektar und spezifische Duftsignale Bestäuber wie Bienen, Fliegen und Käfer anlocken.[1][8] Um Selbstbefruchtung zu verhindern und die genetische Vielfalt zu sichern, verfügt die Art über ein striktes gametophytisches Selbstinkompatibilitätssystem, das den Fruchtansatz durch eigenen Pollen nahezu vollständig blockiert.[8][3] Die Pflanze emittiert flüchtige organische Verbindungen wie 2-Phenylethanol, die als chemische Signale wirken und spezifische Insekten wie die Ebereschenmotte (*Argyresthia conjugella*) anziehen.[2] Das Reifeverhalten der Früchte ist zeitlich auf die Herbstmigration von Vögeln abgestimmt, was eine effektive Fernverbreitung der Samen durch Ornithochorie ermöglicht.[8][7] Als chemische Abwehr gegen vorzeitigen Fraß enthalten die unreifen Früchte hohe Konzentrationen an Tanninen und Parasorbinsäure, die einen adstringierenden und bitteren Geschmack verursachen.[1][2] Eine weitere Verteidigungslinie bilden die Samen, die cyanogene Glykoside wie Prunasin speichern, welche bei Verletzung giftige Blausäure freisetzen können.[3] *Sorbus aucuparia* zeigt ein ausgeprägtes Pionierverhalten, indem sie gestörte Flächen rasch besiedelt und in der Jugendphase ein schnelles Wachstum an den Tag legt.[1] Gegenüber Herbivoren wie Elchen zeigt der Baum eine gewisse Resilienz, wobei wiederholter Verbiss jedoch die Wuchsform und Verzweigungsmuster dauerhaft verändern kann. Interaktionen mit Insekten umfassen auch das Dulden von Blattlauskolonien, deren Honigtau wiederum sekundäre Prädatoren anzieht.[2]

Ökologie

Die Bestäubung von *Sorbus aucuparia* erfolgt entomophil durch ein breites Spektrum an Insekten, darunter Hummeln (*Bombus* spp.), Sandbienen (*Andrena* spp.) und Schwebfliegen, die durch Nektar und Pollen angelockt werden.[1] Für die Samenausbreitung (Ornithochorie) sind primär Vögel wie Amseln (*Turdus merula*) oder Seidenschwänze verantwortlich, die die Früchte verzehren und die Samen intakt über weite Distanzen transportieren.[7] Ergänzend tragen Säugetiere wie der Rotfuchs (*Vulpes vulpes*) und der Baummarder (*Martes martes*) zur Endozoochorie bei, wobei deren Konsum saisonalen Schwankungen der Fruchtverfügbarkeit folgt.[1] Die Blätter und jungen Triebe dienen als wichtige Nahrungsquelle für Herbivoren, insbesondere für den Elch (*Alces alces*), dessen intensiver Verbiss die Wuchsform der Bäume verändern kann.[7] Zu den wirtspezifischen Insekten zählen Blattläuse der Gattung *Rhopalosiphum* sowie die Larven der Blattwespe *Pristiphora geniculata*, die durch gregäres Fressen starke Defoliation verursachen können.[9] Die Ebereschenmotte (*Argyresthia conjugella*) nutzt spezifische pflanzliche Duftstoffe wie 2-Phenylethanol, um *Sorbus aucuparia* als ihren primären Wirt zu lokalisieren. Ökologisch relevant ist die Art zudem als Vektor für Pathogene wie den Feuerbrand (*Erwinia amylovora*), der durch Blütenbesucher übertragen werden kann.[2] Als Pionierart besiedelt *Sorbus aucuparia* rasch gestörte Flächen oder Lichtungen und verbessert die Bodenbedingungen für nachfolgende Arten wie Birken und Koniferen.[1] Das faserige Wurzelsystem trägt in bergigen Regionen wesentlich zur Bodenstabilisierung und zum Erosionsschutz bei. Die Art zeigt eine hohe Schattentoleranz im Unterwuchs und gilt in borealen sowie temperaten Wäldern als Zeigerpflanze für saure, nährstoffarme Böden.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Sorbus aucuparia* in ihrem nativen Verbreitungsgebiet als ökologisch wertvolles Pioniergehölz gilt, wird sie in Regionen wie Neuseeland und Teilen Nordamerikas als invasives Unkraut klassifiziert, das heimische Vegetation verdrängt. Aufgrund dieser negativen ökologischen Auswirkungen haben US-Bundesstaaten wie Minnesota Phasenpläne eingeführt, um den kommerziellen Verkauf der Art ab 2026 gesetzlich zu unterbinden.[1] Phytopathologisch ist die Eberesche relevant als Wirtspflanze für den Feuerbrand (*Erwinia amylovora*), wodurch sie als Vektor für diese bakterielle Krankheit fungieren und Infektionen auf andere Rosengewächse übertragen kann.[2] Zu den häufigsten tierischen Schädlingen zählen Blattläuse der Gattung *Rhopalosiphum*, die Wuchsdeformationen und Honigtauabsonderungen verursachen.[10] Zudem führen die Larven der Ebereschen-Blattwespe (*Pristiphora geniculata*) durch ihr geselliges Fressverhalten oft zu starker Defoliation, die mature Bäume jedoch selten abtötet.[9] Eine besondere ökonomische Bedeutung kommt der Art im Kontext des Obstbaus zu, da sie als Primärwirt für die Ebereschenmotte (*Argyresthia conjugella*) dient. Wenn die Ebereschen keine Früchte tragen, weicht dieser Schädling häufig auf Apfelplantagen aus und verursacht dort Ernteausfälle. Technisch werden flüchtige Pflanzenstoffe der Eberesche, wie 2-Phenylethanol, zur Herstellung spezifischer Lockstofffallen genutzt, um die Mottenpopulationen zu überwachen oder durch Massenfang zu reduzieren.[2] Medizinisch ist zu beachten, dass die rohen Früchte Parasorbinsäure enthalten, deren Verzehr Nierenreizungen und Magenbeschwerden auslösen kann. Die Samen enthalten zudem cyanogene Glykoside wie Prunasin, die bei Zerkauen Blausäure freisetzen und toxisch wirken können.[3] Präventive pflegerische Eingriffe zur Erhaltung der Baumgesundheit, wie der Formschnitt, sollten ausschließlich während der Winterruhe erfolgen.[2] Im Rahmen integrierter Pflanzenschutzmaßnahmen (IPM) wird bei Blattlausbefall auf den Einsatz von Breitbandinsektiziden verzichtet, um Nützlinge zu schonen. Stattdessen erfolgt die Bekämpfung mechanisch durch Wasserstrahl oder biologisch durch die Förderung natürlicher Prädatoren wie Marienkäfern.[10]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Sorbus aucuparia* ist ambivalent und primär durch ihre Rolle als Wirtspflanze für landwirtschaftlich relevante Schädlinge sowie ihre Nutzung als Ziergehölz definiert. Die Art fungiert als Primärwirt für die Ebereschenmotte (*Argyresthia conjugella*), deren Larven sich normalerweise in den Früchten der Eberesche entwickeln. Bei einem Ausfall der Ebereschen-Fruchtbildung weicht dieser Schädling massenhaft auf Apfelkulturen aus, was im Erwerbsobstbau zu signifikanten Ernteverlusten führen kann. Zur Überwachung und Bekämpfung dieses Schädlings werden flüchtige Pflanzenstoffe der Eberesche, wie 2-Phenylethanol, technisch in Lockstofffallen genutzt. Des Weiteren dient *Sorbus aucuparia* als Wirtspflanze für den Feuerbrand (*Erwinia amylovora*), eine meldepflichtige Bakterienkrankheit, die durch blütenbesuchende Insekten übertragen wird. Infizierte Bäume stellen ein Infektionsreservoir dar, das benachbarte kommerzielle Kernobstplantagen gefährden kann. In der Forstwirtschaft und im Landschaftsbau wird die Art hingegen positiv bewertet und wegen ihres dichten Wurzelsystems gezielt zur Bodenstabilisierung und Erosionskontrolle an Hängen eingesetzt.[2] Als Ziergehölz ist sie aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit weit verbreitet und wird im städtischen Grün sowie in Gärten angepflanzt, wobei diverse Sorten im Handel existieren.[1] Das harte, dichte Holz (ca. 770 kg/m³) besitzt aufgrund der geringen Stammabmessungen keine breite forstwirtschaftliche Relevanz.[1] Es findet jedoch in der Drechslerei und für die Herstellung von Werkzeugstielen oder Möbelkomponenten spezialisierte Nischenanwendungen.[1][3] Außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, beispielsweise in Neuseeland, wird die Art als Umweltunkraut („environmental weed“) eingestuft. Dort verursacht sie durch die Verdrängung heimischer Vegetation ökonomische Aufwände im Naturschutzmanagement.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Sorbus aucuparia* erfolgt primär sexuell durch Fremdbestäubung, da ein starkes gametophytisches Selbstinkompatibilitätssystem die Selbstbefruchtung weitgehend verhindert. Die zwittrigen Blüten werden im Zeitraum von Mai bis Juni durch Insekten wie Bienen (*Bombus* spp., *Andrena* spp.), Fliegen und Käfer bestäubt, wobei die Fruchtbildung stark von dieser Fremdbestäubung abhängt.[5] Nach der Befruchtung entwickeln sich subglobose Apfelfrüchte, die von August bis Oktober reifen und meist ein bis drei Samen enthalten. Die Samen besitzen eine harte, undurchlässige Schale und benötigen zur Brechung der Dormanz eine Kaltstratifikation von zwei bis vier Monaten bei etwa 1 °C.[1] Im Boden können die Samen bis zu fünf Jahre lebensfähig bleiben, wobei die Keimraten mit der Zeit abnehmen.[5] Als Pionierbaumart zeigt die Eberesche in der Jugend ein schnelles Wachstum und erreicht die reproduktive Reife innerhalb von 10 bis 20 Jahren. Individuelle Bäume erreichen ein Alter von 100 bis 200 Jahren, wobei Stämme in Kultur oft kurzlebiger sind.[1] Die Art ist diploid (2n = 34), wobei in seltenen Fällen oder bei Hybriden auch fakultative Apomixis auftreten kann.[5] Physiologisch zeichnet sich *Sorbus aucuparia* durch eine hohe Frosthärte aus und toleriert Temperaturen bis zu -30 °C oder niedriger.[1] Die Blätter dienen Larven der Blattwespe *Pristiphora geniculata* als Nahrung, die gesellig fressen und erheblichen Blattverlust verursachen können.[9] Zudem fungiert der Baum als Wirtspflanze für die Ebereschenmotte (*Argyresthia conjugella*), die durch pflanzliche Duftstoffe wie 2-Phenylethanol angelockt wird. Die Ausbreitung der Samen erfolgt hauptsächlich durch Ornithochorie, indem Vögel wie Drosseln (*Turdus* spp.) und Seidenschwänze die Früchte verzehren und die Samen unversehrt ausscheiden.[5]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Sorbus aucuparia* umfasst fast ganz Europa und erstreckt sich bis nach Westasien sowie Nordafrika. In Asien reicht das Areal vom Kaukasus über Sibirien bis in den Fernen Osten Russlands, Nordchina und Korea, während in Afrika Vorkommen im Atlasgebirge Marokkos belegt sind.[1] Innerhalb Europas ist die Art flächendeckend von Island und den Britischen Inseln im Westen bis nach Russland im Osten vertreten.[5] Der Baum bevorzugt kühle, feuchte Klimate in borealen und gemäßigten Zonen. Die Vertikalverbreitung reicht vom Meeresspiegel bis zur Baumgrenze in Gebirgslagen, wobei Höhen von etwa 2.000 bis 2.400 Metern erreicht werden.[5] Zu den typischen natürlichen Habitaten zählen Wälder, Waldränder, Gebüsche sowie felsige Hänge.[1] Als Pionierart besiedelt *Sorbus aucuparia* rasch gestörte Flächen wie Lichtungen oder Brandstellen.[5] Sie gedeiht auf sauren, nährstoffarmen und gut durchlässigen Böden und gilt oft als Zeigerart für entsprechende Standortbedingungen.[1] Durch ihre Etablierung bereitet die Art den Boden für spät-sukzessionale Gehölze wie Birken und Nadelbäume vor.[5] Im 18. Jahrhundert wurde die Art als Ziergehölz nach Nordamerika eingeführt. Seither ist sie in südöstlichen Teilen Alaskas, im südlichen Kanada und den nördlichen Vereinigten Staaten weiträumig verwildert. In Teilen Nordamerikas sowie in Neuseeland gilt sie als Umweltunkraut, das in offenen Waldlandschaften mit der heimischen Vegetation konkurrieren kann.[1] Die Ausbreitung in neue Habitate erfolgt primär durch Vögel, welche die Samen über weite Distanzen transportieren.[5] Aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit wird die Eberesche zudem häufig im Siedlungsbereich als Straßen- oder Parkbaum gepflanzt.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die phänologische Aktivität von *Sorbus aucuparia* beginnt im Frühjahr, wobei die Hauptblütezeit in die Monate Mai bis Juni fällt. In dieser Phase produzieren die Blüten Nektar und Pollen, was im Juni zu einer hohen Frequenz an bestäubenden Insekten führt. Die Reifung der charakteristischen rot-orangen Früchte erfolgt abhängig von Breitengrad und lokalem Klima zwischen August und Oktober. Im Herbst zeigt die Art eine ausgeprägte Seneszenz, bei der sich das Laub leuchtend gelb bis rötlich-violett verfärbt, bevor der Blattabwurf eintritt. Die Fruchtreife im September ist zeitlich auf den Zug migrierender Vögel abgestimmt, die als primäre Verbreiter der Samen fungieren. Während ein Großteil der Früchte im Herbst abfällt, können einige Fruchtstände bis in den Winter am Baum verbleiben und als Nahrungsquelle dienen. *Sorbus aucuparia* überwintert in einem Ruhezustand und ist dabei extrem frosthart, wobei Temperaturen bis zu -30 °C oder niedriger toleriert werden. Die Samen benötigen zur Brechung der Dormanz eine Stratifikation von zwei bis vier Monaten bei etwa 1 °C. Für die menschliche Nutzung wird die Ernte oft erst im Spätherbst nach dem ersten Frost durchgeführt, da die Kälteeinwirkung den Zuckergehalt erhöht und Bitterstoffe reduziert.[5] Das öffentliche Interesse an der Art spiegelt diese biologischen Phasen wider und verzeichnet deutliche Höchstwerte in den Monaten September und Oktober.[6]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Deutschland

    11.01.2026

  • Fürstenfeldbruck, Bayern, Germany

    31.12.2025

  • Emskirchen, 91 Emskirchen, Deutschland

    31.12.2025

  • Thür, Rheinland-Pfalz, Deutschland

    29.12.2025

  • Fürstenfeldbruck, Bayern, Germany

    27.12.2025

Daten: iNaturalist

Ricerca scientifica e brevetti

US-2007004686-A1 Behavioral Sconosciuto

Lockstoff für die Ebereschenmotte und andere Insektenschädlinge des Apfels

Bengtsson Marie C, Witzgall Peter, Kobro Sverre, Jaastad Gunnhild, Lofqvist Jan (2005)

Rilevanza: 9/10

Riepilogo

Dieses Patent nutzt flüchtige Pflanzenstoffe der Eberesche (Wirtspflanze), wie 2-Phenylethanol, um die Ebereschenmotte (Argyresthia conjugella) anzulocken. Dies ist hochrelevant, da die Motte ein bedeutender Schädling im Apfelanbau ist, wenn die Ebereschen keine Früchte tragen. Die Methode ermöglicht ein effektives Monitoring und potentielle Bekämpfung durch Verwirrung oder Massenfang. Es nutzt spezifische biologische Erkenntnisse über die Wirtsfindung des Schädlings.

Fonti e riferimenti

  1. https://www.gbif.org/species/3012167
  2. https://forest.jrc.ec.europa.eu/media/atlas/Sorbus_aucuparia.pdf
  3. https://dendro.cnre.vt.edu/dendrology/meanings.cfm
  4. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:741641-1
  5. https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.1365-2745.2000.00502.x
  6. Aggregated Search Interest Data: Eberesche (2026)
  7. https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/sorbus-aucuparia
  8. https://doi.org/10.1046/j.1365-2745.2000.00502.x
  9. https://pnwhandbooks.org/insect/hort/landscape/hosts-pests-landscape-plants/mountain-ash-sorbus-mountain-ash-sawfly
  10. https://extension.umaine.edu/gardening/2023/06/14/how-do-i-manage-a-large-outbreak-of-aphids/
  11. Literaturzusammenfassung: Sorbus aucuparia