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Fiore di sangue Scadoxus multiflorus
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Tassonomia
Regno
Pflanzen (Plantae)
Phylum
Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe
Liliopsida (Liliopsida)
Ordine
Asparagales (Asparagales)
Famiglia
Amaryllidaceae
Genere
Scadoxus
Specie
Scadoxus multiflorus
Nome scientifico
Scadoxus multiflorus (Martyn) Raf.
Nome accettato
Einleitung
Die **Blutblume** (*Scadoxus multiflorus*) ist eine ausdauernde, zwiebelbildende Pflanzenart aus der Familie der Narzissengewächse (Amaryllidaceae).[1][2] Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das tropische und südliche Afrika bis zur Arabischen Halbinsel, wobei sie durch markante, kugelförmige Blütenstände aus zahlreichen roten Einzelblüten auf blattlosen Schäften charakterisiert ist.[1][3] Die früher unter dem Synonym *Haemanthus multiflorus* klassifizierte Art enthält in allen Pflanzenteilen toxische Alkaloide wie Lycorin.[1][2]
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Attività stagionale
Sviluppo nel corso degli anni
Fakten (kompakt)
- Der Gattungsname *Scadoxus* leitet sich aus den griechischen Wörtern *skiadion* (Schirm oder Dolde) und *doxa* (Ruhm oder Pracht) ab, was auf die imposante Form des Blütenstandes verweist. - Das Artepitheton *multiflorus* entstammt dem Lateinischen (*multi* für viele, *florus* für blumig) und bezieht sich auf die hohe Anzahl der Einzelblüten. - Ein einzelner kugelförmiger Blütenstand kann einen Durchmesser von bis zu 25 cm erreichen und setzt sich aus 100 bis 200 spinnenartigen Einzelblüten zusammen. - Die Blütenstiele (*Scapes*) erreichen Wuchshöhen zwischen 60 und 120 cm. - Ein charakteristisches Merkmal der roten Einzelblüten sind die prominenten Staubblätter mit gelben Spitzen. - Aufgrund der toxischen Eigenschaften des Zwiebelsafts, der in Teilen Afrikas für Pfeilgifte verwendet wurde, trägt die Pflanze auch den englischen Trivialnamen "poison root" (Giftwurzel). - Taxonomisch wird die Art innerhalb der Unterfamilie Amaryllidoideae der Tribus Haemantheae zugeordnet. - Ein historisches Synonym für die Art ist *Nerissa multiflorus* (Martyn) Salisb..[7] - In der gärtnerischen Kultur wird *Scadoxus multiflorus* den USDA-Klimazonen 9 bis 11 zugeordnet. - Zu den bekannten Schädlingen der Pflanze zählen Schnecken, die das Laub befallen können. - Die Vermehrung erfolgt sowohl vegetativ durch Teilung der Zwiebeln als auch generativ durch Aussaat.[7]
Name & Einordnung
Der gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Scadoxus multiflorus* (Martyn) Raf..[1][3] Ursprünglich wurde die Pflanze im Jahr 1795 von Thomas Martyn unter dem Basionym *Haemanthus multiflorus* erstbeschrieben. Die Umstellung in die Gattung *Scadoxus* erfolgte 1838 durch Constantine Samuel Rafinesque, fand jedoch lange Zeit wenig Beachtung. Erst eine taxonomische Revision durch Ib Friis und Inger Nordal im Jahr 1976 bestätigte die Abgrenzung von der Gattung *Haemanthus* aufgrund von Unterschieden in der Chromosomenzahl (2n = 18), der Blattmorphologie und der Infloreszenzstruktur.[2] Der Gattungsname *Scadoxus* leitet sich aus den griechischen Wörtern *skiadion* (Sonnenschirm oder Dolde) und *doxa* (Ruhm oder Pracht) ab, was auf die imposante Form des Blütenstandes verweist. Das Art-Epitheton *multiflorus* entstammt dem Lateinischen („vielblütig“) und bezieht sich auf die 100 bis 200 Einzelblüten, die den doldigen Kopf bilden.[4] Zu den relevanten Synonymen zählen neben *Haemanthus multiflorus* auch *Nerissa multiflorus* (Martyn) Salisb. sowie *Haemanthus tenuiflorus* Herb. und *Haemanthus sacculus* E.Phillips.[1] Innerhalb der Art werden taxonomisch die drei Unterarten *S. multiflorus* subsp. *multiflorus*, subsp. *katharinae* und subsp. *longitubus* unterschieden.[4] Trivialnamen wie „Blutblume“ oder das englische „Blood lily“ beziehen sich auf die leuchtend rote Färbung der Blüten sowie rote Flecken auf der Zwiebel. Die Bezeichnung „Poison root“ deutet auf die toxischen Eigenschaften der Zwiebel hin, deren Saft in Teilen Afrikas traditionell für Pfeilgifte genutzt wurde.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Scadoxus multiflorus wächst als knollenbildender Geophyt aus einer abgeflachten, rhizomartigen Zwiebel, die 5 bis 10 cm im Durchmesser misst und weiß mit roten Flecken gefärbt ist. Die Pflanze bildet einen 5 bis 60 cm hohen Pseudostamm aus überlappenden Blattscheiden, der häufig rotbraun bis dunkelviolett gesprenkelt ist. Die sechs bis sieben hellgrünen, halb-sukkulenten Laubblätter stehen in einer spiralförmigen Rosette, sind lanzettlich geformt und weisen gewellte Ränder auf. Sie erreichen eine Länge von 30 bis 38 cm und erscheinen meist zeitgleich mit oder kurz nach dem Blütenstand.[4] Der kugelförmige Blütenstand (Dolde) sitzt auf einem blattlosen, oft purpur gefleckten Schaft von 12 bis 75 cm Höhe und erreicht einen Durchmesser von 5 bis 25 cm.[4][2] Die Dolde besteht aus 10 bis 200 Einzelblüten, die zunächst scharlachrot sind und im Verblühen zu Rosa verblassen.[2] Jede Blüte besitzt sechs Tepalen, die an der Basis zu einer 5 bis 8 mm langen Röhre verwachsen sind, während die freien Abschnitte schmal und ausgebreitet sind. Charakteristisch sind die sechs weit herausragenden Staubblätter mit 20 bis 25 mm langen, scharlachroten Filamenten und gelben Staubbeuteln, die der Dolde ein bürstenartiges Aussehen verleihen.[4] Nach der Bestäubung schwellen die unterständigen Fruchtknoten zu kugelförmigen bis ovalen Beeren von 5 bis 10 mm Durchmesser an, die bei Reife leuchtend rot bis orangerot werden. Die Beeren enthalten ein bis drei kleine, schwarze Samen mit einer Größe von 2 bis 3 mm.[3] Zur Unterscheidung der Unterarten dient unter anderem die Blütenanzahl; so besitzt Scadoxus multiflorus subsp. multiflorus 100 bis 200 Blüten pro Dolde und eine kurze Blütenröhre von 4 bis 15 mm.[1] Scadoxus multiflorus subsp. katharinae hingegen bildet weniger Blüten (20 bis 50), wird jedoch insgesamt größer und entwickelt Blütenköpfe bis 25 cm Durchmesser.[4] Die Unterart Scadoxus multiflorus subsp. longitubus lässt sich durch ihre deutlich verlängerte Blütenröhre von 15 bis 26 mm abgrenzen, die eine Anpassung an spezifische Bestäuber darstellt.[1]
Beschreibung
Scadoxus multiflorus ist ein ausdauernder, zwiebelbildender Geophyt aus der Familie der Amaryllidaceae, der vor allem durch seine spektakulären, kugelförmigen Blütenstände bekannt ist.[1][4] Die Pflanze wächst aus einer abgeflachten, rhizomartigen Zwiebel, die als unterirdisches Speicherorgan dient und oft rötliche Verfärbungen aufweist. Im natürlichen Verbreitungsgebiet, das weite Teile des tropischen und südlichen Afrikas sowie die Arabische Halbinsel umfasst, besiedelt die Art bevorzugt den halbschattigen Unterwuchs von Wäldern, Savannenrändern und felsigen Hängen bis in Höhenlagen von 1.200 Metern.[1][4] Ein markantes anatomisches Merkmal ist der sogenannte Pseudostamm, der aus eng überlappenden, oft violett oder rotbraun gefleckten Blattscheiden gebildet wird und der Pflanze Stabilität verleiht. Dieser Scheinstamm trägt die wellig gerandeten, lanzettlichen Laubblätter, die typischerweise erst nach oder zeitgleich mit dem Erscheinen der Blütenstände austreiben. Der Lebenszyklus ist durch eine ausgeprägte Saisonalität geprägt, bei der die oberirdischen Teile in Trockenperioden absterben und die Pflanze eine Ruhephase durchläuft. Die leuchtend roten, bürstenartigen Blütenstände locken spezialisierte Bestäuber an, wobei Studien insbesondere Ritterfalter wie *Papilio dardanus* als Hauptbestäuber identifiziert haben, die beim Nektarsaugen Pollen auf ihre Flügel aufnehmen. Nach der Befruchtung entwickeln sich die Fruchtknoten zu fleischigen, orange-roten Beeren, deren Samenverbreitung effektiv durch Primaten wie die Grüne Meerkatze (*Chlorocebus pygerythrus*) erfolgt. Diese Affen verzehren das Fruchtfleisch und spucken die Samen aus, ein Prozess, der die Keimrate der kurzlebigen Samen signifikant erhöht. Die Entwicklung vom Sämling bis zur blühfähigen Pflanze verläuft langsam und kann bis zu fünf Jahre dauern, wobei die Samen aufgrund ihrer kurzen Viabilität sofort nach der Reife keimen müssen.[4] Innerhalb der Art zeigen sich deutliche Anpassungen an verschiedene Habitate: Während die Unterart *subsp. katharinae* in feuchten Küstenwäldern Wuchshöhen bis zu 110 cm erreicht, bleibt die weit verbreitete *subsp. multiflorus* in trockeneren Savannen meist kleiner.[4][2] Eine weitere Spezialisierung zeigt die westafrikanische *subsp. longitubus*, deren verlängerte Blütenröhren an die Bestäubung durch langrüsselige Insekten im Regenwald angepasst sind.[2] Chemisch schützt sich *Scadoxus multiflorus* durch toxische Alkaloide wie Lycorin in allen Pflanzenteilen vor Fraßfeinden, was jedoch Stachelschweine in Kenia nicht vom Verzehr der Zwiebeln abhält.[4] Historisch wurde die Art bereits 1795 von Thomas Martyn als *Haemanthus multiflorus* beschrieben, bevor sie 1838 von Rafinesque aufgrund morphologischer Merkmale und der Chromosomenzahl in die Gattung *Scadoxus* gestellt wurde.[1][2]
Verhalten
Die Fortpflanzungsbiologie von *Scadoxus multiflorus* ist durch spezialisierte Interaktionen mit Bestäubern geprägt, wobei die Pflanzen nektarreiche Blütenstände zur Anlockung nutzen.[4] Bei den Unterarten *S. multiflorus* subsp. *multiflorus* und subsp. *katharinae* fungieren vor allem Schmetterlinge, wie Männchen von *Papilio dardanus* cenea, als Hauptbestäuber, die beim Nektarsaugen Pollen auf ihre Flügelunterseiten aufnehmen. Da die Art genetisch selbstinkompatibel ist, hängt sie für die Samenproduktion vollständig von diesen tierischen Vektoren ab.[4] Eine spezifische Anpassung zeigt die Unterart *S. multiflorus* subsp. *longitubus*, deren verlängerte Blütenröhren die Bestäubung durch langrüsselige Insekten in feuchten Regenwäldern erleichtern.[1] Die Ausbreitung der Samen erfolgt primär durch Primaten, insbesondere durch die Grüne Meerkatze (*Chlorocebus pygerythrus*) und die Diademmeerkatze (*Cercopithecus albogularis*). Diese Tiere verzehren das Fruchtfleisch der Beeren und spucken die Samen intakt wieder aus, ein Verhalten, das die Keimungsrate im Vergleich zu ungeschälten Samen signifikant erhöht. Vögel wie der Graubülbül interagieren zwar gelegentlich mit den Früchten, spielen jedoch für die effektive Ausbreitung eine untergeordnete Rolle.[4] Zur chemischen Abwehr gegen Fressfeinde reichert die Pflanze toxische Alkaloide wie Lycorin in Zwiebeln und Blättern an, was die meisten Säugetiere vom Verzehr abhält.[2] Trotz dieser Toxizität wurden in Kenia Stachelschweine beobachtet, die die Zwiebeln fressen.[4] Als Anpassung an saisonale Trockenperioden zieht die Pflanze nach der Fruchtreife ihre oberirdischen Teile vollständig in die Zwiebel ein und überdauert in einer Ruhephase.[3]
Ökologie
Scadoxus multiflorus ist genetisch selbstinkompatibel und daher für die Samenproduktion vollständig auf spezialisierte Bestäuber angewiesen. Zu den wichtigsten Bestäubern zählen Schmetterlinge, insbesondere Männchen der Art *Papilio dardanus cenea*, die beim Nektarsaugen Pollen auf ihre Flügelunterseiten aufnehmen.[4] Die Unterart *S. m.* subsp. *longitubus* besitzt verlängerte Blütenröhren, was als evolutionäre Anpassung an langrüsselige Insekten in feuchten Regenwäldern gilt.[1] Die Samenausbreitung (Zoochorie) erfolgt primär durch Primaten wie die Grüne Meerkatze (*Chlorocebus pygerythrus*) und die Diademmeerkatze (*Cercopithecus albogularis*). Diese Tiere verzehren das Fruchtfleisch und spucken die Samen aus, was die Keimrate im Vergleich zu intakten Früchten signifikant erhöht und die Besiedlung fragmentierter Waldgebiete ermöglicht. Vögel wie der Graubülbül spielen bei der effektiven Ausbreitung hingegen eine untergeordnete Rolle.[4] Gegen Herbivoren verteidigt sich die Pflanze durch toxische Alkaloide wie Lycorin in den Zwiebeln, die die meisten Säugetiere vom Fraß abhalten. Eine Ausnahme bilden Stachelschweine in Kenia, die dabei beobachtet wurden, wie sie die Zwiebeln trotz der chemischen Abwehrstoffe konsumieren.[3] Als Habitat bevorzugt die Art den lichten Schatten unter Baumkronen in Galeriewäldern und Savannenrändern, wo sie vor direkter Mittagssonne geschützt ist.[4] Häufig etabliert sich *Scadoxus multiflorus* auf Termitenhügeln oder zwischen Felsen, da diese Standorte gut durchlüftete und humusreiche Substrate bieten.[1] Ökologisch besetzen die Unterarten unterschiedliche Nischen, wobei *S. m.* subsp. *katharinae* feuchtere Sumpfwälder bewohnt, während die Nominatform an trockenere Savannenhabitate angepasst ist.[4]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Obwohl *Scadoxus multiflorus* primär als Zierpflanze kultiviert wird, besitzt sie aufgrund enthaltener Alkaloide wie Lycorin in Zwiebeln, Blättern und Beeren eine hohe medizinische Relevanz als Giftpflanze.[2][4] Eine versehentliche Aufnahme führt bei Menschen zu schweren gastrointestinalen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und vermehrtem Speichelfluss. In akuten Fällen können systemische Effekte wie Bradykardie, Hypotonie, Krämpfe und Kreislaufkollaps auftreten. Besonders gefährdet sind Weidetiere; für Schafe und Ziegen kann bereits der Verzehr von 25 Gramm Pflanzenmaterial durch innere Blutungen tödlich enden.[3] Der direkte Kontakt mit dem Pflanzensaft verursacht zudem Hautreizungen, Kontaktdermatitis oder Schwellungen der Schleimhäute.[2] Als wichtigste präventive Maßnahme gilt daher die strikte Platzierung außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren.[5] Es existiert kein spezifisches Antidot, weshalb die medizinische Behandlung symptomatisch durch Dekontamination und Stabilisierung des Flüssigkeitshaushalts erfolgt. Aus phytopathologischer Sicht ist die Art anfällig für Fäulnisbildung an der Zwiebel, die typischerweise durch Staunässe oder mangelnde Bodendrainage begünstigt wird. Zur Vermeidung dieser Schäden sind ein gut durchlässiges Substrat sowie die Reduktion der Wassergaben während der Ruhephase im Winter essenziell. Abiotische Schäden wie Blattverbrennungen treten bei direkter Mittagssonne auf, weshalb halbschattige Standorte zur Gesunderhaltung empfohlen werden.[3] Zu den biotischen Schaderregern zählen Schnecken, die das Laub fressen und den Zierwert mindern können.[5] Trotz der Toxizität fungiert *Scadoxus multiflorus* ökologisch als Nützling, indem sie Schmetterlingen wie *Papilio dardanus* als Nektarquelle dient.[4] Die pharmakologische Potenz der Pflanze wird traditionell zur Herstellung von Pfeil- und Fischgiften genutzt, was das hohe toxikologische Potenzial bei unsachgemäßer Verwendung unterstreicht.[3] Rechtlich unterliegt die Art keinem CITES-Schutzstatus und wird in Südafrika als nicht gefährdet („Least Concern“) eingestuft.[6]
Wirtschaftliche Bedeutung
*Scadoxus multiflorus* besitzt eine signifikante wirtschaftliche Bedeutung im internationalen Zierpflanzenbau und wird weltweit als Topf- sowie Schnittblume gehandelt.[3][5] Insbesondere die Unterart *Scadoxus multiflorus* subsp. *multiflorus* wird in der niederländischen Gartenbauindustrie intensiv für die Produktion von Schnittblumen und getriebenen Gewächshauspflanzen kultiviert.[3] Aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit und dekorativen Wirkung wurde der Unterart *Scadoxus multiflorus* subsp. *katharinae* der *Award of Garden Merit* der Royal Horticultural Society verliehen, was ihren kommerziellen Wert im Baumschulhandel unterstreicht.[3][4] In der Landwirtschaft stellt die Pflanze hingegen ein ernstzunehmendes ökonomisches Risiko dar, da alle Pflanzenteile für Nutztiere hochgiftig sind. Bereits der Verzehr geringer Mengen von etwa 25 Gramm frischem Pflanzenmaterial kann bei Schafen und Ziegen durch interne Blutungen zum Tod und somit zum Totalverlust der Tiere führen.[3] Die in den Zwiebeln enthaltenen Alkaloide wie Lycorin verursachen bei Weidevieh schwere Vergiftungssymptome, was tierärztliche Behandlungskosten oder Bestandsverluste nach sich zieht.[3][4] In lokalen Subsistenzwirtschaften West- und Zentralafrikas werden Extrakte der Zwiebel traditionell zur Herstellung von Pfeilgiften für die Jagd genutzt, was ihnen einen utilitaristischen Wert verleiht. Zudem findet der Saft der Zwiebeln in Guinea und Nigeria wirtschaftliche Anwendung als Fischgift, das Fische betäubt, ohne sie für den menschlichen Verzehr ungenießbar zu machen, und so den Fischfang unterstützt.[2]
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von *Scadoxus multiflorus* ist als geophytische Anpassung an saisonale Klimaschwankungen geprägt, wobei eine abgeflachte, rhizomartige Zwiebel als primäres Überdauerungsorgan dient.[4][2] Die Pflanze folgt einem strikten Wachstumsrhythmus, bei dem die oberirdischen Teile nach der Fruchtreife absterben und der Organismus in trockenen Perioden eine Ruhephase (Dormanz) durchläuft.[3][4] Die Blütezeit liegt im späten Frühling bis Frühsommer, wobei die Infloreszenz oft hysteranth, also vor oder zeitgleich mit den Laubblättern, erscheint.[3] Da die Art genetisch selbstinkompatibel ist, erfordert die Fortpflanzung zwingend eine Fremdbestäubung, die primär durch Schmetterlinge wie *Papilio dardanus* erfolgt.[4][3] Nach erfolgreicher Befruchtung entwickeln sich die unterständigen Fruchtknoten über etwa zwei Monate zu fleischigen, rot bis orange gefärbten Beeren. Diese enthalten typischerweise ein bis drei Samen, die von einem weißen Arillus umhüllt sind und nur eine kurze Lebensfähigkeit aufweisen.[3] Die Ausbreitung der Diasporen wird maßgeblich durch Primaten wie die Grüne Meerkatze (*Chlorocebus pygerythrus*) gefördert, welche das Fruchtfleisch verzehren und die Samen unversehrt ausspucken.[4][3] Dieser Prozess verbessert die Keimungsrate erheblich, da geschälte Samen innerhalb von zwei Wochen keimen, während intakte Früchte bis zu fünf Wochen benötigen.[4] Die ontogenetische Entwicklung verläuft langsam: Sämlinge benötigen zwei bis drei Jahre zur Bildung einer robusten Zwiebel und bis zu fünf Jahre bis zur ersten Blüte.[3][2] Für das Wachstum ist ein gut durchlässiges, leicht saures Substrat (pH 5,5–6,5) essenziell, wobei die Art im Habitat häufig mit nährstoffreichen Termitenhügeln assoziiert ist.[4][3] Physiologisch ist *Scadoxus multiflorus* kälteempfindlich und erleidet bei Temperaturen unter 5–10 °C Schäden.[3] Zum Schutz vor Fressfeinden akkumuliert die Pflanze toxische Alkaloide wie Lycorin, die auf die meisten Herbivoren abschreckend wirken.[4][3] Dennoch werden die Zwiebeln in Teilen des Verbreitungsgebiets von Stachelschweinen gefressen, während Schnecken als Schädlinge der oberirdischen Teile auftreten.[4][2]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Scadoxus multiflorus* umfasst weite Teile von Subsahara-Afrika sowie die Arabische Halbinsel. Es erstreckt sich geographisch vom Senegal im Westen bis nach Somalia im Osten und reicht südwärts bis nach Südafrika. Zusätzlich sind indigene Vorkommen im Jemen, in Saudi-Arabien und auf den Seychellen dokumentiert.[1] Die Art besiedelt vorwiegend tropische und subtropische Biome, die durch saisonale Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten geprägt sind.[4] Innerhalb dieses Areals zeigen die Unterarten spezifische Verbreitungsmuster: Während die Nominatform weit verbreitet ist, beschränkt sich *Scadoxus multiflorus* subsp. *longitubus* auf die Regenwälder Westafrikas.[1][3] Die Unterart *Scadoxus multiflorus* subsp. *katharinae* ist hingegen im südlichen Afrika, insbesondere in den Küstenregionen von KwaZulu-Natal und Eswatini, heimisch.[4] Außerhalb des natürlichen Areals gilt die Pflanze in Teilen Mexikos, auf dem Chagos-Archipel sowie auf Trinidad und Tobago als eingebürgert.[1] In Europa und der DACH-Region existieren keine wildlebenden Populationen, da die Art frostempfindlich ist und Temperaturen unter 5–10 °C nicht dauerhaft toleriert.[3] Die Einführung in europäische Sammlungen als Zierpflanze erfolgte bereits im späten 18. Jahrhundert.[3] Zu den typischen natürlichen Habitaten zählen der schattige Unterwuchs von Savannenwäldern, Galeriewälder sowie offene Sekundärwälder. Die Pflanzen bevorzugen gut durchlässige, humusreiche Böden und wachsen häufig auf Termitenhügeln oder zwischen Felsblöcken, was eine gute Drainage gewährleistet. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in montane Höhenlagen von etwa 2.000 Metern.[1] Ökologisch ist *Scadoxus multiflorus* an lichtschattige Standorte unter Baumkronen angepasst. Die Habitatpräferenzen variieren dabei leicht, wobei manche Populationen feuchte Sumpfwälder bevorzugen, während andere an trockenere Savannenränder angepasst sind.[4]
Saisonalität & Aktivität
*Scadoxus multiflorus* ist ein knollenbildender Geophyt, dessen Lebenszyklus stark von saisonalen Niederschlägen und Temperaturen geprägt ist.[1][4] Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel vom späten Frühjahr bis zum Frühsommer, wobei die Infloreszenz oft vor der vollständigen Entfaltung der Laubblätter erscheint.[2][3] Nach der Bestäubung entwickeln sich im Herbst die Früchte, die über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten reifen und eine leuchtend rote bis orangerote Färbung annehmen.[3][4] Mit dem Ende der Wachstumsperiode und dem Einsetzen trockenerer Bedingungen sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und die Pflanze tritt in eine Ruhephase ein, die bis zur nächsten Regenzeit andauert.[3][5] Diese Dormanz ist eine Anpassung an die saisonale Trockenheit in den natürlichen Verbreitungsgebieten.[1] Die physiologische Aktivität ist an Temperaturen zwischen 15 und 25 °C gebunden, während Werte unter 5–10 °C zu Kälteschäden führen können.[3] Es existieren phänologische Unterschiede zwischen den Unterarten; so ist *Scadoxus multiflorus* subsp. *katharinae* an feuchtere Küstenwälder angepasst, während *Scadoxus multiflorus* subsp. *multiflorus* in trockeneren Savannenhabitaten eine ausgeprägtere Ruhephase zeigt. Die Bestäubung erfolgt tagaktiv, primär durch Schmetterlinge wie *Papilio dardanus*, die von den nektarreichen Blüten angelockt werden. Beobachtungen deuten darauf hin, dass Veränderungen der Niederschlagsmuster durch den Klimawandel die zeitliche Abfolge der Blüte in den natürlichen Verbreitungsgebieten verschieben können.[4]
Fonti e riferimenti
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:66765-1
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/scadoxus-multiflorus/
- https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=275765
- https://pza.sanbi.org/scadoxus-multiflorus-subsp-katharinae
- https://gardeningsolutions.ifas.ufl.edu/plants/ornamentals/blood-lily/
- https://redlist.sanbi.org/species.php?species=2089-3
- Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)