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Firebug Pyrrhocoris apterus

Firebug
Rischio medio Pericolo fisico Benefico Può mordere

Tassonomia

Regno Tiere (Animalia)
Phylum Gliederfüßer (Arthropoda)
Classe Insekten (Insecta)
Ordine Schnabelkerfe (Hemiptera)
Famiglia Pyrrhocoridae
Genere Pyrrhocoris
Specie Pyrrhocoris apterus
Nome scientifico Pyrrhocoris apterus (Linnaeus, 1758)
Nome accettato

Einleitung

Die **Feuerwanze** (*Pyrrhocoris apterus*) ist eine Wanzenart aus der Familie der Pyrrhocoridae, die in der Paläarktis weit verbreitet ist und sich invasiv in Regionen wie Nordamerika etabliert hat.[1][2] Das 9,0 bis 11,5 Millimeter lange Insekt zeichnet sich durch eine auffällige rot-schwarze Warnfärbung aus, wodurch es Teil eines Mimikry-Komplexes mit ähnlich gefärbten Arten wie der Ritterwanze (*Lygaeus equestris*) ist.[2][3] Sie ernährt sich primär von herabgefallenen Samen, insbesondere von Malvengewächsen und Linden, und gilt nicht als wirtschaftlich bedeutender Schädling.[1][4]

Analisi comunitaria

OpenInsect
1
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Dati della community Silberkraft
Ultimo il 08.03.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Art dient seit dem späten 19. Jahrhundert als wichtiger Modellorganismus in der Forschung und trug historisch zur Entdeckung der ersten tierischen Geschlechtschromosomen bei. - Biochemisch ist *Pyrrhocoris apterus* für die Produktion des antimikrobiellen Peptids Pyrrhocoricin bekannt, das eine potente Wirkung gegen gramnegative Bakterien zeigt. - Die physiologische Kältetoleranz basiert auf Supercooling, wobei das kritische thermische Minimum für das Überleben bei etwa -4,0 °C liegt. - Neben der optischen Warnfärbung verfügt die Wanze über chemische Abwehrmechanismen in Form von übelschmeckenden Verteidigungssekreten. - Die Spezies fungiert als spezifischer Wirt für den parasitären Einzeller *Leptomonas pyrrhocoris* aus der Gruppe der Trypanosomatiden. - In der modernen Genetik wird die Feuerwanze für Studien zu Gen-Editing-Verfahren wie RNA-Interferenz (RNAi) und CRISPR/Cas9 sowie zur Erforschung der Chronobiologie genutzt. - Taxonomisch wurde die Familie Pyrrhocoridae ursprünglich als Unterfamilie der Lygaeidae betrachtet, bevor sie 1843 durch Amyot und Serville als eigenständige Gruppe (damals als „Cécigènes“ bezeichnet) abgetrennt wurde. - Das invasive Verbreitungsgebiet hat sich global weiter ausgedehnt und umfasst mittlerweile auch Nachweise in Australien und Teilen Zentralamerikas.[9]

Name & Einordnung

Der gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Pyrrhocoris apterus*, wobei die Erstbeschreibung durch Carl von Linné im Jahr 1758 unter dem Basionym *Cimex apterus* in dessen Werk *Systema Naturae* erfolgte. Die heute gültige Einordnung in die Gattung *Pyrrhocoris* geht auf die Etablierung dieses Taxons durch Carl Fredrik Fallén im Jahr 1814 zurück. Zu den historischen Synonymen zählen unter anderem *Pyrrhocoris calmariensis* (Fallén, 1829) sowie die ältere Kombination *Lygaeus apterus*, die vor der endgültigen Gattungszuordnung verwendet wurde.[1] Der Gattungsname *Pyrrhocoris* leitet sich aus dem Altgriechischen ab und setzt sich aus *pyrrhos* (feuerfarben, rot) und *koris* (Wanze) zusammen, was auf die auffällige Färbung verweist. Das Art-Epitheton *apterus* entstammt ebenfalls dem Griechischen (*a-* für „ohne“ und *pteron* für „Flügel“) und bezieht sich auf die bei dieser Art vorherrschende Kurzflügeligkeit (Brachypterie).[1][4] Taxonomisch wird die Art der Familie der Pyrrhocoridae zugeordnet, die historisch zunächst als Unterfamilie der Lygaeidae (Bodenwanzen) betrachtet wurde.[1] Die Eigenständigkeit dieser Familie erkannten Amyot und Serville bereits 1843 unter der Bezeichnung „Cécigènes“, bevor Fieber sie 1861 formalisierte.[5] Im englischen Sprachraum ist die Bezeichnung „firebug“ oder „European firebug“ gebräuchlich, was ebenso wie der deutsche Trivialname auf die aposematische Rot-Schwarz-Färbung anspielt.[1][4]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Adulten von *Pyrrhocoris apterus* besitzen einen abgeflachten, ovalen Körper und erreichen eine Länge von 9,0 bis 11,5 mm.[1] Die auffällige aposematische Färbung besteht aus einem roten Grundton mit charakteristischen schwarzen Punkten und Streifen, die als Warnsignal für Fressfeinde dienen.[3] Am Kopf befinden sich prominente, seitlich sitzende Komplexaugen sowie viergliedrige Antennen, die etwa die halbe Körperlänge erreichen. Das viergliedrige Rostrum ist zum Stechen und Saugen angepasst und wird in Ruheposition unter dem Körper getragen. Der Thorax zeigt ein rot gefärbtes Pronotum mit deutlichen schwarzen Zeichnungen sowie ein dreieckiges, schwarzes Scutellum an der Flügelbasis.[1] Auf den Vorderflügeln befindet sich ein Muster aus zwei Paaren schwarzer Punkte und einem schwarzen Balken entlang des Innenrandes.[4] Die Art zeigt einen ausgeprägten Flügelpolymorphismus, wobei über 90 % der Individuen brachypter (kurzflügelig) sind, während macroptere (langflügelig) Formen selten auftreten. Das Abdomen ist rot mit zentralen schwarzen Flecken, wobei der seitliche Rand (Connexivum) abwechselnd rot und schwarz segmentiert ist. Die schwarzen, schlanken Beine sind zum Laufen geeignet und enden in dreigliedrigen Tarsen mit Klauen.[1] Ein Sexualdimorphismus zeigt sich vor allem in der Größe, wobei Weibchen mit 8,5–11,5 mm etwas größer werden als die 8,0–11,0 mm messenden Männchen.[4] Die ovalen bis tonnenförmigen Eier sind etwa 1,3 mm lang und verfärben sich vor dem Schlüpfen von Weiß über Hellgelb nach Rot.[1] Die flügellosen Nymphen durchlaufen fünf Stadien, wobei sie anfangs schwarz mit wenigen roten Flecken sind und später zunehmend rot mit schwarzen Markierungen werden. Verwechslungsgefahr besteht aufgrund eines Müllerschen Mimikry-Komplexes mit anderen rot-schwarzen Wanzen wie der Ritterwanze (*Lygaeus equestris*).[4]

Beschreibung

Die Gemeine Feuerwanze (*Pyrrhocoris apterus*) ist eine bodenbewohnende Wanzenart, die durch ihre auffällige aposematische Rot-Schwarz-Färbung charakterisiert ist, welche Fressfeinde vor ihrer Ungenießbarkeit warnt. Diese Warnfärbung ist Teil eines Müllerschen Mimikry-Komplexes, durch den sie gemeinsam mit anderen Arten wie *Lygaeus equestris* Schutz genießt. Der Körper der Tiere ist oval und abgeflacht, mit einer Länge von 9,0 bis 11,5 mm, was die Fortbewegung in der Laubstreu und unter Rinde erleichtert. Ein markantes anatomisches Merkmal ist der viergliedrige Rüssel (Rostrum), der im Ruhezustand unter den Körper geklappt wird und zum Anstechen von Samen, vorwiegend von Lindengewächsen, dient. Die Art zeigt einen ausgeprägten Flügelpolymorphismus, wobei der Großteil der adulten Tiere brachypter (kurzflügelig) und somit flugunfähig ist. Nur ein geringer Anteil von etwa 5 % der Population entwickelt sich zu makropteren (langflügeligen) Formen, die zwar Flugmuskulatur besitzen, aber nur selten fliegen. Die Entwicklung verläuft hemimetabol über fünf Nymphenstadien, wobei die Larven ohne Puppenstadium allmählich die Gestalt der Adulten annehmen. Frühe Larvenstadien sind überwiegend rot gefärbt und entwickeln erst im Laufe der Häutungen die typischen schwarzen Zeichnungselemente auf Thorax und Abdomen. Während der Entwicklung zeigen die Nymphen ein starkes gregäres Verhalten und bilden mittels Aggregationspheromonen große Ansammlungen, die den Schutz vor Räubern erhöhen und der Thermoregulation dienen. Sexualdimorphismus zeigt sich vor allem in der Körpergröße, wobei Weibchen mit bis zu 11,5 mm etwas größer und robuster sind als die Männchen. Männchen sind oft in langanhaltenden Tandem-Paarungen zu beobachten, eine Strategie zur Sicherung der Vaterschaft, um eine erneute Paarung des Weibchens zu verhindern. Physiologisch ist die Art bemerkenswert anpassungsfähig und übersteht den Winter durch Unterkühlungspunkte von bis zu -12 °C in geschützten Mikrohabitaten.[1] Zudem produziert *P. apterus* das antimikrobielle Peptid Pyrrhocoricin in der Hämolymphe, eine spezifische Anpassung des Immunsystems an die bakterienreiche Nahrung. Historisch wurde die Art 1758 von Carl von Linné ursprünglich als *Cimex apterus* beschrieben, wobei das Epitheton auf die vorherrschende Flügellosigkeit hinweist. Innerhalb der Gruppen zeigen Individuen unterschiedliche Verhaltensausprägungen, wobei mutigere Tiere schneller neue Umgebungen erkunden als scheuere Artgenossen.[1]

Verhalten

Die Fortbewegung von *Pyrrhocoris apterus* erfolgt primär laufend, wobei durchschnittliche Geschwindigkeiten zwischen 1,16 cm/s bei kurzflügeligen und bis zu 3,22 cm/s bei langflügeligen Männchen gemessen wurden. Obwohl seltene makroptere Morphen existieren, ist aktives Flugverhalten kaum zu beobachten, weshalb die Ausbreitung hauptsächlich terrestrisch oder durch menschlichen Transport stattfindet. Ein zentrales Verhaltensmerkmal ist die Bildung großer Aggregationen, die durch Aggregations- und Kontaktpheromone aufrechterhalten werden.[1] Diese Gruppenbildung dient der Thermoregulation und verstärkt durch den Verdünnungseffekt sowie die aposematische Warnfärbung den Schutz vor Räubern.[1][3] Die Kommunikation erfolgt multimodal über chemische Signale sowie durch substratgebundene Vibrationen (Tremulation), die in sozialen Kontexten genutzt werden. Zur Paarungsanbahnung geben Weibchen Sexualpheromone aus den Metathoraxdrüsen ab, woraufhin Männchen visuell orientiert reagieren. Das Paarungsverhalten ist polygynandrisch und zeichnet sich durch langanhaltende Kopulationstandems aus, die als Strategie zur Bewachung des Partners (Mate Guarding) fungieren.[1] Bei Störungen sezernieren die Tiere Alarmpheromone wie (E)-2-Hexenal, welche Fluchtreaktionen bei Artgenossen auslösen und abschreckend auf Angreifer wirken. Innerhalb der Populationen zeigen Individuen konsistente Persönlichkeitsunterschiede, wobei mutigere Tiere schneller aus Verstecken emergieren und explorativeres Verhalten zeigen als scheue Artgenossen.[3] Zur Temperaturregulierung nutzen die Wanzen aktiv sonnenbeschienene Mikrohabitate und ziehen sich bei ungünstigen Bedingungen in Laubstreu oder Rindenspalten zurück.[1]

Ökologie

Als polyphager Samenfresser ernährt sich *Pyrrhocoris apterus* primär von herabgefallenen Samen der Malvengewächse und Lindengewächse, wobei eine starke Präferenz für Linden (*Tilia*) und die Gewöhnliche Robinie (*Robinia pseudoacacia*) besteht.[1] Ergänzend zeigt die Art opportunistisches omnivores Verhalten und konsumiert tote Arthropoden, Insekteneier oder gelegentlich lebende Beute wie Blattläuse, um Energiereserven aufzufüllen.[7][1] Für die Verdauung der nährstoffarmen Pflanzennahrung ist die Feuerwanze auf darmspezifische Symbionten wie *Gordonibacter*-Bakterien angewiesen, die essenzielle B-Vitamine synthetisieren.[1][3] Der bevorzugte Lebensraum umfasst sonnige, offene Bereiche wie Waldränder und Parkanlagen, wo die Tiere Mikroklimata unter Laubstreu oder Rinde zur Thermoregulation nutzen.[1] Zu den natürlichen Feinden zählen Singvögel wie die Kohlmeise (*Parus major*) und Springspinnen, wobei der Prädationsdruck durch die aposematische Warnfärbung und chemische Abwehrsekrete gemindert wird.[3] Die Populationen dienen als Wirt für diverse Parasiten, darunter der im Darm lebende Trypanosomatid *Leptomonas pyrrhocoris* sowie ektoparasitische Milben wie *Hemipteroseius adleri*.[4][1][3] Unter feuchten Bedingungen können entomopathogene Pilze wie *Beauveria bassiana* auftreten und hohe Mortalitätsraten verursachen.[1] Ökologisch bedeutsam ist zudem das ausgeprägte Aggregationsverhalten, das durch Pheromone gesteuert wird und das individuelle Prädationsrisiko innerhalb der Gruppe senkt.[1][3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Pyrrhocoris apterus wird primär als Lästling und nicht als wirtschaftlich relevanter Schädling klassifiziert, da die Art keine lebenden Pflanzenteile in signifikantem Ausmaß schädigt.[2][4] Die Ernährung erfolgt überwiegend durch das Besaugen von herabgefallenen Samen, insbesondere von Lindengewächsen (*Tilia*) und Robinien (*Robinia pseudoacacia*), wodurch Zier- und Nutzpflanzen meist unversehrt bleiben. In nicht-heimischen Gebieten wird jedoch ein potenzieller negativer Einfluss auf die lokale Flora durch Samenprädation beobachtet, weshalb die Art dort als Umweltproblem überwacht wird.[1] Für Menschen und Haustiere ist die Feuerwanze gesundheitlich unbedenklich; sie überträgt keine Krankheiten, nutzt jedoch chemische Abwehrsekrete aus Metathoraxdrüsen, die bei Kontakt Irritationen auslösen können.[3] Ein Befall äußert sich durch auffällige Massenansammlungen (Aggregationen) von hunderten Individuen an sonnigen Plätzen, Baumstämmen oder Hauswänden, die durch Aggregationspheromone koordiniert werden.[3][1] Präventive Maßnahmen im Gartenbau konzentrieren sich auf die Beseitigung der Nahrungsgrundlage, indem herabgefallene Samen von Wirtspflanzen regelmäßig entfernt werden.[4] Da die Tiere überwiegend flugunfähig sind (brachyptere Form), können Ansammlungen mechanisch durch Abkehren entfernt oder durch bauliche Barrieren am Eindringen in Gebäude gehindert werden.[1] Natürliche Feinde wie Vögel (z. B. Kohlmeisen) meiden die Wanzen oft aufgrund ihrer aposematischen Warnfärbung, während opportunistische Prädatoren wie Ameisen vor allem Nymphen angreifen. In der natürlichen Populationsregulierung spielen entomopathogene Pilze wie *Beauveria bassiana* eine wesentliche Rolle, die bei hoher Feuchtigkeit und Populationsdichte Mortalitätsraten von bis zu 90 % verursachen können.[1] Chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind aufgrund des geringen Schadpotenzials meist nicht indiziert; stattdessen ist die Art selbst Quelle für antimikrobielle Peptide wie Pyrrhocoricin, die in der Forschung gegen gramnegative Bakterien untersucht werden.[3][4] Es bestehen keine spezifischen Quarantänebestimmungen für Privathaushalte, jedoch wird die invasive Ausbreitung in Regionen wie Nordamerika und Australien wissenschaftlich dokumentiert.[4][1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Obwohl *Pyrrhocoris apterus* weit verbreitet ist, stellt die Art keine bedeutende wirtschaftliche Bedrohung dar und verursacht keine nennenswerten Schäden in der Landwirtschaft.[2] Da sich die Tiere primär von herabgefallenen Samen, insbesondere von Linden (*Tilia*) und Robinien (*Robinia pseudoacacia*), ernähren, bleiben lebende Kulturen meist unversehrt.[1] Es kommt daher weder zu Ernteverlusten noch zu einer Qualitätsminderung an landwirtschaftlichen Produkten.[2][1] Auch in städtischen Gebieten, wo sie oft in großen Ansammlungen an Gebäuden oder in Gärten auftreten, entstehen keine materiellen Schäden an der Bausubstanz.[4] In neu besiedelten Gebieten wie Nordamerika wird die Art jedoch als potenzielles Umweltrisiko überwacht, da sie durch Samenfraß geringfügige Auswirkungen auf die heimische Flora haben könnte.[2] Eine positive wirtschaftliche Relevanz ergibt sich aus der biochemischen Forschung und potenziellen medizinischen Anwendungen. Die Feuerwanze produziert das antimikrobielle Peptid Pyrrhocoricin, das eine starke Wirksamkeit gegen gramnegative Bakterien zeigt.[4] Aufgrund seiner Spezifität wird dieser Stoff als potenzielles Grundgerüst für die Entwicklung neuer Antibiotika gegen resistente Keime untersucht.[8] Zudem dient die Spezies seit dem späten 19. Jahrhundert als wichtiger Modellorganismus, dessen Erforschung unter anderem zur Entdeckung der ersten tierischen Geschlechtschromosomen führte.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Pyrrhocoris apterus* erfolgt univoltin, also mit einer Generation pro Jahr, wobei die Paarungsaktivität im Frühjahr nach der Überwinterung beginnt.[2] Das Paarungssystem ist polygynandrisch, wobei Männchen oft langanhaltende Tandem-Formationen mit Weibchen bilden, um diese vor Konkurrenten zu bewachen.[1] Weibchen legen Eier in Clustern von etwa 40 bis 50 Stück in feuchten Mikrohabitaten wie unter Laubstreu, Rinde oder Steinen ab.[4] Ein einzelnes Weibchen produziert durchschnittlich etwa 340 Eier, wobei die Fertilität positiv mit der Körpergröße und der Nahrungsqualität korreliert. Die Entwicklung verläuft hemimetabol über fünf Nymphenstadien ohne Puppenstadium, wobei die Nymphen den Adulten zunehmend ähneln.[1] Die ovalen Eier benötigen zum Schlüpfen bei Temperaturen von 20–25 °C etwa 10 bis 14 Tage.[4] Die Nymphenentwicklung dauert unter optimalen Bedingungen 17 bis 24 Tage, sodass die gesamte postembryonale Entwicklung 4 bis 6 Wochen in Anspruch nimmt. Adulte Tiere erreichen eine Lebensdauer von einem bis zwei Jahren und überwintern meist in einem physiologischen Ruhezustand. Ernährungsbiologisch ist die Art primär ein Samenräuber, der bevorzugt an Samen von Lindengewächsen (*Tilia*) und der Gewöhnlichen Robinie (*Robinia pseudoacacia*) saugt. Ergänzend verhalten sich die Tiere opportunistisch omnivor und fressen tote Insekten, Insekteneier oder gelegentlich lebende Beute.[1] Für die Verwertung der samenbasierten Diät sind sie auf darmsymbiontische Bakterien der Familie Coriobacteriaceae (z. B. *Gordonibacter*) angewiesen, die essentielle B-Vitamine synthetisieren. Der Lebenszyklus wird stark durch Photoperiode und Temperatur gesteuert; Kurztage lösen eine reproduktive Diapause aus und verhindern die Gonadenreifung.[3] Überwinternde Adulte sind kältetolerant und weisen Unterkühlungspunkte zwischen -7 und -12 °C auf, um Frostperioden zu überstehen.[1] Ein charakteristisches Merkmal ist der Flügelpolymorphismus, wobei über 90 % der Population kurzflügelig (brachypter) sind und langflügelige Morphen nur selten auftreten.[4] Zu den natürlichen Mortalitätsfaktoren zählen Infektionen durch den Parasiten *Leptomonas pyrrhocoris* sowie entomopathogene Pilze. Prädatoren wie Vögel meiden die Feuerwanze oft aufgrund ihrer aposematischen Warnfärbung, lernen jedoch, ungenießbare Beute von genießbarer zu unterscheiden.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Pyrrhocoris apterus* erstreckt sich über die gesamte Paläarktis, von der Atlantikküste Europas über den Nahen Osten bis nach Sibirien, die Mongolei und Nordwestchina.[1][3] In Mitteleuropa ist die Art flächendeckend verbreitet und historisch bis in Höhenlagen von etwa 1000 Metern nachgewiesen.[1][5] Während sie in arktischen Zonen ursprünglich fehlte, breitet sich die Feuerwanze im Zuge der Klimaerwärmung nordwärts aus, wie Erstnachweise in Norwegen im Jahr 2020 belegen. Außerhalb des nativen Areals wurde die Spezies anthropogen nach Nordafrika, Indien, Zentralamerika und Australien verschleppt.[1] In Nordamerika etablierte sich die erste Population 2008 in Utah, gefolgt von weiteren Ausbreitungen nach Idaho, Kalifornien und Ontario.[4][2] Da die Tiere überwiegend flugunfähig sind, erfolgt die Fernverbreitung primär passiv durch den Transport von Pflanzenmaterial oder als „Blinder Passagier“ an Fahrzeugen.[1] Als Lebensraum bevorzugt *Pyrrhocoris apterus* sonnige, offene Standorte wie Waldränder und Trockenwiesen mit gut durchlässigen Böden.[4][1] Die Art zeigt eine ausgeprägte Synanthropie und besiedelt häufig urbane Bereiche wie Parks, Friedhöfe, Gärten und Alleen. Das Vorkommen ist eng an das Vorhandensein von Wirtspflanzen gebunden, insbesondere an Linden (*Tilia* spp.) und Malvengewächse (Malvaceae).[1][7] Zudem bilden die Tiere oft große Aggregationen an Robinien (*Robinia pseudoacacia*), deren Samen ebenfalls als Nahrungsquelle dienen.[1] Innerhalb dieser Habitate nutzen sie Kleinstrukturen wie Laubstreu, Rindenritzen oder Bereiche um Baumwurzeln als Schutz- und Überwinterungsquartiere.[1][3] Die Aktivität ist an gemäßigte Temperaturen gebunden, wobei schattige Wälder und Feuchtgebiete gemieden werden.[8][1]

Saisonalität & Aktivität

Pyrrhocoris apterus ist eine univoltine Art, die in der Regel nur eine Generation pro Jahr hervorbringt.[1] Die Aktivität der Tiere ist stark temperaturabhängig und beginnt im Frühjahr, sobald die Umgebungstemperaturen 10–12 °C überschreiten.[4] Überwinterte Adulte verlassen dann ihre geschützten Mikrohabitate, um sich an sonnigen Plätzen aufzuwärmen und die Fortpflanzung einzuleiten. Die Paarungszeit erreicht ihren Höhepunkt zwischen März und April, wobei die reproduktive Aktivität bis Juli abnimmt, während die Elterngeneration senesziert. Nach der Eiablage durchlaufen die Larven fünf Nymphenstadien, bis im Spätsommer die neue Adultgeneration schlüpft.[1] Diese neue Generation tritt im Herbst in eine durch verkürzte Tageslängen induzierte Diapause ein, ohne sich im selben Jahr fortzupflanzen.[3] Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im Adultstadium, wobei sich die Tiere oft in großen Aggregationen unter Laubstreu, Rinde oder Moos verbergen.[4] Physiologisch sind die diapausierenden Wanzen an Kälte angepasst und können durch Unterkühlung Temperaturen bis zu -12 °C überstehen. Da die Art überwiegend kurzflügelig (brachypter) ist, finden keine saisonalen Schwarmflüge statt; die Ausbreitung erfolgt primär laufend. Dieses biologische Muster spiegelt sich im öffentlichen Interesse wider, das im April ein deutliches Maximum zeigt, zeitgleich mit dem massenhaften Auftreten der Adulten nach dem Winter.[1]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Köln, NW, Deutschland

    17.01.2026

  • Bremen-East, 28 Bremen-Oberneuland, Germany

    17.01.2026

  • Germany

    16.01.2026

  • Deutschland

    16.01.2026

  • Frankfurt-Süd, Deutschland

    15.01.2026

Daten: iNaturalist

Brevi video

Dalla community Silberkraft, registrato con OpenInsect

Fonti e riferimenti

  1. https://www.gbif.org/species/4486826
  2. https://blogs.cdfa.ca.gov/Section3162/wp-content/uploads/2024/05/Pyrrhocoris-apterus.pdf
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28310755/
  4. https://extension.usu.edu/pests/research/red-firebug.php
  5. https://mapress.com/zootaxa/2013/f/z03609p342f.pdf
  6. http://www.eje.cz/pdfs/eje/2011/04/11.pdf
  7. http://ephytia.inra.fr/en/C/25132/JardiBiodiv-Gendarmes-Bugs
  8. https://www.eje.cz/pdfs/eje/2010/03/08.pdf
  9. Literaturzusammenfassung: Pyrrhocoris apterus