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Voce del lessico

Polmonaria Pulmonaria officinalis

Polmonaria

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Boraginales (Boraginales)
Famiglia Boraginaceae
Genere Pulmonaria
Specie Pulmonaria officinalis
Nome scientifico Pulmonaria officinalis L.
Nome accettato

Einleitung

Das **Lungenkraut** (*Pulmonaria officinalis*) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), die in den schattigen Laubwäldern Europas und Westasiens heimisch ist. Charakteristisch für die Art sind die rau behaarten, oft weiß gefleckten Blätter sowie die trichterförmigen Blüten, die ihre Farbe im Verlauf der Anthese von Rosa nach Blau-Violett wechseln. Von der nah verwandten Art *Pulmonaria obscura* unterscheidet sich *Pulmonaria officinalis* primär durch die deutlich ausgeprägtere weiße Fleckung der Laubblätter. Ökologisch fungiert die Pflanze als wichtige Nektarquelle für frühe Bestäuber, während ihre historische Nutzung als Heilmittel aufgrund enthaltener Pyrrolizidinalkaloide heute kritisch bewertet wird.[1]

Analisi comunitaria

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Ultimo il 17.04.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Pflanze ist diploid und besitzt einen Chromosomensatz von 2n = 16. - Im Gegensatz dazu weist die nah verwandte Art *Pulmonaria obscura* einen Chromosomensatz von 2n = 14 auf.[9] - Zu den heterotypischen Synonymen der Art zählen *Pulmonaria alpina* Mill. und *Pulmonaria cordatofolia* Gilib. - Chemisch enthält das Gewebe Schleimstoffe, Tannine und Allantoin. - Die Pflanze produziert Pyrrolizidinalkaloide, die hepatotoxisch (leberschädigend) wirken, weshalb eine innerliche Anwendung kontraindiziert ist. - Moderne medizinische Bewertungen finden keine ausreichenden Belege für eine therapeutische Wirksamkeit der Art. - Die Winterhärte von *Pulmonaria officinalis* erstreckt sich über die USDA-Klimazonen 3 bis 8. - Taxonomisch wird die Spezies der Ordnung Boraginales zugeordnet.[9]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name *Pulmonaria officinalis* wurde 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* formalisiert.[2][3] Der Gattungsname *Pulmonaria* leitet sich vom lateinischen Wort *pulmo* für „Lunge“ ab und verweist auf die gefleckten Blätter, die gemäß der Signaturenlehre an krankes Lungengewebe erinnern.[4][5] Diese Bezeichnung wurde bereits 1542 vom deutschen Botaniker Leonhart Fuchs in seinem Werk *De historia stirpium commentarii insignes* etabliert.[5] Das Art-Epitheton *officinalis* entstammt dem lateinischen Begriff *officina* (Apotheke oder Werkstatt) und kennzeichnet den historischen Status der Art als anerkannte Arzneipflanze in Klostergärten.[3][1] Im deutschen Sprachraum ist die Pflanze als Echtes Lungenkraut bekannt, wobei bereits Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert den Namen *lunckwurcz* verwendete.[1] Internationale Trivialnamen wie „Mary’s tears“ oder „Our Lady’s milk drops“ spiegeln christliche Folklore wider, welche die weißen Blattflecken als Tränen oder Milchtropfen der Jungfrau Maria deutete.[4][1] Zu den historischen Synonymen der Art zählen *Pulmonaria maculosa* sowie die heterotypischen Synonyme *Pulmonaria alpina* Mill. und *Pulmonaria cordatofolia* Gilib.[2] Innerhalb der Gattung steht *Pulmonaria officinalis* der Art *Pulmonaria obscura* sehr nahe, unterscheidet sich jedoch durch die deutlichere Blattfleckung und einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 16 im Vergleich zu 2n = 14 bei *P. obscura*.[6]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Das Lungenkraut (*Pulmonaria officinalis*) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 30 cm erreicht und dichte Horste bildet.[1][4] Die gesamte Pflanze weist durch eine dichte Behaarung an Stängeln und Blättern eine borstige Textur auf. Die grundständigen Blätter stehen in einer Rosette, sind 7,5 bis 15 cm lang und dunkelgrün gefärbt.[4] Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal sind die auffälligen weißen oder hellgrünen Flecken auf der Blattoberfläche, die an Lungengewebe erinnern.[1] Diese Blätter sind gestielt, ganzrandig und variieren in der Form von lanzettlich bis herzförmig-eiförmig. Die wechselständigen Stängelblätter sind hingegen kleiner (5–10 cm), sitzend oder halbstängelumfassend und meist weniger stark gefleckt.[4] Die aufrechten, unverzweigten Blütenstängel tragen endständige, wickel- oder gabelartige Blütenstände.[6] Die trichterförmigen Blütenkronen sind 1 bis 2 cm lang und besitzen fünf Blütenblätter.[4] Während der Blütezeit von März bis Mai vollziehen die Blüten einen Farbwechsel von anfänglich Rosa oder Rot zu Violett und schließlich Blau-Lila. Dieser Wechsel wird durch pH-Wert-Änderungen der Anthocyane verursacht und signalisiert Bestäubern die Verfügbarkeit von Nektar. Die Art ist distyl, bildet also Blüten mit unterschiedlichen Griffellängen (lang- und kurzgrifflige Morphen) aus, um die Fremdbestäubung zu fördern.[6] Unterirdisch verfügt die Pflanze über flach kriechende Rhizome, die eine vegetative Ausbreitung ermöglichen.[4] Die Früchte sind kleine Nüsschen (ca. 3,4 × 2,6 mm, 7,5 mg), die mit einem lipidreichen Elaiosom ausgestattet sind, um Ameisen zur Ausbreitung anzulocken.[6] *Pulmonaria officinalis* ist diploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 16.[1] Sie lässt sich von der nah verwandten Art *Pulmonaria obscura* (2n = 14) primär durch die deutlich ausgeprägten weißen Blattflecken unterscheiden, die bei *P. obscura* fehlen oder nur schwach vorhanden sind.[1]

Beschreibung

Das Echte Lungenkraut (*Pulmonaria officinalis*) ist eine rhizombildende, ausdauernde Staude aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), die sich durch ihre frühe Blütezeit und das charakteristisch gefleckte Laub auszeichnet.[4][1] In ihrem natürlichen Lebensraum, typischerweise in feuchten Laub- und Buchenwäldern, nutzt die Art als Frühjahrsgeophyt die lichtreiche Phase vor dem Kronenschluss der Bäume für Wachstum und Blüte.[6][1] Die Pflanze bildet dichte, horstartige Bestände von 15 bis 30 cm Höhe, wobei die grundständigen Blätter oft semi-immergrün überdauern und eine basale Rosette formen. Ein markantes anatomisches Merkmal ist die raue, borstige Behaarung der Stängel und Blätter, welche der Pflanze eine grobe Textur verleiht und eine gewisse Resistenz gegen Schnecken und Wildverbiss bietet.[1] Die auffälligen weißen bis silbernen Flecken auf den dunkelgrünen Blättern, die historisch aufgrund der Signaturenlehre mit Lungengewebe assoziiert wurden, dienen als wichtiges Erkennungsmerkmal im Feld.[5][4] Eine physiologische Besonderheit zeigt sich in den trichterförmigen Blüten, die ihre Farbe im Verlauf der Anthese von Rosa zu Blau-Violett wechseln, was durch eine pH-Wert-Änderung der Anthocyane bedingt ist und Bestäubern die Nektarverfügbarkeit signalisiert.[4][1] Zur Förderung der genetischen Vielfalt weist die Art Heterostylie auf, bei der Individuen entweder langgriffelige oder kurzgriffelige Blüten ausbilden, um Selbstbestäubung zu erschweren. Anstelle von Larvenstadien durchläuft die Pflanze eine Samenentwicklung, bei der die Nüsschen ein lipidreiches Anhängsel (Elaiosom) ausbilden, das für die Ausbreitung durch Ameisen (Myrmekochorie) essenziell ist.[6][4] Ameisen transportieren die Samen in ihre Nester, verzehren das Elaiosom und lassen den keimfähigen Samen an nährstoffreichen Standorten zurück, was die Kolonisierung fragmentierter Habitate unterstützt.[6] Im taxonomischen Vergleich unterscheidet sich *P. officinalis* von der nah verwandten Art *Pulmonaria obscura* primär durch die deutliche Blattfleckung, während *P. obscura* meist ungefleckt oder nur schwach gezeichnet ist.[4] Zytologisch differieren die Arten ebenfalls, da *P. officinalis* diploid mit einem Chromosomensatz von 2n = 16 ist, im Gegensatz zu 2n = 14 bei der Verwandten.[4] Die wissenschaftliche Benennung geht auf Leonhart Fuchs im Jahr 1542 zurück, der den Namen *Pulmonaria* (von lateinisch *pulmo* für Lunge) etablierte.[5] Carl Linnaeus formalisierte das Epitheton *officinalis* 1753 in seinen *Species Plantarum*, was den etablierten Status der Pflanze in den historischen Apotheken und Arzneibüchern Europas unterstreicht.[2][3]

Verhalten

Das Verhalten von *Pulmonaria officinalis* ist stark durch komplexe ökologische Interaktionen zur Fortpflanzung und Arterhaltung geprägt. Die Pflanze signalisiert Bestäubern die Verfügbarkeit von Ressourcen durch einen Farbwechsel der Blütenkrone, der von Rot-Pink zu Blau-Violett verläuft und durch pH-Wert-Änderungen gesteuert wird. Zu den primären Interaktionspartnern zählen solitäre Bienen wie die Frühlings-Pelzbiene (*Anthophora plumipes*) sowie Hummeln, die den durchschnittlich 1,5 μL betragenden Nektarvorrat pro Blüte nutzen. Um Selbstbestäubung zu minimieren, nutzt die Art ein distyles System (Heterostylie), wobei die unterschiedlichen Griffellängen der Blütenmorphen eine Fremdbestäubung begünstigen. Für die Ausbreitung der Samen setzt die Pflanze auf Myrmekochorie, indem sie Nüsschen mit lipid- und aminosäurereichen Anhängseln (Elaiosomen) bildet, die Ameisen anlocken. Ameisen transportieren die Samen in ihre Nester, verzehren das nährstoffreiche Anhängsel und entsorgen den keimfähigen Samen, was die Kolonisierung neuer Standorte unterstützt.[6] Als passive Abwehrstrategie gegen Herbivoren verfügt *Pulmonaria officinalis* über eine borstige Behaarung, die sie weitgehend resistent gegen Wildverbiss durch Rehe macht. Chemisch schützt sich die Pflanze durch die Einlagerung von hepatotoxischen Pyrrolizidinalkaloiden, die potenzielle Fressfeinde abschrecken können.[1] Trotz dieser Abwehrmechanismen dienen die Blätter den Raupen der Motte *Ethmia pusiella* spezifisch als Nahrungsquelle. Eine physiologische Verhaltensanpassung zeigt sich in der Produktion von UV-B-absorbierenden Verbindungen im zeitigen Frühjahr, deren Konzentration mit abnehmender Lichtintensität durch den Laubaustrieb der Bäume reduziert wird. Im Wurzelbereich geht die Art mutualistische Interaktionen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, um die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, in schattigen Habitaten zu optimieren.[6]

Ökologie

Pulmonaria officinalis besiedelt als charakteristischer Frühjahrsgeophyt den Unterwuchs von Laub- und Buchenwäldern, wo sie das Lichtangebot vor dem Kronenschluss der Bäume nutzt. Die Art bevorzugt nährstoffreiche, kalkhaltige Lehmböden mit neutralem bis alkalischem pH-Wert und toleriert als Halbschattenpflanze eine relative Beleuchtungsstärke von über 10 % (Ellenberg-Lichtzahl 5). In diesen Habitaten ist sie häufig mit Anemone nemorosa und Primula elatior sowie Gehölzen wie Carpinus betulus und Fagus sylvatica vergesellschaftet. Ökologisch fungiert das Lungenkraut als wichtige Nektarquelle für früh fliegende Insekten, wobei ein durchschnittliches Nektarvolumen von 1,5 μL pro Blüte bereitgestellt wird. Zu den primären Bestäubern zählen Solitärbienen wie Anthophora plumipes, Hummeln und Schwebfliegen. Ein pH-bedingter Farbwechsel der Blüten von Rosa zu Blau signalisiert den Bestäubern die Verfügbarkeit von Ressourcen und optimiert so die Bestäubungseffizienz. Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch Myrmekochorie, indem Ameisen durch lipidreiche Elaiosomen an den Nüsschen angelockt werden. Diese tragen die Samen in ihre Nester, verzehren das Anhängsel und lassen den keimfähigen Samen in nährstoffreichen Abfallhaufen zurück.[6] P. officinalis geht mutualistische Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, welche die Nährstoffaufnahme in schattigen Waldböden verbessern. Als Fressfeind treten spezifisch die Raupen der Motte Ethmia pusiella auf, die an den Blättern fressen.[6] Gegenüber größerem Wild wie Rehen zeigt die Pflanze aufgrund ihrer behaarten Blätter eine hohe Resistenz, wird jedoch gelegentlich verbissen.[4] Das rhizomatöse Wachstum ermöglicht der Art zudem die Funktion als Bodendecker, der zur Stabilisierung des Bodens und zur Vermeidung von Erosion beiträgt.[6]

Bedeutung, Schäden & Prävention

In der ökologischen Klassifizierung gilt *Pulmonaria officinalis* primär als Nützling, da die frühe Blütezeit eine essenzielle Nektarquelle für Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Schwebfliegen darstellt.[1][4] Als Zierpflanze ist sie aufgrund ihrer rauen, behaarten Blätter weitgehend resistent gegen Wildverbiss durch Rehe und Kaninchen, was sie für wildreiche Gärten attraktiv macht.[1][8] Ein signifikantes phytopathologisches Problem stellt jedoch der Echte Mehltau dar, der sich durch weiße, pudrige Flecken auf der Blattoberfläche manifestiert und insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Trockenstress auftritt. An feuchten Schattenstandorten können zudem Nacktschnecken und Gehäuseschnecken erheblichen Fraßschaden am Laub verursachen.[1] Spezifische Herbivorie erfolgt durch die Raupen des Grauschwarzen Lungenkraut-Graueulchens (*Ethmia pusiella*), die sich auf diese Pflanzengattung spezialisiert haben.[4] Zur Prävention von Pilzerkrankungen ist baulich auf einen ausreichenden Pflanzabstand zu achten, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und Staunässe zu vermeiden, da diese Wurzelfäule begünstigt. Als kulturtechnische Maßnahme empfiehlt sich das Entfernen verblühter Stängel und welker Blätter nach der Blüte, um das Infektionsrisiko zu senken und den Neuaustrieb zu fördern. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) steht die Wahl resistenter Zuchtformen im Vordergrund, die weniger anfällig für Blattkrankheiten sind. Physikalische Bekämpfungsmaßnahmen gegen Schnecken umfassen das manuelle Absammeln oder den Einsatz von Barrieren, während chemische Mittel aufgrund der Nützlingsfreundlichkeit der Pflanze vermieden werden sollten.[1] Medizinisch ist *Pulmonaria officinalis* relevant, da sie historisch aufgrund der Signaturenlehre bei Atemwegserkrankungen eingesetzt wurde und Inhaltsstoffe wie Schleimstoffe, Gerbstoffe und Allantoin enthält.[1][4] Allerdings weisen moderne Bewertungen auf das Vorhandensein von Pyrrolizidinalkaloiden hin, die hepatotoxisch wirken können, weshalb von einer internen Anwendung ohne fachkundige Aufsicht oft abgeraten wird.[1][2] Es existieren keine standardisierten pharmazeutischen Präparate, und die therapeutische Wirksamkeit wird mangels ausreichender klinischer Daten kritisch betrachtet.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Pulmonaria officinalis besitzt keine signifikante negative wirtschaftliche Relevanz als Agrar- oder Forstschädling, sondern fungiert primär als Handelsgut im Zierpflanzenbau. Aufgrund der Toleranz gegenüber Schatten und Trockenheit wird die Art häufig für die Begrünung in der Garten- und Landschaftsgestaltung vermarktet. Züchterische Bemühungen haben zahlreiche Sorten hervorgebracht, die spezifisch auf Krankheitsresistenz und Blattfärbung selektiert wurden, um den Marktwert zu steigern.[1] Ökonomische Einbußen in der Produktion entstehen gelegentlich durch Qualitätsminderungen infolge von Befall mit Echtem Mehltau, der besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit auftritt.[4] Zusätzlich können Fraßschäden durch Nacktschnecken den Zierwert der Pflanzen im Handel und in Gärten herabsetzen.[1] Als Nützling bietet die Pflanze im zeitigen Frühjahr eine essentielle Nektarquelle für bestäubende Insekten, was die Bestäuberpopulationen in angrenzenden Kulturlandschaften stützt.[6] Zu den profitierenden Arten zählen unter anderem Hummeln und Solitärbienen wie Anthophora plumipes, die den Nektar der Blüten nutzen.[1] Auch Schwebfliegen frequentieren die Bestände, was die ökologische Integrationsleistung der Art unterstreicht. Die Pflanze dient zudem als Wirt für die Raupen der Motte Ethmia pusiella, verursacht jedoch keine ökonomisch relevanten Ausbrüche durch diesen Befall.[4] Historisch war das Lungenkraut ein fester Bestandteil des Arzneihandels, spielt jedoch in der modernen pharmazeutischen Ökonomie nur noch eine untergeordnete Rolle.[1] Der kommerzielle Vertrieb für die innere Anwendung ist heute aufgrund nachgewiesener hepatotoxischer Pyrrolizidinalkaloide stark eingeschränkt.[4]

Biologie & Lebenszyklus

Pulmonaria officinalis ist eine ausdauernde, rhizombildende Staude, die Wuchshöhen von 15 bis 30 cm erreicht und dichte Horste bildet.[1][4] Als Frühjahrsgeophyt nutzt die Pflanze das Lichtangebot vor dem Laubaustrieb der Bäume und blüht in der nördlichen Hemisphäre von März bis Mai. Die Bestäubung erfolgt entomophil, wobei die nektarreichen Blüten primär von Solitärbienen wie Anthophora plumipes, Hummeln und Schwebfliegen besucht werden.[6] Ein charakteristisches Merkmal ist der Farbwechsel der Blütenkrone von Rosa zu Blau-Violett, der durch pH-Wert-Änderungen der Anthocyane bedingt ist und Bestäubern die Ressourcenverfügbarkeit signalisieren kann.[6][1] Um die Fremdbestäubung zu fördern, weist die Art Heterostylie auf, bei der Individuen entweder langgrifflige oder kurzgrifflige Blütenmorphologien besitzen. Obwohl Selbstinkompatibilität vorherrscht, ist diese nicht absolut; insbesondere die langgrifflige Morphe zeigt eine teilweise Selbstkompatibilität. Nach der Befruchtung reifen die Samen, kleine Nüsschen mit einem Gewicht von etwa 7,5 mg, typischerweise zwischen Mai und Juni heran.[6] Die Ausbreitung erfolgt durch Myrmekochorie, da die Samen über ein lipidreiches Elaiosom verfügen, das Ameisen anlockt.[6][4] Ameisen transportieren die Diasporen in ihre Nester, verzehren das Anhängsel und entsorgen den keimfähigen Samen, was die Besiedlung neuer Standorte begünstigt.[4] Zur Keimung benötigen die Samen eine Kälteperiode (Kaltkeimer) und sollten idealerweise frisch ausgesät werden, um die Dormanz zu brechen.[1] Neben der sexuellen Fortpflanzung vermehrt sich Pulmonaria officinalis vegetativ über langsam kriechende Rhizome, was zur Bildung dichter Bestände führt.[8] Physiologisch passt sich die Pflanze an wechselnde Lichtverhältnisse an, indem sie im unbeschatteten Frühjahr UV-B-absorbierende Verbindungen produziert.[6] Die Wurzeln gehen Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, welche die Nährstoffaufnahme in nährstoffarmen Waldböden verbessern.[4] Zu den natürlichen Feinden zählen Schnecken sowie die Raupen der Motte Ethmia pusiella, die an den Blättern fressen.[1] Unter feuchten Bedingungen ist die Art zudem anfällig für Echten Mehltau, während sie gegenüber Wildverbiss weitgehend resistent ist.[4]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Pulmonaria officinalis* umfasst weite Teile Zentral- und Westeuropas bis nach Westasien.[2][1] Es erstreckt sich von den Ardennen über Frankreich, Deutschland und die Benelux-Staaten nordwärts bis nach Dänemark und Südschweden. Im Osten reichen die Vorkommen bis nach Polen, Belarus und in die Ukraine, während das südliche Areal Norditalien und den Balkan (unter anderem Albanien, Griechenland und Rumänien) einschließt.[2] In den deutschsprachigen Ländern (DACH) ist die Art in Laubwaldregionen weit verbreitet, wobei sie in Österreich, der Schweiz und Deutschland als heimisch gilt.[2][1] Auf den Britischen Inseln wurde die Pflanze bereits im 15. Jahrhundert vermutlich über Klostergärten eingeführt und gilt dort seit dem späten 18. Jahrhundert als eingebürgert.[4] Weitere neophytische Vorkommen bestehen im östlichen Nordamerika, spezifisch in den Vereinigten Staaten (z. B. New York, Minnesota) und im östlichen Kanada.[2] Der bevorzugte Lebensraum bildet der Unterwuchs von Laub- und Mischwäldern, insbesondere Buchen- und Eichen-Hainbuchen-Wälder (*Fagus sylvatica*, *Carpinus betulus*). Als schattentolerante Art (Ellenberg-Lichtzahl 5) besiedelt sie zudem Waldränder, schattige Böschungen und Gebüschsäume.[6] *Pulmonaria officinalis* bevorzugt nährstoffreiche, kalkhaltige und lehmige Böden, die frisch bis feucht, aber gut drainiert sind.[2][6] Die Art zeigt basenreiche Standorte mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert an (Ellenberg-Reaktionszahl 8). Sie nutzt die Lichtphase im zeitigen Frühjahr vor dem Laubaustrieb der Bäume für die Photosynthese und überdauert anschließend im Halbschatten des Blätterdachs. Soziologisch ist das Lungenkraut oft mit anderen Frühjahrsgeophyten wie dem Buschwindröschen (*Anemone nemorosa*) oder der Hohen Schlüsselblume (*Primula elatior*) vergesellschaftet. Die vertikale Verbreitung reicht primär von der Ebene bis in die montane Stufe (0 bis 1.500 Meter). In einigen europäischen Gebirgsregionen wurden isolierte Vorkommen bis in Höhen von 1.900 Metern dokumentiert.[2] Obwohl die Art global als nicht gefährdet gilt, werden lokal in Randgebieten wie Belgien oder Schweden Bestandsrückgänge durch Habitatfragmentierung beobachtet.[1]

Saisonalität & Aktivität

Als Frühjahrsgeophyt ist der Aktivitätszyklus von *Pulmonaria officinalis* eng an die Lichtverhältnisse in Laubwäldern vor dem Blattaustrieb der Bäume angepasst.[6] Die Hauptblütezeit erstreckt sich in der nördlichen Hemisphäre von März bis Mai, wobei die einzelnen Blütencluster typischerweise sechs bis acht Tage bestehen bleiben.[1][4] Diese frühe Blüte dient als essentielle Nektarquelle für im zeitigen Frühjahr aktive Insekten wie Hummeln und solitäre Bienen (z. B. *Anthophora plumipes*).[1] Unmittelbar nach der Blütephase erfolgt die Samenreife zwischen Mai und Juni.[4] Während dieser lichtreichen Phase im zeitigen Frühjahr produziert die Pflanze UV-B-absorbierende Verbindungen, deren Konzentration mit der zunehmenden Beschattung durch das Kronendach im Jahresverlauf abnimmt.[6] *Pulmonaria officinalis* wächst als halbimmergrüne Staude, deren basale Blattrosetten oft den Winter überdauern, während die blühenden Stängel im Frühjahr neu aus dem Rhizom austreiben. Die Art ist frosthart bis USDA-Zone 3 und übersteht Kälteperioden durch ihr unterirdisches Rhizomsystem, das auch als Speicherorgan dient.[4][1] Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese phänologische Entwicklung wider und verzeichnet in den Monaten April und Mai signifikante Höchstwerte.[7]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Berlin, Berlin, Deutschland

    17.01.2026

  • Fürstenfeldbruck, Bayern, Germany

    06.01.2026

  • LSG-Stinderbachtal , Erkrath, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    27.12.2025

  • Mittelherwigsdorf, 02763 Mittelherwigsdorf, Deutschland

    21.12.2025

  • Traunstein, DE-BY, Deutschland

    21.12.2025

Daten: iNaturalist

Fonti e riferimenti

  1. https://www.gbif.org/species/5341204
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:77224756-1
  3. http://www.mobot.org/mobot/latindict/keyDetail.aspx?keyWord=officinalis
  4. https://ipm.missouri.edu/MEG/index.cfm?ID=731
  5. https://blog.metmuseum.org/cloistersgardens/2013/04/26/lungwort/
  6. https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2745.12150
  7. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  8. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/pulmonaria-officinalis/
  9. Literaturzusammenfassung: Pulmonaria officinalis