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Radice di sangue Potentilla erecta

Radice di sangue

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Rosales (Rosales)
Famiglia Rosaceae
Genere Potentilla
Specie Potentilla erecta
Nome scientifico Potentilla erecta (L.) Raeusch.
Nome accettato

Einleitung

Die Blutwurz (*Potentilla erecta*), auch Tormentill genannt, ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die in weiten Teilen Europas, Nordafrikas und Westasiens verbreitet ist.[1][2] Sie besiedelt bevorzugt saure, feuchte Standorte wie Moore, Heiden und Magerwiesen und erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 50 Zentimetern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fingerkraut-Arten, die fünfzählige Blüten besitzen, zeichnet sich diese Art typischerweise durch vier gelbe Kronblätter aus.[2] Das kräftige, gerbstoffhaltige Rhizom der Pflanze findet traditionell Anwendung als Adstringens in der Heilkunde sowie zur Herstellung von Spirituosen.[2][3]

Fakten (kompakt)

- Die gelben Blüten erreichen einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter. - Die Fiederblätter der Grundrosetten zeichnen sich durch eine glänzende Oberfläche und tiefe Zähnung aus. - Historisch wurde die Pflanze nicht nur zur Farbstoffgewinnung, sondern auch zum Gerben von Leder genutzt. - Im Gartenbau wird die Art als winterhart für die USDA-Klimazonen 4 bis 8 eingestuft. - Als Zierpflanze findet sie Verwendung in Steingärten und naturnahen Rabatten. - Der englische Trivialname „Septfoil“ (Siebenblatt) verweist auf das gelegentliche Auftreten von sieben Fiederblättern, obwohl fünf typisch sind. - Der Name „Tormentill“ bezieht sich historisch auch auf die Linderung von Zahnschmerzen im Mittelalter. - Im Althochdeutschen war die Bezeichnung *ficwurtz* gebräuchlich, was auf die heilenden Eigenschaften hindeutete. - Moderne Studien untersuchen das Potenzial von Rhizom-Extrakten bei der Behandlung von Colitis ulcerosa. - Taxonomisch wird die Art innerhalb der Gattung der Sektion *Tormentillae* zugeordnet.[9]

Name & Einordnung

Der heute anerkannte wissenschaftliche Name der Art lautet *Potentilla erecta* (L.) Raeusch., wobei das Basionym *Tormentilla erecta* im Jahr 1753 von Carl von Linné erstbeschrieben wurde. Zu den historisch relevanten Synonymen zählen *Potentilla tormentilla* Stokes sowie *Potentilla tormentilla* (Crantz.) Neck. ex Roth., die in älterer Literatur häufig zu finden sind. Der Gattungsname *Potentilla* leitet sich vom lateinischen Wort *potens* (mächtig) und dem Diminutiv-Suffix *-illa* ab, was auf die starke Heilwirkung der eher kleinen Pflanzen anspielt. Das Art-Epitheton *erecta* bedeutet „aufrecht“ und beschreibt den charakteristischen, aufsteigenden Wuchs der Stängel im Gegensatz zu kriechenden Verwandten.[2] Im deutschen Sprachraum ist die Pflanze primär als Blutwurz bekannt, was auf den roten Farbstoff im Rhizom verweist, der auch zum Färben und für Spirituosen genutzt wird.[3][2] Ein weiterer geläufiger Name ist Tormentill, der auf das lateinische *tormentum* (Qual, Schmerz) zurückgeht und die mittelalterliche Nutzung gegen „Tormente“ wie Darmkrämpfe oder Zahnschmerzen reflektiert. Diese etymologische Wurzel findet sich auch im Englischen („tormentil“) und Französischen („tormentille“) wieder. Historisch lässt sich die Bezeichnung bis ins Althochdeutsche *ficwurtz* zurückverfolgen, ein Begriff, der allgemein für schmerzlindernde Kräuter verwendet wurde. Der englische Name „septfoil“ (Siebenblatt) bezieht sich auf die gelegentlich siebenfiedrigen Blätter, obwohl fünf Fiederblättchen die Regel sind. Innerhalb der Gattung *Potentilla* wird die Art der Sektion *Tormentillae* zugeordnet. Molekulargenetische Untersuchungen stellen *Potentilla erecta* in den *Reptans*-Clade, womit sie eng mit *Potentilla reptans* und *Potentilla indica* verwandt ist, sich jedoch deutlich vom *Anserina*-Clade abgrenzt.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Potentilla erecta wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern erreicht und durch ihr Rhizom dichte, niedrige Horste bildet.[2][5] Die schlanken, niederliegenden bis aufsteigenden Stängel sind locker verzweigt und kurz behaart, wobei sie Längen zwischen 5 und 50 cm erreichen.[5] Unterirdisch besitzt die Art ein kräftiges, verholztes und unregelmäßig geformtes Rhizom von bis zu 8 cm Länge, das als Überdauerungsorgan dient.[2] Die wechselständigen Laubblätter gliedern sich in ephemere Grundrosetten mit langen Blattstielen (3–13 cm) und sitzende, kürzere Stängelblätter. Die Blattspreite ist meist dreizählig gefingert (selten fünfzählig), wobei die einzelnen Fiederblättchen eine Länge von 5 bis 30 mm aufweisen. Diese Blättchen sind verkehrt-eiförmig bis keilförmig, am Rand bis zur Mittelrippe grob gesägt und erscheinen oberseits dunkelgrün sowie fast kahl, während die Unterseite dicht behaart ist. Auffällig sind die großen, oft gelappten Nebenblätter, die zusammen mit den drei Fiederblättchen den optischen Eindruck eines fünffingerigen Blattes erwecken können.[5] Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September, wobei die Blüten in lockeren, offenen Trugdolden stehen.[2] Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten erreichen einen Durchmesser von 7 bis 11 mm.[5] Ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal zur Abgrenzung von anderen *Potentilla*-Arten ist die Anzahl der Kronblätter: *Potentilla erecta* besitzt fast immer vier (selten fünf) hellgelbe Petalen.[5][2] Diese sind 3 bis 6 mm lang, an der Spitze leicht eingekerbt und weisen an der Basis oft orangefarbene Flecken auf. Der Blütenkelch besteht aus fünf 3 bis 5 mm langen Kelchblättern sowie einem Außenkelch aus fünf schmalen, elliptischen Bracteolen. Im Zentrum befinden sich 15 bis 20 Staubblätter, die den oberständigen Fruchtknoten umgeben. Als Früchte werden Sammelnussfrüchte gebildet, die aus 2 bis 8 (selten bis 20) trockenen Nüsschen bestehen. Diese Achänen sind 1,2 bis 2 mm lang, besitzen eine runzelige Oberfläche und sind nicht essbar.[5]

Beschreibung

Potentilla erecta ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die als Hemikryptophyt mit Überwinterungsknospen an oder knapp unter der Erdoberfläche charakterisiert wird.[2] Im Gegensatz zu den meisten anderen Arten der Gattung *Potentilla*, die fünfzählige Blüten besitzen, zeichnet sich diese Art typischerweise durch vierzählige, gelbe Kronblätter aus. Das Wurzelsystem besteht aus kräftigen, verholzten und unregelmäßig geformten Rhizomen, die horizontal im Boden wachsen und als primäres Speicherorgan dienen.[5] Diese Rhizome sind im Anschnitt durch den Farbstoff "Tormentillrot" auffällig rot gefärbt und enthalten bis zu 20 % Gerbstoffe, die als chemische Abwehr gegen Herbivoren fungieren und Proteine binden. In ihrem natürlichen Lebensraum, bevorzugt auf sauren, nährstoffarmen Böden wie Heiden, Mooren und Grasland, bildet die Art lockere Horste durch klonales Wachstum.[2] Die schlanken, aufsteigenden bis aufrechten Stängel erreichen Wuchshöhen von 10 bis 50 cm und verzweigen sich offen, was der Art das Epitheton *erecta* einbrachte.[3][2] Eine anatomische Besonderheit sind die grundständigen Blattrosetten, die oft kurzlebig sind, während die Stängelblätter wechselständig angeordnet und meist dreizählig gefingert erscheinen.[5] Die Entwicklung vom Keimling zur blühfähigen Pflanze verläuft langsam, wobei die Keimung eine Kältestratifikation erfordert und die erste Blüte meist erst im zweiten bis vierten Jahr erfolgt.[2] Individuelle Geneten können durch iterative klonale Vermehrung über die Rhizome ein Alter von 5 bis 20 Jahren erreichen, was eine langfristige Populationstabilität in variablen Habitaten sichert.[6] Obwohl die Blüten zwittrig sind, ist die Art selbstinkompatibel und für die Reproduktion auf Fremdbestäubung durch Insekten wie Bienen, Schwebfliegen und Käfer angewiesen.[2] Ökologisch profitiert *Potentilla erecta* von einer arbuskulären Mykorrhiza-Symbiose, die besonders auf oligotrophen Böden die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, verbessert.[7] Phylogenetisch wird die Art innerhalb der Gattung in den Reptans-Clade eingeordnet und zeigt eine enge Verwandtschaft zu *Potentilla reptans*, unterscheidet sich jedoch genetisch deutlich vom Anserina-Clade.[5] Historisch wurde die Pflanze von Carl von Linné ursprünglich als *Tormentilla erecta* beschrieben, bevor sie taxonomisch in die Gattung *Potentilla* eingegliedert wurde.[1] Der Trivialname "Blutwurz" sowie die historische Bezeichnung "Tormentill" verweisen auf die blutstillenden Eigenschaften und die Nutzung der gerbstoffreichen Wurzel gegen "Tormente" (Schmerzen) im Mittelalter.[2] Moderne biochemische Untersuchungen bestätigen zudem, dass Extrakte aus den Rhizomen Enzyme hemmen können, die dermale Proteine abbauen, was auf komplexe physiologische Anpassungen hindeutet.[3]

Verhalten

Die vegetative Ausbreitung von *Potentilla erecta* erfolgt lateral durch epigeogene Rhizome, die ein klonales Wachstum ermöglichen. Diese horizontale Expansion verläuft langsam mit einer Rate von etwa 0,01 Metern pro Jahr.[7] Als chemische Abwehrreaktion gegen Herbivoren lagert die Pflanze hohe Konzentrationen an Tanninen (bis zu 20 %) in ihren Rhizomen ein. Diese Gerbstoffe binden Proteine und wirken durch Bitterkeit sowie Toxizität abschreckend, wodurch starker Fraßdruck durch Weidetiere reduziert wird. Zur Optimierung der Nährstoffaufnahme in nährstoffarmen Böden geht die Art symbiotische Interaktionen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, was besonders die Phosphorversorgung verbessert. Für die reproduktive Interaktion lockt die Pflanze mit ihren leuchtend gelben Blüten diverse Insekten wie Bienen, Schwebfliegen und Käfer an. Obwohl die Blüten zwittrig sind, zeigt *Potentilla erecta* ein selbstinkompatibles Verhalten und favorisiert die Fremdbestäubung zur Fortpflanzung. In gestörten Habitaten tritt die Art als Pionierpflanze auf, die sich rasch etabliert und durch Bodenstabilisierung die Sukzession fördert.[2] Um ungünstige Umweltbedingungen zu überdauern, nutzen die Samen eine physiologische Dormanz, die eine Kältestratifikation zur Keimung erfordert.[7]

Ökologie

*Potentilla erecta* ist eine charakteristische Art saurer, nährstoffarmer Habitate und besiedelt vorwiegend Heiden, Moore, Magerwiesen sowie lichte Wälder. Sie bevorzugt feuchte, torfige oder sandige Substrate mit einem pH-Wert zwischen 3,5 und 6,5, wobei sie Staunässe trotz ihrer Feuchtigkeitstoleranz meidet. Mikroklimatisch ist die Pflanze an kühl-gemäßigte Bedingungen angepasst und benötigt offene, lichtreiche Standorte, da sie keine tiefe Beschattung toleriert. Als Pionierpflanze auf gestörten Böden fördert sie die Sukzession hin zu Heidegesellschaften, indem sie die Bodenstruktur verbessert. Ihre verholzten Rhizome tragen zudem zur Bodenstabilisierung bei und verhindern Erosion an Hängen. Um die Nährstoffaufnahme in oligotrophen Böden zu optimieren, geht die Art arbuskuläre Mykorrhiza-Symbiosen ein, die insbesondere die Phosphorversorgung steigern. Typische Begleitpflanzen in diesen Pflanzengesellschaften sind *Calluna vulgaris*, *Molinia caerulea* und *Erica tetralix*. Im Nahrungsnetz fungiert *Potentilla erecta* als zentrale Nektarquelle für diverse Bestäuber, darunter Bienen, Schwebfliegen, Käfer und Schmetterlinge. Gegen Fraßfeinde verfügt die Pflanze über eine chemische Verteidigung durch hohe Tanningehalte (bis zu 20 %) in den Rhizomen, die herbivoren Tieren durch Bitterkeit und Toxizität entgegenwirken. Obwohl diese Inhaltsstoffe starken Weidedruck mindern, werden die Blätter gelegentlich von Kaninchen und Rehen gefressen. Die Art reagiert empfindlich auf Konkurrenz durch schnellwüchsige Gräser, besonders wenn atmosphärische Stickstoffeinträge das Nährstoffangebot in ihren Lebensräumen künstlich erhöhen.[7]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Potentilla erecta wird nicht als Schädling, sondern als ökologisch wertvoller Nützling und Pionierpflanze klassifiziert, die zur Bodenstabilisierung beiträgt. In ihren nativen Ökosystemen fungiert die Art als wichtige Nektarquelle für diverse Bestäuber, darunter Bienen, Fliegen und Käfer.[2] Außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, wie etwa in Nordamerika, tritt die Pflanze nur sporadisch auf und zeigt kein invasives Verhalten oder Schadpotenzial an landwirtschaftlichen Kulturen.[5] Die primäre Bedeutung der Art liegt in der medizinischen Nutzung ihrer Rhizome, die bis zu 20 % Gerbstoffe enthalten und traditionell aufgrund ihrer adstringierenden Wirkung gegen Durchfallerkrankungen und Entzündungen eingesetzt werden.[2][5] Moderne pharmakologische Anwendungen umfassen antibakterielle Sirupe sowie kosmetische Präparate, da Extrakte den Kollagenabbau hemmen und antioxidative Eigenschaften aufweisen.[3] Toxikologische Untersuchungen bestätigen ein hohes Sicherheitsprofil ohne beobachtete Letalität in Tierversuchen selbst bei hohen Dosierungen.[2] Wirtschaftlich ist die Pflanze zudem relevant für die Herstellung von Kräuterlikören wie dem bayerischen Blutwurz und diente historisch zur Ledergerbung sowie als roter Farbstoff.[2][6] Da von Potentilla erecta keine Schäden ausgehen, sind Bekämpfungsmaßnahmen nicht erforderlich; vielmehr stehen Schutzmaßnahmen im Vordergrund.[2] Bestände sind durch Habitatverlust bedroht, insbesondere durch die Entwässerung von Mooren und landwirtschaftliche Intensivierung.[8] Stickstoffeinträge und Klimaveränderungen begünstigen zudem die Verdrängung durch konkurrenzstarke Gräser. Ein effektives Management zum Erhalt der Art erfordert die Bewahrung saurer, nährstoffarmer Böden und die Vermeidung von Überweidung.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Potentilla erecta* liegt primär in der Nutzung als Rohstoffpflanze für die pharmazeutische und spirituosenverarbeitende Industrie. Die Rhizome enthalten bis zu 20 % Gerbstoffe, was sie zu einer wertvollen Ressource für medizinische Anwendungen macht. Kommerziell werden Extrakte in Nahrungsergänzungsmitteln gegen Magen-Darm-Beschwerden sowie in topischen Wundheilungsgels verarbeitet.[5] Patentierte Anwendungen umfassen antibakterielle Sirupe sowie kosmetische Präparate, die zur Förderung der Kollagensynthese und Hautfestigkeit eingesetzt werden.[3] In der Lebensmittelindustrie dient die Wurzel als geschmacksgebende Komponente für Spirituosen, insbesondere für den bayerischen Blutwurz-Likör und ukrainischen Horilka.[2] Historisch war die Art ökonomisch relevant für die Ledergerberei als Alternative zu Eichenrinde sowie zur Herstellung des roten Farbstoffs „Tormentill-Rot“ für Textilien.[6] Landwirtschaftlich tritt die Pflanze nicht als Schädling auf, sondern erbringt ökosystemare Dienstleistungen durch Bodenstabilisierung an Hängen und als Nektarquelle für Bestäuber wie Bienen und Schwebfliegen.[2] Da die Art in eingeführten Gebieten wie Nordamerika keine persistenten Populationen bildet, entstehen keine nennenswerten wirtschaftlichen Schäden oder Bekämpfungskosten durch Invasivität.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Potentilla erecta ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die als Hemikryptophyt überwintert, wobei sich die Erneuerungsknospen an oder knapp unter der Erdoberfläche befinden.[2] Das Wurzelsystem bildet verholzte, unregelmäßig geformte Rhizome aus, die als primäre Speicherorgane fungieren und das Überleben während der Wintermonate sichern.[5] Diese Rhizome ermöglichen eine klonale Ausbreitung mit einer Rate von etwa 0,01 Metern pro Jahr, wodurch langlebige Bestände entstehen. Einzelne genetische Individuen (Geneten) können ein Alter von 5 bis 20 Jahren erreichen, während die oberirdischen Triebe meist nur eine Vegetationsperiode überdauern (monozyklisch).[6] Der phänologische Zyklus beginnt mit dem Blattaustrieb im März oder April, gefolgt von einer ausgedehnten Blütezeit von Mai bis Oktober mit einem Höhepunkt im Hochsommer. Die hermaproditischen Blüten locken mit ihrem Nektar diverse Bestäuber an, darunter Bienen, Schwebfliegen, Käfer und Schmetterlinge. Obwohl die Art prinzipiell selbstfertil ist, begünstigt sie die Fremdbestäubung (Outcrossing) durch Insekten, um die genetische Variabilität zu erhalten.[2] Nach der Befruchtung entwickeln sich trockene Nüsschen (Achänen), die durch Wind oder Tieranhaftung verbreitet werden.[5] Die Samen weisen eine physiologische Dormanz auf und benötigen zur Keimung eine Kälte-Stratifikation von etwa 12 Wochen bei Temperaturen zwischen -4 und +4 °C.[2] Die Keimung erfolgt anschließend optimal bei circa 20 °C, wobei sich die Keimlinge zunächst langsam etablieren und Energie in das Rhizomwachstum investieren.[5] Bis zur ersten Blüte vergehen in der Regel zwei bis vier Jahre.[6] Ökologisch ist *Potentilla erecta* an nährstoffarme, saure Substrate mit einem pH-Wert von 3,5 bis 6,5 angepasst. Zur Optimierung der Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, geht die Pflanze im Wurzelbereich arbuskuläre Mykorrhiza-Symbiosen ein.[2] Als physiologische Besonderheit akkumuliert die Art hohe Konzentrationen an Gerbstoffen (bis zu 20 % des Trockengewichts) in den Rhizomen.[5] Diese Tannine dienen als chemische Abwehr gegen Herbivoren und reduzieren den Fraßdruck durch Kaninchen oder Rehe.[7] Dennoch stellen Überweidung sowie Habitatverlust durch Trockenlegung von Feuchtgebieten signifikante Mortalitätsrisiken dar.[3] Die Art toleriert Frost, reagiert jedoch empfindlich auf extreme Hitze und langanhaltende Trockenheit, was ihre Verbreitung in südlichen Randgebieten limitiert.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Potentilla erecta* umfasst weite Teile Europas, Nordafrika (Marokko) sowie die gemäßigten Zonen Asiens bis nach Westsibirien und in den Kaukasus.[2][4] In Europa tritt die Art nahezu flächendeckend auf und besiedelt Areale von den Azoren im Atlantik bis zum Ural. Innerhalb Mitteleuropas und der DACH-Region ist die Blutwurz weit verbreitet und gilt in ihren Kernhabitaten als häufig.[3][2] In das östliche Nordamerika, etwa nach Massachusetts und Neufundland, wurde die Pflanze eingeschleppt, etablierte sich jedoch kaum und gilt dort als unbeständig oder nur fraglich heimisch.[5] Historische Einfuhrwege umfassten vermutlich den Wollhandel des 19. Jahrhunderts oder Schiffballast, ohne dass sich invasive Populationen bildeten.[5] *Potentilla erecta* besiedelt ein breites Spektrum offener, halbnatürlicher Ökosysteme, wobei sie saure und nährstoffarme Standorte bevorzugt. Zu den typischen Lebensräumen zählen Magerwiesen, Heiden, Moore, lichte Wälder sowie Küstendünen.[2][5] Die Art gedeiht vorwiegend auf feuchten, aber gut durchlässigen Böden mit einem pH-Wert zwischen 3,5 und 6,5. Sie meidet tiefen Schatten und Staunässe, toleriert jedoch zeitweilige Feuchtigkeit gut.[5] Pflanzensoziologisch ist sie oft mit Säurezeigern wie *Calluna vulgaris*, *Molinia caerulea* und *Erica tetralix* vergesellschaftet. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich von der Meereshöhe bis in die subalpine Stufe auf etwa 2000 Meter Höhe.[2] Beobachtungsdaten aus Großbritannien belegen eine hohe Präsenz in über 90 % der 10-km-Rasterfelder, wobei die Art im Hochland und in Küstennähe besonders häufig ist. In intensiv genutzten Agrarlandschaften, beispielsweise im südöstlichen England, wurden jedoch Rückgänge durch Entwässerung und Habitatverlust verzeichnet.[3] Dank ihres Rhizomsystems kann *Potentilla erecta* auf gestörten Böden als Pionierpflanze fungieren und zur Substratstabilisierung beitragen.[6]

Saisonalität & Aktivität

Als ausdauernder Hemikryptophyt überdauert *Potentilla erecta* die Wintermonate mit Erneuerungsknospen, die sich geschützt an oder knapp unter der Erdoberfläche befinden. Die Persistenz der Pflanze wird durch verdickte, verholzte Rhizome gesichert, die als Speicherorgane dienen und eine Lebensdauer von mehreren Jahren aufweisen. Der vegetative Austrieb der grundständigen Blattrosetten erfolgt im zeitigen Frühjahr, typischerweise zwischen März und April.[3] Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September, wobei die Hauptblüte im Hochsommer liegt und einzelne Exemplare bis in den Oktober blühen können. Während dieser Phase dienen die Blüten als Nektarquelle für diverse Insekten, darunter Bienen, Schwebfliegen und Käfer.[2] Die Fruchtreife der Nüsschen vollzieht sich parallel dazu vom Sommer bis in den Herbst hinein. Physiologisch sind die Samen an kühle Bedingungen angepasst und benötigen zur Brechung der Dormanz eine Kältestratifikation von etwa 12 Wochen bei -4 bis +4 °C, gefolgt von Keimungstemperaturen um 20 °C.[3] Das öffentliche Suchinteresse verhält sich antizyklisch zur biologischen Aktivität und zeigt Spitzenwerte im November und Dezember, was mit der traditionellen Nutzung der Wurzeln für Blutwurz-Liköre und medizinische Anwendungen in der kalten Jahreszeit korrespondiert.[2]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Siegen-Wittgenstein, DE-NW, Deutschland

    15.10.2025

  • Germany

    11.10.2025

  • Faistenoy, Oberstdorf, DE-BY, Germany

    11.10.2025

  • Blaichach

    04.10.2026

  • Hohenau, 94 Hohenau, Deutschland

    03.10.2025

Daten: iNaturalist

Ricerca scientifica e brevetti

RU-2605820-C1 Biological Concesso

Sirup aus Blutwurz (Tormentill)

Fed Gosudarstvennoe Bjudzhetnoe Obrazovatelnoe Uchrezhdenie Vysshego Obrazovanija Samarskij Gosudars (2015)

Rilevanza: 6/10

Riepilogo

Das Patent beschreibt die Herstellung und Zusammensetzung eines Sirups, der spezifisch aus den Rhizomen und Wurzeln von Potentilla erecta gewonnen wird. Das Produkt weist eine ausgeprägte antibakterielle Aktivität auf. Das Verfahren beinhaltet eine modifizierte Mazeration und die Verwendung von Sorbitol und Wasser als Basis, was eine praktische pharmazeutische Anwendung der Blutwurz darstellt.

DE-69719366-T2 Biological Concesso

Verwendung eines Extraktes aus Potentilla erecta im kosmetischen und pharmazeutischen Bereich

Lvmh Rech Paris (1997)

Rilevanza: 6/10

Riepilogo

Dieses Patent konzentriert sich vollständig auf die Anwendung von Potentilla erecta (Blutwurz). Es wird die Verwendung des Extrakts zur Herstellung kosmetischer oder pharmazeutischer Zusammensetzungen beschrieben. Der Extrakt wirkt hemmend auf Enzyme, die dermale Proteine abbauen (MMP-Inhibitoren), und fördert die Synthese von Kollagen. Dies macht ihn besonders relevant für Anti-Aging-Produkte und zur Verbesserung der Hautfestigkeit.

Fonti e riferimenti

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:60457410-2
  2. https://www.gbif.org/species/5365576
  3. https://patents.google.com/patent/RU2605820C1/en
  4. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&taxon_id=250100323
  5. https://floranorthamerica.org/Potentilla_erecta
  6. https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2656.2008.01501.x
  7. https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2664.70024
  8. https://bsbi.org/wp-content/uploads/dlm_uploads/2023/02/BSBI-Plant-Atlas-2020-summary-report-Britain-in-English-WEB.pdf
  9. Literaturzusammenfassung: Potentilla erecta (Fact-checked summary)