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Papavero Papaver rhoeas

Papavero

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Ranunculales (Ranunculales)
Famiglia Papaveraceae
Genere Papaver
Specie Papaver rhoeas
Nome scientifico Papaver rhoeas L.
Nome accettato

Einleitung

Die **Mohnblume** (*Papaver rhoeas*), auch **Klatschmohn** genannt, ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Ursprünglich in Europa, Nordafrika und dem Mittelmeerraum beheimatet, besiedelt sie bevorzugt stickstoffreiche, gestörte Böden und tritt weltweit als bedeutendes Ackerunkraut im Getreideanbau auf.[1][2] Im Gegensatz zum verwandten Schlafmohn (*Papaver somniferum*) enthält die Art keine signifikanten Mengen an Morphin, sondern wird phytochemisch durch Rhoeadin-Alkaloide charakterisiert.[3] Kulturelle Bekanntheit erlangte die Blüte als Symbol des Gedenkens an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, inspiriert durch ihr massenhaftes Auftreten auf den Schlachtfeldern Flanderns.[1]

Analisi comunitaria

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Ultimo il 01.05.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Art ist diploid und besitzt einen Chromosomensatz von 2n = 14. - Systematisch wird *Papaver rhoeas* der Ordnung der Ranunculales (Hahnenfußartige) und der Klasse der Magnoliopsida zugeordnet.[10] - Neben der Nominatform werden infraspezifische Taxa wie die Unterart *Papaver rhoeas* subsp. *polytrichum* unterschieden. - Phylogenetische Analysen ordnen die Pflanze dem *Clade 2* zu, wodurch eine enge Verwandtschaft zu *Papaver dubium* und *Papaver glaucum* besteht. - Der evolutionäre Ursprung der Spezies wird spezifisch an der Ostküste des östlichen Mittelmeerraums verortet, von wo aus sie sich aus Vorfahren der Sektion *Rhoeadium* entwickelte. - Die Konkurrenzkraft gegenüber Kulturpflanzen basiert nicht nur auf Ressourcenentzug, sondern auch auf Allelopathie (chemische Wachstumshemmung). - Eine genetische Untersuchung von 11 Mikrosatelliten-Loci an französischen Populationen zeigte eine hohe Diversität mit durchschnittlich 3 bis 7,4 Allelen pro Locus.[10]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Papaver rhoeas* L., wobei die gültige Erstbeschreibung durch Carl von Linné in der ersten Ausgabe der *Species Plantarum* am 1. Mai 1753 publiziert wurde.[4] Der Gattungsname *Papaver* leitet sich vom lateinischen Begriff für Mohn ab, der vermutlich auf den milchigen Saft oder das Wort *pappa* (Kinderbrei) verweist, dem Mohnsamen beigemischt wurden. Das Artepitheton *rhoeas* entstammt dem altgriechischen *rhoiás* für den roten Feldmohn. Diese Bezeichnung wird etymologisch oft mit *rhoía* (Granatapfel) aufgrund der roten Farbe oder *rhoeo* (fließen, brechen) wegen der hinfälligen Blütenblätter assoziiert. Systematisch gehört die Art zur Familie der Papaveraceae und wird innerhalb der Gattung der Sektion Rhoeadium sowie dem Kern-Papaver-Clade zugeordnet. Es handelt sich um eine diploide Spezies (2n = 14), die eng mit *Papaver dubium* und *Papaver glaucum* verwandt ist.[3] Neben der Nominatform *Papaver rhoeas* subsp. *rhoeas* werden taxonomisch weitere Unterarten wie *Papaver rhoeas* subsp. *polytrichum* unterschieden.[3][5] Im deutschen Sprachraum ist die Pflanze primär als Klatschmohn oder allgemein als Mohnblume bekannt.[2][1] Die englischen Trivialnamen „corn poppy“ und „common poppy“ spiegeln das typische Vorkommen als Ackerunkraut in Getreidefeldern wider.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Papaver rhoeas ist eine einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von typischerweise 20 bis 60 cm, gelegentlich bis zu 90 cm erreicht. Die aufrechten, verzweigten Stängel sind charakteristisch mit steifen, borstigen Haaren besetzt und entspringen einer basalen Rosette.[3][1] Die wechselständigen Laubblätter sind gestielt und besitzen eine fiederteilige bis gefiederte Blattspreite, die bis zu 15 cm lang wird. Die Blattränder sind grob gezähnt, und auch die Blattoberflächen weisen eine ähnliche raue Behaarung wie die Stängel auf. Die einzeln stehenden Blüten erscheinen endständig an langen Blütenstielen und bilden eine schüsselförmige Krone mit einem Durchmesser von 50 bis 100 mm.[3] Die vier überlappenden Kronblätter sind 20 bis 50 mm lang und weisen eine leuchtend scharlachrote Grundfärbung auf, oft mit einem schwarzen Fleck an der Basis.[3][1] Seltene Farbvarianten können weiß oder violett erscheinen. Im Zentrum der Blüte befindet sich ein dichter Cluster aus dunkel violett-schwarzen Staubblättern, die einen grünlichen Fruchtknoten umgeben. Nach dem Abfallen der Kelchblätter entwickelt sich der Fruchtknoten zu einer kahlen, verkehrt-eiförmigen bis länglichen Kapsel von 10 bis 20 mm Länge und 8 bis 12 mm Breite. Diese Kapsel wird von einer sitzenden, strahligen Narbenscheibe gekrönt, die 8 bis 18 Narbenstrahlen aufweist. Die Kapselwand besitzt apikale Poren unterhalb der Narbe, durch die die Samen bei Erschütterung ausgestreut werden.[3] Die Samen selbst sind winzig, nierenförmig und schwarz; eine einzelne Pflanze kann Tausende davon produzieren.[3][1] Chemisch und physiologisch grenzt sich *Papaver rhoeas* vom verwandten Schlafmohn (*Papaver somniferum*) durch das Fehlen signifikanter Morphin-Alkaloide ab.[1]

Beschreibung

Papaver rhoeas ist eine einjährige, krautige Pflanze, die sich durch einen aufrechten, oft verzweigten Wuchs und eine Wuchshöhe von typischerweise 25 bis 90 cm auszeichnet.[1] Im natürlichen Lebensraum, bevorzugt auf stickstoffreichen und gestörten Böden wie Ackerflächen, bildet die Art zunächst eine grundständige Blattrosette aus, bevor die borstig behaarten Blütenstängel emporwachsen.[1][3] Ein charakteristisches anatomisches Merkmal ist das Milchsaftsystem, das im Gegensatz zum verwandten Schlafmohn (*Papaver somniferum*) keine relevanten Mengen an Morphin, sondern spezifische Alkaloide wie Rhoeadin produziert.[3] Die zwittrigen Blüten verfügen über ein komplexes gametophytisches Selbstinkompatibilitätssystem (GSI), das durch molekulare Erkennungsmechanismen zwischen Pollen und Narbe eine Selbstbefruchtung effektiv unterbindet und so die genetische Diversität sichert.[1] Nach der Befruchtung entwickeln sich die Fruchtknoten zu obovaten Kapseln, die durch einen speziellen Porenmechanismus unterhalb der Narbenscheibe als Windstreuer fungieren.[1][3] Diese „Streubüchsen“-Strategie ermöglicht es, die winzigen, nierenförmigen Samen bei Erschütterung durch Wind oder Tiere meterweit zu verteilen.[3] Die Samen besitzen eine ausgeprägte Dormanz und können Jahrzehnte im Boden überdauern, wobei sie nach Bodenbearbeitung und Lichtexposition massenhaft keimen.[1] Die Entwicklung vom Keimling zur adulten Pflanze verläuft über eine ausgeprägte Rosettenphase, in der die Pflanze Energie für den späteren schnellen Stängelaufwuchs speichert. Das Wurzelsystem reagiert dabei plastisch auf Umweltbedingungen und passt die Tiefenausdehnung der Wasserverfügbarkeit an, was der Pflanze das Überleben in unvorhersehbaren Habitaten sichert.[3] Im Vergleich zu *Papaver dubium* und anderen Vertretern der Sektion Rhoeadium ist *P. rhoeas* diploid (2n = 14) und zeigt eine hohe morphologische Variabilität, jedoch eine geringe genetische Differenzierung zwischen Populationen aufgrund starken Genflusses.[1][3] Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné in *Species Plantarum* klassifiziert, wobei der Name *rhoeas* etymologisch oft mit der leuchtend roten Farbe des Granatapfels oder dem schnellen Abfallen der Blütenblätter assoziiert wird.[4][5] Als Anpassung an den intensiven Ackerbau hat die Pflanze Mechanismen entwickelt, um Herbizidresistenzen, insbesondere gegen ALS-Inhibitoren, schnell zu evolvieren und über mutierte Allele zu fixieren.[1] Mikroskopisch lassen sich die Pollenkörner und die Feinstruktur der Borstenhaare zur Unterscheidung von ähnlichen Arten heranziehen, während makroskopisch die Kapselform und der oft vorhandene schwarze Basalfleck der Kronblätter diagnostisch relevant sind.[1][3]

Verhalten

Papaver rhoeas zeigt komplexe physiologische Verhaltensweisen zur Sicherung der Fortpflanzung und des Überlebens in gestörten Habitaten. Die Ausbreitung der Samen erfolgt über einen mechanischen Stoßausbreitungsmechanismus (Semachorie), bei dem Wind oder Tierberührungen die Porenkapseln in Schwingung versetzen und die Samen wie aus einem Streuer herausschleudern.[1][3] Die Samen verbleiben oft jahrzehntelang in einer Ruhephase (Dormanz) im Boden und zeigen ein ausgeprägtes Reaktionsverhalten auf Umweltreize, indem die Keimung erst durch Bodenstörungen, Lichteinfall und spezifische Temperaturen ausgelöst wird.[1] Als Anpassung an unvorhersehbare Niederschläge demonstriert die Art eine hohe phänotypische Plastizität, indem sie ihre Wurzelarchitektur aktiv verändert, um die Wasseraufnahme in Trockenperioden zu optimieren.[7] In Konkurrenz mit Kulturpflanzen nutzt Papaver rhoeas allelopathische Strategien, um das Wachstum benachbarter Pflanzen durch chemische Interferenzen zu hemmen. Zur Vermeidung von Selbstbefruchtung verfügt die Pflanze über ein striktes gametophytisches Selbstinkompatibilitätssystem, bei dem molekulare Erkennungsmechanismen den programmierten Zelltod im eigenen Pollenschlauch einleiten.[1] Als chemisches Abwehrverhalten gegen Herbivoren produziert die Pflanze diverse Alkaloide, insbesondere Rhoeadin, sowie Phenole, die in den Geweben akkumuliert werden.[3] Populationen unter hohem Selektionsdruck haben zudem metabolische Resistenzen entwickelt, bei denen Herbizide durch eine gesteigerte Aktivität von Cytochrom-P450-Enzymen aktiv entgiftet werden.[2][1] Das zeitliche Emergenzverhalten erfolgt oft in mehreren Kohorten, wobei früh keimende Individuen durch schnelles Wachstum Konkurrenzvorteile gegenüber später keimenden Pflanzen erzielen.[6]

Ökologie

Als ruderale Pionierpflanze besiedelt *Papaver rhoeas* vorzugsweise stickstoffreiche, gestörte Böden in gemäßigten Biomen, wobei Ackerflächen und Straßenränder als primäre Habitate dienen.[1][3] Die Art präferiert gut durchlässige, neutrale bis leicht alkalische Substrate an offenen, sonnigen Standorten und meidet staunasse oder schwere Lehmböden. Eine persistente Samenbank ermöglicht das Überdauern über Jahrzehnte, wobei die Keimung durch Bodenbearbeitung, Lichteinfall und Nitratverfügbarkeit stimuliert wird.[1] Die Pflanze zeigt eine hohe Plastizität im Wurzelwachstum, was ihr durch Anpassung der Wurzeltiefe und lateralen Ausbreitung eine Toleranz gegenüber Trockenheit in unvorhersehbaren Umgebungen verleiht.[7] Die Bestäubung der zwittrigen Blüten erfolgt durch Insekten, wobei in Mitteleuropa diverse Arten und im östlichen Mittelmeerraum spezifisch Käfer der Familie Glaphyridae als Vektoren fungieren.[3] Die Ausbreitung der Samen geschieht über einen Streumechanismus, bei dem Wind oder Tierkontakt die Kapseln in Schwingung versetzen und die Samen durch apikale Poren freisetzen.[3][2] In Agrarökosystemen tritt *Papaver rhoeas* als starker Konkurrent auf, der mit Wintergetreide um Licht, Wasser und Nährstoffe rivalisiert.[1][3] Diese Konkurrenz kann durch Allelopathie verstärkt werden und führt bei hoher Dichte zu signifikanten Ertragseinbußen bei Kulturpflanzen.[1][6] Aufgrund enthaltener Alkaloide ist die Pflanze für Weidetiere wie Rinder und Pferde giftig und wird meist gemieden, was den Fraßdruck durch Herbivoren verringert.[9][1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Papaver rhoeas* gilt als bedeutendes Ackerunkraut in gemäßigten Breiten, das insbesondere Wintergetreide wie Weizen und Gerste durch starke Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe schädigt.[1][2] Bei starkem Befall sind Ertragsverluste von bis zu 32 % möglich, zudem mindert die Kontamination des Ernteguts durch die kleinen schwarzen Samen den Marktwert des Getreides.[1][6] Gesundheitliche Relevanz besteht durch enthaltene Alkaloide wie Rhoeadin; der Verzehr großer Mengen, etwa in Kräutertees oder Backwaren, kann beim Menschen zu ZNS-Depression, Krampfanfällen und Übelkeit führen.[6][3] Auch für Weidetiere wie Rinder und Pferde ist die Pflanze giftig und kann Krämpfe sowie in seltenen Fällen den Tod verursachen. Ein Befall zeigt sich durch massenhaftes Auflaufen von Blattrosetten nach Bodenbearbeitung, da die Samen im Boden jahrzehntelang keimfähig bleiben und eine einzige Pflanze bis zu 800.000 Samen produzieren kann. Zur Prävention ist eine integrierte Unkrautbekämpfung (IPM) essenziell, wobei Fruchtfolgen mit Nicht-Getreidekulturen wie Leguminosen den Samenvorrat im Boden effektiv reduzieren.[1] Eine um zwei bis drei Wochen verzögerte Aussaat kann die Bestandsdichte um bis zu 70 % senken, da die Hauptkeimphase des Mohns umgangen wird.[6] Mechanische Maßnahmen wie Striegeln im 2- bis 4-Blatt-Stadium erreichen Wirkungsgrade von 80–90 % und stören die Unkrautentwicklung frühzeitig.[1] Die chemische Bekämpfung wird durch weit verbreitete Resistenzen gegen ALS-Hemmer und synthetische Auxine (z. B. 2,4-D) erschwert, was einen strikten Wirkstoffwechsel erfordert.[1][2] Neuere Ansätze nutzen synergistische Herbizidkombinationen, beispielsweise auf Basis von Halauxifen, um auch resistente Biotypen zu kontrollieren.[2] Ein Monitoring der Resistenzsituation mittels Bioassays ist notwendig, da metabolische Resistenzen (z. B. via Cytochrom P450) häufig auftreten und die Bekämpfungserfolge gefährden.[1][7]

Wirtschaftliche Bedeutung

Als bedeutendes Ackerunkraut verursacht *Papaver rhoeas* weltweit wirtschaftliche Schäden in 23 Kulturpflanzenarten, wobei der Schwerpunkt auf Wintergetreide wie Weizen und Gerste in Europa liegt.[1][3] In mediterranen Anbausystemen können dichte Populationen die Weizenerträge um bis zu 32 % reduzieren, da die Pflanzen intensiv um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Zusätzlich zu den direkten Ernteverlusten mindern die Samen die Qualität des Ernteguts durch Verunreinigung, was den Marktwert des Getreides senkt.[1] Die Bekämpfungskosten steigen durch die weit verbreitete Resistenz gegen Herbizide, insbesondere ALS-Inhibitoren und synthetische Auxine, wobei Resistenzindizes in Griechenland das 2400-fache übersteigen können.[8] Ein effektives Management erfordert daher kostenintensive integrierte Strategien (IWM) wie Fruchtwechsel und mechanische Unkrautbekämpfung.[1] Die chemische Industrie entwickelt spezifische herbizide Kombinationen, um resistente Biotypen in Raps- und Getreidekulturen kontrollieren zu können.[2] Wirtschaftlich positiv genutzt wird die Art im Zierpflanzenbau, wo Sorten wie der 'Shirley'-Mohn gehandelt werden.[1] Nischenanwendungen finden sich in der Gewinnung natürlicher Farbstoffe für Textilien sowie der Nutzung von Samen in Lebensmitteln, erreichen jedoch nicht die ökonomische Dimension des Schlafmohns.[1][3]

Biologie & Lebenszyklus

*Papaver rhoeas* ist eine einjährige krautige Pflanze, die sich ausschließlich generativ über Samen vermehrt und zwittrige Blüten ausbildet. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten wie Bienen und Käfer, wobei ein gametophytisches Selbstinkompatibilitätssystem die Selbstbefruchtung verhindert und genetische Vielfalt sichert. Eine einzelne kräftige Pflanze kann zwischen 14.500 und 19.500 Samen produzieren, unter optimalen Bedingungen sogar bis zu 800.000. Die Verbreitung der nierenförmigen Samen erfolgt durch einen Streumechanismus, bei dem Wind oder Erschütterungen die Kapseln bewegen und die Samen durch apikale Poren freisetzen.[3] Die Samen besitzen eine angeborene Dormanz und können im Boden Jahrzehnte überdauern, wodurch eine persistente Samenbank gebildet wird. Die Keimung wird primär durch Bodenstörung, Lichteinfall und Temperaturschwankungen ausgelöst, wobei Temperaturen um 16 °C optimal sind.[1] Die Auflaufrate korreliert negativ mit der Samentiefe; sie sinkt von 20 % bei 2,5 cm Tiefe auf 7 % bei 15 cm Tiefe.[6] Nach der Keimung bildet die Pflanze zunächst eine basale Rosette, aus der im späten Frühjahr aufrechte, verzweigte Stängel hervorgehen.[3] Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Klimazonen typischerweise von Mai bis Juli.[1] *Papaver rhoeas* zeigt eine hohe phänotypische Plastizität, etwa durch Anpassung der Wurzeltiefe und lateralen Ausbreitung bei variabler Niederschlagsverfügbarkeit.[7] Die Art bevorzugt stickstoffreiche, gestörte Böden und konkurriert in Agrarökosystemen effizient um Licht, Wasser und Nährstoffe. Konkurrenz durch Nutzpflanzen kann die Biomasse des Mohns um bis zu 96 % und die Samenproduktion um bis zu 97 % reduzieren.[1] Populationen haben Resistenzen gegen Herbizide wie ALS-Inhibitoren und synthetische Auxine entwickelt, oft durch Mutationen im ALS-Gen oder gesteigerten Metabolismus.[8] Die Pflanze akkumuliert Alkaloide und ist für Weidetiere wie Pferde und Rinder toxisch, was den Fraßdruck durch Herbivoren mindert.[9]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Papaver rhoeas* umfasst Makaronesien, Europa, den Mittelmeerraum, Nordafrika und reicht östlich bis in den westlichen Himalaya. Die Art besiedelt vorwiegend gemäßigte Klimazonen und ist heute in Europa in fast allen Ländern vertreten, mit Ausnahme der Färöer-Inseln und Spitzbergen. Durch menschliche Aktivitäten wurde die Pflanze weltweit in andere Regionen verschleppt und gilt in Nord- und Südamerika, Australien sowie Neuseeland als eingebürgert. In Nordamerika konzentrieren sich die Vorkommen auf den Mittleren Westen und Osten der USA sowie die kanadischen Seeprovinzen. Australische Bestände finden sich in fast allen Bundesstaaten, darunter Western Australia, New South Wales und Tasmanien. Der typische Lebensraum besteht aus anthropogen gestörten Standorten wie Ackerflächen, Wegrändern, Schuttplätzen und Feldsäumen. *Papaver rhoeas* bevorzugt gut durchlässige, stickstoffreiche Böden mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert. Die Pflanze gedeiht optimal auf sandigen oder lehmigen Substraten, meidet jedoch schwere Tonböden oder Staunässe, die das Wurzelwachstum behindern. Als Ackerunkraut ist sie eng mit dem Anbau von Wintergetreide wie Weizen und Gerste assoziiert. Diese ruderale Strategie ist an regelmäßige Bodenbearbeitung angepasst, da die Samen Lichtkeimer sind und durch Pflügen an die Oberfläche gelangen müssen. Im Boden bildet die Art eine langlebige Samenbank, deren Keimfähigkeit über Jahrzehnte erhalten bleibt und eine rasche Besiedlung nach Störungen ermöglicht. Klimatisch ist der Mohn an kühle Sommer und moderate Niederschläge angepasst, zeigt jedoch auch Toleranz gegenüber trockeneren Bedingungen.[1]

Saisonalität & Aktivität

Papaver rhoeas ist eine einjährige krautige Pflanze, die sich ausschließlich durch Samen vermehrt und deren Lebenszyklus eng an Bodenstörungen gekoppelt ist. Die Keimung erfolgt opportunistisch, wobei Temperaturen um 16 °C und Lichteinfall auf die Samen als wesentliche Auslöser wirken.[1] In gemäßigten Breiten erstreckt sich die primäre Blütezeit von Mai bis Juli.[3] Während dieser Phase öffnen sich die endständigen Blüten, um Bestäuber wie Bienen und Käfer anzulocken. Nach der Blütezeit reifen die Kapseln heran und nutzen einen Streu-Mechanismus, bei dem die Samen durch Windbewegungen oder mechanische Erschütterung freigesetzt werden.[1] Die Samen verfügen über eine angeborene Dormanz und können im Boden Jahrzehnte überdauern, was zur Bildung einer persistenten Samenbank führt. In landwirtschaftlichen Systemen, insbesondere in Wintergetreide, laufen die Sämlinge oft in mehreren Kohorten auf, wobei früh keimende Individuen meist eine höhere Biomasse erreichen.[3] Die Pflanze bildet im frühen Wachstumsstadium eine basale Rosette, die oft überwintert oder im zeitigen Frühjahr erscheint, bevor das Höhenwachstum einsetzt.[1] Das öffentliche Interesse an der Art korreliert stark mit der phänologischen Entwicklung und erreicht in den Monaten Mai und Juni seinen jährlichen Höhepunkt.[3]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Deutschland

    15.01.2026

  • Esbeck, Schule, 38364 Schöningen, Deutschland

    01.01.2026

  • Herrsching am Ammersee, Bavaria, Deutschland

    05.11.2025

  • Deutschland

    05.11.2025

  • Deutschland

    04.11.2025

Daten: iNaturalist

Ricerca scientifica e brevetti

EP-3987932-A1 Chemical Registrazione

Herbizide Kombinationen

Adama Agan Ltd. (2020)

Rilevanza: 8/10

Riepilogo

Das Patent beschreibt eine herbizide Kombination aus Halauxifen und verschiedenen Co-Herbiziden. Diese Mischung ist spezifisch darauf ausgelegt, Unkräuter wie Papaver rhoeas (Klatschmohn) in Kulturen wie Getreide und Raps effektiv zu bekämpfen. Durch die Synergie der Wirkstoffe kann die Aufwandmenge reduziert werden.

SK-287815-B6 Chemical Sconosciuto

Synergistische herbizide Mischungen und Verfahren zur Bekämpfung unerwünschter Pflanzen

Basf AG (2001)

Rilevanza: 8/10

Riepilogo

Vorgestellt werden selektive Herbizidzusammensetzungen auf Basis von 6-Phenoxypyrid-2-ylcarboxamid in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Diese sind hochwirksam zur Bekämpfung von Unkräutern, wobei Papaver rhoeas explizit als Zielpflanze genannt wird.

Fonti e riferimenti

  1. https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.38745
  2. https://patents.google.com/patent/EP3987932A1/en
  3. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9824376/
  4. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:306058-2
  5. https://cyprustravels.org/ranunculales/papaver-rhoeas-subspecies-rhoeas/
  6. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1365-3180.2007.00610.x
  7. https://www.frontiersin.org/journals/plant-science/articles/10.3389/fpls.2022.998169/full
  8. https://pse.agriculturejournals.cz/pdfs/pse/2025/07/02.pdf
  9. https://poisonousplants.ansci.cornell.edu/php/plants.php?action=indiv&byname=scientific&keynum=63
  10. Literaturzusammenfassung: Papaver rhoeas