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Voce del lessico

Enotera Oenothera biennis

Enotera

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Myrtales (Myrtales)
Famiglia Onagraceae
Genere Oenothera
Specie Oenothera biennis
Nome scientifico Oenothera biennis L.
Nome accettato

Einleitung

Die Art *Oenothera biennis* ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae), die ursprünglich im östlichen und zentralen Nordamerika beheimatet ist.[1][2] Als weltweit eingebürgerter Neophyt besiedelt sie vorzugsweise gestörte Habitate wie Wegränder und Brachflächen, wobei sie in Teilen Europas und Asiens invasives Verhalten zeigen kann.[2] Charakteristisch sind die sich in der Abenddämmerung öffnenden gelben Blüten sowie die kommerzielle Nutzung der Samen zur Gewinnung von Gamma-Linolensäure-haltigem Öl.[1]

Analisi comunitaria

OpenInsect
1
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Dati della community Silberkraft
Ultimo il 18.04.2026
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Fakten (kompakt)

- Historisch nutzten indigene Völker Nordamerikas die Wurzeln als gekochtes Gemüse und die jungen Blätter als Grünfutter. - Traditionelle medizinische Anwendungen umfassten Umschläge aus der Pflanze zur Behandlung von Prellungen und Entzündungen. - Die Blüten besitzen vier zurückgebogene, grünlich-gelbe Kelchblätter sowie eine auffällige Narbe mit vier linearen Lappen. - Die Früchte sind stumpf vierkantige, 2 bis 4 cm lange Kapseln, die zahlreiche geriffelte Samen mit einer Länge von 1 bis 2 mm enthalten. - Ökologisch dienen die Samen als Nahrungsquelle für Vögel, und die Blüten werden neben Nachtfaltern auch von Bienen in den frühen Morgenstunden besucht.[9] - Etwa drei bis vier Wochen nach der Keimung erreicht die Grundrosette typischerweise einen Durchmesser von ca. 12 cm und besteht aus 5 bis 6 Blättern. - Im Zierpflanzenbau wird die Art speziell für Wildblumengärten geschätzt, da sie sich in trockenheitstoleranten Umgebungen gut etabliert.[9]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Oenothera biennis* L., wobei die gültige Erstveröffentlichung durch Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* im Jahr 1753 erfolgte.[3] Der Gattungsname *Oenothera* leitet sich aus den griechischen Wörtern *oinos* (Wein) und *thera* (suchen oder Jäger) ab, was auf eine antike Verwendung der Wurzeln zur Aromatisierung von Wein anspielt. Das Art-Epitheton *biennis* entstammt dem Lateinischen, bedeutet „zweijährig“ und beschreibt den typischen Lebenszyklus der Pflanze über zwei Vegetationsperioden.[1] Systematisch gehört die Art zur Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) und wird innerhalb der Typusgattung *Oenothera* in die Sektion und Subsektion Oenothera gestellt.[3][2] Phylogenetisch ist *Oenothera biennis* Teil einer Klade nordamerikanischer Arten, die durch komplexe Heterozygotie gekennzeichnet sind.[1] Aufgrund der hohen morphologischen Variabilität existieren über 127 verzeichnete Synonyme, darunter *Oenothera muricata* L. und *Oenothera chicaginensis*, wobei aktuell keine Unterarten als eigenständige Taxa anerkannt werden, sondern die Art als polymorph betrachtet wird.[3] Im deutschsprachigen Raum trägt die Pflanze den Trivialnamen Nachtkerze.[2] International ist sie im Englischen als „common evening primrose“ und in der Traditionellen Chinesischen Medizin als „Yue Jian Cao“ bekannt. Historisch wurde die Art, die bereits 1614 aus Virginia nach Europa eingeführt wurde, von frühen Herbalisten aufgrund ihrer vielseitigen Anwendung auch als „King's cure-all“ bezeichnet.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Oenothera biennis wächst als zweijährige krautige Pflanze, die im ersten Jahr eine grundständige Blattrosette bildet und im zweiten Jahr einen aufrechten Blütenstängel von 0,5 bis 1,8 Metern Höhe entwickelt. Der kräftige Stängel ist oft rötlich oder violett überlaufen und weist eine Behaarung aus drüsigen sowie anliegenden Trichomen auf. Unterirdisch bildet die Art eine tiefe, fleischige Pfahlwurzel aus, die bereits im ersten Jahr Längen von bis zu 30 cm erreicht. Die lanzettlichen Rosettenblätter sind 8 bis 18 cm lang, 2 bis 6 cm breit und besitzen gezähnte oder gewellte Ränder sowie sitzende Basen oder kurze Blattstiele. Die im zweiten Jahr erscheinenden wechselständigen Stängelblätter ähneln den Grundblättern, sind jedoch schmaler, eher elliptisch geformt und auf beiden Oberflächen behaart. Die leuchtend gelben, schalenförmigen Blüten erreichen einen Durchmesser von 2,5 bis 5 cm und öffnen sich charakteristischerweise in der Abenddämmerung. Jede Blüte besteht aus vier verkehrteiförmigen Kronblättern, vier zurückgeschlagenen grünlich-gelben Kelchblättern sowie acht Staubblättern mit gelben Antheren. Ein markantes Bestimmungsmerkmal ist die prominente Narbe, die in vier lineare Lappen unterteilt ist. Die Früchte entwickeln sich als längliche, zylindrische Kapseln von 2 bis 4 cm Länge, die stumpf vierkantig und behaart sind. In den Kapseln befinden sich zahlreiche kleine, dunkel rotbraune Samen von 1 bis 2 mm Länge, die eine geriffelte Oberfläche aufweisen. *Oenothera biennis* gilt als morphologisch sehr variabel, weshalb historisch viele Synonyme beschrieben wurden, heute jedoch keine Unterarten unterschieden werden. Zytologisch liegt meist ein diploider Chromosomensatz von 2n=14 vor.[1]

Beschreibung

Oenothera biennis ist eine zweijährige, krautige Pflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse (*Onagraceae*), die sich durch ihren strikten zweiphasigen Lebenszyklus auszeichnet.[1] Im ersten Jahr bildet das Gewächs lediglich eine bodenständige Blattrosette aus, während es unterirdisch eine kräftige, fleischige Pfahlwurzel entwickelt, die als Speicherorgan für die Überwinterung dient.[1][2] Erst nach einer Kälteperiode (Vernalisation) treibt im zweiten Jahr der markante, aufrechte Blütenstängel aus, der Wuchshöhen von bis zu zwei Metern erreichen kann. Der Stängel ist typischerweise behaart und oft rötlich bis violett überlaufen, wobei mikroskopisch sowohl drüsige als auch anliegende Trichome erkennbar sind.[5] In ihrem natürlichen Habitat tritt die Art als klassischer Ruderalstratege auf, der offene, gestörte Flächen wie Bahndämme oder Flussufer rasch besiedelt.[2] Eine herausragende biologische Besonderheit ist das genetische System der permanenten Translokations-Heterozygotie (PTH), bei der Chromosomen in der Meiose komplexe Ringstrukturen bilden.[5] Dieser Mechanismus verhindert die genetische Aufspaltung und sorgt dafür, dass die Pflanze trotz Selbstbestäubung genetisch stabile, heterozygote Nachkommen als funktionelle Klone produziert.[4] Diese genetischen Anomalien machten die Art historisch bedeutsam für Hugo de Vries, der an ihr Anfang des 20. Jahrhunderts grundlegende Experimente zur Mutationstheorie durchführte. Die phänologische Anpassung der Blüte an die Nachtstunden zeigt sich im schnellen Öffnen der gelben Kronblätter in der Dämmerung, was primär nachtaktive Schwärmer anlockt.[2] Obwohl Fremdbestäubung möglich ist, neigt die Art zur Autogamie, da Antheren und Narbe oft in unmittelbarer Nähe zueinander stehen.[7] Für die Fauna spielt die Pflanze eine kritische Rolle, insbesondere für die Larven der Nachtkerzen-Eule (*Schinia florida*), die sich farblich perfekt an die Knospen anpassen und sich fast ausschließlich von den reproduktiven Teilen ernähren. Zudem dient das Laub als Futterpflanze für die Raupen des Linienschwärmers (*Hyles lineata*) sowie des Nachtfalters *Eudryas unio*.[2] Nach der Befruchtung entwickeln sich längliche Kapseln, die bei Reife an der Spitze aufreißen und hunderte winzige Samen ballistisch oder durch Wind verbreiten.[3] Diese Samen besitzen eine ausgeprägte Dormanz und können im Boden über 70 Jahre keimfähig bleiben, was der Art das Überdauern in wechselhaften Umgebungen sichert.[2] Taxonomisch wird *Oenothera biennis* innerhalb der Gattung der Sektion *Oenothera* zugeordnet und gilt als polymorphe Art ohne derzeit anerkannte Unterarten.[3][2] Der von Carl von Linné 1753 validierte Artname verweist auf den zweijährigen Zyklus (*biennis*), während der Gattungsname antike Assoziationen zu einem weinartigen Geruch der Wurzel andeutet.[2]

Verhalten

Das charakteristische Verhalten von *Oenothera biennis* zeigt sich im Öffnen der Blüten zur Abenddämmerung, wobei diese meist bis zum Mittag des folgenden Tages verwelken.[1][2] Bei bewölkter Witterung reagieren die Blüten flexibel auf die Lichtverhältnisse und bleiben oft länger geöffnet, um auch tagaktive Besucher zu nutzen. Diese Phänologie ist primär auf die Interaktion mit nachtaktiven Bestäubern wie Schwärmern (Sphingidae) ausgerichtet, die durch den hellen Blütenschimmer und Duft angelockt werden.[2] Um den Fortpflanzungserfolg auch bei Ausbleiben von Insekten zu sichern, sind die Blütenorgane so angeordnet, dass eine Selbstbestäubung (Autogamie) möglich ist.[8] Der physiologische Wechsel vom vegetativen Wachstum zur Blütenbildung wird durch Umweltreize gesteuert, wobei Kälte (Vernalisation) und Langtagbedingungen von etwa 16 Stunden Licht das Schossen induzieren.[2] Zur Verbreitung nutzt die Pflanze einen ballistischen Mechanismus, bei dem die Samen durch das Trocknen und plötzliche Aufreißen der Kapseln herausgeschleudert werden.[1] Die Samen weisen zudem eine Dormanz auf, die durch Licht und Temperatur reguliert wird und eine Überdauerung im Boden von mehreren Jahrzehnten ermöglicht. In interspezifischen Interaktionen dient die Pflanze als spezialisierter Wirt für die Larven der Nachtkerzen-Eule (*Schinia florida*), die sich gezielt von den reproduktiven Teilen ernähren.[2]

Ökologie

Als Ruderal- und Pionierpflanze besiedelt *Oenothera biennis* bevorzugt gestörte, offene Habitate wie Straßenränder, Brachflächen und Flussufer in frühen Sukzessionsstadien. Die Art zeigt eine breite Toleranz gegenüber Bodenbeschaffenheiten und gedeiht sowohl auf gut durchlässigen Lehmböden als auch auf nährstoffarmen Sand- oder Tonsubstraten mit einem pH-Wert zwischen 5,0 und 7,0. Für ein optimales Wachstum ist eine direkte Sonneneinstrahlung von mindestens sechs Stunden erforderlich, wobei etablierte Pflanzen eine hohe Trockenheitstoleranz aufweisen.[2] Ökologisch spielt die tiefe Pfahlwurzel eine wichtige Rolle bei der Bodenstabilisierung und Erosionskontrolle an Böschungen, wodurch die Ansiedlung nachfolgender Vegetation erleichtert wird.[1] Im Nahrungsnetz nimmt die Nachtkerze eine zentrale Stellung als Wirtspflanze für spezialisierte Insekten ein, darunter die Primel-Eule (*Schinia florida*), deren Larven gezielt Blüten und Samenkapseln konsumieren. Auch die Raupen des Linienschwärmers (*Hyles lineata*) und der Waldnymphe (*Eudryas unio*) nutzen das Laub der Pflanze als Nahrungsquelle. Die Bestäubung erfolgt durch eine gemischte Strategie, bei der primär nachtaktive Schwärmer (Sphingidae) die Blüten besuchen, ergänzt durch tagaktive Bienen und Kolibris am folgenden Morgen. Für Wirbeltiere ist die Pflanze ebenfalls bedeutsam, da die Samen im Winter von Vögeln wie Erlenzeisigen und Sumpfammern gefressen werden, während Säugetiere wie Kaninchen junge Triebe beweiden. In eingeführten Verbreitungsgebieten, etwa in Teilen Europas und Asiens, kann *Oenothera biennis* invasiv wirken und durch Konkurrenz um Licht und Raum die native Flora in offenen Grasländern verdrängen. In reifen Waldökosystemen oder unter geschlossenen Kronendächern ist die Art hingegen konkurrenzschwach und verschwindet meist im Zuge der fortschreitenden Sukzession.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die ökologische und ökonomische Bedeutung von *Oenothera biennis* ist ambivalent: In ihrem nativen Verbreitungsgebiet Nordamerika fungiert sie als wertvolle Pionierpflanze zur Bodenstabilisierung und Nahrungsgrundlage für spezialisierte Insekten wie die Primel-Eule (*Schinia florida*).[1][2] In eingeführten Regionen, etwa in Teilen Europas, Asiens und Ozeaniens, kann sie jedoch invasiven Charakter zeigen und durch dichte Bestände die heimische Flora verdrängen. Landwirtschaftlich tritt sie gelegentlich als Unkraut in Feldern und auf Brachflächen auf, wobei sie nährstoffarme, gestörte Böden bevorzugt. Medizinisch und kommerziell ist die Art aufgrund ihres Samenöls relevant, das reich an Gamma-Linolensäure (GLA) ist und in Nahrungsergänzungsmitteln zur Behandlung entzündlicher Prozesse eingesetzt wird.[2] Klinische Studien zeigen gemischte Ergebnisse, wobei Hinweise auf Linderung bei diabetischer Neuropathie bestehen, die Wirksamkeit bei atopischer Dermatitis jedoch nicht eindeutig belegt ist.[1][4] Neuere patentierte Anwendungen erforschen zudem Extrakte zur Behandlung von Sarkopenie (Muskelschwund) sowie Nanopartikel-Technologien zur verbesserten Wirkstofffreisetzung.[1] Gesundheitsrisiken sind gering, umfassen jedoch gastrointestinale Beschwerden und ein erhöhtes Blutungsrisiko, weshalb bei Einnahme von Antikoagulanzien Vorsicht geboten ist. Im Anbau selbst ist die Pflanze anfällig für Schädlinge wie die Grüne Pfirsichblattlaus (*Myzus persicae*) sowie Pilzerkrankungen wie Falschen Mehltau (*Peronospora oenotherae*). Ein effektives Management zur Bestandsregulierung oder Unkrautbekämpfung erfolgt primär mechanisch im ersten Jahr des zweijährigen Zyklus durch Entfernung der basalen Blattrosetten. Chemische Bekämpfung ist selten notwendig, da flache Bodenbearbeitung die Pfahlwurzeln effektiv durchtrennt. Rechtliche Aspekte betreffen vor allem die Qualitätssicherung von Supplementen, da die FDA vor Verunreinigungen in wild gesammelten Rohstoffen warnt.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die primäre wirtschaftliche Bedeutung von *Oenothera biennis* liegt im globalen kommerziellen Anbau zur Gewinnung von Samenöl, das reich an Gamma-Linolensäure (8–14 %) und Linolsäure (60–80 %) ist und in der Gesundheits- und Kosmetikindustrie verarbeitet wird. In landwirtschaftlichen Kulturen können Samenerträge von 500 bis 1000 kg pro Hektar erzielt werden, wobei die Produktion stark von Bodenbedingungen und Managementpraktiken abhängt. Die industrielle Verwertung wird durch diverse Patente gestützt, die Extrakte der Pflanze beispielsweise zur Behandlung von Muskelatrophie (Sarkopenie) oder zur Reduktion von Hautalterungsprozessen nutzen. Technologische Weiterentwicklungen umfassen zudem die Verkapselung von Inhaltsstoffen in Nanopartikel, um die Bioverfügbarkeit in pharmazeutischen Produkten zu steigern. Außerhalb des nativen Verbreitungsgebiets, insbesondere in Teilen Australiens und Neuseelands, wird die Art als invasives Unkraut eingestuft, das durch Verdrängung heimischer Flora wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft und im Naturschutz verursachen kann. Demgegenüber steht der ökonomische Nutzen im Tief- und Landschaftsbau, wo das robuste Pfahlwurzelsystem der Pflanze kostengünstig zur Erosionskontrolle und Bodenstabilisierung an Böschungen eingesetzt wird. Im Gartenbausektor wird *Oenothera biennis* als Zierpflanze für Wildblumengärten gehandelt, da sie Trockenheit toleriert und nachtaktive Bestäuber anzieht. Ein kritischer Faktor für die verarbeitende Industrie ist die Qualitätssicherung, da Wildsammlungen anfällig für Kontaminationen sind, was in der Vergangenheit zu behördlichen Warnungen und potenziellen Umsatzverlusten für Hersteller führte.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Oenothera biennis ist eine zweijährige krautige Pflanze, die ihren Lebenszyklus über zwei Vegetationsperioden absolviert und nach der Samenreife abstirbt. Im ersten Jahr bildet sich nach der lichtabhängigen Keimung, die etwa 1–2 Wochen dauert, eine vegetative Blattrosette am Boden aus. Parallel dazu entwickelt die Pflanze eine tiefe, fleischige Pfahlwurzel, die Nährstoffe und Energie für das Folgejahr speichert.[1] Der Übergang zur generativen Phase erfordert eine Vernalisation, wobei Kältereize von 4–8°C über 7–14 Tage in Kombination mit Langtagbedingungen das Schossen im zweiten Frühjahr auslösen.[2] Der Blütenstängel wächst im zweiten Jahr rasch auf eine Höhe von 0,5 bis 1,8 Metern heran.[1] Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September, wobei sich die gelben Einzelblüten erst in der Abenddämmerung öffnen und meist bis zum Mittag des Folgetages verwelken.[1][8] Die Bestäubung erfolgt primär durch nachtaktive Insekten wie Schwärmer (Sphingidae), doch besuchen auch tagaktive Bienen und Kolibris die Blüten.[1] Die Art ist überwiegend selbstkompatibel und autogam, was eine Befruchtung auch bei fehlenden Bestäubern sichert.[2] Eine genetische Besonderheit ist die permanente Translokations-Heterozygotie (PTH), die durch komplexe Chromosomenkonfigurationen (2n=14) die genetische Stabilität über Generationen hinweg erhält.[8] Nach der Befruchtung bilden sich 2–4 cm lange Kapseln, die jeweils 100–300 kleine Samen enthalten. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 30.000 Samen produzieren, die durch ballistische Mechanismen oder Wind verbreitet werden.[1] Die Samen weisen eine ausgeprägte Dormanz auf und können im Boden über 70 Jahre lang keimfähig bleiben.[1][2] Oenothera biennis fungiert als Wirtspflanze für spezialisierte Insektenlarven, darunter die der Nachtkerzen-Eule (*Schinia florida*), die Blüten und Kapseln frisst. Auch Raupen des Linienschwärmers (*Hyles lineata*) und der Eulenfalterart *Endryas unio* nutzen das Laub als Nahrungsquelle. Die Samen dienen im Winter Vögeln wie dem Stieglitz als Nahrung, während Wurzeln und Blätter von Säugetieren wie Kaninchen und Hirschen gefressen werden. Als Pionierpflanze besiedelt sie bevorzugt gestörte Böden und toleriert nach der Etablierung Trockenheit, wird jedoch in späten Sukzessionsstadien oft von langlebigen Stauden verdrängt.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Oenothera biennis* umfasst das östliche und zentrale Nordamerika, wo es von Neufundland und Labrador westwärts bis nach Alberta sowie südwärts bis Florida und Texas reicht.[1] Im Jahr 1614 wurde die Art ursprünglich als Zierpflanze nach Europa eingeführt und verwilderte dort rasch. Heute ist die Nachtkerze als Neophyt auf allen Kontinenten außer der Antarktis etabliert und besiedelt gemäßigte sowie subtropische Regionen weltweit. Die anthropogene Ausbreitung erfolgte historisch oft unbeabsichtigt über Schiffsballast oder durch landwirtschaftliche Aktivitäten.[2] *Oenothera biennis* ist eine klassische Pionierpflanze, die offene und gestörte Habitate wie Straßenränder, Brachflächen, Bahndämme und Kiesgruben bevorzugt.[1][5] In ihrem Ursprungsgebiet kommt sie zudem natürlich auf Kiesbänken von Flüssen, in Prärien und lichten Wäldern vor. Die Art gedeiht optimal an vollsonnigen Standorten mit mindestens sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung. Sie bevorzugt gut durchlässige, sandige oder lehmige Böden und toleriert pH-Werte zwischen 5,0 und 7,0. Klimatisch ist die Pflanze an die Winterhärtezonen 4 bis 9 angepasst und übersteht Temperaturen bis -34 °C, stirbt jedoch bei extremeren Kältegraden ab.[1] Während sie in Teilen von Australien, Neuseeland und Asien aufgrund ihrer Konkurrenzstärke als invasiv gilt, trägt ihr tiefes Pfahlwurzelsystem an gestörten Hängen zur Erosionskontrolle bei.[2] In etablierten, geschlossenen Waldsystemen wird die lichtbedürftige Art meist von langlebigeren Gehölzen verdrängt.[5]

Saisonalität & Aktivität

Oenothera biennis folgt als zweijährige Pflanze einem klaren Entwicklungszyklus, der sich über zwei Vegetationsperioden erstreckt.[1] Im ersten Jahr keimen die Samen bei geeigneten Licht- und Feuchtigkeitsbedingungen innerhalb von ein bis zwei Wochen und bilden eine vegetative Grundrosette.[2][3] Diese Rosette dient als Überwinterungsstadium, wobei ein Kältereiz (Vernalisation) von 4–8 °C über 7–14 Tage notwendig ist, um im Folgejahr das Stängelwachstum auszulösen.[4][2] Die Blütezeit der adulten Pflanze erstreckt sich im zweiten Jahr von Mai bis Oktober, wobei der genaue Zeitraum je nach geographischer Lage variiert.[1][2] Charakteristisch für die Art ist die nächtliche Aktivität der Blüten, die sich erst in der Abenddämmerung öffnen und meist bis zum Mittag des Folgetages verwelken. Dieses Zeitfenster ist auf die primären Bestäuber abgestimmt, zu denen nachtaktive Schwärmer (Sphingidae) zählen, während am frühen Morgen auch Bienen die Blüten besuchen.[2][5] Während der Vegetationsperiode dienen die Pflanzenteile zudem als Habitat für Larven spezialisierter Insekten wie der Nachtkerzeneule (*Schinia florida*).[5] Die Fruchtreife der Kapseln erfolgt etwa vier bis sechs Wochen nach der Bestäubung, sodass die Samenfreisetzung schwerpunktmäßig im Spätsommer und Herbst (August bis Oktober) stattfindet.[2][5] Hinsichtlich der Temperaturtoleranz ist die Pflanze an die USDA-Winterhärtezonen 4 bis 9 angepasst und übersteht Wintertemperaturen bis zu -34 °C.[2] Das öffentliche Interesse an der Pflanze korreliert stark mit dieser Phänologie, wie Suchanfragen zeigen, die in den Hauptblütemonaten Juni und Juli ihren Höhepunkt erreichen.[6]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Giften, 31157 Sarstedt, Deutschland

    19.10.2025

  • Buch Am Ammersee, Inning am Ammersee, Deutschland

    18.10.2025

  • Schorndorf, Baden-Württemberg, Deutschland

    15.10.2025

  • Schorndorf, Baden-Württemberg, Deutschland

    06.10.2025

  • Dresden, Sachsen, Deutschland

    30.09.2025

Daten: iNaturalist

Ricerca scientifica e brevetti

KR-102257023-B1 Biological Concesso

Zusammensetzung enthaltend Oenothera biennis Extrakt zur Vorbeugung, Behandlung oder Linderung von Muskelatrophie oder Sarkopenie

University of Industry Foundation Yonsei University of Wonju Campus (2020)

Rilevanza: 6/10

Riepilogo

Das Patent beschreibt die Verwendung eines Heißwasserextrakts aus Oenothera biennis zur Behandlung von Muskelschwund (Sarkopenie). Der Extrakt wird mittels Rückflusskühlung gewonnen und zeigt keine Zytotoxizität. Die Kernidee ist, dass dieser Extrakt Schäden an Muskelzellen hemmt und den Verlust von Muskelmasse reduziert. Dies stellt eine natürliche, biologische Methode dar, um altersbedingten oder krankheitsbedingten Muskelabbau therapeutisch anzugehen.

KR-20200107880-A Biological Registrazione

Zusammensetzung zum Schutz der Haut enthaltend Oenothera biennis Extrakt als Wirkstoff

Nakdonggang National Institute OF Biological Resources (2020)

Rilevanza: 5/10

Riepilogo

Beschrieben wird eine kosmetische oder dermatologische Zusammensetzung zum Schutz der Haut, die einen Extrakt aus den oberirdischen Teilen der Nachtkerze enthält. Obwohl der Titel Oenothera biennis nennt, erwähnt das Abstract spezifisch Oenothera tetraptera, eine verwandte Art. Der Extrakt wirkt stark antioxidativ und schützt Zellen vor DNA-Schäden und Apoptose. Die Anwendung zielt auf die Erhöhung der Überlebensrate von Hautzellen durch Reduktion reaktiver Sauerstoffspezies ab.

KR-20200068780-A Biological Sconosciuto

Zusammensetzung zum Schutz der Haut enthaltend Oenothera biennis Extrakt als Wirkstoff

Nakdonggang National Institute OF Biological Resources (2018)

Rilevanza: 5/10

Riepilogo

Dies ist eine parallele Anmeldung zur vorherigen, die ebenfalls einen Extrakt der Nachtkerze (im Abstract als O. tetraptera spezifiziert) für den Hautschutz nutzt. Der Fokus liegt auf der hohen Radikalfänger-Aktivität (DPPH) und der Reduktionskraft des Extrakts. Die Innovation besteht in der Nutzung der oberirdischen Pflanzenteile zur Verhinderung von mitochondrialen Membranschäden. Es ist praktisch anwendbar in Hautpflegeprodukten zur Abwehr von oxidativem Stress.

CN-105381472-B Chemical Concesso

Oenothera biennis Element B-Caseinphosphopeptid-Chitosan-Nanopartikel sowie Herstellungsverfahren und Anwendung

(2015)

Rilevanza: 5/10

Riepilogo

Die Erfindung betrifft die Verkapselung eines spezifischen Inhaltsstoffs der Nachtkerze (Element B) in Chitosan-Nanopartikel. Diese Nanopartikel sind pH-responsiv und ermöglichen eine kontrollierte Freisetzung des Wirkstoffs. Das Verfahren nutzt Geniposid zur Fixierung und bietet Schutz gegen Magensäure. Dies ist eine technologische Weiterentwicklung zur besseren Bioverfügbarkeit von Nachtkerzen-Inhaltsstoffen in Pharmazeutika oder Lebensmitteln.

JP-2014024860-A Biological Sconosciuto

Steuerung von MC-1R, MC-2R und My-Opioid-Rezeptoren

Basf Beauty Care Solutions F (2013)

Rilevanza: 6/10

Riepilogo

Das Patent beschreibt die Wirkung von Oenothera biennis Extrakt auf spezifische Rezeptoren (MC-1R, MC-2R, Opioid-Rezeptoren) in der Haut. Ziel ist es, stressbedingte Hautalterung und den Verlust der Homöostase zu bekämpfen. Die Innovation liegt im Verständnis des molekularen Mechanismus, wie der Extrakt die Hauthomeostase und Epithelisierung fördert. Es ist eine spezifische Anwendung für Anti-Aging-Produkte basierend auf Rezeptor-Interaktion.

Fonti e riferimenti

  1. https://plants.usda.gov/DocumentLibrary/plantguide/pdf/cs_oebi.pdf
  2. https://www.gbif.org/species/3188924
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:172755-2
  4. https://www.frontiersin.org/journals/plant-science/articles/10.3389/fpls.2014.00038/full
  5. https://gobotany.nativeplanttrust.org/species/oenothera/biennis/
  6. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  7. https://doi.org/10.1017/wet.2019.53
  8. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&taxon_id=220009399
  9. Literaturzusammenfassung: Oenothera biennis