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Jelaengerjelieber Lonicera caprifolium
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Tassonomia
Regno
Pflanzen (Plantae)
Phylum
Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine
Dipsacales (Dipsacales)
Famiglia
Caprifoliaceae
Genere
Lonicera
Specie
Lonicera caprifolium
Nome scientifico
Lonicera caprifolium L.
Nome accettato
Einleitung
*Lonicera caprifolium* ist eine sommergrüne, windende Liane aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), die Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern erreicht.[1][2] Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich von Mittel- und Südosteuropa bis in den Kaukasus, wo sie bevorzugt in lichten Laubwäldern und an Waldrändern gedeiht. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu anderen Arten der Gattung sind die oberen, stängelumfassenden (perfoliaten) Blätter, die direkt unter den duftenden Blütenständen sitzen.[1][3]
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Fakten (kompakt)
- Die Pflanze weist eine hohe Winterhärte auf, die den USDA-Klimazonen 4 bis 8 entspricht und toleriert Temperaturen bis etwa -34 °C. - Innerhalb der Gattung wird die Art spezifisch in die Untergattung *Caprifolium* (Mill.) Rehder eingeordnet, die eine kleinere Gruppe von rund 20 kletternden Spezies umfasst.[8] - Vor der taxonomischen Neuordnung durch Carl von Linné im Jahr 1753 wurden diese Pflanzen von Joseph Pitton de Tournefort im frühen 18. Jahrhundert in der eigenständigen Gattung *Caprifolium* geführt. - In der botanischen Nomenklatur existieren Synonyme wie *Caprifolium germanicum* Delarbre und *Caprifolium atropurpureum* K.Koch. - Historische medizinische Anwendungen schreiben den Blüten spezifisch krampflösende (antispasmodische) und auswurffördernde (expektorierende) Eigenschaften zu. - Systematisch gehört *Lonicera caprifolium* zur Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales) innerhalb der Klasse der Magnoliopsida. - Am natürlichen Standort bevorzugt die Art gut durchlässige und fruchtbare Böden.[8]
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name *Lonicera caprifolium* wurde 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben.[1] Der Gattungsname *Lonicera* ehrt den deutschen Kräuterbuchautor und Botaniker Adam Lonicer (1528–1586). Das Art-Epitheton *caprifolium* entstammt dem Spätlateinischen, setzt sich aus *capra* (Ziege) und *folium* (Blatt) zusammen und bedeutet wörtlich „Ziegenblatt“. Diese Bezeichnung greift historische Berichte auf, wonach das Laub der Pflanze eine bevorzugte Nahrungsquelle für Ziegen darstellte. Im Deutschen ist die Art als Jelängerjelieber bekannt, während internationale Trivialnamen wie „Italian honeysuckle“ oder „perfoliate honeysuckle“ auf ihre Herkunft und die charakteristische Blattform verweisen. Taxonomisch wird die Art innerhalb der Gattung in die Untergattung *Caprifolium* (Mill.) Rehder eingeordnet. Diese Gruppe umfasst etwa 20 kletternde Arten, die sich durch verwachsene Blattbasen von der strauchartigen Untergattung *Lonicera* abgrenzen.[2] Vor der taxonomischen Vereinigung durch Linné wurden diese Pflanzen der von Joseph Pitton de Tournefort im frühen 18. Jahrhundert etablierten Gattung *Caprifolium* zugerechnet. Dies spiegelt sich in Synonymen wie *Caprifolium germanicum* Delarbre und *Caprifolium atropurpureum* K.Koch wider.[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
*Lonicera caprifolium* wächst als kräftige, sommergrüne Schlingpflanze (Liane), die Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern erreicht.[3][2] Die Pflanze bildet eine verholzte Basis, während die oberen, krautigen Triebe sich ohne Ranken oder Luftwurzeln windend an Stützen festhalten. Junge Stängel sind grün und fast kahl, wohingegen ältere Triebe verholzen, bräunlich werden und an den Blattansatzstellen deutlich verdickte Knoten aufweisen.[2] Die gegenständig angeordneten Blätter sind elliptisch bis eiförmig oder lanzettlich, meist kahl und zeigen eine dunkelgrüne Oberseite sowie eine bläulich-grüne Unterseite. Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal sind die oberen Blätter: Während die unteren Blätter kurze Stiele (bis 5 mm) besitzen, sind die oberen sitzend und an der Basis miteinander verwachsen (perfoliat), sodass sie den Stängel schalenförmig umschließen.[2][3] Diese verwachsenen Hochblätter befinden sich oft direkt unterhalb der Blütenstände.[2] Die stark duftenden Blüten erscheinen in den Blattachseln, oft in quirligen Gruppen. Die 3 bis 5 cm lange, röhrenförmige Krone ist zweilippig, cremeweiß mit oft rötlichen Spitzen und besteht aus einer vierzähnigen Oberlippe sowie einer breiteren Unterlippe.[3][2] Fünf Staubblätter und ein Griffel ragen deutlich aus der Kronröhre heraus.[3] Im Spätsommer bis Herbst entwickeln sich aus den Fruchtknoten paarweise angeordnete, ovale Beeren, die rot bis orangerot gefärbt sind und einen Durchmesser von 6 bis 8 mm erreichen.[3][2] Diese Früchte enthalten mehrere kleine Samen.[3] Die Art unterscheidet sich von anderen Geißblatt-Gewächsen, insbesondere innerhalb der Untergattung *Caprifolium*, primär durch die spezifische Ausbildung der perfoliaten Blätter.[2][3]
Beschreibung
Lonicera caprifolium ist eine sommergrüne, verholzende Liane, die sich durch ihren windenden Wuchs ohne Ranken oder Haftwurzeln an Trägerpflanzen emporarbeitet.[3][2] Im natürlichen Habitat bildet die Art dichte Bestände in lichten Wäldern und an Waldrändern, wobei sie Wuchshöhen von drei bis sechs Metern erreicht.[1][2] Ein charakteristisches anatomisches Merkmal ist die Verschmelzung der oberen Blattpaare, die den Stängel umschließen und eine schüsselartige Struktur direkt unterhalb der Blütenstände bilden.[4][3] Diese als perfoliat bezeichnete Blattanordnung dient als wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu verwandten Arten wie dem Waldgeißblatt (*Lonicera periclymenum*), bei dem die Blätter meist getrennt bleiben. Die Stängel verholzen an der Basis und weisen deutlich verdickte Knoten an den Blattansatzstellen auf, während die jüngeren Triebe flexibel bleiben, um sich spiralförmig um Stützen zu winden.[3][2] Die Röhrenblüten sind mit einer Länge von drei bis fünf Zentimetern evolutionär an die Bestäubung durch langrüsselige Insekten, insbesondere nachtaktive Schwärmer, angepasst.[2][5] Um diese Bestäuber anzulocken, verströmen die Blüten besonders in den Abendstunden einen intensiven Duft, der unter anderem durch die Verbindung Linalool erzeugt wird.[3][6] Die Art ist selbstinkompatibel, was bedeutet, dass für eine erfolgreiche Befruchtung Pollen eines genetisch anderen Individuums notwendig ist.[3] Nach der Befruchtung entwickeln sich die Fruchtknoten zu paarweise angeordneten, ovalen Beeren, die im Reifezustand eine leuchtend orangerote Färbung annehmen.[4][2] Diese Früchte dienen der Ausbreitung durch Vögel (Endozoochorie), welche die Samen nach dem Verzehr unverdaut ausscheiden.[2] Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné in *Species Plantarum* beschrieben, wobei er den Artnamen *caprifolium* (Ziegenblatt) wählte, da das Laub traditionell als Ziegenfutter bekannt war.[2][3] Innerhalb der Gattung wird *L. caprifolium* dem Subgenus *Caprifolium* zugeordnet, einer Gruppe von etwa 20 kletternden Arten mit spezifischen Blattfusionen.[3] Die Keimung der Samen erfolgt epigäisch nach einer Kälteperiode (Stratifikation), wobei die Keimlinge zunächst krautig wachsen, bevor die Verholzung einsetzt.[2] Im Gegensatz zu vielen anderen Geißblattgewächsen zeigt die Art eine hohe Frosttoleranz bis ca. -34°C, benötigt jedoch gut durchlässige, kalkhaltige Böden für optimales Gedeihen. Ökologisch fungiert die Pflanze zudem als Wirt für spezifische Insektenlarven, wie die des Federgeistchens (*Alucita hexadactyla*), die sich von den Blättern ernähren.[2]
Verhalten
Das Verhalten von *Lonicera caprifolium* ist primär durch seine Wachstumsstrategie als Schlingpflanze geprägt, die an Stützen oder benachbarter Vegetation emporwächst.[3] Die Pflanze nutzt dabei keine Ranken oder Haftwurzeln, sondern windet ihre Sprossachsen direkt um das Trägermaterial, um Höhen von bis zu sechs Metern zu erreichen. Dieses Wachstumsverhalten orientiert sich phototrop am Licht, wobei die Pflanze beschattete Wurzelbereiche bevorzugt, während das Laub aktiv dem Sonnenlicht entgegenstrebt.[2] Zur Anlockung von Bestäubern setzt die Art auf starke chemische Signale in Form von Duftstoffen wie Linalool, die besonders in den Abendstunden intensiviert werden.[2][3] Diese olfaktorische Kommunikation zieht spezifische Insekten an, insbesondere nachtaktive Schwärmer, deren langer Rüssel an die tiefen Blütenröhren angepasst ist.[2] Auch Bienen und Schmetterlinge besuchen die Blüten, um den zuckerreichen Nektar zu sammeln, der als Belohnung für die Bestäubung dient.[5] Da die Art selbstinkompatibel ist, ist sie zwingend auf den Pollentransfer durch diese Vektoren zwischen genetisch verschiedenen Individuen angewiesen.[3] In Interaktion mit Herbivoren dient das Laub als Nahrungsquelle für Huftiere, was sich im Namen „Geißblatt“ widerspiegelt, da Ziegen die Blätter bevorzugt fressen. Zudem fungiert die Pflanze als Wirt für Insektenlarven, wie etwa die des Federgeistchens (*Alucita hexadactyla*).[2] Für die Ausbreitung nutzt *Lonicera caprifolium* die Zoochorie, indem Vögel wie Drosseln die roten Beeren fressen und die Samen an neuen Standorten ausscheiden.[3]
Ökologie
Die Blüten von *Lonicera caprifolium* werden primär von Insekten bestäubt, wobei der starke Duft am Abend besonders nachtaktive Schwärmer anlockt.[3][2] Aufgrund der 4 bis 5 cm langen Kronröhren ist der Nektar vorwiegend für Insekten mit langem Rüssel zugänglich, was eine spezialisierte Bestäubung fördert. Im Nahrungsnetz fungiert die Pflanze als Wirt für Schmetterlingslarven, darunter die Raupen des Federgeistchens (*Alucita hexadactyla*). Zudem dient das Laub als Nahrungsquelle für Huftiere, worauf der Name "Caprifolium" (Geißblatt) und die historische Nutzung als Ziegenfutter hinweisen.[2] Die Ausbreitung der Samen erfolgt zoochor, indem Vögel wie Drosseln die roten Beeren fressen und die Samen an neuen Standorten ausscheiden.[3][2] *Lonicera caprifolium* besetzt die ökologische Nische einer kletternden Liane in Laubwäldern und an Waldrändern, oft vergesellschaftet mit Eichen (*Quercus*) und Rotbuchen (*Fagus sylvatica*).[3] Da die Pflanze keine Ranken oder Haftwurzeln bildet, ist sie auf umgebende Vegetation als Stütze angewiesen, um in lichtreichere Schichten zu gelangen. Mikroklimatisch bevorzugt die Art Standorte mit beschattetem Wurzelbereich und sonnenexponiertem Blattwerk.[2] Zu den natürlichen Feinden zählen Blattläuse und Schildläuse, die Pflanzensäfte saugen und das Wachstum schwächen können.[3][2] Unter feuchten Bedingungen ist die Art zudem anfällig für Pilzinfektionen wie den Echten Mehltau, verursacht durch *Oidium* Subgenus *Pseudoidium*.[2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Obwohl *Lonicera caprifolium* primär als Zierpflanze geschätzt wird, gilt sie in günstigen Habitaten wie Waldrändern als potenziell verdrängend, da sie dichte Dickichte bilden kann. In Teilen des nordöstlichen Nordamerikas wird die Art daher überwacht, obwohl sie im Vergleich zu aggressiveren Geißblatt-Arten meist als nicht-invasiv eingestuft wird.[2] Aus gesundheitlicher Sicht ist Vorsicht geboten, da der Verzehr größerer Mengen von Früchten und Samen emetische (brechreizauslösende) und kathartische (abführende) Wirkungen hervorruft.[3][7] Traditionell finden Blüten und Blätter jedoch Anwendung als Tonikum für Haut und Schleimhäute sowie zur Behandlung kleinerer Wunden.[7] Pharmakologische Studien bestätigen, dass das ätherische Öl der Blüten signifikante antioxidative, entzündungshemmende und wundheilende Eigenschaften besitzt.[3][6] Methanolextrakte wiesen in In-vitro-Studien zudem zytotoxische Effekte auf Gliomzellen auf und zeigten antiangiogene Wirkungen, die die Gefäßneubildung hemmen.[2] Im Anbau wird die Pflanze häufig von Blattläusen befallen, die besonders an neuen Trieben zu Wachstumsstörungen führen.[3] Zudem können Schildläuse die Vitalität schwächen, während Echter Mehltau (*Oidium* subgenus *Pseudoidium*) bei hoher Luftfeuchtigkeit weiße Beläge auf den Blättern verursacht.[3][2] Zur Prävention von übermäßigem Wuchs und Verkahlen wird ein jährlicher Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte empfohlen. Dabei sollten verstopfte oder beschädigte Triebe entfernt werden, wobei starke Schnitte ins alte Holz zu vermeiden sind, um die Vitalität der Pflanze zu erhalten. Trotz potenzieller Schädlingsprobleme gilt die Art als ökologisch wertvoll, da sie Bestäubern wie Nachtfaltern Nektar bietet und als Wirtspflanze für Schmetterlingslarven dient.[2]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die wirtschaftliche Bedeutung von *Lonicera caprifolium* liegt primär im Zierpflanzenbau, wo die Art seit der Antike wegen ihres Duftes und Wuchses gehandelt wird. Baumschulen vermehren und vertreiben spezifische Sorten wie 'Cornish Cream' für die kommerzielle Gartengestaltung.[2] In der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie finden Extrakte der Blüten Verwendung in frei verkäuflichen Hautpflegeprodukten.[3] Neueres wirtschaftliches Potenzial zeigt sich in der pharmakologischen Forschung, da ätherische Öle der Pflanze wundheilende Eigenschaften aufweisen und Methanolextrakte zytotoxische Wirkungen gegen Gliomzellen zeigen.[3][2] Obwohl die Art weitgehend als nicht invasiv gilt, kann sie in günstigen Waldhabitaten dichte Dickichte bilden, was in Regionen wie dem Nordosten der USA zu behördlichen Überwachungsmaßnahmen führt. Im Gegensatz zu aggressiveren *Lonicera*-Arten verursacht sie jedoch kaum forstwirtschaftliche Schäden, obgleich sie sich als Neophyt in Teilen Europas und Nordamerikas etabliert hat.[2][4] Als Nektarpflanze mit einem hohen Zuckergehalt von durchschnittlich 8,6 g pro Strauch leistet *Lonicera caprifolium* einen positiven Beitrag für bestäubende Insekten wie Bienen, was indirekt die landwirtschaftliche Produktivität stützt. Historisch diente das Laub zudem als Futterpflanze für Ziegen, was sich etymologisch im Namen 'Caprifolium' (Ziegenblatt) widerspiegelt.[2]
Biologie & Lebenszyklus
Lonicera caprifolium ist ein ausdauernder, laubabwerfender Schlingstrauch, der Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern erreicht und im Winter eine Ruhephase durchläuft.[3][2] Der Austrieb der gegenständigen Blätter erfolgt im Frühjahr, bevor sie sich im Herbst gelb verfärben und abgeworfen werden.[2] Die Art ist selbstinkompatibel und benötigt für eine erfolgreiche sexuelle Fortpflanzung zwingend Fremdbestäubung durch genetisch unterschiedliche Individuen.[3] Aufgrund der 4 bis 5 cm langen Kronröhren sind die Blüten an langrüsselige Insekten angepasst, wobei der starke Duft besonders nachtaktive Schwärmer anlockt.[2][3] Als Belohnung bietet die Pflanze reichlich Nektar mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 8,6 g pro Strauch, der Bienen, Schmetterlinge und Motten ernährt.[2] Die Blütezeit erstreckt sich im natürlichen Verbreitungsgebiet typischerweise von Mai bis Juli. Nach der Befruchtung entwickeln sich die Fruchtknoten zu paarigen, orange-roten Beeren, die zwischen September und November reifen.[3] Die Ausbreitung der Samen erfolgt primär durch Zoochorie, indem Vögel wie Drosseln die Früchte fressen und die Samen an neuen Standorten ausscheiden. Unter natürlichen Bedingungen bleiben die Samen etwa ein bis zwei Jahre keimfähig. Eine Keimung erfordert physiologisch eine Kaltstratifikation von 60 bis 90 Tagen bei etwa 4 °C, um die Dormanz des Embryos zu brechen. Nach dieser Kältebehandlung erfolgt der epigäische Keimungsprozess optimal bei Wechseltemperaturen zwischen 21 und 30 °C, wobei die Erfolgsraten bei 50 bis 70 % liegen.[2] Physiologisch ist die Pflanze an gemäßigte Klimazonen angepasst und toleriert Frost bis etwa -15 °C.[2][4] Der lateinische Artname verweist auf die Nutzung als Futterpflanze durch Ziegen, die das Laub abweiden.[2] Zu den wirbellosen Schädlingen zählen Blattläuse, welche junge Triebe befallen, sowie Schildläuse an Stängeln und Blättern.[3][2] Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist die Art anfällig für Echten Mehltau, verursacht durch Pilze der Gattung Oidium (Subgenus Pseudoidium). Zudem dient Lonicera caprifolium als Wirtspflanze für die Larven bestimmter Schmetterlingsarten, wie etwa das Geistchen Alucita hexadactyla.[2]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Lonicera caprifolium* konzentriert sich auf Mittel- und Südosteuropa und reicht ostwärts bis in den Kaukasus und nach Westasien.[1][2] Zu den Ursprungsländern zählen unter anderem Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien sowie die Türkei. In Mitteleuropa, beispielsweise in Deutschland, Tschechien und der Slowakei, ist die Art ebenfalls heimisch. Über das natürliche Areal hinaus wurde die Pflanze vielfach kultiviert und ist in Regionen wie Frankreich, den baltischen Staaten, Belgien und der Schweiz verwildert.[1] In Großbritannien gilt sie als etablierter Neophyt, wobei erste Nachweise bis in das Jahr 1763 zurückreichen.[2] Auch in Teilen Nordamerikas, darunter New York und Ontario, sowie in Australien und Neuseeland ist *Lonicera caprifolium* stellenweise eingebürgert.[1][4] Die Art besiedelt bevorzugt lichte Laubwälder, Waldränder, Gebüsche und Hecken. Sie gedeiht optimal auf feuchten, gut durchlässigen und nährstoffreichen Lehmböden im neutralen bis leicht alkalischen Bereich.[3] Als Kletterpflanze nutzt sie die umgebende Vegetation als Stütze und wächst häufig in Mischwaldgesellschaften, die von Eichen (*Quercus*) und Rotbuchen (*Fagus sylvatica*) dominiert werden. Die Standorte zeichnen sich meist durch einen leichten bis mäßigen Kronenschluss aus, der ausreichend Sonnenlicht bietet. In ihren natürlichen Habitaten reicht die vertikale Verbreitung bis in Höhenlagen von 1.500 Metern.[3] Oft findet man *Lonicera caprifolium* auch in der Nähe von Siedlungen, da sie sich aus Gartenpflanzungen in angrenzende Gehölze ausbreitet. Die Ausbreitung erfolgt dabei primär durch Vögel, welche die Samen in neue Habitate transportieren.[2]
Saisonalität & Aktivität
Als sommergrüner Kletterstrauch folgt *Lonicera caprifolium* einem ausgeprägten jahreszeitlichen Rhythmus, der im Frühjahr mit dem Blattaustrieb und der Bildung neuer Triebe beginnt.[1][4] Die reproduktive Phase ist durch die Blütezeit im Hochsommer gekennzeichnet, die in der Regel die Monate Juni und Juli umfasst. Ein spezifisches Merkmal der Aktivität ist das abendliche Öffnen der Blüten, wodurch gezielt nachtaktive Bestäuber wie Schwärmer (Sphingidae) angelockt werden. Diese Interaktion mit der Insektenfauna konzentriert sich auf die Zeit der Nektarproduktion zwischen dem späten Frühjahr und dem Hochsommer.[2] Im Anschluss an die Blüte reifen die Früchte über einen längeren Zeitraum vom Spätsommer bis in den Herbst, wobei die Vollreife meist zwischen September und November eintritt.[3] Gegen Ende der Vegetationsperiode im Herbst verfärben sich die Blätter gelb, bevor sie abgeworfen werden und die Pflanze in die Winterruhe übergeht.[4][3] In diesem ruhenden Zustand überdauert das Gehölz Temperaturen bis etwa -15 °C, wobei die oberirdischen Teile verholzen.[3] Der Lebenszyklus der nächsten Generation beginnt oft verzögert, da die Samen eine Kälteperiode (Stratifikation) von 60 bis 90 Tagen bei etwa 4 °C benötigen, um die Keimruhe zu brechen.[2]
Fonti e riferimenti
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:148670-1
- https://www.rhs.org.uk/plants/22402/lonicera-caprifolium/details
- https://temperate.theferns.info/plant/Lonicera+caprifolium
- https://plants.usda.gov/plant-profile/LOCA8
- https://antropocene.it/en/2023/01/07/lonicera-caprifolium-2/
- https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14786419.2023.2193745
- http://www.naturalmedicinalherbs.net/herbs/l/lonicera-caprifolium=italian-honeysuckle.php
- Literaturzusammenfassung: Lonicera caprifolium