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Ligustro Ligustrum vulgare

Ligustro

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Lamiales (Lamiales)
Famiglia Oleaceae
Genere Ligustrum
Specie Ligustrum vulgare
Nome scientifico Ligustrum vulgare L.
Nome accettato

Einleitung

Der **Gewöhnliche Liguster** (*Ligustrum vulgare*) ist ein laubabwerfender bis halbimmergrüner Strauch aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae), dessen natürliches Verbreitungsgebiet Europa, Nordafrika und Westasien umfasst.[1][2] Wegen seines dichten Wuchses und der hohen Regenerationsfähigkeit nach Rückschnitten wird er weltweit häufig als Zierpflanze und Hecke kultiviert.[3] Außerhalb seines nativen Areals, insbesondere in Nordamerika und Australien, hat sich die Art als invasiver Neophyt etabliert, der durch die Bildung undurchdringlicher Dickichte die heimische Flora verdrängt.[2]

Analisi comunitaria

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Ultimo il 23.04.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Einführung der Art in Nordamerika erfolgte im 18. und 19. Jahrhundert primär zu Zier- und Abgrenzungszwecken. - Das Management invasiver Bestände wird durch die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegenüber Feuer und Dürre erschwert. - Zur Eindämmung der Ausbreitung werden spezifische Bekämpfungsmaßnahmen wie der Einsatz von Herbiziden oder mechanische Entfernung angewandt. - In der Kultivierung kommen sterile Sorten zum Einsatz, um das invasive Potenzial zu begrenzen. - Taxonomisch wird die Art der Klasse der Magnoliopsida und der Ordnung der Lamiales zugeordnet.[8] - Das exakte Veröffentlichungsdatum der Erstbeschreibung durch Carl von Linné ist der 1. Mai 1753. - Die ursprüngliche Beschreibung Linnés basierte auf Exemplaren, die von europäischen Kieshügeln stammten. - Die Blütenkrone besteht aus vier verwachsenen Kronblättern, die eine Röhre bilden. - Die Laubblätter sitzen an kurzen Blattstielen. - Als invasive Art besiedelt der Liguster auch spezifische Habitate wie Zaunreihen (Fencerows).[8]

Name & Einordnung

Der heute gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Ligustrum vulgare* L., wobei die Erstbeschreibung durch Carl von Linné im Jahr 1753 erfolgte. Die Veröffentlichung dieses Namens fand im ersten Band des Werkes *Species Plantarum* auf Seite 7 statt und basierte auf Exemplaren aus europäischen Habitaten.[1] Der Gattungsname *Ligustrum* wurde von Linné aus dem Lateinischen übernommen und findet sich bereits in antiken Schriften bei Autoren wie Plinius dem Älteren und Vergil. Etymologisch verweist die Bezeichnung auf die historische Verwendung der biegsamen Zweige zum Binden oder für Flechtwerke. Das Art-Epitheton *vulgare* leitet sich vom lateinischen Adjektiv *vulgaris* ab, was „gewöhnlich“ oder „alltäglich“ bedeutet und die weite Verbreitung der Art in ihrem ursprünglichen Areal unterstreicht. Systematisch wird die Art der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) zugeordnet. Im deutschsprachigen Raum ist die Pflanze primär unter dem Trivialnamen Liguster bekannt. International sind im Englischen die Bezeichnungen „Common privet“ oder „European privet“ etabliert.[2] Taxonomisch fungiert der Name als Basionym und ist in der modernen Systematik als akzeptierte Bezeichnung ohne signifikante Synonymieprobleme verankert.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Ligustrum vulgare wächst als sommergrüner bis halbimmergrüner Strauch oder kleiner Baum, der typischerweise Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern und eine Breite von 2,5 bis 4,5 Metern erreicht.[3][2] Die Pflanze bildet durch mehrere aufrechte, von der Basis ausgehende Stämme eine dichte, abgerundete Krone.[2] Die Rinde ist glatt, dünn und bei älteren Exemplaren hellgrau bis braun gefärbt, während junge Zweige schlank, graugrün und anfangs fein behaart sind sowie auffällige Lentizellen entwickeln.[4][2] Die gegenständig angeordneten, einfachen Laubblätter sind elliptisch bis lanzettlich geformt und messen 2 bis 6 cm in der Länge sowie 0,5 bis 1,5 cm in der Breite.[4] Sie besitzen einen ganzrandigen Saum, eine glänzend dunkelgrüne Oberseite sowie eine ledrige Textur und sitzen an kurzen Blattstielen.[3][4] In milderen Klimazonen zeigt das Laub halbimmergrüne Tendenzen, wohingegen es in kälteren Regionen im Winter abgeworfen wird. Die kleinen, radiärsymmetrischen Blüten sind weiß bis cremefarben und stehen in bis zu 8 cm langen, endständigen oder achselständigen Rispen zusammen.[2] Jede Blüte besteht aus vier verwachsenen Kronblättern, die eine Röhre bilden, und verströmt einen starken Duft.[4][2] Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni, wobei die zwittrigen Blüten kürzere Staubbeutel aufweisen.[2] Aus den Blüten entwickeln sich kugelförmige, fleischige Steinfrüchte mit einem Durchmesser von 6 bis 8 mm.[4] Diese reifen im Herbst von Grün zu einem dunklen Purpur-Schwarz und verbleiben oft den gesamten Winter über an der Pflanze.[3][2] Jede Beere enthält ein bis drei Samen, die physiologisch bedingt eine Kältebehandlung zur Keimung benötigen. Das Wurzelsystem ist weitreichend und befähigt die Pflanze zur vegetativen Vermehrung durch Wurzelausläufer und Stockausschläge.[2]

Beschreibung

Ligustrum vulgare ist ein laubabwerfender bis halbimmergrüner Strauch aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae), der für seinen dichten, buschigen Wuchs und seine hohe Regenerationsfähigkeit bekannt ist. Im natürlichen Lebensraum, der sich von Europa über Nordafrika bis nach Westasien erstreckt, bildet die Art oft undurchdringliche Dickichte in Waldrändern, Hecken und auf felsigen Hängen. Die Pflanze erreicht typischerweise Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern und entwickelt eine abgerundete Krone aus mehreren aufrechten Stämmen, die direkt aus der Basis entspringen. Ein charakteristisches Merkmal junger Zweige sind die deutlich sichtbaren Lentizellen auf der schlanken, grau-grünen Rinde, während ältere Stämme eine glatte, hellgraue bis braune Borke aufweisen. Die gegenständigen, lanzettlichen Blätter besitzen eine ledrige Textur und eine glänzend dunkelgrüne Oberseite, wobei sie in milderen Klimazonen oft bis in den Winter hinein am Strauch verbleiben. Anatomisch ist die Pflanze durch die Einlagerung von Secoiridoiden wie Oleuropein in Blättern und Blüten angepasst, was als chemische Abwehr gegen generalistische Pflanzenfresser dient. Dennoch nutzen spezialisierte Insektenlarven, etwa von Wicklern (Tortricidae) oder Spannern (Geometridae), das Laub als Nahrungsquelle, während die Blüten von Bienen und Schmetterlingen bestäubt werden. Der Lebenszyklus umfasst eine sexuelle Reproduktionsphase mit zwittrigen, stark duftenden weißen Blüten, die in endständigen Rispen von April bis Juni erscheinen. Aus diesen entwickeln sich kugelförmige Steinfrüchte, die im Herbst von Grün zu Schwarz-Lila reifen und oft den gesamten Winter über an den Zweigen haften bleiben. Diese Früchte enthalten ein bis drei Samen und werden primär durch Vögel verbreitet (Ornithochorie), die das Fruchtfleisch verdauen und die keimfähigen Samen ausscheiden.[2] Ergänzend zur Samenbildung verfügt L. vulgare über eine ausgeprägte Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung durch Wurzelausläufer und Stockausschläge, was eine rasche Kolonisierung gestörter Standorte ermöglicht. Im Vergleich zu anderen Gehölzen zeichnet sich die Art durch eine extrem breite Standorttoleranz aus, die von kalkhaltigen Böden bis hin zu schweren Lehmböden reicht. Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl Linnaeus beschrieben, wobei der Gattungsname auf die antike Nutzung der biegsamen Zweige für Bindearbeiten zurückgeht.[2] Biotechnologisch ist die Art heute aufgrund des Allergens Lig v 1 relevant, dessen rekombinante Herstellung für die Diagnose von Pollenallergien erforscht wurde.[3] Trotz seiner ökologischen Bedeutung als Nährgehölz für Vögel sind alle Pflanzenteile für den Menschen giftig und können bei Verzehr gastrointestinale Beschwerden auslösen.[2]

Verhalten

Das Verhalten von *Ligustrum vulgare* ist durch eine hohe Anpassungsfähigkeit und aggressive Ausbreitungsstrategien gekennzeichnet.[2] Die Pflanze zeigt ein ausgeprägtes klonales Wachstumsverhalten, indem sie sich vegetativ über Wurzelausläufer, Stockausschläge und Absenker ausbreitet, was zur Bildung dichter, undurchdringlicher Dickichte führt.[5] Eine wesentliche Verhaltensanpassung ist die spezifische Phänologie: Der Strauch treibt im Frühjahr zeitig aus und behält seine Blätter bis spät in den Winter, wodurch er native Arten durch Beschattung und Ressourcenentzug verdrängt.[2] In der Interaktion mit anderen Pflanzenarten setzt *Ligustrum vulgare* allelopathische Wurzelexsudate frei, welche die Keimung und das Wachstum benachbarter Konkurrenten sowie deren Mykorrhiza-Besiedlung chemisch hemmen.[7] Zur Abwehr von Fressfeinden lagern die Blätter phenolische Verbindungen ein, die als chemische Verteidigung gegen generalistische Herbivoren dienen. Das Fortpflanzungsverhalten umfasst sowohl Selbstbestäubung als auch die Interaktion mit Insektenvektoren wie Bienen und Schmetterlingen, die durch den Duft der Blüten angelockt werden.[2] Für die räumliche Orientierung und Ausbreitung nutzt die Art eine mutualistische Beziehung zu fruchtfressenden Vögeln (z. B. Drosseln), die durch den Verzehr der bis in den Winter persistierenden Früchte die Samen verbreiten (Ornithochorie). Die Samen weisen eine physiologische Dormanz auf, die eine Kältestratifikation erfordert, um den Keimzeitpunkt an günstige Umweltbedingungen anzupassen.[2] Nach Störungen wie Schnitt oder Feuer zeigt die Pflanze ein starkes Regenerationsverhalten durch schnellen Neuaustrieb aus dem Wurzelsystem.[5]

Ökologie

*Ligustrum vulgare* zeigt eine breite ökologische Amplitude und gedeiht auf diversen Substraten von Lehm bis Sand mit pH-Werten zwischen 6,0 und 7,5, wobei auch periodische Überflutungen in Auenbereichen toleriert werden.[2][3] Obwohl die Art offene Standorte bevorzugt, besitzt sie eine moderate Schattentoleranz, die ihr das Überleben und die Etablierung in Waldunterwüchsen sowie an Waldrändern ermöglicht. Die Bestäubung der duftenden Blütenrispen erfolgt primär durch Insekten wie Bienen (*Apis* spp.) und Schmetterlinge, die vom Nektarangebot angelockt werden. Im trophischen Netz fungieren die Steinfrüchte als wichtige Ressource für frugivore Vögel, darunter Drosseln (*Turdus* spp.), Amseln und Zedernseidenschwänze (*Bombycilla cedrorum*). Diese Vögel sind entscheidend für die Ornithochorie, da sie die Samen über weite Distanzen verbreiten und so die Besiedlung gestörter Habitate fördern. Vegetative Pflanzenteile unterliegen dem Fraßdruck durch den Weißwedelhirsch (*Odocoileus virginianus*) sowie polyphage Insekten, einschließlich Blattläusen und Larven von Wicklern (Tortricidae) oder Spannern (Geometridae). Gegen generalistische Herbivoren schützen sich die Blätter durch enthaltene phenolische Verbindungen, die als chemische Abwehr dienen. Zu den natürlichen Feinden zählen zudem Pilzpathogene wie *Colletotrichum*, *Phoma* und *Pestalotiopsis*, die Blattflecken und Triebsterben verursachen können.[2] In Konkurrenzsituationen bildet *L. vulgare* dichte Dickichte, die den Lichteinfall drastisch reduzieren und so die Etablierung heimischer Kräuter und Baumkeimlinge unterdrücken.[2] Darüber hinaus hemmen allelopathische Wurzelexsudate die Keimung anderer Arten und stören deren Symbiose mit arbuskulären Mykorrhizapilzen. Der Strauch selbst geht arbuskuläre Mykorrhiza-Assoziationen ein, um die eigene Nährstoffaufnahme zu optimieren.[6]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Außerhalb seines nativen Verbreitungsgebiets wird *Ligustrum vulgare* in Regionen wie Nordamerika, Australien und Neuseeland als invasiver Schädling klassifiziert, der dichte Dickichte bildet und die heimische Flora verdrängt.[2] Das Schadpotenzial resultiert primär aus der starken Beschattung des Unterholzes sowie allelopathischen Wurzelexsudaten, die das Wachstum und die Mykorrhizierung benachbarter Pflanzenarten hemmen.[2][6] Medizinisch ist die Pflanze von Relevanz, da alle Teile für den Menschen toxisch sind und der Verzehr der Beeren zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Gastroenteritis führen kann. Darüber hinaus enthalten die Pollen das Allergen Lig v 1, welches biotechnologisch hergestellt wird, um die Diagnose und Immuntherapie von Allergien zu unterstützen.[3] Befallsanzeichen sind das massenhafte Auftreten von Sämlingen in Waldgebieten, die durch vogelverbreitete Samen eingetragen werden, sowie die vegetative Ausbreitung über Wurzelbrut.[2] Zur Prävention der weiteren Ausbreitung haben US-Bundesstaaten wie New Hampshire und Ohio gesetzliche Verbote für Verkauf und Transport erlassen.[2][3] Physikalische Bekämpfungsmaßnahmen wie das manuelle Ausreißen sind nur bei Jungpflanzen effektiv, wenn das gesamte Wurzelsystem entfernt wird, da bloßes Schneiden einen verstärkten Neuaustrieb stimuliert.[3] Für das Management etablierter Bestände ist oft der Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat oder Triclopyr mittels der „Cut-Stump“-Methode oder Basalrindenapplikation erforderlich, um die Wurzeln abzutöten.[2][3] Biologische Bekämpfungsmittel sind derzeit nicht zugelassen, weshalb integrierte Ansätze primär auf der Kombination mechanischer und chemischer Verfahren basieren.[2] Nach der Entfernung ist eine mehrjährige Überwachung notwendig, um Wiederaustriebe zu kontrollieren und die natürliche Regeneration der heimischen Vegetation zu ermöglichen.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Ligustrum vulgare* konzentriert sich primär auf den Gartenbau, wo die Art als robustes Gehölz für Hecken und Sichtschutz gehandelt wird. Importdaten für die Europäische Union weisen jährliche Einfuhren von bis zu 20.000 wurzelnackten und 10.000 containerisierten Pflanzen aus, was die Relevanz für den Baumschulsektor unterstreicht.[2] Traditionell wird das harte, feinfaserige Holz zudem für Drechselarbeiten und Werkzeuggriffe genutzt, während Extrakte aus Rinde und Beeren historisch zur Herstellung von Farbstoffen und Tinten dienten.[3] In Regionen, in denen die Art als invasiv gilt, wie in Teilen der USA, entstehen hingegen signifikante Kosten durch die notwendige Bekämpfung in der Forstwirtschaft und auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Bildung dichter Dickichte verdrängt die heimische Vegetation und erfordert aufwendige Maßnahmen wie mechanische Rodung kombiniert mit Herbizideinsatz, da die Pflanze stark zur Regeneration aus Wurzelresten neigt.[2] Aufgrund dieser ökologischen Schäden haben Bundesstaaten wie Ohio Handelsverbote erlassen, die ab 2026 in Kraft treten und den lokalen Pflanzenhandel einschränken. Ein positives wirtschaftliches Potenzial zeigt sich im pharmazeutischen Bereich, wo Patente die Nutzung von Inhaltsstoffen wie Oleacein zur Behandlung von Herzinsuffizienz beschreiben. Zudem werden rekombinante Allergene der Pflanze biotechnologisch hergestellt, um Diagnoseverfahren und Immuntherapien für Pollenallergiker zu entwickeln. Die Toxizität der Beeren für Menschen und Nutztiere kann darüber hinaus zu veterinärmedizinischen Kosten oder gesundheitlichen Risiken führen, wenn die Pflanze in Weidenähe wächst.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Ligustrum vulgare pflanzt sich sowohl sexuell durch zwittrige Blüten als auch vegetativ über Wurzelausläufer und Absenker fort. Die Bestäubung der von April bis Juni erscheinenden Rispen erfolgt durch Insekten wie Bienen und Schmetterlinge. Aus den Blüten entwickeln sich kugelförmige Steinfrüchte, die im Herbst von Grün zu Dunkelviolett bis Schwarz reifen und oft den Winter über am Strauch verbleiben. Jede Frucht enthält ein bis drei Samen, wobei ein adulter Strauch jährlich Tausende von Samen produzieren kann. Die Ausbreitung erfolgt primär durch frugivore Vögel wie Drosseln, die das Fruchtfleisch verdauen und die keimfähigen Samen ausscheiden. Samen weisen eine physiologische Dormanz auf und benötigen zur Keimung eine Kälte-Stratifikation von 30 bis 90 Tagen bei 1 bis 5 °C. Das Wachstum ist rasch, sodass unter optimalen Bedingungen innerhalb von zwei bis drei Jahren dichte Bestände entstehen können.[2] Physiologisch ist die Art sehr anpassungsfähig und toleriert Wintertemperaturen bis ca. -34 °C sowie Trockenperioden nach der Etablierung. In milderen Klimazonen zeigt *Ligustrum vulgare* halbimmergrüne Eigenschaften, während die Pflanze in kälteren Regionen ihr Laub abwirft. Zur chemischen Abwehr gegen Generalisten enthalten die Blätter phenolische Verbindungen wie Oleuropein. Dennoch dienen die Blätter als Nahrung für Larven verschiedener Schmetterlingsarten, darunter Wickler (Tortricidae) und Spanner (Geometridae). Pilzliche Pathogene wie *Colletotrichum* und *Phoma* können Blattflecken und Nekrosen verursachen. Das Wurzelsystem geht arbuskuläre Mykorrhiza-Symbiosen ein, kann jedoch durch Allelopathie die Pilzbesiedlung bei Konkurrenzpflanzen hemmen.[2] Der Pollen der Pflanze enthält zudem das Allergen Lig v 1, welches biotechnologisch für medizinische Zwecke isoliert werden kann.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Ligustrum vulgare* erstreckt sich über weite Teile Europas, Nordafrikas und Westasiens. In Europa reicht das Areal von den Britischen Inseln und Südskandinavien im Norden bis zum Mittelmeerraum und dem Kaukasus im Osten. Die nordafrikanischen Vorkommen konzentrieren sich auf Marokko und Algerien, während das asiatische Verbreitungsgebiet die Türkei, den Iran und die Kaukasusregion umfasst. In Mitteleuropa, einschließlich Deutschland, ist die Art weit verbreitet und besiedelt dort vorwiegend Waldränder, Gebüsche und lichte Laubwälder. Außerhalb des ursprünglichen Areals wurde der Liguster weltweit als Zier- und Heckenpflanze eingeführt und hat sich in vielen Regionen als Neophyt etabliert. In Nordamerika erfolgte die Einführung um das Jahr 1800, woraufhin sich die Art im Osten und der Mitte der USA sowie in Teilen Kanadas stark ausbreitete. Weitere neophytische Populationen finden sich in Australien, Neuseeland, Südafrika sowie in Südamerika, beispielsweise in Argentinien und Brasilien. *Ligustrum vulgare* zeigt eine breite ökologische Amplitude und gedeiht sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. Die Pflanze toleriert diverse Bodentypen von Sand bis Lehm, bevorzugt jedoch gut durchlässige, kalkhaltige Substrate mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5. Zu den typischen natürlichen Habitaten zählen neben Waldrändern auch felsige Hänge und Trockengebüsche. Aufgrund seiner Schattentoleranz dringt der Strauch auch in geschlossene Waldbestände ein, besiedelt aber ebenso Auenbereiche, Flussufer und gestörte Flächen wie Straßenränder. Die Art ist an gemäßigte Klimazonen angepasst und verträgt Wintertemperaturen bis etwa -34 °C (USDA-Zone 4). Im Siedlungsbereich ist *Ligustrum vulgare* häufig in Gärten und Parkanlagen anzutreffen, wo er aufgrund seiner Schnittverträglichkeit oft als Formhecke kultiviert wird. Die Ausbreitung in neue Lebensräume erfolgt primär durch Vögel, welche die Früchte fressen und die Samen über weite Distanzen transportieren.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die phänologische Aktivität von *Ligustrum vulgare* beginnt im Frühjahr, wobei die Blütezeit typischerweise von April bis Juni andauert.[4][2] Während dieser Periode werden die duftenden Blüten intensiv von Insekten wie Bienen und Schmetterlingen angeflogen.[2] Die daraus entstehenden Früchte reifen im Herbst zu dunklen Steinfrüchten heran und verbleiben oft den gesamten Winter über an der Pflanze.[3][2] Diese Persistenz ermöglicht frugivoren Vögeln die Nahrungsaufnahme und Samenausbreitung während der kalten Jahreszeit. Für die Keimung im darauffolgenden Frühjahr benötigen die Samen eine Kältestratifikation von 30 bis 90 Tagen bei Temperaturen zwischen 1 und 5 °C, um die physiologische Dormanz zu brechen.[2] In kühleren Klimazonen wirft die Art im Winter ihr Laub ab, zeigt jedoch in milderen Regionen halbimmergrüne Eigenschaften.[5] Die Pflanze toleriert Wintertemperaturen bis ca. -34 °C (USDA-Zone 4) und weist eine hohe Hitzetoleranz auf.[6] Pflegemaßnahmen wie Rückschnitte erfolgen im Gartenbau vorzugsweise im späten Frühjahr nach der Blüte oder im Hochsommer.[3] Das öffentliche Interesse korreliert stark mit diesem Vegetationsbeginn und zeigt Spitzenwerte in den Monaten April und Mai.[2]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Leipzig, Sachsen, Deutschland

    20.01.2026

  • Pankofen, 94447 Plattling, Deutschland

    11.01.2026

  • Fürstenfeldbruck, Bayern, Germany

    10.01.2026

  • Deutschland

    09.01.2026

  • Germany

    06.01.2026

Daten: iNaturalist

Ricerca scientifica e brevetti

PL-227843-B1 Chemical Sconosciuto

Verwendung von Oleacein, insbesondere aus Ligustrum vulgare L.

University of Warszawski Medyczny (2012)

Rilevanza: 6/10

Riepilogo

Das Patent beschreibt die medizinische Verwendung von Oleacein, einer Substanz, die aus Ligustrum vulgare (Liguster) gewonnen wird. Der Wirkstoff wird spezifisch zur Behandlung und Vorbeugung von Atherosklerose und Herzinsuffizienz eingesetzt. Die Innovation liegt in der Nutzung der chemischen Inhaltsstoffe der Pflanze fuer pharmazeutische Zwecke. Es werden Erkenntnisse zur biologischen Wirksamkeit von Liguster-Extrakten auf das Herz-Kreislauf-System genutzt.

ES-2209563-A1 Biological Sconosciuto

Herstellung der Hefe Pichia pastoris und System zur Reinigung des rekombinanten Allergens von Olea europaea Ole e 1 zur Diagnose und Behandlung von Allergien

University of Madrid Complutense (2000)

Rilevanza: 6/10

Riepilogo

Die Erfindung betrifft die biotechnologische Herstellung rekombinanter Allergene mittels Hefezellen. Dabei wurde spezifisch die DNA fuer das Allergen Lig v 1 aus Ligustrum vulgare (Liguster) kloniert und exprimiert. Diese synthetisch hergestellten Proteine sind strukturell identisch mit den natuerlichen Pollenallergenen. Das Verfahren ermoeglicht eine praezise Diagnose und Immuntherapie fuer Patienten mit einer Liguster-Pollenallergie.

Fonti e riferimenti

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:610130-1
  2. https://www.gbif.org/species/3172300
  3. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/ligustrum-vulgare/
  4. http://dendro.cnre.vt.edu/dendrology/syllabus/factsheet.cfm?ID=1053
  5. https://fsus.ncbg.unc.edu/show-taxon-detail.php?taxonid=5135
  6. https://hgic.clemson.edu/factsheet/ligustrum/
  7. https://www.cavs.msstate.edu/publications/docs/2010/03/6587IPSM-D-09-00060.1.pdf
  8. Literaturzusammenfassung: Ligustrum vulgare