Fakten (kompakt)
- Die Bezeichnung *Levisticum* leitet sich vom lateinischen *Ligusticum* ab, was auf die ursprüngliche Herkunft der Pflanze aus der italienischen Landschaft Ligurien verweist. - Der deutsche Name „Liebstöckel“ entstand durch eine volksetymologische Umdeutung, die fälschlicherweise eine Verbindung zu den Begriffen „Liebe“ und „Stock“ herstellte. - Im Jahr 1935 untersagte die Maggi-Gesellschaft Gärtnereien gerichtlich die Nutzung des Namens „Maggikraut“, woraufhin die Pflanze kurzzeitig unter dem Handelsnamen „Suppenlob“ vermarktet wurde. - Wässrige Auszüge der Pflanze zeigen unter UV-Licht bei 365 nm eine blaue Fluoreszenz, die durch das enthaltene Cumarinderivat Umbelliferon verursacht wird. - Die Chromosomenzahl der Art beträgt 2n = 22. - Liebstöckel fungiert als spezifische Wirtspflanze für den Rostpilz *Puccinia bornmuelleri*. - Im historischen Volksglauben wurde der Pflanze eine Abwehrwirkung gegen Hexerei zugeschrieben, weshalb sie oft Teil des „Wurzbüschels“ zu Mariä Himmelfahrt war. - In Schlesien und Slawonien wurde die Wurzel traditionell als Liebeszauber mitgeführt oder genutzt, um das Eheglück vorherzusagen. - Veterinärmedizinisch fand die Pflanze früher Anwendung, um bei Rindern den Geburtsvorgang (das Kalben) zu fördern.[6] - Neuere Patentanmeldungen beschreiben die Nutzung in pflanzlichen Zusammensetzungen zur Linderung von Blasenentzündungen und Stresssymptomen bei Katzen. - In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Liebstöckel in Rezepturen zur Behandlung von Hämospermie eingesetzt.[24] - Zytotoxische Studien belegten eine selektive Wirkung von Dichlormethan-Extrakten, die Krebszellen abtöteten, während gesunde Fibroblasten (3T3-Zellen) deutlich weniger geschädigt wurden.[1]
Die Art *Levisticum officinale* W.D.J.Koch wird systematisch der Familie der Doldenblütler (Apiaceae, veraltet Umbelliferae) zugeordnet.[2][1] Die Erstveröffentlichung erfolgte im Jahr 1753 durch Carl von Linné unter dem Basionym *Ligusticum levisticum* in dessen Werk *Species Plantarum*.[3] Wilhelm Daniel Joseph Koch stellte die Pflanze 1824 in den *Novorum Actorum* unter dem heute gültigen wissenschaftlichen Namen in die Gattung *Levisticum*. Zu den homotypischen Synonymen zählen *Hipposelinum levisticum* (L.) Britton & Rose sowie *Selinum levisticum* (L.) E.H.L.Krause.[2] Der deutsche Trivialname „Liebstöckel“ entstand als volksetymologische Verdeutschung des mittellateinischen *Levisticum*, welches sich ursprünglich auf das klassisch-lateinische *Ligusticum* (aus der Landschaft Ligurien stammend) bezieht. Neben der Bezeichnung Garten-Liebstöckel sind diverse regionale Volksnamen wie Liebstengel, Liebrohr, Lavas, Lus(t)stock, Rübestöckel oder in der Steiermark Nussstock gebräuchlich. Aufgrund der Ähnlichkeit des Geruchs zur bekannten Würze etablierten sich nach dem Ersten Weltkrieg Bezeichnungen wie Maggikraut oder Maggipflanze. Nach einer rechtlichen Intervention der Firma Maggi wurde das Kraut ab 1935 von Gärtnereien alternativ unter dem Namen „Suppenlob“ vermarktet.[5] Im englischen Sprachraum ist die Art als Lovage bekannt.[1]
Liebstöckel (*Levisticum officinale*) ist eine winterharte, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 bis 2,5 Metern erreicht. Alle Pflanzenteile verströmen einen intensiven, aromatischen Geruch. Als Überdauerungsorgan bildet die Pflanze ein Rhizompleiokorm mit einem Durchmesser von 4 bis 5 Zentimetern aus. Der verzweigte Stängel ist intensiv grün gefärbt. Die Laubblätter sind besonders im unteren Bereich lang gestielt, wobei die Blattspreite zwei- bis dreifach gefiedert ist. Die Endblättchen weisen eine Länge von 4 bis 11 Zentimetern sowie eine Breite von 2 bis 7 Zentimetern auf und sind breit-dreieckig bis eiförmig. Die gestielten Fiederblättchen sind zwei- bis dreilappig und besitzen wenige Zähne. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August. Der doppeldoldige Blütenstand erreicht einen Durchmesser von bis zu 12 Zentimetern und besitzt sieben bis elf Hüllblätter mit weißen Rändern. Die Dolde enthält 12 bis 20 Döldchen, deren acht bis elf Hüllchenblätter lanzettlich, weiß hautrandig und zurückgeschlagen sind. Die unscheinbaren Blüten besitzen etwa 1 Millimeter lange, hellgelbe Kronblätter sowie 1 bis 2 Millimeter lange Griffel. Die reifen Früchte sind braun- bis gelbfarbige, elliptische Doppelachänen mit einer Länge von 5 bis 7 Millimetern und einer Breite von 3 bis 4 Millimetern. Charakteristisch sind die Ölstriemen, die einzeln unter den Tälchen und meist zu zweit an der Fugenfläche verlaufen. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[6]
Der Liebstöckel (*Levisticum officinale*) ist eine winterharte, ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).[10][11] Die Art erreicht Wuchshöhen von 1 bis 2,5 Metern und zeichnet sich durch einen intensiv grünen, verzweigten Stängel aus. Als Überdauerungsorgan bildet die Pflanze ein Rhizompleiokorm, ein sprossbürtiges Wurzelsystem, das einen Durchmesser von 4 bis 5 Zentimetern aufweist.[10] Ein wesentliches Erkennungsmerkmal ist der aromatische Geruch aller Pflanzenteile, der primär durch enthaltene Phthalide und Terpene verursacht wird.[10][7] Die Laubblätter sind besonders im unteren Bereich lang gestielt und besitzen eine zwei- bis dreifach gefiederte Blattspreite mit breit-dreieckigen bis eiförmigen Endblättchen. In der generativen Phase bildet *Levisticum officinale* einen bis zu 12 Zentimeter breiten, doppeldoldigen Blütenstand aus, der 12 bis 20 Döldchen umfasst. Die Hüllblätter der Dolden sind oft weiß hautrandig, während die eigentlichen Blüten unscheinbar gelblich bis hellgrün gefärbt sind und nur etwa 1 Millimeter lange Kronblätter besitzen. Die Frucht ist eine 5 bis 7 Millimeter lange, elliptische Doppelachäne, die im reifen Zustand eine braun- bis gelbfarbige Färbung annimmt und vom Rücken her zusammengedrückt erscheint. Ökologisch wird die Art den Hemikryptophyten zugeordnet, da sich die Erneuerungsknospen an der Erdoberfläche befinden und durch die Laubdecke geschützt werden.[10] Ursprünglich stammt die Pflanze wahrscheinlich aus dem Nahen oder Mittleren Osten, namentlich dem Iran oder Afghanistan, ist jedoch in Europa in warmen Lagen und Kräutergärten weit verbreitet.[10][7]
Die Lebensform von *Levisticum officinale* entspricht der eines Hemikryptophyten, bei dem die Überdauerungsknospen an der Erdoberfläche durch die Laubdecke oder abgestorbene Blätter geschützt sind.[12] Die Bestäubung der Pflanze erfolgt durch Insekten, wobei der freiliegende Nektar Käfer, Fliegen, Syrphiden, Wespen sowie mittelrüsselige Bienen anzieht. Ergänzend zur Insektenbestäubung ist auch eine Selbstbestäubung für den Fruchtansatz möglich.[7] Bezüglich der Standortansprüche gilt die Art als Halbschattenpflanze, die mäßig feuchte sowie schwach saure bis neutrale Böden besiedelt. Die Nährstoffansprüche werden als mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich eingestuft, wobei die Pflanze ein subkontinentales Klima mit warm-kollinen Temperaturverhältnissen bevorzugt.[18] Ursprünglich stammt *Levisticum officinale* aus dem Nahen oder Mittleren Osten, wie dem Iran oder Afghanistan, wo sie beispielsweise in den Hezar-Bergen vorkommt.[19][9] In Europa wird sie primär in Gärten kultiviert, kann jedoch auch verwildern.[20] Als Wirtspflanze spielt der Liebstöckel eine wichtige Rolle für den Rostpilz *Puccinia bornmuelleri*.[16][17]
Das Liebstöckel (*Levisticum officinale*) ist primär als Gewürz- und Arzneipflanze von Bedeutung, deren Wurzelstock und Blätter vielfältig genutzt werden. In der medizinischen Anwendung wird die Droge traditionell zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten und zur Vorbeugung gegen Nierengrieß eingesetzt.[6] Neuere pharmakologische Studien deuten zudem auf ein therapeutisches Potenzial bei Darmkrebs hin, da Extrakte der Pflanze entzündungshemmende und apoptotische Wirkungen auf Karzinom-Zelllinien zeigten.[1] Insbesondere der Dichlormethan-Extrakt wies in In-vitro-Untersuchungen eine hohe Zytotoxizität gegenüber Krebszellen bei gleichzeitig geringerer Toxizität für gesunde Zellen auf.[23] Auch in der Veterinärmedizin finden Bestandteile der Pflanze Anwendung, beispielsweise in Zusammensetzungen zur Linderung von Blasenentzündungen bei Katzen.[24] Ein gesundheitliches Risiko für den Menschen besteht durch die in der Pflanze enthaltenen Furocumarine. Zwar sind diese Stoffe nicht wasserlöslich und somit in Teezubereitungen unbedenklich, jedoch kann der Hautkontakt mit der frischen Pflanze unter starker Sonneneinstrahlung zu phototoxischen Reaktionen (Photodermatosen) führen.[6] Aus phytopathologischer Sicht fungiert *Levisticum officinale* als Wirtspflanze für den Rostpilz *Puccinia bornmuelleri*.[6][23] Historisch wurde der Pflanze zudem eine abwehrende Wirkung gegen böse Geister und Unwetter zugeschrieben, weshalb sie im Volksglauben als Schutzmittel diente.[6]
Die wirtschaftliche Bedeutung von *Levisticum officinale* liegt primär in der Nutzung als Gewürz- und Arzneipflanze. In der Lebensmittelindustrie finden frische Blätter, getrocknete Samen und Früchte Verwendung zur Aromatisierung von Suppen, Salaten, Käsegerichten, Brot und Gebäck. Das aus der Pflanze gewonnene ätherische Öl wird ebenfalls kommerziell als Aromastoff genutzt.[5] Darüber hinaus werden Wurzeln und Blätter in der Kosmetikindustrie verarbeitet. Aufgrund der enthaltenen Phthalide und Terpene, die antibakterielle, antifungale und entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen, ist die Art Gegenstand pharmakologischer Forschung für potenzielle neue Therapeutika, unter anderem in der Krebstherapie.[21] Kommerzielle Anwendungen existieren auch im veterinärmedizinischen Sektor, wo Extrakte in patentierten Zusammensetzungen zur Linderung von Blasenentzündungen bei Katzen eingesetzt werden.[22] Historisch führte die Assoziation des Geruchs mit der Maggi-Würze zu markenrechtlichen Konflikten: Das Unternehmen Maggi untersagte Gärtnereien ab 1915 juristisch die Nutzung der Verkaufsbezeichnung „Maggikraut“ zum Schutz des eigenen Warenzeichens. Infolgedessen vermarktete der Handel die Pflanze zeitweise unter dem Namen „Suppenlob“, um den wirtschaftlichen Absatz ohne Rechtsverstöße zu sichern.[5]