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Lenti Lente culinaria

Lenti

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Fabales (Fabales)
Famiglia Fabaceae
Genere Vicia
Specie Lens culinaris
Nome scientifico Lens culinaris Medik.

Einleitung

Die **Linse** (*Lens culinaris*) ist eine buschige, einjährige Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die weltweit als nahrhafte Körnerleguminose angebaut wird.[1][2] Als eine der sogenannten Gründerkulturen des Neolithikums stammt sie ursprünglich aus dem Nahen Osten, wo ihre Domestikation im Fruchtbaren Halbmond erfolgte.[2] Die Art wird primär wegen ihrer essbaren, linsenförmigen Samen kultiviert, die je nach Varietät in Farbe und Größe variieren und eine wichtige Proteinquelle darstellen.[1][2]

Fakten (kompakt)

- Die flachen Hülsenfrüchte sind etwa 1,3 bis 1,9 cm lang und enthalten typischerweise nur ein bis zwei Samen[6] - Die Blütenfarbe der selbstbestäubenden Blüten variiert von Weiß bis Dunkelviolett[6] - Es werden zwei Haupttypen unterschieden: *Macrosperma* (große Samen, gelbe Keimblätter) und *Microsperma* (kleine Samen, rote, orange oder gelbe Keimblätter)[6] - Archäologische Funde an Stätten wie Çayönü und Yiftah'el belegen die Domestikation durch Merkmale wie nicht aufplatzende Hülsen[6] - Die weltweite Produktion erreichte im Jahr 2023 etwa 7 Millionen Tonnen[6] - Zu den globalen Hauptproduzenten zählen Australien, Kanada, Indien, die Türkei und die Vereinigten Staaten (insbesondere Montana und North Dakota)[6] - Eine Tasse gekochte Linsen (198 g) deckt 90 % des Tagesbedarfs an Folat und 37 % an Eisen[6] - Der Natriumgehalt ist mit unter 5 mg pro Portion sehr niedrig, während 18 g Protein und 16 g Ballaststoffe enthalten sind[6] - In Studien wurden positive Effekte auf die Senkung von Cholesterin und Blutdruck sowie eine verbesserte glykämische Kontrolle nachgewiesen[6] - Bekannte Spezialsorten sind die französische Puy-Linse mit erdigem Geschmack und die schwarze Beluga-Linse, die optisch an Kaviar erinnert[6] - Ganze Linsen (z. B. braune) behalten beim Kochen ihre Form (20–30 Minuten), während geschälte Linsen (z. B. rote) schnell zerfallen (10–15 Minuten)[6] - Getrocknete Linsen lassen sich bis zu einem Jahr lagern, gekochte Portionen bleiben im Kühlschrank 3 bis 5 Tage haltbar[6] - Im Altgriechischen wurde die Pflanze als *phakós* bezeichnet, im Sanskrit trägt sie den Namen *masūra*[6]

Name & Einordnung

Der heute gültige wissenschaftliche Name der kultivierten Linse lautet *Lens culinaris*, eine Bezeichnung, die im Jahr 1787 von dem Botaniker Friedrich Kasimir Medikus etabliert wurde. Ursprünglich beschrieb Carl von Linné die Art in seinem Werk *Species Plantarum* (1753) unter dem Basionym *Ervum lens*, wobei er das lateinische Wort *lēns* als Artzusatz wählte. Dieser Begriff bezieht sich auf die charakteristische bikonvexe Form des Samens, nach der aufgrund der visuellen Ähnlichkeit später auch das optische Bauteil benannt wurde. Etymologisch leitet sich die Bezeichnung „Linse“ (englisch „lentil“) über das altfranzösische *lentille* vom lateinischen Diminutiv *lenticula* ab. In der Antike war die Pflanze im Griechischen als *phakós* bekannt, während sie in historischen Sanskrit-Texten als *masūra* bezeichnet wurde. Dieser Begriff hat sich im indischen Subkontinent bis heute erhalten, wo rote Linsen im Hindi als „Masoor“ bekannt sind. Systematisch gehört die Art zur Familie der Fabaceae (Hülsenfrüchtler) und stammt direkt von der wilden Vorfahrenart *Lens orientalis* ab.[2] Die Gattung *Lens* umfasst neben der Kulturform sechs weitere Wildarten, darunter *Lens ervoides*, *Lens nigricans* und *Lens lamottei*, die genetisch eng verwandt sind und sich für Kreuzungen eignen.[3] International variieren die Trivialnamen oft in Anlehnung an die Form, wie etwa beim spanischen „lenteja“.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Linse (*Lens culinaris*) ist eine einjährige, krautige Pflanze, die typischerweise Wuchshöhen von 15 bis 50 cm, unter günstigen Bedingungen bis zu 75 cm erreicht.[1][8] Die schlanken, oft buschig verzweigten Stängel wachsen halb aufrecht und weisen eine feine Behaarung auf, die der Pflanze hilft, Umweltstress zu tolerieren. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gefiedert und bestehen aus 4 bis 7 Paaren von Fiederblättchen, was insgesamt 8 bis 14 Blättchen pro Blatt ergibt. Diese Blättchen sind eiförmig bis lanzettlich, 6 bis 20 mm lang und auf beiden Oberflächen behaart. Charakteristisch endet die Blattspindel in einer Ranke, die der Pflanze als Kletterhilfe an benachbarten Strukturen dient. Die kleinen, schmetterlingsartigen Blüten stehen in achselständigen Trauben an 2 bis 5 cm langen Stielen. Die einzelne Blüte misst 4 bis 8 mm im Durchmesser und variiert in der Färbung von Weiß bis zu Blassrosa oder Violett. Aus den Blüten entwickeln sich flache, glatte und längliche Hülsenfrüchte, die 10 bis 19 mm lang und 5 bis 9 mm breit sind. Jede Hülse enthält meist ein bis zwei linsenförmige (bikonvexe) Samen. Je nach Varietät schwankt der Samendurchmesser zwischen 2 und 9 mm, wobei man zwischen großsamigen (Macrosperma) und kleinsamigen (Microsperma) Typen unterscheidet. Die Samenfarbe variiert stark und reicht von Grün und Braun bis zu Rot, Gelb oder Schwarz, während die Keimblätter (Kotyledonen) gelb, rot oder orange gefärbt sind. Im Gegensatz zur wilden Stammform *Lens orientalis*, die aufspringende Hülsen und Samen unter 4 mm besitzt, zeichnet sich die Kulturform *Lens culinaris* durch nicht aufspringende Hülsen und größere Samen aus. Zytologisch weist die Art einen diploiden Chromosomensatz von 2n=14 auf.[1]

Beschreibung

Die Linse (*Lens culinaris*) ist eine buschige, einjährige krautige Leguminose aus der Familie der Fabaceae, die weltweit primär wegen ihrer linsenförmigen, nährstoffreichen Samen kultiviert wird.[1][2] Als Pflanze der kühlen Jahreszeit erreicht sie typischerweise Wuchshöhen von 15 bis 50 cm, kann unter günstigen Bedingungen jedoch bis zu 75 cm hoch werden.[2][4] Die schlanken, halb aufrechten Stängel sind oft stark verzweigt und weisen eine feine Behaarung (Pubeszenz) auf, die der Pflanze hilft, sich an verschiedene Umweltbelastungen wie Trockenheit anzupassen.[4] Die wechselständig angeordneten, gefiederten Laubblätter bestehen aus 4 bis 7 Paaren von eiförmigen bis lanzettlichen Fiederblättchen und enden in einer Ranke.[1][4] Diese Ranken stellen eine wichtige anatomische Anpassung dar, die der Pflanze als Kletterhilfe dient und ihr im dichten Bestand Stabilität verleiht.[4] Eine weitere funktionale Anpassung ist das Wurzelsystem, das in Symbiose mit *Rhizobium*-Bakterien Knöllchen bildet und so 30 bis 100 kg Stickstoff pro Hektar im Boden fixieren kann.[5][2] Der Lebenszyklus der Art umfasst je nach Sorte und Umweltbedingungen 80 bis 150 Tage. Die Entwicklung beginnt mit der Keimung, die 5 bis 10 Tage nach der Aussaat bei Bodentemperaturen über 5°C erfolgt. In der vegetativen Phase etabliert die Pflanze ihre buschige Form, bevor nach 40 bis 70 Tagen die Blüte an den unteren Knoten beginnt und sich unbegrenzt nach oben fortsetzt.[4] Die kleinen, schmetterlingsartigen Blüten sind selbstbestäubend, variieren farblich von Weiß bis Hellrosa oder Violett und blühen nur 2 bis 3 Tage.[1][4] Aus ihnen entwickeln sich flache, längliche Hülsen von 10 bis 19 mm Länge, die typischerweise ein bis zwei Samen enthalten.[4] Innerhalb der Art werden zwei Hauptgruppen unterschieden: Macrosperma-Sorten mit großen Samen (über 6 mm) und gelben Keimblättern sowie Microsperma-Sorten mit kleineren Samen und oft roten oder orangen Keimblättern.[9] Taxonomisch wurde die Art 1787 von Friedrich Kasimir Medikus als *Lens culinaris* etabliert, womit er sie von der früheren Linne'schen Klassifizierung *Ervum lens* abgrenzte.[2] Sie ist eng mit ihrem wilden Vorfahren *Lens orientalis* verwandt, der im Nahen Osten beheimatet ist und mit der Kulturform einen primären Genpool bildet, was genetischen Austausch ermöglicht. Im Gegensatz zu Wildformen, die aufplatzende Hülsen zur Samenverbreitung besitzen, zeichnet sich *Lens culinaris* durch nicht aufplatzende Hülsen und größere Samen aus – Merkmale, die während der Domestizierung im Fruchtbaren Halbmond um 10.000 bis 9.500 v. Chr. selektiert wurden. Archäologische Funde an Stätten wie Çayönü und Yiftah'el belegen, dass Linsen neben Weizen und Gerste zu den fundamentalen Gründerkulturen der neolithischen Landwirtschaft zählen.[1][2]

Verhalten

Das Wachstumsverhalten von *Lens culinaris* ist durch die Ausbildung von Ranken an den Enden der gefiederten Blätter geprägt, die der Pflanze das Klettern und den Halt an benachbarten Strukturen ermöglichen. Diese thigmotrope Reaktion unterstützt den rankenden Wuchs der ansonsten halb aufrechten Stängel.[1] In Bezug auf die Orientierung reagieren viele Sorten empfindlich auf die Photoperiode, wobei Tageslängen von über 12 bis 14 Stunden die Blüte beschleunigen.[5] Das Blühverhalten verläuft sequenziell, indem sich die selbstbestäubenden Blüten zeitlich versetzt von den unteren Zweigen nach oben hin öffnen.[1] Eine zentrale interspezifische Interaktion ist die Symbiose mit *Rhizobium*-Bakterien (*Rhizobium leguminosarum* biovar *viciae*), die eine Stickstofffixierung im Boden ermöglicht. Gegenüber anderen Pflanzenarten verhält sich die Linse konkurrenzschwach, weshalb sie in frühen Wachstumsstadien anfällig für die Verdrängung durch Unkräuter ist.[5] Als adaptive Reaktion auf Umweltstress weisen die vegetativen Teile eine feine Behaarung (Pubeszenz) auf, die die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit erhöht.[1] In ariden Zonen zeigen bestimmte Landrassen Verhaltensanpassungen wie „Drought Escape“ durch beschleunigte Reife oder einen niederliegenden Wuchs zur Wasserkonservierung.[2]

Ökologie

Die ökologische Nische von *Lens culinaris* umfasst kühle, semi-aride und mediterrane Klimazonen, wobei die Art optimal bei Temperaturen zwischen 15 °C und 30 °C gedeiht.[5][4] Die Pflanze präferiert gut durchlässige, lehmige oder sandige Böden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und toleriert jährliche Niederschlagsmengen von 250 bis 800 mm.[5][2] Eine zentrale Rolle im Ökosystem spielt die Linse als Stickstofffixierer; durch eine Symbiose mit dem Bakterium *Rhizobium leguminosarum* biovar *viciae* reichert sie 30 bis 100 kg Stickstoff pro Hektar im Boden an.[1][4] Diese biologische Fixierung verbessert die Bodenfruchtbarkeit für nachfolgende Gewächse und verringert die Notwendigkeit synthetischer Düngemittel.[1] In frühen Wachstumsphasen ist *Lens culinaris* konkurrenzschwach gegenüber Unkräutern, kann jedoch in Mischkulturen (Intercropping) mit Getreide oder Quinoa das Unkrautwachstum um bis zu 50 % unterdrücken.[4] Zu den bedeutendsten natürlichen Feinden zählen pathogene Pilze wie *Ascochyta lentis* sowie wurzelschädigende Arten der Gattungen *Fusarium* und *Rhizoctonia*.[4][2] Herbivore Insekten wie die Erbsenblattlaus (*Acyrthosiphon pisum*) schädigen die Pflanze direkt durch Saftsaugen und indirekt als Vektoren für Viren wie das Erbsen-Samenbürtige Mosaikvirus (PSbMV). Im Bodenbereich befallen Drahtwürmer (*Agriotes* spp.) und Zystennematoden (*Heterodera ciceri*) das Wurzelsystem, was zu Wachstumsstörungen führt.[1][8] Die Fortpflanzung der Art erfolgt überwiegend durch Selbstbestäubung der papilionaceenartigen Blüten.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Linse (*Lens culinaris*) ist primär eine landwirtschaftliche Nutzpflanze, die durch Symbiose mit Rhizobien 30 bis 100 kg Stickstoff pro Hektar im Boden fixiert und somit die Bodenfruchtbarkeit für Folgekulturen verbessert.[1][2] Dennoch unterliegt die Kultur signifikantem Schadpotenzial durch Pathogene wie *Ascochyta lentis*, der die Ascochyta-Blight verursacht und sich durch braune Läsionen sowie vorzeitigen Blattabwurf äußert.[4][10] Wurzelkrankheiten, ausgelöst durch *Fusarium*-Arten oder *Rhizoctonia solani*, führen zu rötlich-braunen Verfärbungen, Welkeerscheinungen und Kümmerwuchs, insbesondere auf schlecht dränierten Böden.[2] Das durch Blattläuse übertragene Pea seed-borne mosaic virus (PSbMV) verursacht Mosaikmuster und Nekrosen, was Ertragsverluste von bis zu 61 % bewirken kann.[4] Zu den tierischen Schädlingen zählt die Erbsenblattlaus (*Acyrthosiphon pisum*), die durch Saugtätigkeit Verkrüppelungen auslöst und als Vektor für Viren fungiert. Vorratsschädlinge wie der Linsenkäfer (*Bruchus* spp.) legen Eier an Hülsen, woraufhin die Larven die Samen aushöhlen, was die Keimfähigkeit und Qualität massiv mindert. Im Boden verursachen Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) Gallenbildungen an den Wurzeln, die die Nährstoffaufnahme blockieren und Erträge um 20 bis 50 % reduzieren können.[8] Präventive Maßnahmen basieren auf der Verwendung von zertifiziertem, krankheitsfreiem Saatgut und einer Fruchtfolge mit Nicht-Wirtspflanzen wie Getreide über zwei bis drei Jahre. Mechanische Bodenbearbeitung stört die Habitate von Drahtwürmern (*Agriotes* spp.), während hermetische Lagerung Befall durch Vorratsschädlinge unterdrückt.[2][4] Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) erfolgt der Einsatz von Insektiziden erst bei Überschreitung von Schadschwellen, beispielsweise 30 bis 40 Blattläusen pro Pflanze.[7] Gegen Unkrautkonkurrenz werden mechanische Hackverfahren oder Herbizide wie Metribuzin im Vorauflauf eingesetzt, da Linsen im frühen Stadium konkurrenzschwach sind.[4] Gesundheitlich ist der Verzehr aufgrund löslicher Ballaststoffe zur Cholesterinsenkung relevant, kann jedoch durch Oligosaccharide wie Raffinose Blähungen verursachen, was durch Einweichen gemindert wird.[1][2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung der Linse (*Lens culinaris*) wird stark durch biotische Stressfaktoren beeinflusst, die sowohl die Primärproduktion als auch die Lagerhaltung gefährden. Viruserkrankungen wie das *Pea seed-borne mosaic virus* (PSbMV), das durch Blattläuse (*Acyrthosiphon pisum*) übertragen wird, können in schweren Fällen Ertragsverluste von bis zu 61 % verursachen. Bodenbürtige Schädlinge, insbesondere Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) und Zystennematoden (*Heterodera* spp.), führen durch die Beeinträchtigung der Wurzeln und Nährstoffaufnahme zu Ertragsrückgängen zwischen 20 und 50 %.[8] Pilzinfektionen durch *Ascochyta lentis* mindern nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Ernte durch Läsionen an Samen und Hülsen.[4] In der Lagerwirtschaft verursachen Samenkäfer der Gattung *Bruchus* signifikante Schäden, indem Larven das Innere der Samen verzehren, was zu Gewichtsverlusten, reduzierter Keimfähigkeit und einer Abwertung der Handelsklasse führt.[1] Neben diesen Risiken bietet die Kultur positive ökonomische Effekte als Nützling in Agrarsystemen: Durch die symbiotische Fixierung von 30 bis 100 kg Stickstoff pro Hektar reduziert *Lens culinaris* den Bedarf an synthetischen Düngemitteln für nachfolgende Getreidekulturen.[10] Zudem zeigen Mischkultursysteme (Intercropping) mit Weizen oder Quinoa eine um 15 bis 30 % erhöhte Flächenproduktivität und können Unkrautpopulationen um bis zu 50 % unterdrücken, was den Einsatz von Herbiziden verringert.[4][3]

Biologie & Lebenszyklus

Lens culinaris ist eine einjährige, krautige Leguminose, die einen buschigen Wuchs mit Wuchshöhen zwischen 15 und 75 cm erreicht und über gefiederte Blätter verfügt, die oft in Ranken enden. Der Lebenszyklus von der Aussaat bis zur Reife dauert je nach Sorte und Umweltbedingungen 80 bis 150 Tage. Die Keimung erfolgt etwa 5 bis 10 Tage nach der Aussaat, sobald die Bodentemperaturen 5 °C überschreiten. Es schließt sich eine vegetative Phase von 20 bis 40 Tagen an, in der die Stängelverzweigung und Blattentwicklung stattfinden. Die Blüte beginnt 40 bis 70 Tage nach der Aussaat und setzt sich von den unteren Zweigen nach oben fort. Die kleinen, weiß bis violett gefärbten Blüten sind selbstbestäubend und öffnen sich nur für 2 bis 3 Tage. Nach dem Abwurf der Blütenblätter beginnt nach 3 bis 4 Tagen die Bildung der flachen Hülsen, die typischerweise ein bis zwei Samen enthalten.[1] Als Pflanze der kühlen Jahreszeit tolerieren Keimlinge Frost bis zu -5 °C, während das Temperaturoptimum für das Wachstum zwischen 15 und 30 °C liegt. Viele Sorten reagieren photoperiodisch sensitiv, wobei Langtagbedingungen von über 12 bis 14 Stunden Licht die Blüte beschleunigen. Temperaturen über 27 °C können jedoch Hitzestress auslösen und das Wachstum hemmen.[5] Eine physiologische Schlüsseleigenschaft ist die Symbiose mit Knöllchenbakterien der Art Rhizobium leguminosarum biovar viciae.[4] Diese Assoziation ermöglicht die Fixierung von 30 bis 100 kg atmosphärischem Stickstoff pro Hektar, wodurch die Pflanze auch auf nährstoffarmen Böden gedeihen kann.[5] Zu den natürlichen Feinden zählen Pilzpathogene wie Ascochyta lentis, der Läsionen und Entlaubung verursacht, sowie Wurzelkrankheiten durch Fusarium und Rhizoctonia. Insekten wie die Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum) schädigen die Pflanzen durch Saugtätigkeit und übertragen Viren wie das Pea seed-borne mosaic virus. Zudem befallen Nematoden der Gattungen Meloidogyne und Heterodera das Wurzelsystem und beeinträchtigen die Nährstoffaufnahme.[4]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Lens culinaris* liegt im Nahen Osten, wo der wilde Vorfahre *Lens orientalis* im Fruchtbaren Halbmond von der südlichen Türkei bis Jordanien heimisch ist. Archäologische Funde belegen das Sammeln wilder Formen in Israel bereits vor 23.000 Jahren, bevor die Domestizierung etwa um 9.500 v. Chr. stattfand.[7][2] Von diesem Kerngebiet breitete sich der Anbau bis zum 7. Jahrtausend v. Chr. nach Europa, Ägypten und auf den indischen Subkontinent aus.[2] Im 16. Jahrhundert führten spanische und portugiesische Entdecker die Pflanze in die Neue Welt ein, wo sie in Kolonien wie Chile und Mexiko kultiviert wurde.[2] Heute wird die Art weltweit in über 50 Ländern angebaut, wobei der Schwerpunkt in kühlen, semiariden Regionen der Nordhalbkugel sowie in Australien liegt.[1][2] Zu den Hauptproduzenten zählen gegenwärtig Kanada, Indien, Australien, die Türkei und die Vereinigten Staaten.[4] *Lens culinaris* bevorzugt offene Standorte mit gut durchlässigen, sandig-lehmigen Böden und einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5.[5][2] Als an kühle Jahreszeiten angepasste Leguminose gedeiht sie optimal bei Temperaturen zwischen 15 °C und 30 °C.[4] Die Pflanze toleriert Trockenheit und kommt mit Jahresniederschlägen von 300 bis 800 mm aus, wobei in Dürre-resistenten Varianten bereits 250 mm genügen. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von 3.000 Metern. In tropischen Hochländern sind Vorkommen bis auf 3.800 Meter Höhe dokumentiert, da dort die benötigten kühleren Temperaturen herrschen.[1] In Europa ist die Linse seit dem Neolithikum präsent und etablierte sich im Mittelalter als wichtiges Grundnahrungsmittel.[2] Während der Anbau im Mittelmeerraum oft im Herbst erfolgt, wird die Pflanze in gemäßigten Klimazonen im Frühjahr ausgesät, sobald die Bodentemperaturen 4–5 °C erreichen.[5] In ihren natürlichen Habitaten im Nahen Osten wächst die Kulturform oft in genetischer Nähe zu wilden Verwandten wie *Lens ervoides* und *Lens nigricans*.[2]

Saisonalität & Aktivität

*Lens culinaris* ist eine univoltine, einjährige Pflanze, die ihren gesamten Lebenszyklus innerhalb einer einzigen Vegetationsperiode abschließt.[1] Die Entwicklungsdauer von der Aussaat bis zur physiologischen Reife variiert je nach Sorte und Umweltbedingungen zwischen 80 und 150 Tagen.[2] In gemäßigten Klimazonen findet die Aktivitätsphase im Frühjahr und Sommer statt, wobei die Aussaat typischerweise Ende April bis Anfang Mai erfolgt, sobald die Bodentemperaturen 4 bis 5 °C erreichen. In mediterranen und subtropischen Regionen wird die Art hingegen als Winterkultur angebaut und im September oder Oktober ausgesät.[4] Die Keimung erfolgt unter optimalen Bedingungen 5 bis 10 Tage nach der Aussaat, gefolgt von einer vegetativen Wachstumsphase von 20 bis 40 Tagen. Die Blütezeit beginnt 40 bis 70 Tage nach der Aussaat, wobei sich die Blüten von den unteren Zweigen aufwärts öffnen und einzeln nur 2 bis 3 Tage blühen.[2] Als Langtagpflanze wird die reproduktive Phase durch Tageslängen von über 12 bis 14 Stunden beschleunigt. Die physiologische Aktivität ist bei Tagestemperaturen zwischen 15 °C und 30 °C optimal, während anhaltende Hitze über 27 °C Stresssymptome auslösen kann. Keimlinge zeigen eine Frosttoleranz bis zu -5 °C, was bei Herbstaussaaten eine Überwinterung im frühen Wachstumsstadium ermöglicht.[5] Die Reife tritt ein, wenn sich die Hülsen gelb verfärben und austrocknen, was etwa 30 bis 80 Tage nach der Blüte geschieht.[2] Ergänzend zeigt das öffentliche Suchinteresse in Deutschland eine ausgeprägte Saisonalität mit Höchstwerten in den Wintermonaten Januar und Februar.[6]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Munic, Baviera, Deutschland

    31.07.2024

  • Rhön-Grabfeld, DE-BY, Deutschland

    06.09.2023

  • Rhön-Grabfeld, DE-BY, Deutschland

    28.06.2023

  • Bayern, Deutschland

    06.06.2021

Daten: iNaturalist

Fonti e riferimenti

  1. https://plants.usda.gov/DocumentLibrary/plantguide/pdf/pg_lecu2.pdf
  2. https://www.gbif.org/species/5350010
  3. https://www.frontiersin.org/journals/plant-science/articles/10.3389/fpls.2021.628439/full
  4. https://grdc.com.au/__data/assets/pdf_file/0026/366182/GrowNote-Lentil-South-4-Planting.pdf
  5. https://wikifarmer.com/library/en/article/lentil-soil-requirements-soil-preparation-and-planting
  6. Aggregierte Suchinteresse-Zeitreihe (Deutschland, 2024–2026)
  7. https://novoscriptorium.com/2019/08/31/ohalo-ii-site-israel-cultivation-and-proto-weeds-in-galilee-23000-years-ago/
  8. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&taxon_id=200012187
  9. https://saskpulse.com/resources/lentil-market-classes/
  10. https://landresources.montana.edu/soilfertility/soilscoop/ss_Pulse.html