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Gloria mattutina Ipomea tricolore

Gloria mattutina

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Solanales (Solanales)
Famiglia Convolvulaceae
Genere Ipomoea
Specie Ipomoea tricolor
Nome scientifico Ipomoea tricolor Cav.
Nome accettato

Einleitung

Die **Prunkwinde** (*Ipomoea tricolor*) ist eine windende, krautige Kletterpflanze aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae), die ursprünglich in den tropischen Regionen Mexikos und Zentralamerikas beheimatet ist.[1][2] Sie wird aufgrund ihrer großen, trichterförmigen Blüten weltweit als Zierpflanze kultiviert, wobei insbesondere Sorten wie 'Heavenly Blue' verbreitet sind.[3] Taxonomisch wird die Art häufig fälschlicherweise mit *Ipomoea violacea* gleichgesetzt, obwohl sich diese durch rein weiße Blüten und andere Merkmale abgrenzt.[2] In der Literatur finden sich zudem Synonyme wie *Ipomoea rubrocoerulea* oder *Pharbitis tricolor*.[1]

Fakten (kompakt)

- Die Samen der Pflanze enthalten spezifische Indolalkaloide, darunter Lysergsäureamid. - Das halluzinogene Potenzial der Inhaltsstoffe weist Ähnlichkeiten mit der Wirkung von LSD auf. - Eine Vergiftung durch Verzehr äußert sich durch Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Halluzinationen. - Historisch ist eine Verwendung der Pflanze als Gift dokumentiert.[8] - Die bekannte Sorte 'Heavenly Blue' wurde im frühen 20. Jahrhundert eingeführt. - Züchterische Selektion brachte neben der blauen Wildform auch violette, rosafarbene und weiße Farbvarianten hervor. - Zu den homotypischen Synonymen gehört *Convolvulus venustus* (Spreng., 1824). - Ein weiteres Synonym ist *Pharbitis tricolor*. - *Ipomoea rubrocoerulea* wird als heterotypisches Synonym geführt und findet sich oft in älterer Literatur. - Die Art wird taxonomisch der Klasse Equisetopsida und der Ordnung Solanales zugeordnet.[8]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Ipomoea tricolor* und wurde erstmals 1794 von dem spanischen Botaniker Antonio José Cavanilles beschrieben.[1][4] Die Erstveröffentlichung erfolgte im Werk *Icones et Descriptiones Plantarum*, wobei Cavanilles das Artepitheton *tricolor* wählte, um die charakteristische dreifarbige Blüte mit blauen Petalen, weißem Schlund und gelbem Zentrum zu beschreiben.[4] Der Gattungsname *Ipomoea* leitet sich aus den altgriechischen Begriffen *ips* (Wurm) und *homoios* (ähnlich) ab, was auf den windenden, wurmartigen Wuchs der Stängel Bezug nimmt.[3] Taxonomisch wird die Art der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae) innerhalb der Ordnung der Solanales zugeordnet.[1] Zu den historisch relevanten homotypischen Synonymen zählen *Convolvulus venustus* Spreng. (1824) und *Pharbitis tricolor* (Cav.) Chitt., die frühere Neuklassifizierungen innerhalb der Familie widerspiegeln. Ein in älterer Literatur häufig verwendetes heterotypisches Synonym ist *Ipomoea rubrocoerulea* Hook., das oft austauschbar verwendet wurde. Eine signifikante taxonomische Verwechslung besteht mit dem Namen *Ipomoea violacea* L.; dieser wurde in Herbarien oft fälschlich für *I. tricolor* verwendet, bezeichnet jedoch eigentlich eine eigenständige, weißblühende Art.[1] Im deutschen Sprachraum wird die Art meist unter der Bezeichnung Prunkwinde geführt, während sie international als "Morning Glory" oder "Mexican Morning Glory" bekannt ist.[2] Züchterische Selektionen wie die im frühen 20. Jahrhundert eingeführte Sorte 'Heavenly Blue' wurden entwickelt, um Merkmale wie die intensive azurblaue Färbung zu stabilisieren und die Identifikation gegenüber wilden Varianten zu präzisieren.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Ipomoea tricolor wächst als krautige, windende Kletterpflanze, die in Kultur Höhen von 2,4 bis 3 Metern und am Naturstandort bis zu 5 Meter erreicht.[2][4] Die schlanken, weichen Stängel umschlingen Stützen und weisen eine kahle bis behaarte Oberfläche auf. Die wechselständig angeordneten, gestielten Laubblätter sind einfach und herzförmig bis eiförmig mit glattem Rand. Sie messen typischerweise 3 bis 7 cm in der Länge sowie 2,5 bis 6 cm in der Breite und sind grün gefärbt, oft mit einer leichten Behaarung. Diese ausgeprägte Herzform der Blätter dient als wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu verwandten Arten wie Ipomoea purpurea, deren Blätter häufiger eiförmig oder dreilappig erscheinen. Das Wurzelsystem ist faserig ausgebildet.[4] Die trichter- oder trompetenförmigen Blüten erreichen einen Durchmesser von 4 bis 8 cm und bestehen aus fünf verwachsenen Kronblättern.[2][6] Charakteristisch ist die dreifarbige Musterung mit typischerweise himmelblauen Petalen, einem weißen Schlund und einem gelben Zentrum.[2] Bei Sorten wie 'Heavenly Blue' vollzieht sich ein Farbwechsel von tiefem Purpurrot im Knospenstadium zu leuchtendem Blau während der Anthese, verursacht durch einen Anstieg des vakuolären pH-Werts von etwa 6,6 auf 7,7. Die Blüten öffnen sich streng tagesperiodisch kurz nach Sonnenaufgang und verblühen bereits gegen Mittag.[3] Nach der Bestäubung entwickelt sich eine trockene, kugelförmige Kapsel mit einem Durchmesser von etwa 1 bis 1,5 cm. Diese Kapsel springt entlang von vier Klappen auf und entlässt 4 bis 6 schwarze, hartschalige Samen.[6] Historisch wurde der Name Ipomoea violacea fälschlicherweise für blau blühende Exemplare verwendet, obwohl dieser eigentlich eine eigenständige, weiß blühende Art bezeichnet.[1]

Beschreibung

Ipomoea tricolor ist eine krautige, windende Kletterpflanze aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae), die ursprünglich in den tropischen Regionen Mexikos und Zentralamerikas beheimatet ist.[1][2] Charakteristisch für die Art ist ihr rasanter Wuchs, bei dem die schlanken, teils kahlen oder behaarten Stängel Höhen von 3 bis 5 Metern erreichen und sich durch Berührungsreize an Trägerstrukturen emporwinden. Während sie in ihrem natürlichen Habitat als kurzlebige Staude gedeiht, wird sie in gemäßigten Klimazonen aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit meist als einjährige Pflanze kultiviert.[4] Ein markantes physiologisches Merkmal ist der streng diurnale Blühzyklus, bei dem sich die trichterförmigen Blüten kurz nach Sonnenaufgang öffnen und bereits gegen Mittag wieder schließen.[3] Dieser Vorgang wird von einer biochemisch komplexen Farbänderung begleitet: Die Knospen sind zunächst tief purpurrot und wechseln während der Anthese durch eine Erhöhung des vakuolären pH-Werts (von ca. 6,6 auf 7,7) zu einem leuchtenden Himmelblau.[3] Dieser Mechanismus, gesteuert durch Protonenpumpen in den epidermalen Zellen, dient als visuelles Signal für Bestäuber wie Bienen und Kolibris, um die Verfügbarkeit von Nektar anzuzeigen. Anatomisch unterscheidet sich Ipomoea tricolor von der nah verwandten Ipomoea purpurea durch ihre herzförmigen Blätter, während letztere häufiger gelappte Blattformen aufweist.[4] Eine ökologisch entscheidende Besonderheit ist die obligate Symbiose mit endophytischen Pilzen der Gattung Periglandula, die das Pflanzengewebe besiedeln und Mutterkornalkaloide zur chemischen Abwehr gegen Herbivoren und Nematoden produzieren.[4][3] Diese Pilze werden vertikal über die Samen an die nächste Generation weitergegeben, was die Pflanze effektiv zu einem Holobionten macht.[4] Zusätzlich nutzt die Art Allelopathie zur Konkurrenzvermeidung, indem sie Harzglykoside wie Tricolorin A in den Boden abgibt, welche die Keimung benachbarter Pflanzen hemmen.[3] Historisch wurde die Art 1794 von Antonio José de Cavanilles erstbeschrieben, wobei das Epitheton tricolor auf die dreifarbige Musterung der Blüte (blau, weiß, gelb) verweist.[4] In der Literatur und in Herbarien kommt es häufig zu Verwechslungen mit Ipomoea violacea, einem Namen, der taxonomisch korrekt jedoch eine weißblühende, nachtaktive Schwesterart bezeichnet.[3]

Verhalten

Das Fortbewegungsverhalten von *Ipomoea tricolor* ist durch windende Sprossachsen geprägt, die sich aktiv um Stützen schlingen, um Höhen von mehreren Metern zu erreichen.[4][2] Die Art zeigt eine strikte diurnale Rhythmik, bei der sich die Blüten kurz nach Sonnenaufgang öffnen und bereits am Mittag oder frühen Nachmittag wieder schließen.[3][2] Dieses ephemere Verhalten wird durch endogene zirkadiane Rhythmen und Phytochrom-Photorezeptoren gesteuert, welche Turgoränderungen in den Blütenblättern auslösen.[3] Als visuelles Signal für Bestäuber vollzieht die Blüte einen synchronen Farbwechsel von rötlichen Knospen zu himmelblauen offenen Blüten, der durch einen pH-Anstieg in den Vakuolen vermittelt wird.[3][4] Diese Signalisierung zeigt Bienen und Kolibris die Reife der Blüte sowie die Verfügbarkeit von Nektar an.[4] In Interaktion mit ihrer Umgebung nutzt die Pflanze allelopathische Mechanismen, indem sie phytotoxische Harzglykoside wie Tricolorin A über Wurzelausscheidungen oder Auswaschungen freisetzt. Diese chemische Abwehr hemmt die Keimung und das Wurzelwachstum konkurrierender Pflanzenarten, um die eigene Etablierung zu sichern. Eine hochspezialisierte symbiotische Verhaltensweise besteht in der obligaten Assoziation mit endophytischen Pilzen der Gattung *Periglandula*, die das Pflanzengewebe besiedeln.[4][3] Durch diese Interaktion erhält *Ipomoea tricolor* chemischen Schutz, da die vom Pilz produzierten Ergotalkaloide Herbivoren abwehren und den Befall durch Wurzelgallennematoden reduzieren.[3][2] Zur Verbreitung der Nachkommen nutzt die Art einen ballistischen Mechanismus, bei dem reife Samenkapseln explosiv aufspringen und die Samen wegschleudern.[3]

Ökologie

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt *Ipomoea tricolor* als Pionierpflanze vorwiegend gestörte Habitate wie Straßenränder, Brachflächen und landwirtschaftliche Randbereiche.[4] Die Art präferiert vollsonnige Standorte mit gut durchlässigen sandigen oder lehmigen Böden und meidet geschlossene Waldbestände.[2] Die trichterförmigen Blüten öffnen sich tagesperiodisch am frühen Morgen und werden primär von Bienen, Schmetterlingen und Kolibris bestäubt.[3] Ein pH-gesteuerter Farbwechsel der Blütenblätter signalisiert den Bestäubern dabei visuell die Geschlechtsreife und Nektarverfügbarkeit, wobei frisch geöffnete blaue Blüten häufiger angeflogen werden.[4] Eine ökologisch bedeutsame, obligate Symbiose besteht mit endophytischen Pilzen der Gattung *Periglandula* (spezifisch *Periglandula clandestina*), die vertikal über die Samen übertragen werden.[4][3] Diese Pilzsymbionten produzieren Ergotalkaloide, die der Pflanze als chemische Abwehr gegen Herbivoren dienen und die Resistenz gegen Wurzelgallennematoden der Gattung *Meloidogyne* signifikant erhöhen.[2][4] Zur interspezifischen Konkurrenzvermeidung setzt *Ipomoea tricolor* allelopathische Resinglykoside wie Tricolorin A frei, die über Wurzelexsudate oder Auswaschung in den Boden gelangen.[4] Diese Verbindungen hemmen effektiv die Keimung und das Wurzelwachstum benachbarter Pflanzenarten, darunter *Amaranthus hypochondriacus* und Hühnerhirse (*Echinochloa crusgalli*). In eingeführten Verbreitungsgebieten zeigt die Art eine moderate Toleranz gegenüber Salzstress und Trockenheit, wodurch sie sich in Agroökosystemen etablieren kann, ohne jedoch native Biodiversität massiv zu verdrängen.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Ipomoea tricolor wird primär als Zierpflanze geschätzt, tritt jedoch außerhalb ihres nativen Areals in gestörten Habitaten und Agroökosystemen als potenzielles Unkraut auf. Obwohl sie durch schnelles Wachstum und Selbstaussaat invasive Tendenzen zeigt, bildet sie selten so dichte, verdrängende Bestände wie die verwandte Ipomoea purpurea.[3][4] Ein spezifisches Schadpotenzial ergibt sich aus der Allelopathie, da die Pflanze phytotoxische Harzglykoside wie Tricolorin A absondert, die die Keimung benachbarter Sämlinge hemmen.[3] Gesundheitliche Relevanz besitzt die Art durch ihre Samen, die von symbiotischen Periglandula-Pilzen produzierte Ergolin-Alkaloide (LSA) enthalten und bei Verzehr Übelkeit, Erbrechen sowie Vasokonstriktion auslösen können. Aufgrund oxytocischer Effekte, die Uteruskontraktionen stimulieren, ist der Kontakt oder Verzehr während der Schwangerschaft streng kontraindiziert.[3][5] In der integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) wird die Art paradoxerweise als Nützling verwendet, da ihre allelopathische Wirkung als Deckfrucht den Unkrautdruck um bis zu 70 % reduzieren kann. Präventive Maßnahmen konzentrieren sich auf die Verhinderung der Samenreife (Deadheading), um eine unkontrollierte Ausbreitung im Garten oder auf Feldern zu unterbinden.[3][4] Für das Monitoring in landwirtschaftlichen Randbereichen dienen die herzförmigen Blätter und die ab Hochsommer erscheinenden trichterförmigen Blüten als Indikatoren für einen Befall.[1][6] Die physikalische Bekämpfung ist effektiv, da Ipomoea tricolor empfindlich auf Wurzelstörungen reagiert; manuelles Jäten oder Bodenbearbeitung vor der Samenbildung beseitigt Bestände zuverlässig. Chemische Interventionen sind selten notwendig, obwohl die Biomasse-Einarbeitung in Studien ähnliche unkrautunterdrückende Effekte wie synthetische Herbizide zeigte. Biologisch profitiert die Pflanze von ihrer Pilz-Symbiose, die eine natürliche Resistenz gegen Wurzelgallennematoden (Meloidogyne spp.) und Fraßfeinde verleiht.[3][4] Rechtlich ist der Anbau der Pflanze in den meisten Regionen (USA, EU) legal, während die Extraktion der psychoaktiven Inhaltsstoffe unter Betäubungsmittelgesetze fällt.[1][2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Art besitzt primär im Zierpflanzenbau eine wirtschaftliche Relevanz, wobei Sorten wie 'Heavenly Blue' seit Mitte des 20. Jahrhunderts kommerziell bedeutend sind.[3][2] In der Landwirtschaft wird *Ipomoea tricolor* als Deckfrucht und Gründünger genutzt, da sie durch allelopathische Effekte das Wachstum von Unkräutern unterdrückt.[4] Die Abgabe von Harzglykosiden wie Tricolorin A hemmt die Keimung von Konkurrenten wie *Amaranthus hypochondriacus* und *Echinochloa crusgalli*, was in Gewächshausversuchen eine mit synthetischen Herbiziden vergleichbare Wirkung zeigte.[3][4] Allerdings birgt die Pflanze auch Risiken als Schädling, da sie in eingeführten Agrarsystemen, etwa in der Türkei, durch Ressourcenkonkurrenz Ernteerträge mindern kann.[4] Aufgrund ihrer hohen Keimrate und Selbstaussaat können sich ungewollte Bestände in Folgekulturen etablieren, die eine manuelle Entfernung oder Fruchtfolgenanpassung erfordern.[4][3] Wirtschaftliche Schäden in der Viehhaltung sind durch die Toxizität der Pflanze möglich, da enthaltene Mutterkornalkaloide bei Weidetieren wie Schafen schwere Gefäßverengungen und Gewebsnekrosen auslösen können.[5][3] Ein positiver Aspekt ist die Symbiose mit *Periglandula*-Pilzen, welche die Resistenz gegen Wurzelgallennematoden der Gattung *Meloidogyne* erhöht und somit potenziell Pflanzenschutzmittel einspart.[3][4] Obwohl keine flächendeckende ökologische Dominanz belegt ist, entstehen in gefährdeten Agrarlandschaften Kosten für Überwachung und Eindämmung der Samenausbreitung.[4]

Biologie & Lebenszyklus

Ipomoea tricolor ist eine krautige, windende Kletterpflanze, die in gemäßigten Klimazonen einen einjährigen Lebenszyklus durchläuft, während sie in ihren nativen tropischen Habitaten als kurzlebige Staude persistiert.[1][2] Die Entwicklung beginnt mit dem Samen, der eine physikalische Dormanz durch eine harte, impermeable Samenschale aufweist und zur Keimung oft eine mechanische oder chemische Skarifizierung benötigt.[3] Unter optimalen Bodentemperaturen von 25 bis 30 °C und bei ausreichender Lichtexposition (positive Photoblastie) erfolgt der Austrieb der Keimwurzel meist innerhalb von 7 bis 14 Tagen.[3][7] Nach der Etablierung zeigt die Pflanze ein rasantes vegetatives Wachstum, bei dem die windenden Stängel innerhalb einer Saison Längen von 3 bis 5 Metern erreichen können.[4] Die reproduktive Phase erstreckt sich typischerweise von Juli bis Oktober, wobei die Blütenbildung durch warme Temperaturen begünstigt wird. Die trichterförmigen Blüten öffnen sich diurnalen Rhythmen folgend kurz nach Sonnenaufgang und verblühen bereits gegen Mittag desselben Tages. Ein physiologischer Farbwechsel der Corolla von rötlich im Knospenstadium zu leuchtend blau während der Anthese signalisiert Bestäubern wie Bienen und Kolibris die Verfügbarkeit von Nektar. Dieser Prozess wird durch eine pH-Wert-Erhöhung in den Vakuolen der Epidermiszellen gesteuert, welche die chemische Struktur der Anthocyane verändert.[3] Nach erfolgreicher Bestäubung entwickelt sich eine trockene, kugelförmige Kapsel, die bei Reife explosiv aufspringt und 4 bis 6 schwarze Samen freisetzt. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt ballistisch sowie unterstützt durch Wind und Schwerkraft.[6] Eine biologische Besonderheit ist die obligate Symbiose mit endophytischen Pilzen der Gattung Periglandula (spezifisch Periglandula clandestina), die vertikal über die Samen an die nächste Generation weitergegeben werden.[4][3] Diese Pilze synthetisieren Mutterkornalkaloide, die der Pflanze als chemische Abwehr gegen Herbivoren und Wurzelnematoden dienen. Zusätzlich produziert die Art phytotoxische Harzglykoside wie Tricolorin A, welche durch Allelopathie die Keimung konkurrierender Pflanzenarten hemmen.[4] Physiologisch zeigt die Art eine moderate Toleranz gegenüber Trockenstress, reagiert jedoch empfindlich auf Salzgehalte über 50 mM NaCl, was ihre Etablierung in salinen Böden limitiert. In nicht-tropischen Regionen endet der Lebenszyklus der Adulten mit dem ersten Frost, da das Gewebe keine Kältetoleranz aufweist.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Ipomoea tricolor* liegt im südlichen Nordamerika, wobei sich der Schwerpunkt in Mexiko befindet und bis nach Zentralamerika erstreckt.[1][2] Historische Herbariumbelege dokumentieren Vorkommen in mexikanischen Bundesstaaten wie Oaxaca. In diesem natürlichen Areal besiedelt die Art vorwiegend gestörte Standorte wie Straßenränder, Buschland, Brachflächen sowie Ränder landwirtschaftlicher Nutzflächen.[4] Die Pflanze meidet geschlossene Waldunterstände und bevorzugt stattdessen offene, sonnenexponierte Lagen mit gut durchlässigen sandigen oder lehmigen Böden. Sie ist an saisonal trockene tropische Ökosysteme angepasst und gedeiht in Höhenlagen unter 1.000 Metern bei Durchschnittstemperaturen zwischen 20 und 30 °C. Außerhalb des nativen Gebiets wurde die Prunkwinde weltweit in subtropische Regionen eingeschleppt, wo sie häufig aus der Zierpflanzenkultur verwildert ist. In den Vereinigten Staaten gilt sie in mehreren südöstlichen Bundesstaaten, darunter Florida, Georgia und Louisiana, als etablierte, gebietsfremde Art.[3] Im Mittelmeerraum existieren dokumentierte Populationen in Griechenland sowie neuere Nachweise aus dem Jahr 2023 in der türkischen Provinz Tokat.[4] In gemäßigten Klimazonen wie Mitteleuropa wird *Ipomoea tricolor* primär als einjährige Zierpflanze kultiviert, da sie frostempfindlich ist und den Winter im Freiland nicht überdauert.[3] Beobachtungen zeigen, dass sie in Siedlungsbereichen oft in Gärten und an angrenzenden Feldrändern vorkommt, wo sie durch Selbstaussaat kurzzeitig verwildern kann.[4] Die Art zeigt eine hohe Toleranz gegenüber Trockenheit und Salzstress, was ihr das Überleben in küstennahen oder semiariden gestörten Habitaten ermöglicht.[3][5] In landwirtschaftlichen Systemen tritt sie gelegentlich als Unkraut auf, das durch schnelles vegetatives Wachstum mit Nutzpflanzen konkurriert, ohne jedoch native Ökosysteme flächendeckend zu verdrängen.[4][3]

Saisonalität & Aktivität

In gemäßigten Breiten wächst *Ipomoea tricolor* als einjährige Pflanze, die ihren Lebenszyklus innerhalb einer frostfreien Periode abschließt, während sie in tropischen Habitaten als kurzlebige Staude ausdauert.[1][2] Die Blütezeit erstreckt sich in temperierten Klimazonen typischerweise vom Hochsommer (Juli) bis in den Herbst (Oktober).[3] Die Blüten folgen einer strikten diurnalen Rhythmik, indem sie sich in den frühen Morgenstunden kurz nach Sonnenaufgang öffnen. Diese nur wenige Stunden andauernde Anthese endet meist bereits gegen Mittag oder am frühen Nachmittag mit dem Verwelken der Krone.[3][4] Gesteuert wird dieses ephemere Verhalten durch endogene zirkadiane Rhythmen und Lichtrezeptoren, welche die Zellausdehnung initiieren. Das vegetative Wachstum ist stark temperaturabhängig und erreicht sein Optimum zwischen 20 und 30 °C.[4] Für die Keimung sind Bodentemperaturen von mindestens 18 °C erforderlich, wobei Erfolgsraten bei 25–30 °C am höchsten sind.[3] Da die Art keinen Frost toleriert, stirbt sie in Regionen unterhalb der USDA-Zone 10 im Winter ab, sofern sie nicht als Steckling in geschützten Räumen überwintert wird.[2][3] Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland zeigt ergänzend saisonale Spitzen im April und Mai, was zeitlich mit der in der Literatur empfohlenen Aussaatzeit korreliert.[3]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Ohlstadt, Bayern, Deutschland

    14.10.2023

  • Erlangen

    06.08.2026

Daten: iNaturalist

Fonti e riferimenti

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:269966-1
  2. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/ipomoea-tricolor/
  3. https://www.rhs.org.uk/plants/114278/ipomoea-tricolor/details
  4. https://legacy.tropicos.org/NamePublicationDetail.aspx?nameid=8500482
  5. https://www.mdpi.com/2073-4395/13/9/2198
  6. http://beta.floranorthamerica.org/Ipomoea_tricolor
  7. https://awsjournal.org/article/dormancy-breaking-methods-in-ipomoea-and-merremia-seeds/
  8. Literaturzusammenfassung: Ipomoea tricolor