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Carciofo di Gerusalemme Helianthus tuberoso

Carciofo di Gerusalemme

Tassonomia

Regno Pflanzen (Plantae)
Phylum Tracheophyta (Tracheophyta)
Classe Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordine Asterales (Asterales)
Famiglia Asteraceae
Genere Helianthus
Specie Helianthus tuberosus
Nome scientifico Helianthus tuberosus L.
Nome accettato

Einleitung

Topinambur (*Helianthus tuberosus*), auch als Jerusalem-Artischocke bekannt, ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die ursprünglich im östlichen und zentralen Nordamerika beheimatet ist.[1][2] Die Art bildet essbare, inulinhaltige Knollen an den Rhizomen aus, neigt jedoch in nicht-heimischen Lebensräumen durch starkes vegetatives Wachstum zu invasivem Verhalten und zur Verdrängung anderer Vegetation. Botanisch gehört sie zur Gattung der Sonnenblumen (*Helianthus*) und ist trotz der Namensähnlichkeit nicht mit der Artischocke (*Cynara scolymus*) verwandt.[2]

Fakten (kompakt)

- Inulin macht bis zu 75 % der Trockenmasse der Knollen aus, was sie zu einem bedeutenden Kohlenhydratspeicher macht. - Die Kultivierung als Grundnahrungsmittel durch indigene Völker Nordamerikas erfolgt bereits seit Jahrtausenden. - Der englische Trivialname „Jerusalem artichoke“ leitet sich vermutlich von einer sprachlichen Verballhornung des italienischen Begriffs *girasole* (Sonnenblume) ab. - Geschmacklich werden die Knollen als nussig und leicht süßlich beschrieben, wobei das Aroma an Esskastanien erinnert. - Ernährungsphysiologisch zeichnet sich die Pflanze durch einen hohen Gehalt an Kalium und Eisen aus. - Da Inulin den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen lässt, wird *Helianthus tuberosus* als funktionelles Lebensmittel zur glykämischen Kontrolle bei Diabetes untersucht. - Der Verzehr kann Blähungen verursachen, da das unverdauliche Inulin im Dickdarm bakteriell fermentiert wird, was jedoch keine toxische Wirkung darstellt. - Es kommt zu Hybridisierungen mit verwandten Arten wie *Helianthus pauciflorus*, *Helianthus resinosus* und *Helianthus strumosus*, was zur Entstehung polyploider Formen führt. - Die Blütenstände weisen einen Durchmesser von 5 bis 10 cm auf und bestehen aus einer dunkelgelben Scheibe, die von 12 bis 20 goldgelben Zungenblüten umgeben ist. - Die Knollen erreichen Längen von 7,5 bis 10 cm und besitzen unter einer dünnen, hellbraunen Haut ein weißes, knackiges Fleisch.[9]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Helianthus tuberosus* L., wobei die Erstbeschreibung durch Carl Linnaeus im Jahr 1753 in seinem Werk *Species Plantarum* erfolgte.[2] Der Gattungsname *Helianthus* leitet sich aus den griechischen Wörtern *helios* (Sonne) und *anthos* (Blume) ab, was auf die phototropen Blütenstände verweist, während das Epitheton *tuberosus* (lateinisch für knollig) die essbaren Rhizome beschreibt. Zu den historischen Synonymen zählt unter anderem *Helianthus tomentosus* Michx., was taxonomische Variationen in der morphologischen Beschreibung widerspiegelt.[2] Die im Deutschen gebräuchliche Bezeichnung Topinambur (französisch *topinambour*) entstand im 17. Jahrhundert durch eine fälschliche Assoziation mit dem indigenen brasilianischen Volk der Tupinambá, obwohl die Pflanze aus Nordamerika stammt.[3] Im englischen Sprachraum etablierte sich der Name „Jerusalem artichoke“, der vermutlich eine phonetische Verballhornung des italienischen Wortes *girasole* (Sonnenblume) darstellt.[2] Der Namenszusatz „artichoke“ bezieht sich auf den Geschmack der Knollen, der an Artischocken (*Cynara scolymus*) erinnert, wie der französische Entdecker Samuel de Champlain bereits 1605 bei der Einführung der Pflanze in Europa feststellte.[4] Um die irreführende geographische Herkunft zu vermeiden, wurde in den 1960er Jahren der Handelsname „Sunchoke“ (eine Wortkreuzung aus Sunflower und Artichoke) eingeführt.[5] Indigene Bezeichnungen wie *Giisizoojiibik* (Anishinaabe für „Wurzeln der Sonne“) unterstreichen die kulturelle Einordnung der Pflanze vor dem europäischen Kontakt.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Helianthus tuberosus ist eine hochwüchsige, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1,5 bis 3 Metern erreicht. Die kräftigen, stielrunden Stängel variieren farblich von Hellgrün bis Rotbraun und sind charakteristisch mit rauen, abstehenden weißen Haaren bedeckt. Im oberen Bereich verzweigen sich die Stängel, wobei die Laubblätter im unteren Bereich gegenständig und weiter oben wechselständig angeordnet sind. Die einfachen Blattspreiten sind eiförmig bis lanzettlich oder herzförmig geformt und erreichen Längen von 10 bis 25 cm bei einer Breite von 4 bis 12 cm. Charakteristisch sind die zu einer Spitze auslaufenden Enden, die gesägten Ränder sowie die raue, behaarte Beschaffenheit der Blattoberseiten. Der Blütenstand setzt sich aus endständigen Rispen mit körbchenförmigen Teilblütenständen zusammen, die einen Durchmesser von 5 bis 10 cm aufweisen. Jedes Köpfchen besteht aus 12 bis 20 goldgelben Zungenblüten, die 1 bis 4 cm lang sind und den Rand bilden. Im Zentrum befindet sich eine Scheibe aus dunkler gelben Röhrenblüten, wobei die Blütezeit vom Spätsommer bis zum Herbst andauert. Unterirdisch verfügt die Art über ein faseriges Wurzelsystem und horizontale Rhizome, die bis zu 1,3 Meter lang werden können. An den Enden dieser Rhizome bilden sich Cluster aus knolligen, länglichen Speicherorganen, den sogenannten Topinambur-Knollen. Diese Knollen sind 7,5 bis 10 cm lang und variieren in ihrer Form von zylindrisch bis unregelmäßig knorrig. Sie besitzen eine dünne, hellbraune Haut und weißes, knackiges Fleisch. Auf der Oberfläche der Knollen befinden sich Knospen, sogenannte Augen, die der vegetativen Vermehrung dienen. Zwar werden in den Blütenständen Achänen (Samen) gebildet, deren Anzahl und Keimfähigkeit ist jedoch im Vergleich zur Knollenbildung meist gering.[2] Die Art weist eine beträchtliche morphologische Variabilität auf, was teilweise auf Hybridisierung mit verwandten Arten wie *Helianthus pauciflorus* oder *H. strumosus* zurückzuführen ist.[2]

Beschreibung

Helianthus tuberosus, allgemein als Topinambur bekannt, ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die ursprünglich im zentralen und östlichen Nordamerika beheimatet ist. Charakteristisch für die Art ist ihr kräftiger, aufrechter Wuchs mit rauhhaarigen Stängeln, die Wuchshöhen von 1,5 bis 3 Metern erreichen und im oberen Bereich verzweigen.[2][1] Eine zentrale anatomische Anpassung stellen die knolligen, länglichen Speicherorgane dar, die sich an den Enden horizontaler Rhizome bilden und Kohlenhydrate primär als Inulin statt Stärke einlagern. Diese Knollen ermöglichen der Pflanze als Überdauerungsorgane das Überleben in kalten Wintern sowie eine effektive vegetative Vermehrung im Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen steigen.[3][2] Im Gegensatz zur einjährigen Sonnenblume (*Helianthus annuus*) stirbt das oberirdische Kraut von *Helianthus tuberosus* nach dem ersten Frost ab, während das Wurzelsystem im Boden vital bleibt. Die Blütezeit erstreckt sich vom Spätsommer bis in den Herbst, wobei die goldgelben Blütenkörbe zwar optisch auffällig sind, die sexuelle Fortpflanzung über Samen (Achänen) jedoch aufgrund geringer Keimfähigkeit oft eine untergeordnete Rolle spielt.[2] Stattdessen dominiert die klonale Ausbreitung, bei der eine einzelne Pflanze bis zu 200 Knollen produzieren kann, was zur Bildung dichter, monokultureller Bestände führt.[2][3] Diese aggressive Wuchskraft führt in nicht-heimischen Lebensräumen, wie etwa in europäischen Flussauen, oft zu einem invasiven Verhalten, durch das die lokale Artenvielfalt verdrängt wird.[2][1] Historisch wurde die Art bereits 1605 vom französischen Entdecker Samuel de Champlain beschrieben, der den Geschmack der Knollen mit Artischocken verglich, was zur raschen Verbreitung als Kulturpflanze in Europa beitrug.[5][3] Neben der Nutzung als Nahrungsmittel weisen Extrakte der Blätter bioaktive Eigenschaften auf, die in der Forschung unter anderem zur Bekämpfung von Pflanzenviren und Fischparasiten untersucht werden.[1]

Verhalten

Das Verhalten von *Helianthus tuberosus* ist primär durch phototrope Orientierung und aggressive vegetative Ausbreitungsstrategien geprägt. Die Blütenstände der Gattung *Helianthus* zeigen eine heliotrope Reaktion, indem sie dem Verlauf der Sonne folgen, was namensgebend für die Gattung war.[1] Die räumliche Ausbreitung erfolgt dominant durch unterirdische Rhizome, die horizontal bis zu 1,3 Meter wachsen und die Bildung neuer Klone ermöglichen. Durch dieses Wachstumsverhalten formt die Art dichte, monoklonale Kolonien, die Ressourcen wie Licht und Nährstoffe monopolisieren und konkurrierende Vegetation verdrängen.[2] In Interaktion mit anderen Arten setzt *Helianthus tuberosus* allelopathische Mechanismen ein, bei denen phytotoxische Verbindungen aus Pflanzenrückständen freigesetzt werden, um die Keimung und das Wachstum benachbarter Pflanzen zu hemmen.[2][1] Diese chemische Abwehr trägt maßgeblich zur Dominanz in invasiven Arealen bei, indem sie die natürliche Sukzession verlangsamt.[2] Als Anpassung an saisonale Kältestressfaktoren sterben die oberirdischen Pflanzenteile nach dem ersten Frost ab (Seneszenz), während die Knollen im Boden überwintern und im Frühjahr erneut austreiben.[1][2]

Ökologie

*Helianthus tuberosus* besiedelt als anpassungsfähige Staude bevorzugt sonnige Standorte in gemäßigten Klimazonen und toleriert ein breites Spektrum an Bodenbedingungen, wobei gut durchlässige, sandige Lehmböden mit einem pH-Wert zwischen 5,8 und 7,0 optimal sind.[3] Die Art zeigt eine hohe Toleranz gegenüber feuchten Böden und gedeiht besonders gut in nährstoffreichen Habitaten wie Flussufern, wo sie Überschwemmungen standhält. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist sie Teil von Prärie- und Ufergesellschaften, während sie in nicht-heimischen Gebieten wie Europa oft invasive, dichte Monokulturen bildet, welche die lokale Artenvielfalt durch Lichtkonkurrenz verdrängen. Diese Dominanz wird durch allelopathische Verbindungen in den Pflanzenrückständen verstärkt, welche die Keimung und das Wachstum konkurrierender Vegetation hemmen. Die Ausbreitung erfolgt primär vegetativ über Rhizome und Knollen, die passiv durch Gewässer transportiert werden können, da die sexuelle Reproduktion durch Samen oft limitiert ist. In Auenlandschaften kann die Pflanze ökologische Prozesse verändern, indem sie die natürliche Sukzession von Gehölzen verlangsamt und Uferböschungen destabilisiert.[2] Zu den natürlichen Feinden zählen pathogene Pilze wie *Sclerotinia sclerotiorum* (Stängelfäule), *Athelia rolfsii* sowie der Rostpilz *Puccinia helianthi*, die die Vitalität der Bestände beeinträchtigen.[4] Verschiedene Insekten nutzen *Helianthus tuberosus* als Wirt, darunter Larven der Sonnenblumenmotte (*Cochylis hospes*), Wurzelblattläuse (*Aphididae*) sowie Larven von Wurzelbohrern (*Hepialidae*). Zusätzlich üben Wirbeltiere einen starken Fraßdruck aus, wobei Wühlmäuse (*Microtus* spp.) im Winter bis zu 90 % der unterirdischen Knollenreserven vernichten können. Oberirdisch werden junge Triebe zudem häufig von Schnecken geschädigt, was die Etablierung neuer Bestände in feuchten Mikroklimata erschweren kann.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die ökologische und ökonomische Bedeutung von *Helianthus tuberosus* ist ambivalent: Während die Pflanze als Nahrungs- und Biomasselieferant geschätzt wird, gilt sie in nicht-heimischen Gebieten wie Europa als invasiver Neophyt.[2][1] In diesen Regionen bildet Topinambur dichte Monokulturen, die durch Licht- und Nährstoffkonkurrenz die heimische Artenvielfalt verdrängen und in Auenlandschaften die Uferstabilität beeinträchtigen können. Die Ausbreitung erfolgt primär vegetativ über Rhizome und Knollen, die im Boden überdauern und selbst aus kleinen Fragmenten regenerieren, was die Bekämpfung erschwert.[2] Gesundheitlich ist der Verzehr der Knollen unbedenklich, führt jedoch aufgrund der Fermentation des enthaltenen Inulins im Dickdarm häufig zu Blähungen und Verdauungsbeschwerden.[2][3] Zur Prävention einer ungewollten Ausbreitung sind bei der Kultivierung Wurzelsperren notwendig sowie der strikte Verzicht auf die Entsorgung von Pflanzenresten in der freien Natur.[2] Eine mechanische Bekämpfung erfordert mehrjährige Maßnahmen wie das wiederholte Ausreißen junger Triebe (bei 10–20 cm Höhe) oder mehrmaliges Mähen vor der Blüte, um die Reservestoffe der Knollen zu erschöpfen.[2][1] Chemische Maßnahmen sind mit systemischen Herbiziden wie Glyphosat im Spätherbst am effektivsten, da der Wirkstoff in die Rhizome verlagert wird, erfordern jedoch oft Wiederholungen über zwei Jahre.[8] Im landwirtschaftlichen Anbau selbst treten Schäden durch Pilzerreger wie *Sclerotinia sclerotiorum* (Weißstängeligkeit) oder Schädlinge wie Wühlmäuse auf, die gelagerte Knollen fressen.[7][1] Interessanterweise zeigen Extrakte der Pflanze auch Potenzial im Pflanzenschutz: Patentierte Anwendungen nutzen Blattextrakte zur Bekämpfung von Pflanzenviren oder Fischparasiten.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Helianthus tuberosus* ist ambivalent, da die Art sowohl als wertvolle Nutzpflanze als auch als schadenverursachendes Unkraut auftritt. In der Landwirtschaft führt die Persistenz der Knollen im Boden dazu, dass die Pflanze in Folgekulturen wie Mais oder Soja als schwer bekämpfbares Unkraut konkurriert, was mehrjährige mechanische oder chemische Kontrollmaßnahmen erfordert.[2] In Europa verursacht die Art als invasiver Neophyt ökologische und ökonomische Schäden, indem sie an Flussufern dichte Monokulturen bildet, die den Wasserabfluss behindern und so das Hochwasserrisiko sowie die Instandhaltungskosten für Gewässer erhöhen. Im kommerziellen Anbau können Schädlinge wie Wühlmäuse (*Microtus* spp.) Ernteverluste von bis zu 90 % verursachen, während pilzliche Erreger wie *Sclerotinia sclerotiorum* und *Athelia rolfsii* die Erträge signifikant limitieren. Demgegenüber steht die wachsende Bedeutung als Rohstoffquelle: Der globale Handel verzeichnete zwischen 2023 und 2024 über 1.300 Exportlieferungen, getrieben durch die Nachfrage nach Inulin und Bioethanol.[2][1] Ein neuartiges wirtschaftliches Potenzial liegt in der Nutzung von Blattextrakten als biologisches Pflanzenschutzmittel, die patentierten Verfahren zufolge wirksam gegen Pflanzenviren wie das Gurkenmosaikvirus sind. Zudem werden Extrakte aus *Helianthus tuberosus* in der Aquakultur zur Bekämpfung von parasitären Seeläusen bei Fischen eingesetzt, was eine direkte Verwertung als Nützling im weitesten Sinne darstellt.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Helianthus tuberosus ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die im zeitigen Frühjahr aus unterirdischen Knollen austreibt und Wuchshöhen von 1,5 bis 3 Metern erreicht.[1][2] Die Fortpflanzung erfolgt primär vegetativ über Rhizome, an deren Enden sich längliche, unregelmäßig geformte Knollen bilden, die als Überdauerungsorgane fungieren. Ein einzelnes Individuum kann bis zu 200 Knollen produzieren, was zur Bildung dichter, klonaler Bestände führt und das invasive Potenzial der Art begründet. Die sexuelle Reproduktion spielt eine untergeordnete Rolle, da die Samen (Achänen) oft nur in geringer Zahl gebildet werden und eine niedrige Keimfähigkeit aufweisen.[2] Die Blütezeit erstreckt sich vom Spätsommer bis in den Herbst, wobei die gelben Korbblüten optisch denen der Sonnenblume ähneln. Physiologisch ist die Pflanze durch die Speicherung von Kohlenhydraten in Form von Inulin (Fructan) in den Knollen gekennzeichnet, was bis zu 75 % der Trockenmasse ausmachen kann.[3] Der Lebenszyklus ist an gemäßigte Klimazonen angepasst; die oberirdischen Teile sterben nach dem ersten Frost ab, während die kältetoleranten Knollen im Boden (Winterhärtezonen 3 bis 9) überwintern.[3][2] Für die optimale Knollenentwicklung ist eine Vegetationsperiode von mindestens 125 frostfreien Tagen erforderlich, wobei das Wachstumsoptimum bei Tagestemperaturen zwischen 18 und 27 °C liegt.[3] Hinsichtlich der Standortansprüche bevorzugt die Art gut durchlässige, sandige Lehmböden mit einem pH-Wert von 5,8 bis 7,0 und benötigt für hohe Erträge eine ausreichende Kaliumversorgung.[2][3] Zu den natürlichen Feinden zählen verschiedene Insektenlarven; so bohren sich die Raupen von Wurzelbohrern (Hepialidae) in die Knollen, während die Larven der Sonnenblumenmotte (Cochylis hospes) die Samenanlagen befallen. Saugende Insekten wie Wurzelläuse und die Eichennetzwanze (Corythucha marmorata) können die Vitalität der Pflanze durch Saftentzug schwächen.[2] Als bedeutende Mortalitätsfaktoren wirken Pilzpathogene wie Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) und Puccinia helianthi (Rost), die Stängel und Blätter schädigen. Zudem stellen Wühlmäuse (Microtus spp.) eine erhebliche Bedrohung dar, da sie im Winter bis zu 90 % der gespeicherten Knollen fressen können.[1] Ökologisch ist die Pflanze in arbuskuläre Mykorrhiza-Symbiosen eingebunden, die sowohl im nativen als auch im invasiven Verbreitungsgebiet nachgewiesen wurden.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Helianthus tuberosus* liegt im östlichen und zentralen Nordamerika, wo die Art vorwiegend in Prärien und Flussniederungen vorkommt.[3][2] Im Jahr 1605 brachte der französische Entdecker Samuel de Champlain die Knollen aus der Region des heutigen Massachusetts nach Europa, woraufhin sie sich rasch nach Frankreich, England, Deutschland und Italien ausbreiteten.[5][3] Heute ist die Pflanze weltweit in gemäßigten Klimazonen verbreitet und wird in Nordamerika, Europa sowie Asien, insbesondere in China, kultiviert oder kommt verwildert vor.[2][1] Die Art ist kältetolerant und gedeiht in den USDA-Winterhärtezonen 3 bis 9, wobei sie eine Vegetationsperiode von mindestens 125 frostfreien Tagen benötigt. *Helianthus tuberosus* bevorzugt gut durchlässige, sandige Lehmböden mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 8,2, wobei leicht saure bis neutrale Bedingungen optimal sind.[2][3] Zu den typischen natürlichen Habitaten zählen nährstoffreiche, feuchte Standorte wie Flussufer, Auen und gestörte Flächen, auf denen die Pflanze dichte Bestände bilden kann.[2] In Europa gilt die Spezies in vielen Regionen als invasiv, insbesondere in mitteleuropäischen Flussauen und Auwäldern, wo sie die heimische Vegetation verdrängt.[1][2] Die Ausbreitung erfolgt primär vegetativ über unterirdische Rhizome und Knollen, die entlang von Gewässern passiv durch Wasserströmung transportiert werden.[2] In Belgien und Frankreich dringt die Pflanze in geschützte Habitate wie Natura-2000-Gebiete ein und führt dort zu einer Reduktion der lokalen Artenvielfalt.[1][2] Während die Samenproduktion in eingeführten Gebieten oft limitiert ist, bleiben die Knollen im Boden über mehrere Jahre lebensfähig und ermöglichen ein dauerhaftes Bestehen in Agrar- und Naturlandschaften. Die Pflanze bevorzugt volle Sonneneinstrahlung, toleriert jedoch Halbschatten und erreicht Wuchshöhen von 1,5 bis 3 Metern.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivität von *Helianthus tuberosus* beginnt im zeitigen Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen etwa 6 bis 7 °C erreichen, was in gemäßigten Klimazonen meist zwischen Ende April und Mitte Mai der Fall ist.[3] Während der Sommermonate zeigt die Pflanze ein kräftiges vegetatives Wachstum und bildet Stängel, die Höhen von 1,5 bis 3 Metern erreichen.[2] Die Blütezeit erstreckt sich vom Spätsommer bis in den Herbst, wobei die gelben Blütenstände oft ein phototropes Verhalten aufweisen und dem Sonnenstand folgen.[1][5] Die Knollenbildung erfolgt verzögert, sodass die Speicherorgane etwa 120 bis 150 Tage nach der Pflanzung ihre erntereife Größe erreichen.[1] Die Erntezeit konzentriert sich auf den Spätherbst und frühen Winter, idealerweise nach dem ersten starken Frost, der das Absterben der oberirdischen Pflanzenteile auslöst. Dieser Kältereiz ist entscheidend für die Qualität, da er die Umwandlung von Inulin fördert und die Verdaulichkeit verbessert. Als Geophyt überdauert *Helianthus tuberosus* den Winter durch seine unterirdischen Knollen, die in den USDA-Winterhärtezonen 3 bis 9 frosttolerant sind.[2] Im Frühjahr erfolgt die Regeneration und vegetative Vermehrung primär aus diesen überwinterten Rhizomknollen.[1] Saisonal treten verschiedene Schädlinge auf, wie etwa Erdraupen an Keimlingen im Frühjahr oder Larven der Sonnenblumen-Wicklermotte (*Cochylis hospes*) an Blütenständen im Spätsommer.[2] Das öffentliche Interesse an der Pflanze spiegelt die Erntezeit wider und erreicht in Suchanfragen im Oktober und November die höchsten Werte.[6]

Avvistamenti e casi attuali in Germania

  • Almanya

    21.12.2025

  • Deutschland

    23.11.2025

  • Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rhineland-Palatinate, Deutschland

    16.11.2025

  • Leipzig, Saxony, Deutschland

    07.11.2025

  • Wolfenbüttel, Niedersachsen, Deutschland

    05.11.2025

Daten: iNaturalist

Ricerca scientifica e brevetti

AU-2021100904-A4 Biological Concesso

Zusammensetzung enthaltend Helianthus tuberosus Blattextrakt sowie Herstellungsverfahren und Anwendungen

University of Qingdao Agricultural, Yantai Enbeide Chemical Technology Company Ltd. (2021)

Rilevanza: 8/10

Riepilogo

Das Patent beschreibt eine Zusammensetzung auf Basis von Helianthus tuberosus Blattextrakt in Kombination mit Zink- und Kupferverbindungen sowie Aminosaeuren. Diese Mischung dient der Bekaempfung von Pflanzenviren, insbesondere des Gurkenmosaikvirus. Die Anwendung reduziert signifikant die Virusreplikation und die Expression virusverwandter Proteine.

WO-2019146827-A1 Biological Sconosciuto

Zusammensetzung zur Vorbeugung oder Behandlung von parasitaeren Infektionen bei Fischen, umfassend Extrakte aus Helianthus tuberosus und Sophora flavescens

Jeonjin Bio Company Ltd. (2018)

Rilevanza: 8/10

Riepilogo

Eine pharmazeutische Zusammensetzung oder Futterzusatz aus Extrakten von Helianthus tuberosus und Sophora flavescens wird vorgestellt. Sie dient spezifisch der Bekaempfung von Seelaeusen (Fischparasiten) in der Aquakultur. Dies ist eine direkte Anwendung der Pflanze als Bekaempfungsmittel gegen einen Schaedling.

KR-20170021931-A Biological Sconosciuto

Umweltfreundliche Zusammensetzung zur Bekaempfung von Pflanzenviren

Hyunnong Company Ltd. (2015)

Rilevanza: 8/10

Riepilogo

Das Patent beschreibt ein umweltfreundliches Mittel zur Kontrolle von Pflanzenviren, welches auf Extrakten von Helianthus tuberosus Blaettern basiert. Es bietet eine effektive Krankheitskontrolle fuer Pflanzen und ist dabei unbedenklich fuer Mensch und Umwelt. Die Pflanze wird hier als Wirkstoffquelle gegen Pathogene genutzt.

Fonti e riferimenti

  1. https://plants.usda.gov/plant-profile/HETU
  2. https://www.gbif.org/species/3119175
  3. https://food52.com/story/6393-jerusalem-artichokes-nothing-about-this-name-is-right
  4. https://lewis-clark.org/sciences/plants/jerusalem-artichokes/
  5. https://www.nybg.org/blogs/plant-talk/2010/12/tip-of-the-week/sunchoke-or-jerusalem-artichokes/
  6. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  7. https://bsppjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1365-3059.1995.tb01665.x
  8. https://weedid.cals.vt.edu/profile/622
  9. Literaturzusammenfassung: Jerusalem artichoke