Fakten (kompakt)
- Die endständigen traubigen Blütenstände erreichen eine Länge von 15 bis 20 cm. - Jede Blüte setzt sich aus vier verlängerten Kronblättern sowie gelb-orangefarbenen Staubbeuteln zusammen. - Zu den akzeptierten Synonymen der Art zählen *Tarenaya spinosa*, *Neocleome spinosa*, *Cleome pungens*, *Cleome erucago* und *Cleome heptaphylla*. - In der traditionellen Medizin finden Blattextrakte Anwendung zur Behandlung von entzündlichen und infektiösen Zuständen. - Die Pflanze besitzt nachgewiesene antimikrobielle Eigenschaften gegen bestimmte Bakterien. - Dokumentierte Vorkommen als eingeführte Art existieren unter anderem in Alabama, Florida, Hawaii, Angola und Indien. - Im spanischen Sprachraum wird die Pflanze als *espuela de caballero* (Rittersporn) bezeichnet. - Die unerwünschte Selbstaussaat im Garten lässt sich durch das Entfernen verblühter Teile (Deadheading) kontrollieren. - Systematisch gehört die Art zur Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales).[7]
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Cleome spinosa* erfolgte im Jahr 1760 durch Nikolaus Joseph Jacquin auf Basis von Exemplaren aus Jamaika.[1] Der Gattungsname *Cleome* leitet sich vom griechischen Wort *kleos* („Ruhm“) ab und verweist auf die auffälligen Blüten, während das Artepitheton *spinosa* (lateinisch für „dornig“) die bewehrten Stängel und Blattränder beschreibt. Taxonomisch wird die Art der Familie Cleomaceae zugeordnet, die traditionell zu den Capparaceae (Kaperngewächsen) zählte, heute jedoch aufgrund molekularer Analysen als eigenständig gilt. Zu den akzeptierten Synonymen gehören *Tarenaya spinosa* (Jacq.) Raf., *Neocleome spinosa* (Jacq.) Small sowie *Cleome pungens* Willd. ex DC.[1] Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung Spinnenblume gebräuchlich.[2] Internationale Trivialnamen wie das englische „spiny spiderflower“ oder das spanische „espuela de caballero“ (Rittersporn) spielen auf die langen, spinnenbeinartigen Staubblätter beziehungsweise die gespornten Blüten an.[3] Historisch und im Handel kommt es häufig zu Verwechslungen, da der Name *Cleome spinosa* oft fälschlicherweise für die populäre Zierpflanze *Cleome hassleriana* (syn. *C. houtteana*) verwendet wurde. Im Gegensatz zur echten *Cleome spinosa* handelt es sich bei den meisten kultivierten Sorten um die 1898 beschriebene *Cleome hassleriana*, die sich unter anderem durch oft dornenlose Stängel auszeichnet.[3]
Cleome spinosa wächst als einjährige oder kurzlebige ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 120 cm, unter idealen Bedingungen bis zu 1,8 m erreicht.[2][6] Die Pflanze verankert sich mit einer kräftigen Pfahlwurzel im Boden und bildet an der Basis oft verholzte Strukturen aus, die dem aufrechten Wuchs Stabilität verleihen.[6] Ihre schlanken Stängel sind dicht mit Drüsenhaaren besetzt, was ihnen eine klebrige Textur verleiht, und weisen charakteristische Stacheln auf. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind handförmig zusammengesetzt und bestehen meist aus fünf bis sieben länglich-lanzettlichen Fiederblättchen. Diese Blättchen erreichen eine Länge von bis zu 10 cm bei einer Breite von 2 bis 3 cm und besitzen fast ganzrandige bis fein gesägte Ränder.[3] An der Basis der Blattstiele befinden sich oft paarige stipuläre Dornen, die zur wehrhaften Morphologie der Art beitragen.[2] Sowohl Blätter als auch Stängel verströmen aufgrund der Drüsenhaare einen starken, oft als skunkartig beschriebenen Geruch. Die endständigen, traubigen Blütenstände werden 15 bis 20 cm breit und verlängern sich während der Blütezeit kontinuierlich akropetal.[4] Jede zygomorphe Blüte besitzt vier zurückgebogene, hellgrüne Kelchblätter und vier genagelte Kronblätter in Farbtönen von Weiß über Rosa bis Purpur.[3][4] Ein markantes Bestimmungsmerkmal sind die sechs weit herausragenden Staubblätter mit 5 bis 7,5 cm langen Filamenten, die der Blüte ihr spinnenartiges Aussehen verleihen.[3] Nach der Befruchtung entwickeln sich aus dem oberständigen Fruchtknoten 5 bis 10 cm lange, zylindrische Kapselfrüchte. Diese trockenen, kahlen Früchte öffnen sich längs in zwei Klappen und enthalten 10 bis 140 Samen. Die Samen sind nierenförmig, 2 bis 3 mm lang und variieren in der Farbe von Blassgelb bis Dunkelbraun.[4] Verwechslungsgefahr besteht häufig mit der im Zierpflanzenhandel dominanten *Cleome houtteana* (syn. *C. hassleriana*), deren Namen historisch oft falsch angewendet wurden.[1] Im Gegensatz zu vielen kultivierten Formen von *C. houtteana*, die oft dornenlos gezüchtet sind, ist die echte *C. spinosa* stets stachelig bewehrt.[1][3]
Die Spinnenblume (*Cleome spinosa*) ist eine einjährige, krautige Pflanze, die sich durch ihren aufrechten Wuchs und eine Höhe von bis zu 1,8 Metern auszeichnet.[1][3] Sie entspringt einer kräftigen Pfahlwurzel, die der Pflanze in ihrem natürlichen Lebensraum in saisonal trockenen tropischen Regionen Stabilität verleiht und den Zugang zu tieferen Bodenwasservorräten ermöglicht.[1] Charakteristisch für das Erscheinungsbild im Feld sind die klebrigen, drüsigen Haare (Trichome), die Stängel und Blätter bedecken und einen spezifischen, oft als unangenehm oder skunkartig beschriebenen Geruch verströmen.[3] Diese Drüsenhaare produzieren Harze und dienen zusammen mit den Dornen an den Blattstielen und Mittelrippen als effektive anatomische Anpassung zur Abwehr von Herbivoren. Im natürlichen Habitat besiedelt die Art als Pionierpflanze gestörte Standorte wie Flussufer und Straßenränder, wobei sie volle Sonneneinstrahlung und gut durchlässige Böden bevorzugt.[1] Die Blütenstände sind endständige Trauben, die sich akropetal entwickeln, sodass während der Blütezeit ständig neue Knospen an der Spitze nachwachsen, während sich an der Basis bereits Früchte bilden.[3] Ein besonderes Merkmal ist das reproduktive System: Die Art ist polygamodiözisch und bildet zwittrige sowie rein männliche und weibliche Blüten aus, was die genetische Vielfalt fördert. Die Bestäubung erfolgt in den Heimatregionen primär durch Fledermäuse (Chiropterophilie), worauf die nächtliche Nektarproduktion, der starke Duft und die weit herausragenden Staubblätter abgestimmt sind.[4] Diese Staubblätter ragen wie Spinnenbeine aus der Blüte heraus, was der Art ihren Trivialnamen verlieh. Nach der Befruchtung entwickeln sich zylindrische Kapseln, die bei Reife explosionsartig aufreißen und die Samen ballistisch mehrere Meter weit schleudern (Autochorie). Die Keimlinge entwickeln sich unter warmen Bedingungen rasch innerhalb von 7 bis 14 Tagen, sind jedoch im Jugendstadium empfindlich gegenüber Frost und Schneckenfraß. Historisch wurde die Art bereits 1760 von Nikolaus Joseph Jacquin basierend auf Exemplaren aus Jamaika erstbeschrieben.[1] Taxonomisch und gärtnerisch besteht oft Verwirrung, da der Name *Cleome spinosa* häufig fälschlicherweise für die im Gartenbau verbreitete, weniger dornige *Cleome hassleriana* (syn. *C. houtteana*) verwendet wird.[3] Im Gegensatz zu diesen Zuchtformen ist die echte *C. spinosa* stärker bewehrt und besitzt meist weißliche bis blassrosa Blüten. Chemische Analysen zeigen zudem, dass die Pflanze bioaktive Verbindungen wie Phytol enthält, die antimikrobielle Eigenschaften besitzen.[1] Neuere Forschungen untersuchen die Nutzung der Pflanze als biologisches Begasungsmittel zur Unterdrückung bodenbürtiger Pathogene wie *Fusarium oxysporum*.[2]
Das Blühverhalten von *Cleome spinosa* ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet primär auf Fledermäuse (Chiropterophilie) abgestimmt. Die Blüten zeigen eine krepuskuläre Anthese, indem sie sich in der Dämmerung öffnen und während der Nacht reichlich Nektar produzieren. Als olfaktorisches Signal für Bestäuber wie *Glossophaga soricina* emittieren die Blüten einen starken Duft. Außerhalb des nativen Areals interagieren auch tagaktive Besucher wie Bienen und Kolibris mit der Pflanze, wobei Schwärmermotten häufig als Nektarräuber ohne Pollentransfer auftreten. Das Fortpflanzungssystem fördert durch Polygamodiözie und ein hohes Pollen-Ovulum-Verhältnis die Fremdbestäubung (Xenogamie).[4] Zur Abwehr von Herbivoren setzt die Art auf physische Barrieren durch dornige Stängel und Blätter. Ergänzend sezernieren glanduläre Trichome klebrige Substanzen und verströmen einen skunkartigen Geruch, der Fraßfeinde wie Rehe und Insekten abschreckt. Die Samenverbreitung erfolgt durch einen ballistischen Mechanismus (Autochorie), bei dem reife Kapseln explosiv aufplatzen und die Samen wegschleudern. Als Anpassung an gestörte Habitate zeigt die Pflanze ein ausgeprägtes Pionierverhalten und reagiert phototropisch, indem sie sich bei Lichtmangel stark neigt.[3] Im Bodenbereich weist *Cleome spinosa* bioaktive Eigenschaften auf, die das Wachstum pathogener Pilze wie *Fusarium oxysporum* aktiv hemmen.[2]
In ihrem neotropischen Verbreitungsgebiet ist *Cleome spinosa* primär auf Fledermäuse (Chiropterophilie) als Bestäuber spezialisiert, insbesondere auf nektarfressende Arten wie *Glossophaga soricina* und *Phyllostomus discolor*. Die Blüten öffnen sich in der Dämmerung und produzieren reichlich Nektar mit einer Zuckerkonzentration von etwa 15,6 %, um diese nachtaktiven Besucher anzulocken. Außerhalb des natürlichen Areals übernehmen tagaktive Insekten wie Bienen und Schmetterlinge sowie Kolibris die Bestäubung, während Schwärmer (Sphingidae) oft als Nektarräuber auftreten, ohne Pollen zu übertragen. Obwohl die Art selbstkompatibel ist, fördern die Blütenmorphologie und ein hohes Pollen-Samenanlagen-Verhältnis die Fremdbestäubung (Xenogamie). Die Ausbreitung der Samen erfolgt vorwiegend ballistisch (Autochorie), indem die reifen Kapseln explosionsartig aufplatzen und das Saatgut mehrere Meter weit schleudern. Als Pionierpflanze besiedelt *Cleome spinosa* bevorzugt gestörte Habitate wie Flussufer oder Savannen und stabilisiert dort mit ihrer kräftigen Pfahlwurzel den Boden. Gegen Fraßfeinde verteidigt sich die Pflanze durch Dornen sowie drüsige Trichome, die ein klebriges Sekret absondern und sie für größere Herbivoren weitgehend ungenießbar machen. Dennoch treten gelegentlich Insekten wie Erdflöhe, Blattläuse oder die Raupen des Kleinen Kohlweißlings als Konsumenten an den Blättern auf.[4] Im Bodenökosystem zeigt die Art zudem biofumigante Eigenschaften und kann die Aktivität bodenbürtiger Pathogene wie des Pilzes *Fusarium oxysporum* hemmen.[2]
Cleome spinosa wird primär als Zierpflanze kultiviert und gilt aufgrund ihrer Attraktivität für Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Fledermäuse als ökologisch wertvoller Nützling.[3][4] In einigen tropischen Regionen außerhalb des nativen Verbreitungsgebiets, wie beispielsweise in Neukaledonien oder den Philippinen, zeigt die Art jedoch invasives Verhalten und kann dichte Bestände in gestörten Habitaten bilden.[6] Gesundheitlich ist relevant, dass die drüsigen Haare der Pflanze bei Hautkontakt leichte Irritationen auslösen können und die Samen höhere Konzentrationen toxischer Substanzen enthalten.[2] Pharmakologische Untersuchungen bestätigen zudem antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften von Blattextrakten, die in der traditionellen Medizin Anwendung finden.[3][2] Das Schadpotenzial durch Herbivoren ist generell gering, da dornige Stängel und klebrige Sekrete viele Fressfeinde abschrecken und die Pflanze resistent gegen Wildverbiss ist.[3] Dennoch können typische Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und die Weiße Fliege auftreten, die sich oft an neuen Trieben ansammeln.[4] An Jungpflanzen verursachen Schnecken gelegentlich Fraßschäden, während ältere Pflanzen selten von Erdflöhen oder Raupen des Kohlweißlings befallen werden.[3] Ein wichtiges Befallsanzeichen für Krankheiten ist ein weißer Belag auf dem Laub, der auf Echten Mehltau hindeutet, welcher besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit auftritt. Präventive Maßnahmen gegen diesen Pilzbefall umfassen die Einhaltung ausreichender Pflanzabstände zur Förderung der Luftzirkulation sowie das Ausdünnen dichter Bestände. Zur Kontrolle der unerwünschten Ausbreitung im Gartenbau wird das sogenannte Deadheading, das Entfernen verblühter Stände vor der Samenreife, als effektive mechanische Methode empfohlen. Bei akutem Schädlingsbefall reichen oft physikalische Bekämpfungsmaßnahmen wie das Abspülen der Pflanzen mit einem Wasserstrahl aus. Alternativ können im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes insektizide Seifen gegen saugende Insekten eingesetzt werden.[4] In der landwirtschaftlichen Forschung wird *Cleome spinosa* zudem innovativ genutzt, da sie als biologisches Begasungsmittel die Aktivität bodenbürtiger Pathogene wie *Fusarium oxysporum* hemmen kann.[2]
Die wirtschaftliche Bedeutung von *Cleome spinosa* liegt primär im Zierpflanzenhandel, über den die Art seit dem 19. Jahrhundert weltweit verbreitet wurde.[2] Während sie in den meisten Einfuhrgebieten als unproblematisch gilt, verursacht sie in Regionen wie Neukaledonien und den Philippinen ökologische und potenzielle ökonomische Schäden durch die Bildung dichter, invasiver Bestände in gestörten Habitaten.[6] In der Landwirtschaft gewinnt die Pflanze als biologisches Begasungsmittel an Relevanz. Patentierte Verfahren beschreiben die Nutzung zur Bekämpfung des bodenbürtigen Pilzes *Fusarium oxysporum*, der unter anderem im Gurkenanbau signifikante Ertragsverluste verursacht. Dieser Einsatz dient als umweltfreundliche Alternative zu chemischen Pestiziden, um die Pathogenaktivität im Boden ohne schädliche Rückstände zu hemmen.[2] Als Nützling fördert *Cleome spinosa* durch ihr reiches Nektarangebot die lokale Biodiversität von Bestäubern wie Bienen und Fledermäusen, was sich positiv auf umliegende Kulturen auswirken kann.[4][3] Pharmazeutisches Potenzial besteht zudem durch die antimikrobielle Wirksamkeit von Extrakten gegen Erreger wie *Staphylococcus aureus* und *Candida albicans*.[2] Auch entzündungshemmende Eigenschaften, die in Studien vergleichbar mit Indometacin wirkten, deuten auf eine mögliche Verwertbarkeit in der medizinischen Produktentwicklung hin.[3]