Salta il contenuto

Rotkohl –Brassica oleracea var. capitata f. rubra

Schnellnavigation

Rotkohl

Classificazione tassonomica

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Brassicales (Brassicales)
Familie Brassicaceae
Gattung Brassica
Art Brassica oleracea rubra
Wissenschaftlicher Name: Brassica oleracea f. rubra (L.) Peterm.

Einleitung

Rotkohl (*Brassica oleracea f. rubra*) ist eine kultivierte Form aus der Gattung *Brassica* innerhalb der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Er wird taxonomisch der Capitata-Gruppe (Kopfkohl) zugeordnet, deren Vertreter sich durch vergrößerte Endknospen auszeichnen, die feste Köpfe bilden.[1] Die Art *Brassica oleracea* stammt ursprünglich aus den atlantischen Küstenregionen Westeuropas und wurde über Jahrtausende zu diversen Formen domestiziert, die heute weltweit als bedeutende Nutzpflanzen angebaut werden.[1][2]

Fakten (kompakt)

- Die Art besitzt einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 18 und repräsentiert das C-Genom in der Brassica-Zytogenetik. - Im 1935 von Nagaharu U aufgestellten „Dreieck des U“ bildet *Brassica oleracea* eine der drei Basis-Ecken für die Entstehung allopolyploider Kulturarten. - Durch Kreuzung steuerte die Art ihr Genom zur Entwicklung von Raps (*Brassica napus*, AC-Genom, 2n = 38) bei. - Die vier Kronblätter der Blüte sind cremegelb bis weiß gefärbt und erreichen eine Länge von 1,5 bis 3 cm. - Die Früchte bilden sich als lineare Schoten (Siliquen) von 2,5 bis 10 cm Länge aus. - Jedes Fruchtfach einer Schote enthält typischerweise 10 bis 20 dunkelbraune bis schwärzliche Samen.[11] - Historische Belege datieren den Beginn der Kultivierung im Mittelmeerraum bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück. - Für optimales Gedeihen benötigt die Pflanze stickstoffreiche Böden in voller Sonne oder im Halbschatten. - Phylogenetische Untersuchungen aus dem Jahr 2021 identifizierten die ägäische Art *Brassica cretica* als den nächsten lebenden Verwandten. - Ein taxonomisches Synonym für die wildlebenden Populationen ist *Brassica sylvestris*.[11]

Name & Einordnung

Der Rotkohl wird taxonomisch als *Brassica oleracea* var. *capitata* f. *rubra* oder als rotblättrige Sorte der Capitata-Gruppe innerhalb der Art *Brassica oleracea* eingeordnet.[1] Der Gattungsname *Brassica* leitet sich vom keltischen Wort *bresic* für Kohl ab, eine Bezeichnung, die bereits von Plinius dem Älteren in der *Naturalis Historia* verwendet wurde. Das Art-Epitheton *oleracea* entstammt dem Lateinischen (*oleraceus*) und bedeutet „zum Gemüsegarten gehörig“, was die historische Bedeutung als Kulturpflanze unterstreicht.[3] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte 1753 durch Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum*. Für die spezifische Form *rubra* wird in taxonomischen Datenbanken die Autorschaft „(L.) Peterm.“ geführt. Genetisch gehört der Rotkohl als diploide Pflanze (2n=18) zum C-Genom im „Dreieck des U“, einem Modell, das die Verwandtschaftsverhältnisse der *Brassica*-Arten beschreibt. Historisch wurden wilde Populationen der Art oft unter dem Synonym *Brassica sylvestris* geführt. Phylogenetische Untersuchungen identifizierten die im Ägäisraum endemische *Brassica cretica* als engsten lebenden Verwandten, von dem sich die Kulturlinien jedoch genetisch abgrenzen. Innerhalb der Art wird der Rotkohl der Capitata-Gruppe (Kopfkohl) zugeordnet, deren charakteristisches Merkmal die Bildung fester Köpfe durch vergrößerte Terminalknospen ist.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Brassica oleracea wächst als zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze, die typischerweise Höhen von 0,3 bis 3 Metern erreicht, wobei der Rotkohl (*var. capitata f. rubra*) zur Capitata-Gruppe zählt, die durch vergrößerte Endknospen und eine ausgeprägte Kopfbildung definiert ist.[4][8] Die Pflanze bildet eine basale Rosette aus fleischigen Blättern, die dick und wachsartig bereift (glauk) sind.[1] Diese Blätter sind gestielt, eiförmig bis lanzettlich und erreichen Längen von bis zu 40 cm, wobei die Ränder gewellt oder gelappt sein können.[4][1] Im Gegensatz zur offenen Wuchsform wilder Varietäten zeichnet sich die Capitata-Gruppe durch eine extreme Verdichtung der Blätter zu einem festen Kopf aus (Blatthypertrophie).[8] Der Stängel ist kahl, aufrecht und verzweigt sich im zweiten Jahr während des Schossens (Bolting) zur Bildung des Blütenstandes.[1] Die zwittrigen Blüten besitzen vier cremegelbe oder weiße Kronblätter mit einer Länge von 1,5 bis 3 cm und sind kreuzförmig angeordnet.[4][1] Sie stehen in traubigen Blütenständen von 20 bis 40 Einzelblüten, die jeweils einen Durchmesser von 3 bis 5 cm aufweisen.[1] Nach der Befruchtung entwickeln sich 2,5 bis 10 cm lange, lineare Schoten (Siliquen), die bei Reife explosiv aufplatzen.[4][1] Jede Schote enthält 10 bis 20 dunkelbraune bis schwärzliche Samen pro Fach.[4] Das Wurzelsystem wird durch eine tiefe Pfahlwurzel dominiert, die der Pflanze Stabilität in verschiedenen Substraten verleiht.[1] Zytogenetisch ist die Art diploid mit einem Chromosomensatz von 2n = 18, was sie von verwandten polyploiden Arten unterscheidet.[3] An den Pflanzen finden sich häufig Larven des Kleinen Kohlweißlings (*Pieris rapae*), die sich von den Blättern ernähren.[1] Ein Befall durch die Kohlhernie (*Plasmodiophora brassicae*) ist an gallenartigen Verdickungen der Wurzeln erkennbar, die das Gefäßgewebe deformieren.[9] Charakteristisch für die Adernschwärze (*Xanthomonas campestris*) sind V-förmige gelbe Läsionen mit schwarzen Adern an den Blatträndern.[8] Die Larven der Kleinen Kohlfliege (*Delia radicum*) bohren sich in die Wurzeln und verursachen Welkeerscheinungen.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Rotkohl (*Brassica oleracea* var. *capitata* f. *rubra*) ist als Kulturpflanze wirtschaftlich bedeutend, unterliegt jedoch einem hohen Befallsdruck durch spezialisierte Schädlinge und Pathogene.[1] Zu den Hauptschädlingen zählt die Mehlige Kohlblattlaus (*Brevicoryne brassicae*), die Kolonien auf Blattunterseiten bildet und zu Kräuselungen, Kümmerwuchs sowie Virusübertragungen führt.[3] Die Kleine Kohlfliege (*Delia radicum*) legt ihre Eier in Bodennähe ab, woraufhin die Larven die Wurzeln schädigen, was Welke, Verfärbungen und Sekundärinfektionen verursacht.[1] Ein bedeutender Blattfresser ist die Larve des Kleinen Kohlweißlings (*Pieris rapae*), während Schnecken besonders in feuchten Umgebungen unregelmäßige Fraßlöcher hinterlassen.[6][1] Unter den Krankheiten stellt die Kohlhernie (*Plasmodiophora brassicae*) eine ernste Bedrohung dar, da sie Wurzelgallen bildet und die Nährstoffaufnahme massiv stört, was oft zum Absterben der Pflanze führt.[6] Bakterielle Schwarzadrigkeit (*Xanthomonas campestris* pv. *campestris*) zeigt sich durch V-förmige gelbe Läsionen mit schwarzen Adern am Blattrand und kann unter warm-feuchten Bedingungen zu Totalausfällen führen.[8] Viren wie das durch Blattläuse übertragene Wasserrübenmosaikvirus (TuMV) verursachen Mosaikmuster und Nekrosen, die den Ertrag stark mindern.[1] Medizinisch relevant ist das goitrogene Potenzial bei übermäßigem Rohverzehr, da Glucosinolate die Jodaufnahme der Schilddrüse hemmen können, was durch Kochen jedoch um bis zu 90 % gemindert wird. Seltene allergische Reaktionen können durch Proteine wie Lipid-Transfer-Proteine oder Profiline ausgelöst werden, wobei Kreuzreaktionen mit Pollen möglich sind. Im Rahmen des Integrierten Pflanzenschutzes (IPM) wird eine Fruchtfolge von mindestens drei bis vier Jahren empfohlen, um Pathogenzyklen im Boden zu unterbrechen.[3] Züchterische Maßnahmen fokussieren sich zunehmend auf Resistenzen, beispielsweise gegen Kohlhernie, sowie den Einsatz von Gen-Editierung zur Erhöhung der Klimaresilienz gegenüber Hitze und Schädlingen.[3][1]

Biologie & Lebenszyklus

Rotkohl (*Brassica oleracea var. capitata f. rubra*) folgt typischerweise einem zweijährigen Lebenszyklus, bei dem im ersten Jahr das vegetative Wachstum der Blattrosette und die Bildung des festen Kopfes erfolgen.[8] Die Induktion der generativen Phase, das sogenannte Schießen des Blütenstängels, findet im zweiten Jahr statt und setzt zwingend eine Vernalisation durch winterliche Kältereize voraus.[1] Die Fortpflanzung erfolgt sexuell und ist obligat fremdbefruchtend, da ein genetischer Selbstinkompatibilitätsmechanismus die Bestäubung mit eigenem Pollen verhindert.[8] Als Bestäuber fungieren primär Insekten wie die Honigbiene (*Apis mellifera*), Solitärbienen und Schwebfliegen, die von den gelben, kreuzförmigen Blütenständen angelockt werden.[5] Nach der Befruchtung entwickeln sich 4 bis 8 cm lange Schoten (Siliquen), die bei Reife explosiv aufplatzen, um die Samen zu verbreiten.[1] Diese Samen können unter kühlen, trockenen Bedingungen bis zu fünf Jahre keimfähig bleiben.[8] Für ein optimales Wachstum benötigt die Pflanze stickstoffreiche, gut drainierte Böden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 8,0, wobei sie in natürlichen Habitaten kalkhaltige Substrate bevorzugt.[3] Eine physiologische Besonderheit ist die Produktion von Glucosinolaten, deren Abbauprodukte als chemische Abwehr gegen Herbivoren dienen und allelopathische Effekte auf benachbarte Pflanzen ausüben. Obwohl *Brassica*-Arten oft als Nicht-Wirte für Mykorrhiza gelten, wurden opportunistische Assoziationen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen beobachtet, die insbesondere die Nährstoffaufnahme verbessern können.[1] Das Mikrobiom der Rhizosphäre moduliert zudem die Stressresistenz, wobei Insektenfraß die bakterielle Zusammensetzung zugunsten der pflanzlichen Abwehr verändern kann.[3] Zu den spezifischen Fressfeinden zählen die Larven des Kleinen Kohlweißlings (*Pieris rapae*), die sich auf den Verzehr der Blätter spezialisiert haben.[1] Weitere bedeutende Schädlinge sind die Mehlige Kohlblattlaus (*Brevicoryne brassicae*) sowie die Kleine Kohlfliege (*Delia radicum*), deren Larven das Wurzelsystem schädigen.[3] Pathogene wie der Protist *Plasmodiophora brassicae* verursachen die Kohlhernie, die zu gallenartigen Wucherungen an den Wurzeln führt.[6] Genetisch basiert die Morphologie auf einem diploiden Chromosomensatz (2n=18), wobei Strukturvariationen in Genen wie *BoPRX34* maßgeblich die feste Kopfbildung der *Capitata*-Gruppe steuern.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet der wilden Stammform von *Brassica oleracea* beschränkt sich auf die Atlantikküsten Westeuropas, insbesondere Großbritannien, Frankreich und Spanien.[1][2] In diesen Habitaten besiedelt die Art bevorzugt kalkhaltige Böden auf Meeresklippen und Küstendünen, die durch gute Drainage und einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 gekennzeichnet sind. Die Pflanzen sind an maritime Bedingungen angepasst und tolerieren salzhaltige Gischt sowie starke Winde. Durch menschliche Selektion und Handel gelangte der Kohl bereits in der Antike aus dem Mittelmeerraum in nördlichere Regionen Europas. Heute wird Rotkohl als Kulturvarietät der Capitata-Gruppe weltweit in gemäßigten Klimazonen angebaut, wobei China und Indien die global führenden Produzenten sind.[1] In der Landwirtschaft bevorzugt *Brassica oleracea var. capitata f. rubra* stickstoffreiche, gut durchlässige Böden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 8,0. Die Standorte sollten sonnig bis halbschattig sein, wobei die Pflanze kühle Temperaturen für die vegetative Entwicklung benötigt.[8] Außerhalb landwirtschaftlicher Flächen tritt die Art gelegentlich verwildert in gestörten Bereichen wie Feldrändern oder Gärten auf.[1] Als Neophyt haben sich Bestände auf anderen Kontinenten etabliert, beispielsweise an den Küsten Kaliforniens oder in Teilen Australiens wie Victoria und New South Wales.[4][3] Die vertikale Verbreitung der Wildform reicht in ihren natürlichen Küstenhabitaten bis in Höhenlagen von 500 Metern.[1] In Mitteleuropa ist der Anbau aufgrund der klimatischen Eignung und der historischen Bedeutung als lagerfähiges Wintergemüse weit verbreitet.[3]

Saisonalität & Aktivität

Brassica oleracea folgt typischerweise einem zweijährigen Lebenszyklus, bei dem im ersten Jahr das vegetative Wachstum der Blätter und Stängel dominiert. Die Induktion der reproduktiven Phase erfordert eine Vernalisation durch winterliche Kälteeinwirkung, woraufhin im zweiten Jahr das Schossen und die Blütenbildung erfolgen. Die Blütezeit erstreckt sich generell über das Frühjahr bis in den Sommer, abhängig von den genauen Umweltbedingungen und dem Zeitpunkt des Kältereizes.[4] In dieser Phase findet der Schwarmflug von Bestäubern statt, wobei Bienen (Apis mellifera) und Fliegen den Pollentransfer zwischen den selbstinkompatiblen Blüten übernehmen.[5] Für die Keimung und das frühe Wachstum sind kühle Temperaturen zwischen 15 und 20 °C optimal, weshalb die Anzucht oft saisonal angepasst erfolgt. Die Ernte der kultivierten Köpfe wird meist 60 bis 90 Tage nach dem Auspflanzen durchgeführt, um die Qualität vor dem temperaturbedingten Schossen zu sichern.[6] Biotische Interaktionen variieren im Jahresverlauf; so dienen die Pflanzen beispielsweise den Larven des Kleinen Kohlweißlings (Pieris rapae) als Nahrungsquelle.[5] Das Auftreten von Krankheiten korreliert ebenfalls mit saisonalen Witterungsbedingungen, wobei Falscher Mehltau kühles, feuchtes Wetter bevorzugt, während Schwarzfäule unter warmen, nassen Bedingungen floriert. Mit steigenden Temperaturen im Jahresverlauf oder durch Klimawandel nimmt der Druck durch Schädlinge wie Blattläuse und Kohlfliegen zu, deren Verbreitungsgebiete sich nordwärts ausdehnen.[1] Ergänzend zeigt das öffentliche Suchinteresse für Rotkohl eine klare saisonale Dynamik mit signifikanten Spitzenwerten im November und Dezember, während die Nachfrage in den Sommermonaten Juni und Juli am geringsten ist.[7]

Fonti e riferimenti

  1. https://www.gbif.org/species/7604709
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:279435-1
  3. https://pfaf.org/user/Plant.aspx?LatinName=brassica%20oleracea
  4. http://floranorthamerica.org/Brassica_oleracea
  5. https://mariomairal.com/wp-content/uploads/2021/01/Abrol-D.-P.-2012-Pollination-Biology-Biodiversity-Conservation-and-Agricultural-Production.pdf
  6. https://www.mdpi.com/2077-0472/12/4/446
  7. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  8. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/brassica-oleracea/
  9. https://pnwhandbooks.org/plantdisease/host-disease/cabbage-cauliflower-brassica-oleracea-black-leg-phoma-stem-canker
  10. https://fsus.ncbg.unc.edu/main.php?pg=show-taxon-detail.php&taxonid=3994
  11. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)