Fakten (kompakt)
- In wissenschaftlichen Untersuchungen zur Keimungsphysiologie zeigte *Alchemilla xanthochlora* im Gegensatz zu mediterranen Arten keinerlei Reaktion auf rauchbürtige Stimulanzien wie Karrikinolid ($KAR_1$) oder Rauchwasser.[2] - Die Behandlung von Samen mit Gibberellinsäure ($GA_3$) konnte in Experimenten die Keimrate signifikant von 57,5 % (Kontrollgruppe) auf 80,5 % steigern, verzögerte jedoch den Zeitpunkt der mittleren Keimung ($T_{50}$) von ca. 11 auf 15 Tage. - Die Grundblattspreiten sind spezifisch in 9 bis 11 Lappen unterteilt, wobei die Endlappen 17 bis 27 relativ gleichmäßige Zähne aufweisen. - Ein Unterscheidungsmerkmal der Blätter ist die Behaarung: Während die Oberseite meist kahl ist, zeigt sich die Spreitenunterseite ziemlich dicht bis locker behaart. - Der Blütenstand erreicht eine Breite von 6 bis 15 Zentimetern und besteht aus 1,5 bis 3 Millimeter langen, gelbgrünen bis gelben Einzelblüten. - Homöopathische Zubereitungen der Pflanze werden spezifisch bei chronischem Durchfall infolge von Lebererkrankungen eingesetzt.[2] - In der Patentliteratur werden synergistische Zusammensetzungen beschrieben, die Frauenmantelextrakt mit Grapefruitkernextrakt, Stevia und Curcumin für die Mund- und Zahngesundheit kombinieren. - Kosmetische Innovationen nutzen Trockenextrakte der Art in sauren Cremes (pH 3,0 bis 5,2), um die Hautbarriere bei alternder Haut zu stabilisieren. - Die entzündungshemmenden Wirkstoffe finden auch in der Veterinärmedizin Anwendung, beispielsweise zur Behandlung von Endometritis bei Tieren.[3]
Der anerkannte wissenschaftliche Name der Art lautet *Alchemilla xanthochlora*, wobei das Autorenkürzel „Rothm.“ auf den Erstbeschreiber Werner Rothmaler verweist.[4][5] Innerhalb der Gattung *Alchemilla* wird die Art taxonomisch in die Sektion *Alchemilla* sect. *Alchemilla* gestellt.[4] Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Gelbgrüner Frauenmantel etabliert, während die Art im Englischen als „yellow-green lady’s mantle“ bekannt ist.[4][2] In der pharmazeutischen Nomenklatur wird das getrocknete Kraut als *Alchemillae herba* geführt. Dieser Begriff wird teilweise als Sammelbezeichnung verwendet, die auch den Spitzlappigen Frauenmantel (*Alchemilla vulgaris* auct.) einschließen kann.[4] In der Patentliteratur und angewandten Phytotherapie finden sich häufig Verweise auf *Alchemilla vulgaris* als Synonym oder übergeordnetes Aggregat für therapeutische Anwendungen.[3] Für den kultivierten Anbau wurde unter anderem die Sorte ‚Aper‘ selektiert.[2]
Der Gelbgrüne Frauenmantel (*Alchemilla xanthochlora*) ist eine mittelgroße bis sehr große, ausdauernde Art aus der Familie der Rosengewächse.[7][2] Die Pflanzen sind ziemlich steif, selten rot gefärbt und besitzen eine 5 bis 15 Millimeter dicke Hauptachse, die ein Alter von bis zu 7 Jahren erreichen kann. Die nieren- bis kreisförmigen Grundblattspreiten sind 5 bis 20 Zentimeter breit, umfassen 270 bis 370° und sind meist flach bis leicht trichterig. Ihre Färbung ist lange gelbgrün, wobei sich die Oberseite zuletzt hell blaugrün verfärbt. Die Spreite ist in 9 bis 11 seichtbogig-trapezförmige bis kurz parabelförmige Lappen geteilt, die 17 bis 27 relativ gleiche Zähne aufweisen. Charakteristisch ist, dass die Blattoberseite meist kahl ist, während die Unterseite ziemlich dicht bis locker behaart ist. Die 1,5 bis 3 Millimeter dicken Blattstiele weisen eine flache Innenseite auf und sind dicht weich behaart, wobei die Haare in einem Winkel von 60 bis 90° abstehen. Der aufrechte bis kurz aufsteigende Stängel erreicht eine Länge von 15 bis 90 Zentimetern und ist auf 80 bis 100 % seiner Länge behaart. Der Blütenstand ist ziemlich dicht und 6 bis 15 Zentimeter breit. Die gelbgrünen bis gelben Blüten sind 1,5 bis 3 Millimeter lang und besitzen einen kreiselförmig-glockigen bis kugeligen Kelchbecher, der oft spärlich behaart ist. Die Außenkelchblätter sind meist ei-lanzettlich bis herz-eiförmig und 0,6- bis 1-mal so lang wie der Kelchbecher. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 103 oder 2n = 105.[7]
Der Gelbgrüne Frauenmantel (*Alchemilla xanthochlora*) ist eine mittelgroße bis sehr große, ausdauernde Art aus der Familie der Rosengewächse, die im Großteil Europas heimisch ist. Die Pflanze zeichnet sich durch einen ziemlich steifen Wuchs aus, ist selten rot gefärbt und kann ein Alter von bis zu sieben Jahren erreichen. Ein markantes Merkmal sind die nieren- bis kreisförmigen Grundblattspreiten, die eine Breite von 5 bis 20 Zentimetern erreichen und den Stielansatz mit 270 bis 370 Grad umfassen. Die Blätter sind lange Zeit gelbgrün gefärbt, verfärben sich jedoch auf der Oberseite zuletzt hell blaugrün. Im Gegensatz zu vielen verwandten Arten ist die Blattoberseite meist kahl, während die Unterseite eine ziemlich dichte bis lockere Behaarung aufweist. Für die detaillierte Bestimmung ist die Behaarung der Blattstiele und Stängel relevant: Diese sind dicht und weich behaart, wobei die Haare in einem Winkel von 60 bis 90 Grad abstehen. Die Hauptachse der Pflanze erreicht eine Dicke von 5 bis 15 Millimetern, während die aufrechten bis kurz aufsteigenden Stängel 15 bis 90 Zentimeter lang werden. Der Blütenstand ist dicht und misst 6 bis 15 Zentimeter in der Breite, wobei die einzelnen gelbgrünen bis gelben Blüten 1,5 bis 3 Millimeter lang sind. Der Kelchbecher ist kreiselförmig-glockig bis kugelig geformt und oft spärlich behaart, während die Nüsschen etwa zu einem Drittel aus dem Becher herausragen.[7] Genetisch ist die Art durch eine Chromosomenzahl von 2n = 103 oder 105 charakterisiert.[7][8] Im Entwicklungszyklus weisen die Samen eine physiologische Dormanz auf und benötigen zur Keimung eine Kältebehandlung (Stratifikation) bei 0 bis 4 °C über einen Zeitraum von etwa 50 Tagen.[2]
Der Gelbgrüne Frauenmantel (*Alchemilla xanthochlora*) besiedelt vorwiegend frische bis feuchte Lebensräume wie Wiesen, Weiden, Bachufer und Gräben, wobei er nährstoffreiche und humose Böden bevorzugt. Das Substrat kann dabei von lehmig bis sandig variieren und sowohl kalkfrei als auch basenreich sein. Pflanzensoziologisch ist die Art eng mit dem Verband *Polygono-Trisetion* assoziiert, findet sich aber auch in Kohldistelwiesen (*Calthion*) und Hochstaudenfluren (*Adenostylion*). In den Alpen steigt sie bis in die alpine Stufe auf, mit nachgewiesenen Vorkommen bis zu 2800 Metern Höhe, etwa im Bereich des Hochjochhospizes. Die Art gilt als stickstoffliebend und kann in regenreichen Gebieten auch auf Böden mit hohem Stickstoffgehalt, wie in Lägerfluren (*Rumicion alpini*), gedeihen, fehlt jedoch bei zu starker direkter Düngung.[7] Die Vermehrung erfolgt über Samen, die eine physiologische Dormanz aufweisen. Um die Keimruhe zu brechen, benötigen die Samen eine Kältestratifikation, bei der sie über einen längeren Zeitraum Temperaturen zwischen 0 und 4 °C ausgesetzt sind. Experimentelle Untersuchungen zeigten, dass die Keimung zwar durch Gibberellinsäure stimuliert werden kann, die Art jedoch im Gegensatz zu vielen mediterranen Pflanzen nicht auf rauchbürtige Signale wie Karrikinolide reagiert. Dieses Fehlen einer Reaktion auf Rauchwasser bestätigt, dass *Alchemilla xanthochlora* evolutionär nicht an feuergeprägte Ökosysteme angepasst ist.[2]
Der Gelbgrüne Frauenmantel (*Alchemilla xanthochlora*) ist als Nützling und Kulturpflanze von hoher pharmazeutischer und kosmetischer Relevanz.[7][9] Medizinisch genutzt werden die getrockneten oberirdischen Teile (*Alchemillae herba*), die reich an Gerbstoffen (6–8 %), insbesondere Ellagitanninen wie Agrimoniin, sowie Flavonoiden sind.[7] Die therapeutische Bedeutung liegt in der adstringierenden, entzündungshemmenden und leicht krampflösenden Wirkung, weshalb die Art traditionell bei Frauenleiden, Menstruationsbeschwerden und Weißfluss eingesetzt wird.[7][10] Klinische Anwendungen umfassen zudem die Behandlung von unspezifischen Durchfallerkrankungen und die Nutzung als Wundheilmittel oder Gurgellösung.[7] Patentierte Formulierungen nutzen Extrakte der Pflanze ferner zur Prophylaxe und Therapie von Endometritis und Vaginitis sowie in der Kosmetik zur Stärkung der Hautbarriere.[11][12] Im landwirtschaftlichen Management gilt die Art als anspruchsvoll, da das Saatgut einer ausgeprägten physiologischen Dormanz unterliegt. Ohne fachgerechte Vorbehandlung drohen signifikante Ausfälle bei der Anzucht; zur Prävention von Keimversagen ist eine Kältestratifikation über mehrere Wochen oder der Einsatz von Gibberellinsäure erforderlich. Anders als bei vielen feueradaptierten Pflanzenarten zeigen Behandlungen mit Rauchwasser oder Karrikinoliden (KAR1) bei *Alchemilla xanthochlora* keine keimfördernde Wirkung, weshalb diese Methoden für das Bestandsmanagement ungeeignet sind.[9]
Der Gelbgrüne Frauenmantel (*Alchemilla xanthochlora*) ist eine wirtschaftlich relevante Arznei- und Gewürzpflanze, deren kommerzielle Nutzung sich über die Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie erstreckt. Im Lebensmittelsektor wird die Art zur Herstellung von Kräutertees, Eistees und Süßwaren verarbeitet, wobei sie beispielsweise als eine der Hauptzutaten in bekannten Kräuterbonbons fungiert.[2] Als pharmazeutisches Handelsgut (*Alchemillae herba*) dienen die getrockneten oberirdischen Teile der Pflanze, die aufgrund ihres Gehalts an Gerbstoffen (6–8 %) und Flavonoiden geschätzt werden.[7] In der kosmetischen Industrie finden Extrakte Verwendung in Produkten für alternde Haut, um die Hautbarriere zu stabilisieren und Irritationen entgegenzuwirken. Darüber hinaus existieren patentierte Anwendungen für Kombinationspräparate im Mund- und Zahnbereich sowie für veterinär- und humanmedizinische Indikationen wie Endometritis.[3] Aufgrund der hohen Wertschöpfung wird die Pflanze landwirtschaftlich angebaut, wobei die Überwindung der Samenruhe eine technische Herausforderung für die Produzenten darstellt, da Saatgut oft nur unregelmäßig keimt.[2]