Fakten (kompakt)
- Je 100 g Fruchtfleisch sind etwa 71 mg Vitamin C sowie das proteinspaltende Enzym Actinidain enthalten, welches Milchprodukte bei Kontakt bitter schmecken lässt und nur durch Kochen deaktiviert wird.[2] - Neben der dominierenden Sorte ‘Hayward’ (ca. 80 % Marktanteil) existieren weitere weibliche Sorten wie ‘Bruno’, ‘Abbott’ oder die 1989 eingeführte, unbehaarte Sorte ‘Top Star Vantini’. - In Europa genießen Früchte aus den italienischen Provinzen Rom und Latina als „Kiwi Latina“ den Status einer geschützten geografischen Angabe (g.g.A.). - Genetische Analysen der *NPR1*-Genfamilie deuten auf sehr alte Divergenzereignisse vor etwa 625 Millionen Jahren hin, während jüngere Genduplikationen vor rund 29 Millionen Jahren stattfanden. - Die für die Krankheitsabwehr relevanten *AdNPR*-Gene sind im Genom nicht geclustert, sondern auf den Chromosomen 1, 9, 14, 19 und 23 verteilt. - Auf genomischer Ebene zeigt *Actinidia deliciosa* eine starke Syntenie (Genkonservierung) mit dem Kakaobaum (*Theobroma cacao*), was auf eine gemeinsame evolutionäre Abstammung der Resistenzgene hinweist.[2] - Zur Bekämpfung der Stängelschwellungskrankheit werden in der Landwirtschaft Bor-Düngungen mit mechanischen X-Schnitten in die Rinde kombiniert. - Gegen Wurzelfäule kommen innovative Verfahren zum Einsatz, bei denen der Boden mit Kieferrinde präpariert und mit Ozonwasser behandelt wird.[11]
Der vollständige wissenschaftliche Name der Art lautet *Actinidia deliciosa* (A.Chev.) C.F.Liang & A.R.Ferguson.[5] Im deutschsprachigen Raum sind die Trivialnamen Kiwi, Chinesischer Strahlengriffel oder Chinesische Stachelbeere gebräuchlich.[6] Die heute international verbreitete Bezeichnung „Kiwi“ wurde erst 1959 in Neuseeland aus marktstrategischen Gründen erfunden und leitet sich vom dort heimischen Kiwi-Vogel ab. Sprachlich wird im Deutschen durch das Genus zwischen dem Vogel (*der* Kiwi) und der Frucht (*die* Kiwi) unterschieden. In ihrer ursprünglichen Heimat China, wo die Früchte traditionell wild gesammelt wurden, ist die Art als *míhóutáo* bekannt.[7] Taxonomisch wurde *Actinidia deliciosa* lange Zeit lediglich als Varietät des Chinesischen Strahlengriffels (*Actinidia chinensis*) geführt. Erst im Jahr 1984 erfolgte die Beschreibung als eigenständige Art, die sich von *Actinidia chinensis* abgrenzen lässt.[5] Diese Art kommt heute fast ausschließlich in Kultur vor, wobei die Sorte ‚Hayward‘ den Großteil der weltweit gehandelten Früchte stellt.[6] Neuere genomische Untersuchungen bestätigen zwar die enge Verwandtschaft zu *Actinidia chinensis*, weisen jedoch auf spezifische Unterschiede in der Syntenie und Chromosomenstruktur hin, die eine Differenzierung stützen.[2]
Actinidia deliciosa wächst als ausdauernde, verholzte, lianenartig wachsende und sommergrüne Schlingpflanze. Die Blätter stehen wechselständig und sind je nach Varietät sehr unterschiedlich geformt, von breit bis langgestreckt sowie oval bis herzförmig. An der Unterseite sind die Blätter weich behaart. Die Art ist zweihäusig, bildet also männliche und weibliche Blüten an getrennten Pflanzen aus. Die vier bis fünf Zentimeter großen, weißen und wohlriechenden Blüten stehen einzeln oder zu mehreren in Blütenständen, die seitlich aus den Blattachseln vorjähriger Triebe entspringen. Die Früchte sind ovale bis walzenförmige Beeren mit einer Länge von bis zu acht Zentimetern und einer Breite von fünf Zentimetern, die manchmal zweiseitig abgeflacht sind. Ihre dünne Schale ist typischerweise fellartig behaart und je nach Varietät grün bis braun gefärbt, wobei seltene Arten auch eine pinkfarbene Schale ausbilden können. Eine Ausnahme bildet die Sorte ‘Top Star Vantini’, die als erste unbehaarte Sorte eingeführt wurde. Das Fruchtfleisch ist glasig, saftig und variiert von hell- bis dunkelgrün. Die Fruchtachse ist cremefarben und fleischig, während die zahlreichen Karpelle im Querschnitt strahlenförmig hell erscheinen und viele kleine dunkle Samen enthalten. Morphologisch wurde *Actinidia deliciosa* lange als Varietät geführt und erst 1984 als eigene Art vom Chinesischen Strahlengriffel (*Actinidia chinensis*) unterschieden.[3]
Actinidia deliciosa ist eine ausdauernde, verholzte, lianenartig wachsende und sommergrüne Schlingpflanze.[6] Sie gehört zur Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae) und der Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales).[6][9] Ursprünglich stammt die Art aus dem südlichen China, wird jedoch heute weltweit als bedeutende Kulturpflanze angebaut, wobei Neuseeland, Italien und China zu den Hauptproduzenten zählen.[6][2] Die Blätter sind wechselständig angeordnet und variieren in ihrer Form stark von breit bis langgestreckt sowie oval bis herzförmig, wobei die Unterseite weich behaart ist.[6] Biologisch ist die Art zweihäusig (diözisch), was bedeutet, dass sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen befinden.[6][2] Die Blüten entstehen an vorjährigen Trieben, sind vier bis fünf Zentimeter groß, weiß und verströmen einen angenehmen Duft.[6] Die Frucht ist eine klimakterische Beere mit ovaler bis walzenförmiger Gestalt, die bis zu acht Zentimeter lang werden kann.[6][2] Ihre Schale ist dünn und charakteristisch fellartig behaart, wobei die Farbe je nach Varietät von Grün bis Braun reicht. Im Inneren befindet sich ein glasiges, saftiges Fruchtfleisch mit einer cremefarbenen, fleischigen Fruchtachse. Um diese Achse sind zahlreiche Karpelle strahlenförmig angeordnet, zwischen denen viele kleine dunkle Samen sitzen. Die Samenanzahl korreliert direkt mit der Fruchtgröße, weshalb eine effektive Bestäubung für den Ertrag entscheidend ist.[6] Actinidia deliciosa enthält das proteolytische Enzym Actinidin sowie hohe Mengen an Vitamin C, Ballaststoffen und Kalium.[2] Die Art wurde erst 1984 als eigenständig von Actinidia chinensis abgetrennt, nachdem sie zuvor als deren Varietät galt.[6] Sie ist anfällig für biotische Stressfaktoren, insbesondere für pilzliche Erreger wie Botrytis cinerea, die Fruchtfäule verursachen, sowie für bakterielle Infektionen durch Pseudomonas syringae pv. actinidiae.[2]
Actinidia deliciosa ist eine zweihäusige Pflanze, bei der sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Individuen befinden, was das Fortpflanzungsverhalten und die Notwendigkeit der Bestäubung bestimmt.[2] Auf physiologischer Ebene zeigt die Art ein komplexes Abwehrverhalten gegenüber biotischen Stressfaktoren wie dem Grauschimmel (*Botrytis cinerea*) oder dem Bakterium *Pseudomonas syringae* pv. *actinidiae*.[2] Bei einer Infektion werden spezifische Gene, insbesondere *AdNPR3* und *AdNPR4*, in Früchten und Blättern stark hochreguliert, um eine Immunantwort einzuleiten.[3] Diese Reaktion ist eng mit der systemisch erworbenen Resistenz (SAR) verknüpft, die primär durch den Signalweg der Salicylsäure gesteuert wird.[4] Auf molekularer Ebene interagieren dabei Proteine im Zellkern mit Transkriptionsfaktoren, um Verteidigungsgene zu aktivieren.[5] Die Pflanze nutzt zudem Signalwege der Jasmonsäure und Abscisinsäure, um flexibel auf verschiedene Umweltreize zu reagieren und Stressantworten zu modulieren.[6] Um Ressourcen effizient zu nutzen, reguliert *Actinidia deliciosa* diese Immunprozesse präzise, um ein Gleichgewicht zwischen vegetativem Wachstum und Verteidigung zu wahren und eine Überreaktion zu vermeiden.[7] Genanalysen weisen ferner auf eine aktive Steuerung der Nektarienentwicklung hin, was die Interaktion mit Insekten beeinflusst.[8]
Actinidia deliciosa ist eine ursprünglich in China beheimatete, lianenartig wachsende Pflanze, die heute vorwiegend in gemäßigten und subtropischen Zonen gedeiht. Die Art reagiert empfindlich auf mikroklimatische Faktoren, wobei kühle und feuchte Bedingungen Fäulnisprozesse im Gefäßgewebe und an den Früchten beschleunigen.[2] In regenreichen Habitaten besteht eine Anfälligkeit für Staunässe, die pathologische Veränderungen wie Wurzelfäule begünstigen kann.[11] Im ökologischen Gefüge interagiert die Pflanze mit diversen pathogenen Pilzen, darunter *Botrytis cinerea* (Grauschimmel), *Sclerotinia sclerotiorum*, *Diaporthe nobilis* und *Alternaria*-Spezies. Insbesondere *Botrytis cinerea* nutzt alternde Blütenteile und Wunden als Eintrittspforte, um das Gewebe zu besiedeln und Weichfäule auszulösen.[2] Ein bedeutender bakterieller Antagonist ist *Pseudomonas syringae* pv. *actinidiae*, der Erreger des Kiwi-Krebses, der die Pflanzengesundheit massiv beeinträchtigt.[2][11] Zur Abwehr von biotischem Stress, wie etwa Insektenfraß oder Herbivoren, aktiviert *Actinidia deliciosa* spezifische Gene, die in Signalwege der Salicylsäure und Jasmonsäure eingebunden sind. Zudem reagiert die Pflanze auf abiotische Stressfaktoren wie Trockenheit durch die Regulation von Abscisinsäure-Signalwegen.[2]
Actinidia deliciosa ist als weltweit bedeutende Kulturpflanze verschiedenen biotischen Stressfaktoren ausgesetzt, die Ertrag und Lagerfähigkeit massiv beeinträchtigen können. Pilzliche Erreger stellen eine Hauptbedrohung dar, wobei insbesondere der Grauschimmel (*Botrytis cinerea*) Ernteverluste von bis zu 50 % verursachen kann. Dieser Erreger führt zu einer rapiden Weichfäule, die die Lagerdauer im Kühlhaus um 30 bis 40 % verkürzt. Die Infektion beginnt häufig an alternden Blütenteilen oder Wunden und dringt in das Gefäßgewebe ein, begünstigt durch kühle und feuchte Bedingungen. Neben *Botrytis* sind *Sclerotinia sclerotiorum*, *Diaporthe nobilis* und *Alternaria*-Arten relevante pilzliche Schaderreger.[2] Bakteriell ist *Pseudomonas syringae* pv. *actinidiae* (PSA) von großer Bedeutung, da er Blätter und Holz infiziert und komplexe Abwehrreaktionen in der Pflanze auslöst.[2] Zur Bekämpfung von Kiwi-Krebs werden neben synthetischen Mitteln zunehmend pflanzliche Zusammensetzungen, etwa aus Kalmus- und Tagetes-Extrakten, erforscht. Gegen die Blattfäule kommen mikrobielle Inokula als biologische Alternative zu chemischen Fungiziden zum Einsatz. Physiologische Störungen wie die Stängelschwellungskrankheit, oft bedingt durch Nährstoffmangel, werden durch Bor-Gaben und mechanische Eingriffe an der Rinde behandelt. Bei Wurzelfäule werden innovative Verfahren wie die Bodeninjektion von Ozonwasser in Kombination mit Kieferrindensubstrat angewandt.[11] Für den Konsumenten ist zudem das im Fruchtfleisch enthaltene Enzym Actinidain relevant, das Milchprodukte bitter macht und als Allergen wirken kann.[2]
Im Jahr 2022 betrug die weltweite Erntemenge von Kiwis laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 4.539.471 Tonnen.[9] China ist mit einem Anteil von 52,4 % der größte Produzent, gefolgt von Neuseeland, Italien, Griechenland und dem Iran.[9][2] Neuseeland behauptet sich mit einem Exportwert von über 1,8 Milliarden US-Dollar als weltweit führender Exporteur, was insbesondere auf den kommerziellen Erfolg von Marken-Kultivaren zurückzuführen ist. Die wirtschaftliche Bedeutung der Früchte ist aufgrund der steigenden globalen Nachfrage in gesundheitsbewussten Märkten stark gewachsen. Der Anbau steht jedoch vor erheblichen ökonomischen Herausforderungen durch biotische Stressfaktoren, wobei Pilz- und Bakterienpathogene Erträge und Nacherntequalität beeinträchtigen. Der durch *Botrytis cinerea* verursachte Grauschimmel zählt zu den verheerendsten Krankheiten und kann zu Ernteverlusten von bis zu 50 % vor der Ernte führen. Zudem verursacht dieser Erreger eine schnelle Weichfäule nach der Ernte, welche die Lagerdauer in Kühlhäusern um 30 bis 40 % verkürzt.[2] Auch der Bakterienkrebs, ausgelöst durch *Pseudomonas syringae* pv. *actinidiae*, stellt eine signifikante Bedrohung für die Produktionssysteme dar.[2] Zur Sicherung der Erträge werden diverse Bekämpfungsstrategien entwickelt, die von mikrobiellen Inokulaten gegen Blattfäule bis hin zu Verfahren gegen Wurzelfäule und Stängelschwellungen reichen.[11]